Planung 48V 300kWh Gewerbespeicher im Überseecontainer

Moin,

ich plane für meine Firma für den Eigenbedarf einen Lifepo Speicher mit Battrium BMS und 3 Phasen WR 30kVA. Ganz unbefleckt bin ich nicht, private habe ich schon zwei Jahre einen 30kWh Speicher im Keller, DIY mit Seplos Gehäuse, klassisch auch 48V Nennspannung und bin deshalb angefixt.

Die 300kWh würde ich mit eigener PV auf dem Firmendach am WE vollbekommen und dann bei schlechtem Wetter oder bei Leistungsspitzen irgendwann wieder in den Netzbezug rutschen. Bei den aktuellen Speicherpreisen würde sich das rechnen, das steht für mich ausser Frage. Vielleicht (mit variablen Strompreisen) lohnt sich eine Erweiterung und Rückspeisung ins Netz aber da haben mir die Stadtwerke schon Grenzen aufgezeigt.

Da ich das Brandrisiko nicht in der Halle haben will (meine Versicherung auch nicht) und wir genug Platz und Seecontainer haben, würde ich bspw. 10m von der Halle entfernt einen Container umbauen, dämmen, Zellen, Klima und Wechselrichter einbauen und so im Fall der Fälle kein existenzbedrohendes Problem zu haben. Die Klima müsste im Sommer die Temperatur niedrig halten, im Winter zuheizen wenn die WR mal nicht genug Abwärme liefern. Ein überschaubares Problem und wenn eine 400V Leitung mit entsprechendem Querschnitt vernünftig abgesichert dahin geht, auch nichts Besonderes in meinen Augen.

Mein Plan: Der Elektrobetrieb, der bei den Stadtwerken gelistet ist, würde die Mittelspannungsseite anschliessen, während der Aufbau der Packs etc auf mich entfallen würde.

Jetzt wollen die Stadtwerke Konformitätsnachweis, Einheitenzertifikate nach VDE-AR-N 4105 bzw. nach VDE-AR-N 4110 usw und Hersteller des Speichers. Dies dürfte bei chinesischen Herstellern wohl schwierig werden, wenn die eh nur Zellen liefern.

Mein Elektrobetrieb, der nicht sonderlich viel Lust auf den Spaß hat (was ich z.T. nachvollziehen kann, ich aber auch nicht eine Viertelmillion EUR rumliegen habe für einen Speicher von der Stange), meinte ich sollte mir eine Abnahme vom TÜV holen.

Hat irgendwer sowas schon mal bei gewerblicher Nutzung durchgeboxt?

Danke & Gruß

Diese Normen habe ich leider nicht frei zugänglich gefunden, gibt es die irgendwo?

Aber ich hätte da noch ein paar Gegenfragen, bzw Anmerkungen, die 48vDc sind weder Mittel noch niederspannung sondern Schutzkleinspannung, gelten dies Normen überhaupt dafür.

Welcher kaufspeichet erfüllt diese Anforderungen?

Wieder schaut das bei V2h bzw V2g aus? Erfüllen die Akkus aus den e Autos die norm?

ich weiß das meine Meinung und die Norm etwas abweichen aber ich bleibe dabei dass alles was DC ist den netzbeteiber einen feuchten angeht. Bringt dich aber nicht weiter.

So kleines edit: mit etwas mehr googlen habe ich Auszüge aus derVDE-AR-N 4105 gefunden. Ich habe habe nichts über DC gefunden. Es geht wohl in erster Linie um das Verhalten der wechselrichter bei unter/ Überspannung bzw Abweichung von 50Hz.

In den Protokollen wird dann der Batteriespeicher aufgeführt.

Die Zertifikate werden mit den Wechselrichtern geliefert. Der Hersteller des Speichers bist du selbst. Also eine Beurteilung der Gefahren aufstellen mit den Maßnahmen die diese verhindern. Dazu alle Lieferscheine. Eine Gefahrenquelle ist zum Beispiel die Unterseite der Zelle. Die ist nämlich nicht isoliert, aber mit einem Batteriepol verbunden. In einem Container besteht immer das Risiko von Tauwasser. Wenn das unter die Zellen gelangt, gibt es Probleme. Das würde ich lösen, indem ich sämtliche Zellen in den Regalen auf schmale Isolierstücke stellen würde. Zusätzliche Isolierung zwischen den Zellen muss sein. Möglichst alles Wärmefest und nicht brennbar. Gewindestangen zum Verspannen mit Glasfaserschlauch isolieren. Ich würde für jedes 16er Pack ein separates BMS und eine nicht zu kräftige Sicherung einsetzen. Als Wechselrichter würde ich Victron Multiplus 5000 jeweils drei Stück parallel für jede Phase einsetzen.

