Planung DHH2012 gut gedämmt mit Gastherme auf Multisplit + zwei Innengeräten nachrüsten

Hallo in die Runde,

Ich bin neu hier und weil ich mit Klimaanlagen noch keine Erfahrungen gemacht habe, habe ich die Themen zu Klima Split Anlagen schon eine wenig durchgeschaut.

Ich habe noch keinen Beitrag zu einem Haus wie unsers gefunden und möchte hier gern meine Multisplit Klima Idee vorstellen und bin gespannt, wie ihr das bewertet. Ob ich es so mit Vor- und Nachteilen umsetzen sollte, oder andere Lösungen, Ansätze, in Erwägung ziehen sollte.

Unsere DDH 135 qm von 2012 ist gut gedämmt und die Gastherme benötigt im Jahr 6-7 TKW mit WW-Bereitung. Solarthermie ist auch verbaut und PV 14 KWP Ost/West auf dem Dach.
Das Erdgeschoss ist offengehalten und hat Große Fenster. Zum OG geht es über eine offene Treppe zum oberen Flur in die beiden Schlafzimmer Bad, HWR, kleines Büro.
Das Schlafzimmer und Bad hat eine dezentrale Belüftung mit Wärmetauscher, Fenster werden also selten geöffnet.

Grundsätzlich heizen wir im OG sehr wenig, weil die Wärme von unten nach oben steigt. Im Sommer wird es an heißen Tagen dann oben schon mal unangenehm warm, dann wünscht man sich eine Klimaanlage. Im Erdgeschoß hält man sich tagsüber auf, wo es im Sommer recht angenehm ist, wenn man dann die Fenster abgeschattet hat. Im Winter haben wir unten das Problem, wenn die Temperaturen außen schwanken. Da ist die Gas Therme mit Fußbodenheizung recht träge. Auch wenn es außen wärmer wird, schaltet die Heizung zu weit zurück und es wird kühl, sodass wir den Holzofen für kurze Zeit betreiben. Hier wäre ein Klima zum Mitheizen ideal.

Ich bin ein Freund von einfachen Lösungen und so zur Verwendung von einem Multisplitt Außengerät mit zwei Innengeräten gekommen. Die Innengeräte sollen dabei um die 80% Leistung des Außengerät haben. Grund dafür ist, dass in der Übergangszeit fast nur das Innengerät im Wohnbereich unten heizt und im Sommer nur das Innengerät oben im Flur die Wärme am oberen Punkt aus dem Haus bringt. Die Gastherme kann dann die sehr kalte und dunkle Jahreszeit übernehmen.

Ich möchte das Außengerät nicht überdimensionieren, wenn es nicht nötig ist (ist ja schon bei der Gastherme so). Das bei einer Multisplit das nicht eingeschaltete Innengerät etwas mitlaufen wäre bei mir ideal. Den Kaminofen bräuchte ich nicht mehr und die Gasheizung läuft dann nur selten und ich wäre für den Ersatz der Gasheizung in der Zukunft offen.

Welche Geräte und Leistung sollte ich bei dieser Lösung wählen? Der kälteste Monat und höchste Verbrauch lagen bisher bei 1680 KW = 2,25 KW pro Stunde. Der Luft die Wärme entziehen ist da schon anspruchsvoller, aber ich möchte ja nicht auf 18 Grad runter, sondern es nur angenehmer bei extremen Sommertagen haben wie z.B. im Schlafzimmer von 28 auf 25 Grad runter.

Danke schon mal und viele Grüße,
Andreas

Mit 80% meinst du Leistung PRO Innengerät im Verhältnis zur Außeneinheit? Das wird es so eher nicht geben, ist aber auch nicht weiter tragisch.
Wichtig ist die minimale Leistungsaufnahme des Außengeräts.
Mein Panasonic 2Z41 läuft mit ca. 180 Watt Minimalaufnahme - das ist in der untersten Modulation wohl gleich mit dem 35er Modell. Deshalb würde ich immer das stärkere Gerät vorziehen. Der Preisunterschied fällt nicht ins Gewicht.
Bei anderen Herstellern müsste man erstmal rausfinden was die minimale Leistungsaufnahme ist... Ich würde bei deiner Konstellation aber wahrscheinlich im Falle von Daikin zu einem 2MXM40A greifen.

Innengeräte wenn Panasonic, dann "nur" 2,5 kW. Die verhalten sich ruhiger als die 3,5 kW Geräte.
Und wenn es wirklich beim Heizen für hauptsächlich einen Raum sein soll, dann reicht das auch vollkommen.
Beim Kühlen reicht ein 2,5 kW Innengerät sowieso. Die Temperaturdifferenzen sind einfach viel geringer als beim Heizen, das schafft ein 2,5er-Gerät spielerisch.

