Planung neuer Zählerschrank mit 1P Multiplus System erweiterbar auf 3P - Sinnvoll und welche Absicherung?

Gute Tag zusammen,

ich spiele derzeit mit dem Gedanken meine bestehenden PV-Anlagen (SolarEdge SE5k mit 6.8kWp und Growatt MIC 2000 mit 2.2kWp) um einen Batteriespeicher zu erweitern und brauche nochmal etwas Feedback zum Vorhaben.
Täglicher Stromverbrauch liegt bei rund 10kWh am Tag, ohne Berücksichtigung der Energie für die Wallbox.

Beide Anlagen haben keine Hybrid Wechselrichter und entsprechend braucht es einen weiteren.
Aufgrund der Flexibilität denke ich über eine Lösung mit einem MP2 5000 nach. Hierzu habe ich bereits einiges an Doku gelesen, aber bin noch nicht überall durch.
Als Speicher denke ich momentan über einen Felicity Solar 12.5kWh Speicher nach.
Zunächst soll nur ein MP2 Netzparallel eingesetzt werden, Anschluss entsprechend nur am AC-in.

Parallel dazu möchte ich die Option realisieren, mittels Umschalter Notstrom am AC-OUT zu realisieren. Mir ist an der Stelle bewusst, dass ohne einen MPPT am Akku das System nicht Schwarzstartfähig ist. Die Growatt Anlage ist in der Garage und die PV Strings können nicht ins Haus verlängert werden.

Nach meiner bisherigen Rechere würde sich das ganze mit nur einem Umschalter abbilden lassen, indem auf Stellung 1 Netz und AC-IN angeschlossen sind und Stellung 2 nur AC-OUT angeschlossen ist, wobei L1,L2,L3 gebrückt sind. Somit würde AC-IN immer mit dem Netz und nicht mit AC-OUT verbunden werden, beide Kabelwege in 6mm² mit max. 5m Länge.

In der Konsequenz würde das gesamte Haus in Stellung 2 des Umschalters auf Notstrom liegen. Eine automatische Umschaltung oder dauerhafter Netzseriellbetrieb ist nicht vorgesehen. Im Notstrom Betrieb ist entsprechend auf die Leitungsaufnahme zu achten, um Überlast zu vermeiden. Der SolarEdge und die Wallbox würden, vor der Umschaltung manuell abgeschaltet.

Zudem würde ich es begrüßen, grundsätzlich die Option zu haben, auf ein 3P MP2 System inkl. mehr Speicher zu erweitern. In einem 3P Setup würde das System auch nahe der 1:1 Regel bezüglich der PV Leistung betrieben werden. Bei der Speicherkapazität sieht es anders aus, da brauchte es noch viel mehr als ich erweitern würde. Für den Fall würde ich wohl den SolarEdge auf 25% drosseln, wenn der Betrieb längerfristig notwendig ist.

Für mein Projekt braucht es einen neuen Zählerschrank, da der bestehende Zählerschrank bereits voll ist und nur 1050mm hoch. Damit ist er für die aktuellen Anforderungen der TAB mit APZ-Feld, Kapazität für RFZ bedingt durch EnWG 14a nicht gerüstet. Der Schrank ist wohl notwendig, da mein Netzbetreiber, Netze Duisburg, mittlerweile bei Nachrüstungen die aktuellen Vorgaben einfordert.

Ziel ist es einen neuen Zählerschrank zu setzen, da am aktuellen Ort kein größer Schrank passt, ohne wesentliche Änderungen an der Strom und Netzwerkinstallation vorzunehmen. Der bestehenden Zählerschrank soll als Unterverteilung weiter genutzt werden. Der neue Zählerschrank würde den Umschalter und die LS für die MPs beinhalten.

Bei dem Schritt würde denn auch die bestehenden PV Anlagen und die Wallbox in den neuen Schrank umgezogen, damit alle Dauerstromanwendungen zentralisierst sind.
Macht das vorgehen so Sinn und habe ich etwas wesentliches Übersehen oder nicht beachtet?

Passt der Anschluss des MP2 so und muss in der Konfiguration etwas beachtet werden? Ziel sollte sein, dass man mit 3 Handgriffen (Wallbox Sicherung Aus, SolarEdge Sicherung aus, Umschalter auf Stellung 2) bei Bedarf auf Notstrom umschalten kann.

