Planung BKW: günstiges Komplettpaket oder eigene Zusammenstellung?

Hallo Ladies and Gentleman,

derzeit plane ich das lang aufgeschobene Unterfangen eines BKW endlich einmal in die Umsetzung zu bringen.
Ich habe mich jetzt viel belesen, mit einigen Leuten geredet und mir das ein oder andere Video angeschaut.

Beim Vermieter habe ich auch schon mein Vorhaben ausgesprochen um eine schriftliche Genehmigung für den Aufbau
zu bekommen, um eventuell die Förderung zu kassieren. Das sollte auch so durchgehen da bereits mein Nachbar (selber Vermieter)
ein solches BKW in Betrieb hat und ich mir den ein oder anderen Tipp bereits dort geholt habe.

Ich hänge mal ein Bild an den Beitrag an damit man sich eine Vorstellung machen kann, um welche ausmaße es geht.

Die Seite (Nummer 3) zeigt dabei nach Osten und die Seite (Nummer 1 und 2) nach Süden. An sich gute Bedingungen, aber
die 90 Grad Anbringung der Module (anders möchte ich es wg. möglichen Windstärke nicht) schränkt die Auslastung natürlich ein.

Deswegen wird, meiner Ansicht nach, auch kein 800W BKW unbedingt nötig sein da:

  • die Leistung aufgrund der Anbringung nicht voll ausgefahren wird
  • ich keine wahnsinnig hohe Grundlast im Haushalt habe und somit den erzeugten Strom nicht vollends verbrauche

Daher bin ich aktuell noch der Meinung, das eine 600W Anlage ausreichen würde. Theoretisch könnte ich auf den Balkon noch einen "Solartisch" stellen,
das wäre aber erstmal nur als zukünftige Erweiterung denkbar, weshalb ich auch einen WL mit 800 nehmen würde.

Jetzt versuche ich eine gute Zusammenstellung zu finden und bin etwas hin und her gerissen was man hier nimmt.

Paket 1:

Mein derzeitiger Favorit wäre ein Komplettset mit 620W (2x 310W Flexmodule) und WL Hoymiles HMS-800W-2T (Link geht als Neuling wohl nicht zu posten)
auf der Webseite solarscouts.de für insgesamt 379,-€. Was ich echt günstig finde und die WLs von Hoymiles sollen, laut einigen
hier im Forum auch von guter Qualität sein.

Nun habe ich aber gelesen das der WL nur über den Cloudzugang ausgelesen werden kann (es aber da auch bei github eine alternative Software dafür gibt).

Paket 2:

Alternativ könnte ich noch, für wesentlich mehr Geld, den gleichen WL mit 2x 410W Flex-Modulen betreiben (solgenix.de), welche Pro stück aber 185,-€ kosten.
Diese hätten als Open- circuit Voltage (Voc) dann 37.1V. Das sollte aber, wenn nur 2 Module (also 1 pro Eingang) ja noch weit von der maximalen
möglichen Spannung von 65V was der WL vertragen kann (auch in Anbetracht von Temparaturen von -20 Grad), entfernt sein, korrekt?
Das würde mit auf einen Preis von instesamt ca. 480 ,-€ (inkl dem WL) bringen, also teurer.

Was sagt ihr zu den 2 unterschiedlichen Paketen? Geht ihr mit meiner Meinung allgemein mit oder übersehe ich hier vielleicht noch etwas signifikantes oder
habt jemand vielleicht aufgrund von Erfahrungswerten bessere Tipps?

Ich bedanke mich schonmal für die Antworten und wünsche allen noch einen schönen Tag.

Gruß Ben

Warum nicht drei Module? Richtige Module zu schwierig zu montieren/falsche Größe/was hat der Nachbar genommen? An trüben Tagen/kalte Jahreszeit ist man um jedes Wp froh …

Wenn Du keine China-Cloud haben willst und das Teil evtl. auch später mal regeln oder mit Akku betreiben willst dann unbedingt den HMS-800-2T (ohne W!!!) nehmen.
Nur der lässt sich dann mit den open-source DTUs (OpenDTU, OpenDTU-OnBattery oder AhoyDTU) betreiben.

