ich bin gerade am Planen einer Pv Anlage für unser Eigenheim. Da wir bei unserem Haus 4 Giebel haben und auch die Ausrichtung nicht optimal wäre, soll die Anlage nicht auf dem Haus installiert werden.
Wir haben eine relativ großes Gartenhaus errichtet mit 30° Satteldach eine Dachhälte hat Südausrichtung könnte 6 bis 8 Module aufnehmen (Dach ist 3x9,5m Dachfläche).
Weiterhin haben wir auf nur einer Seite des Grundstücks einen Nachbarn, in dessen Richtung planen wir einen Sichtschutz und überlegen ob wir aus der Not eine Tugend machen und das mittels Solarmodulen realisieren. Die Gesamtlänge hier beträgt 30m wobei wir es vermutlich mit einigen Gabionen-Feldern optisch auflockern würden.
Rein grundsätzlich ohne jetzt schon ganz tief in die Planung einzusteigen ergeben sich mehrere Fragen:
In Sachsen sind Freifeldanlagen bis zu einer höhe von 3m und einer Länge von 9m baugenehmigungsfrei. Wenn ich jetzt nach max. 9m eine Gabione oder Sichtschutzfeld hinstelle zählt dass dann als mehrere Anlagen?
Wie wäre das mit dem Wechselrichter wäre es günstig 1 Wechselrichter für den Zaun und einen für das Gartenhaus zu haben, oder lieber einen "Großen".
Die Entfernung zum HWR ist beim Gartenhaus mit 12m noch gering beim Zaun wären es von Ende aber bestimmt 60m, gibt es eine Problem?
Wie sieht das mit dem Potentialausgleich aus, müsste ich mir den vom Haus holen?
Zu 1
Frag die zuständige Baubehörde. Schriftlich, dann bekommst Du eine verbindliche Antwort.
Zu 2
Verschattung zu erwarten? Dann eher keinen "großen" WR. Ein verschattetes Modul im String lässt die Leistung aller im String einbrechen. Ist so als wenn Du den Gartenschlauch an einer Stelle abknickst.
Zu 3
Große Leitungslänge bedarf größerer Querschnitte. Musst Du ausrechnen.
Bedenke, dass ein Wechselrichter die Netzspannung direkt auf die Module und dessen Leitungen führt. Dazu kammt die hohe Gleichspannung der Module in Reihenschaltung. Das ist zwar alles Schutzisoliert aber nur solange alles heil ist. Und es kann alles von fremden Leuten angefasst und beschädigt werden. Die hohen Spannungen kann man geschickt umgehen, wenn man Modulwechselrichter benutzt. Die sind galvanisch vom Netz getrennt so dass nur eine Modulspannung von maximal 60V in der Anlage sind. Und es wird alles abgeschaltet, wenn keine 230V mehr da sind. Damit umgehst du auch das Problem der großen Leitungslänge. Bei 230V ist das einfach lösbar.
Wie macht der WR das mit dem AC-Anteil?
Statt einphasige µWR mit 230V würde ich dreiphasige mit 400V Ausgangsspannung einsetzen. Senkt den Strom noch mal deutlich. Obendrein entsteht keine Schief"einspeisung", wenn einzelne Module verschattet sind.
Das mit den Microwechselrichtern klingt an sich erstmal spannend, die wären dann ja aber quasi im Freien, oder macht es Sinn, wäre es möglich ihnen zentral beim Zaun in einer Art "Behausung"(Wetter und UV Schutz) unterzubringen?
Wäre die Variante MicroWR, dann auch für das Gartenhaus zu wählen?
Als Nachteil sehe ich in dieser Konstellation, aber dass sich später das ganze nicht so leicht um einen Speicher ergänzen lässt, korrekt?
Doch, das geht. Das Stichwort heißt "AC Coupling". Der Wechselrichter batterieseitig muss dafür geeignet sein. Dann geht das sogar ohne Netz. Wenn kein Netz vorhanden ist, stellt der Batteriewechselrichter das Netz zur Verfügung. Damit die Batterie bei Netzausfall nicht überladen wird, erhöht dieser die Frequenz ein wenig. Die Modulwechselrichter senken dann die Leistung bis sie ganz abschalten.
Die sind dafür gedacht. Wichtig ist nur dass keine direkte Sonne darauf scheint. Sie werden direkt am Modul befestigt.
Ich glaube von Hoymiles gibt es auch Speicher für die µWR. Aber das ist gefährliches Halbwissen. Wenn Du die µWR zentral unterbringst, dann musst Du mit den Modulkabeln und damit auch mit den hohen Strömen dahin.
UV- und Wetterschutz ließe sich ja über ein "Vordach" realisieren. Ein abgewinkeltes Blech, dass genügend Luft für die Kühlung lässt, aber Regen vom WR fernhält.
Zentrale Frage wäre, musst Du regelmäßig mit Verschattung durch Bäume, Häuser... rechnen?
Wenn nicht, dann String-WR, ist vermutlich finanziell günstiger als viele µWR. Obendrein ließe sich, z.B. durch einen Deye, auch eine NV-Batterie integrieren.
Also beim Gartenhaus gibt es keine Verschattung, beim Sichtschutzzaun wäre so, dass der hintere Teil des Zauns abhängig von der Jahreszeit spätestens ab 10 Uhr aus dem Schatten des Hauses hervortreten würde und und komplett wäre ab 12 Uhr Sonne auf dem Zaun. Bäume gibt es sind aber Laubbäume, die im Sommer weit genug weg sind und im Winter durch das fehlende Laub hoffentlich nur einen geringen Schatten werfen.
Also bei den Mikrowechselrichtern wäre es so, dass ich den den Gleichstrom der Module nur bis dahin führen muss und dann mit einem entsprechend dimensioniertem NYY 5xXmm bis zum Zählerschrank gehen kann. Und bei einem großen Wechselrichter ich den Gleichstrom bis in den Hauswirtschaftsraum führen muss wo der WR sitzt? Oder könnte dieser WR auch draußen oder in einer entsprechenden kleinen Behausung beim Zaun sitzen?
Ja, das mit der Anbindung ans Netz / an die WR siehst Du so richtig. Ein "Problem" könnte die Anbindung ans WLAN... werden. 50m im Garten zu überbrücken? K.A. ob und wie gut das funktioniert.
Im Winter steht die Sonne tief und die Schatten sind lang.
Ein verschattetes Modul im String zieht den String runter.
Wlan im Garten wäre kein Problem, ich habe eh einen Repeater außen im Terrassenbereich.. Grundsätzlich wäre der Sichtschutz 26m lang und ich würde 5x4 Module jeweils getrennt durch einen dickeren Betonpfosten oder Gabionen vorsehen, damit es optisch nicht so drückend wirkt.
Liege ich richtig, dass ich jede "4er Gruppe" mit einem Mikrowechselrichter ausstatten könnte (z.B.: Hoymiles hms 1800 4T). Hinzu kämen noch 6 oder vielleicht sogar 8 Module auf dem Süddach des Gartenhauses mit 2 weiteren Wechselrichtern.
Speicher könnte ich dann ja auch AC seitig realisieren.
Wenn ich damit erstmal grundsätzlich richtig liege, bleibt eine große Frage: ist das überhaupt erlaubt, da ja die Anlage sich netzdienlich drosseln lassen müsste (Netzbetreiber), und wenn ja wie ließe sich sowas realisieren?