Besten Dank für euren Input und noch einen schönen Abend

Da es hier ja schon einige Views aber keine Antwort gibt, mag vielleicht jemand Rückmeldung geben, ob meine Idee sinnhaft ist oder Informationen fehlen?

Ich würde wenn möglich den Zählerschrank von der unterverteilung trennen. So musst du in Zukunft nicht die komplette unterverteilung ändern wenn der netzbeteiber mal wieder neue Regeln aufstellt.

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Danke, das ist der Plan. Zumal ich im Haus nicht mal ein oder 2 Tage ohne Strom auskommen will, weil die ganze UV neu gemacht werden muss, zumal der Platz am aktuellen Ort begrenzt ist.

Gibt es noch weitere Hinweise oder Anmerkungen zu meinem Vorhaben?

Klingt für mich Recht wohl überlegt und in einigen Punkten finde ich mich wieder. In anderen nicht. 12,8kWh Speicher ist bestimmt in der Theorie schon Recht üppig dimensioniert. War für mich bei aktuellen LiFePo4 Preisen aber recht unpraktikabel und mit 16 Zellen ist dort eher 16kWh ein NoBrainer für mich. Was natürlich für eine 6,8kWp im Winter immer noch völliger Humbug ist selbst wenn man kein EAuto damit läd. Wie man dann so eine Panik/Priorität auf Notstrom legen kann, ist nicht meins. Soviel Vertrauen hab ich dann doch ins Netz und wenn es so easy beim MP2 mitgeliefert wird, dann bau ich eben ne Steckdose dran um mir in der Not nen Kaffee zu kochen und die Kühltruhe auf Temperatur zu halten vom Rest halte ich wenig.

Der Mehraufwand um diese Enorme Spitzenlast inklusive EAuto abzufangen ist so Preisintensiv(im Verhältnis), dass ich vorerst bei einem MP2 bleibe und der deckt locker meine Grundlast und auch 90% meiner Spitzen. Wie heißt es so nett, mit 20% Aufwand lassen sich 80% der Probleme lösen. Die letzen 20% sind so enorm vom Aufwand/Preis dass man es gerne sein lässt (ökonomisch betrachtet)

Das Ganze aber auch noch mit 6,8KWp betanken zu wollen, klingt etwas schief für mich. Im Winter wird dieses Konstrukt x-fach unzuverlässiger wie es das Netz (Notstrom) noch niemals war.
Aber jeder Jeck ist anders heißt es schon in Kölle

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Danke für die Rückmeldung @dieter_p
Die 3Phasen und Notstrom Geschichte ist eher vorbereitende Planung des Zählerschranks denn Panik oder fehlendes Vertrauen ins Stromnetz.
Der 5000er reicht für alle typischen Lasten, bis auf das E-Auto laden aus. Wobei das für mich nicht der effektive UseCase wäre. Wenn ich das wollen würde, würde ich eher direkt ein 3P Setup mit den 3000ern wählen.

Welchen Akku würdest du denn empfehlen bzw. Hast du ins Auge gefasst.
Bei dem 12.5kWh ist das auch eher der Kompromiss wegen dem Gewicht. Weil die über 100 KG in den Keller zu bekommen ist sicher kein Spaß.
Ich überlege gerade noch ob ich wegen dem Gewicht und der besseren Verbreitung auf 2x die Pytes E-Box 48100 zu gehen.

Das ist Quatsch, wenn Du keinen E-LKW laden willst. Ein einziger 5000er reicht vollkommen aus, um bei mir ein ca. 78 kWh EV zu laden. Wichtiger ist da schon ein ordentlicher Akku von z.B. 32 kWh um auch bei ein paar Wolken das Laden nicht zu unterbrechen. Wobei es bei 6,8 kWp sowieso ein Illusion ist mit mehr als 5 kW zu laden.

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Dann verstehe ich nicht warum man das ernsthaft so hoch priorisiert. Klar kann man Reserven lassen, aber eines dürfte klar sein. Auf der Normativen/Regulativen Eben ist da so eine Dynamik drin dass man nur grob etwas berücksichtigen kann. In den meisten Fällen werden dort Dinge aufschlagen die wir heute noch nicht wissen. Technik mit nennenswerter Dynamik/Entwicklung hab ich nie für gut empfunden sowas auf Reserve zu kaufen.