Wenn ein Gerät nur "mitlaufen" soll, dann empfiehlt sich eine Lösung analog meiner hier im Parallelthread (Taktvermeidung...) vorgestellten. Ich habe selbst nur Panasonic, bin aber der Ansicht das ließe sich sicher auch für Daikin (mit Faikin-Modulen) realisieren.

Mein Vorschlag also: 4 kW Außengerät mit 2x 2,5 kW Innengeräten. Wenns out-of-the-box gut laufen soll, dann Daikin, sonst geht auch Panasonic.

Exakt wie @friedolin1 es schreibt! Daikin 2mxm40 mit 2x2.5 IG . Ob IG perfera oder stylish ist Geschmackssache.

Du hast überschlägig wahrscheinlich um die 5kW Heizlast, eine Fußbodenheizung und PV.

Da würde ich statt einer Split Klima die Gastherme durch eine LWWP ersetzen.

Dadurch sparst Du Schornsteinfeger, die Gasgrundgebühr, die sich erhöhen wird und Du bist nicht von steigenden Gaspreisen betroffen.

Beispiel für einen 5kW Monoblock, den kannst Du im Gegensatz zur Split Klima auch zu 100% selbst installieren da Du nicht mit Kältemittel arbeiten musst sondern dank der Monoblock Bauweise lediglich Vor- und Rücklauf an den Vor- und Rücklauf der Gastherme anschließt:

Hier eine Beispielplanung mit Kostenübersicht:
http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Anlage_Donnermeister

Dann hat er im Sommer allerdings noch nicht gescheit gekühlt und das "Problem mit der trägen Fußbodenheizung" ist auch noch nicht ausgeräumt.

Letzteres lässt sich mit ziemlicher Sicherheit durch Optimierung der Bestandsheizung jetzt schon hinbekommen - Stichwort "wir heizen im OG recht wenig" - klingt nach unzureichendem Volumenstrom und Taktvorgängen, die das effiziente Aufheizen verhindern.
Zumal man immer bedenken muss, dass man die Gasheizung durch das Zuheizen mittels anderer Wärmequellen wahrscheinlich quält (Verstärkung von Taktvorgängen, zumindest in der Übergangszeit). Und selbst wenn das Haus einen geringen Wärmebedarf hat, dann wird man mit großer Wahrscheinlichkeit mit nur 2 Innengeräten ganz ohne Gasheizung auch nicht glücklich.
Nonplusultra bei einer 12+ Jahre alten Gasheizung wäre sicherlich der Einbau einer LWWP und einem Singlesplitgerät im OG zum Kühlen. Wer nicht selbst Hand anlegen will, der sollte sich ohnehin überlegen zu den aktuellen Förderbedingungen zuzugreifen (mache ich auch).

Wenn man aber das Sterben der Gasheizung abwarten will und Geld eine untergeordnete Rolle spielt kann man meines Erachtens durchaus erstmal mit der Grundidee anfangen.

Eigentlich wollte ich die Gastherme noch nicht rausschmeißen aber wenn ich es grob überschlage habe ich mit Wegfall Feger und Grundgebühr schon 2000-2500 kw LWWP Heizleistung.
Sollte ich in dem Zuge nicht WW von der Heizung Trennen? Wir haben die Therme unterm Dach und WW Speicher in der Garage wo man eine WW Wärmepumpe betreiben könnte.
Das träge Verhalten der Gasheizung liegt an der bescheidenen Steuerung, wäre mit außen stehenden Monoblock bestimmt besser.

Ich kenne die Gastherme und deren Steuerung natürlich nicht. Kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass man es nicht warm bekommt. Wie gesagt: Wenn Stränge eingedrosselt sind, wird die Heizung im Übergang übermäßig takten. Die Gastherme kann das technisch vielleicht ab, eine WP wird unter diesen Umständen schnell den Geist aufgeben. Deswegen würde ich so oder so erstmal sehen, ob sich da nicht was ändern lässt (Stichwort: thermischer Abgleich).
Wüsste auch nicht, was eine WP da besser machen sollte.

Ob man Heizung von WW trennt ist eine Glaubensfrage. Im Sommer profitiert man vom hohen Wirkungsgrad bei außen aufgestelltem Außengerät, im Winter kehrt sich das um. Die Anschaffungskosten sind in jedem Fall bei einer Trennung höher.

Ich habe am Fußbodenheizverteiler untere Etage die VL/RL Temperaturen gemessen. Ein Kreis war zuweit offen und einer fast zu. Wohn- und Essbereich, Küche, Flur sind ja ein Zimmer, somit werde ich hier jetzt gut nachregeln können. Bei den aktuellen Temperaturen geht es ja sehr gut.
Dann werde ich die Trägheit weiter überwachen.
Danke für den Hinweis, ich hatte mich auf unseren Heizungstechinker verlassen. Aber klar, der hat die Zeit nicht und eine andere Wertterlage.