Flexi-Module sind halt deutlich teuerer, bei so nem Balkon aber wahrscheinlich Montage- und Sicherheitstechnisch trotzdem die erste Wahl... Die momentane "Standardgröße" bei Glasmodulen mit ca. 1,1 x 1,7m ist wohl eh zu groß.
Würde trotzdem gleich 3 Module mit maximal passender Größe nehmen, in der schlechten Zeit ist man froh drum. Das Ost und ein Süd parallel und das zweite Süd solo wird wahrscheinlich am meisten einbringen.

Hi Jens und Andreas, danke für eure Antworten.

Aus den 2 Modulen bekomme ich mehr raus. Während aus (Paket 1 die 2 Solarmodule bereits 620W bringen finde ich als Alternative eigentlich nur die Zendure Module im 2er Pack welche aber "nur" insgesamt 460W bringen. Das 4er Pack wäre mit fasst 600€ schon wieder ganz schön teuer.

Da das erste Paket günstiger ist und mehr Leistung hat hielt ich dies für die bessere Lösung.

Bei meinem Nachbar ist es vom Balkon her das selbe, wie auf den Bildern in meinem ersten Post zu sehen und er nutzt auch 3 Module an den im ersten Post gekennzeichneten Stellen. Er sagte mir aber, das dass einzelne Ostmodul "sinnfrei" ist weil das nicht die nötige Anlaufspannung für den WR liefert damit dieser anspringt.

Bezüglich WR denke ich, das ich in die Hoymiles Richtung gehen werde und entweder den 800er mit oder ohne W nehmen werde. Beim Model ohne W bräuchte ich noch Zusatzhardware was die
DTU Schnittstelle abfängt und an mein Wlan überträgt.

Ich hab auch gerade gesehen das es flexmodule gibt, die "begehbar" sind, also, wo man drauf
laufen könnte. Da der Balkon eher selten begangen wird könnte man doch auch hier noch als
spätere Erweiterung ein Solarmodul einfach wie einen Teppich auf den Boden legen? Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht?

PS: Sorry, in meinem ersten Post sollte es natürlich WR für Wechselrichter heißen und nicht WL.

Das Modul am Boden wird mit Sicherheit noch deutlich weniger liefern als die Ostseite, da dauernd zu einem guten Teil im Schatten. Zwei flexible Module mit 620 Wp sind ja schon mal ganz gut, an Probleme mit der Anlaufspannung hätte ich da jetzt garnicht gedacht!

Da hast du einen Punkt und wenn ich es mir genau überlege, würde das sich das auch bestimmt nicht gut machen/aussehen.

Ich glaub ich weiß jetzt wie ich es mache. Um das maximale rauszukitzeln nehme ich 2 mal diese Module.

Dazu den HMS-800-T2 (ohne W)

Die "Open- circuit Voltage" der Module liegt bei 37,3V. Der Hoymiles verkraftet pro eingang
65V (minus 18% bei max. -20 Grad laut Buch macht das immer noch 55V). Im MPPT Bereich
würde das auch gut liegen. Also passt alles gut zusammen.

Ich müsste bezüglich der Module nochmal nachmessen (114cm x 175cm (HxB)) würde nicht
mit den Verstrebungen meines Balkons mitgehen um die Module mit Kabelbindern zu befestigen.
Aber da könnte ich aus entsprechenden Holzstreben eine kleine Unterkonstruktion basteln.

Die Module und WR sollten ja gut zusammen passen und ich kann mit dem offenen Standard
zum auslesen arbeiten.

Jetzt bekomme ich noch was von meinem Vermieter geschickt bzgl. Anforderungen, da bin ich schonmal gespannt. Wenn ich es schon richtig in einem öffentlichen Infoblatt gelesen habe, wird eine Energiedose vorausgesetzt für welche ich ja dann extra nen Elektriker rufen müsste.

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Wow, da tut sich ja richtig was bei den flexiblen Modulen! Viel Erfolg mit dem Projekt!