Es gibt für mich nur ein Argument was ich hier ehrlich gelten lasse. Jemand findet toll und betreibt es aus Hobby zu persönlichen Steigerung des Wohlbefindens. Das ist für mich völlig in Ordnung, ich mag dort nur dann keine unehrliche oder gar falsche Argumentation in Richtung Wirtschaftlichkeit oder technischer Sinnhaftigkeit.

Ich hab mich für einen DIY Akku Entschieden. Das hat ganz sicher viele Pros und Cons und ist auch ganz sicher nicht das Richtige für Jedermann. Man kauft aktuell 16 MB31 Zellen mit einem DIY Gehäuse für etwa 1350€ inklusive Lieferung. Die Zellen wiegen je Stück 5kg und das Gehäuse ca 25kg. Das kann man dann vor Ort zusammen bauen. Genau das auch der Punkt. Das kostet Aufwand und Wissen aber viel Wichtiger Risiko ob du das mit deinem Elektriker angemeldet bekommst und ob deine Hausratversicherung DIY Akkus abdeckt.
Es gibt etliche Möglichkeiten und wie gesagt ist jeder Jeck anders. Subjektiv empfunden hast du nur sehr viel zu den "letzten 20%" der Aufgabenstellung geschrieben. Dabei bist du aus meiner Sicht doch schon Recht stabil unterwegs wenn du dich auf die Basis beschränkst wenn du persönlich eigentlich doch keine Hobby/Liebhaber Ambitionen hast. Die weiteren 2 MP2 alleinig zur Deckung von Spitzen sehe ich sehr "spannend" in dem Konstrukt (6.8kWp) um hier einen wirtschaftlichen Grund zu sehen.
Aber Hellsehen und unfehlbar bin ich natürlich nicht :winking_face_with_tongue:

Kleine Korrektur, ich habe in Summe 9kWp installiert mit 7 KW Wechselrichter Leistung.
Das Auto lädt PV geführt und in der Regel nur mit 1 Phase. Die Leistung reicht im Regelfall und meist bleibt neben dem Hausverbrauch nicht genug Überschuss um stabil mit 3 Phasen laden zu können.
Kurze Wolkenbänder können problemlos vom Akku ausgeglichen werden.
Ein Auto dauerhaft mit einem 10/12kWh Akku und dem Multiplus zu laden geht technische, ohne Frage. Bei der geplanten Kapazität halte ich persönlich für wenig praktikabel. Und mit dem normalen Hausverbrauch den wir tagsüber bzw. Abends habe schafft es der MP mit 4kW Dauerleistung nicht alle Verbräuche zu decken, wenn nichts mehr von der PV kommt.

Ein PV- und Akku-System lässt sich nur nach heutigen Vorgaben planen. Was morgen kommt kann man nicht wissen, bestenfalls für die nächsten Jahre erhahnen.

Das das Thema Notstrom oder eine Inselanlage bzw. der Netzseriellbetrieb sind reine Liebhaberei und wirtschaftlich schwer begründbar, dem stimme ich zu. Wir hatten in 10 Jahren 2 kurze Stromausfälle.
Mir geht es darum, meine Gedanken, die unmittelbare Zielarchitektur (1x MP 2 5000 + 10-12kWh Speicher) aufzuzeigen und die möglichen Erweiterungen auf 3Phasen Notstrom zu skizzieren.
Beide Erweiterungen sind Optionen und weder ökonomisch noch durch Notwendigkeiten sinnvoll begründbar. Beides fällt in die Kategorie „Ich will das haben, weil es geht“ oder sind Liebhaberei.
Die Energieversorgung meines Hauses soll kein Hobby oder eine Spielwiese werden, die muss funktionieren.
Allerdings will ich vermeiden hier direkt wieder Sackgasse zu planen und einen zählerkasten zu planen der Erweiterungen nicht mitmacht.

Das Haus hat bereits 2 PV Anlagen, 2 Klimageräte und eine Wallbox nachträglich bekommen, die den aktuellen Kasten an seine Grenze gebracht haben, bei denen mehrmals umverdrahtet werden musste damit alles reinpasst.

Es ist nicht notwendig 3 Phasen Notstrom zu realisieren. Meine Recherche haben nur gezeigt, dass sich das mit einem zusätzlichen LS und einem Umschalter realisieren lässt und rund 200€ mehr Kosten verursachen.