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Hallo

Warum kaufst du so etwas nicht fertig mit Tüv? Z.B. Hier:

https://www.seplos.com/Seplos-TUV-215Kwh-LiFePO4-Distributed-ESS-Cabinet-Energy-Storage-Systems.html

Das gibt es auch noch größer:

https://www.seplos.com/seplos-1.1mwh-lifepo4-lfp-high-voltage-energy-storage-systems.html

Wenn du damit die Mechanik und den TÜV schon hast, schätze ich, das sich das auch Rechnet.

mit freundlichen Grüßen

Thomas

Die größte Tauwasserquelle ist das Dach des Containers, weil es sich durch Wärmestrahlung weit mehr abkühlt als die Seiten und der Boden. Dabei kondensiert praktisch alles Wasser an der Decke. Deshalb ist es wichtig, ein zweites Dach über dem Container zu errichten. Rundrum eine Lattung sorgt für einen Luftraum an den Wänden, der durch Lüftungen unten und oben die Feuchtigkeit entweichen lässt. Daruf Fermacellplatten und eine Wärmedämmung aus mindestens 100mm Mineralwolle. Man muss einen Bauingenieur fragen, ob diese beidseitg mit einer Dampfbremse abgeschlossen wird. Die Innenwand sollte aus 2 mal 12mm Fermacell bestehen (Feuerhemmend). Durch Temperatur und Luftdruckänderungen trägt Außenluft Feuchtikeit ein, Um das zu minimieren würde ich einen Luftsack von etwa 1m³ mit Zuluft nach außen an der Stirnwand und die Wand davorsetzen.

Als manuelle Notabschaltung würde ich Anderson Steckvorrichtungen an jedem Batterieblock einsetzen. Die sollten durch Fallgewichte über Drahteile alle Steckvorrichtungen gleichzeitig ruckartig ziehen. Auslösung durch mechanische Verknieung, eventuell zusätzlich elektomagnetisch.

Hallo

Wo hast du denn diese Erkenntnisse her?

Keine deiner Behauptungen kann ich bestätigen.

Frei stehende Seecontainer sind innen sehr trockene Gehäuse. Selbst große Mengen Feuchtigkeit werden duch die gute Erwärmung der eingeschlossenen Luft zuverlässig ausgetrieben.

Zusätzliche Dächer sind nicht erforderlich.

Irgendwelche Isolierungen sind nur bei Wohnzwecken erforderlich. Sonst schaden sie eher, weil sie Hohlräume bilden, in denen die Luft nicht zirkulieren kann.

mit freundlichen Grüßen

Thomas

Das ändert sich sofort, wenn die ersten Bodenfröste kommen. Dann ist das Dach im Gefriertpunkt , während die Außenluft und der Rest des Containers viel wärmer sind. nach strengem Dauerfrost kann sich innen eine Eisschicht bilden, weil Luftdruckänderungen und Temperaturänderungen immer weiter für Luftaustausch mit hinterlassen der Feuchtigkeit sorgen. Bei Erscheinen einer Warmfront mit Tauwetter kann sich der Container dann in eine Tropfsteinhöhle verwandeln. Ähnliches passiert in jedem LKW mit Plane, in jedem Wohnwagen Boot oder Halle mit ungedämmtem Dach. Um das zu beurteilen muss man natürlich bei entsprechenden unangenehmen Wetterlagen einen Container aufsuchen. Bei einen Totalausfall ist es nicht möglich die Zellen Spannungsfrei zu bekommen. Und dann droht Gefahr.

lichtaus schreibt doch, dass es klimatisieren will. Da mit bekommt man etwaiges Kondensatbildung in den Griff.

Wenn man die Zellen nicht Spannungsfrei bekommt, welche Gefahr droht dann?

Moin,

danke schonmal für die rege Diskussion und Anmerkungen.

Thema Klimatisierung: wir haben bereits mehrere Container auf dem Hof und die sind tatsächlich ohne Klimaanlage schon relativ trocken, das ganz Jahr. Wenn ich Durchbrüche anbringe kann sich da ändern aber mit Klimaanlage, die auf jeden Fall kommen muss, ist das Problem erledigt. Taupunktverschiebung durch Dämmung ist ein langes Thema aber hier bekommen wir die Feuchtigkeit ganz weit runter, das macht mir am wenigsten Sorgen.

Wechselrichter werden entweder 3x Victron MP3 mit min 10kVA oder Deye 3phasig. Da ich absolut kein Hochvoltsystem bauen möchte sondern mit 48V (Seplos Boxen) gute Erfahrungen habe, wird es auch hier auf sowas hinauslaufen. DC Lasttrenner und die ganzen Sicherheitseinrichtungen werden ein ordentlicher Kostenpunkt aber da will man wirklich nicht sparen.

Mir geht es hier in erster Linie um Eure Erfahrungen bei der Anmeldung und wer ggf. irgendein TÜV Gutachten oder ähnliches hat anfertigen lassen - Argumente warum es eigentlich ohne gehen muss, findet man hier:

https://www.youtube.com/watch?v=0Hk7o3B42Bo&pp=ygUhcHYgcXVhcnRldHQgZGl5IHNwZWljaGVyIGFubWVsZGVu

Angesichts der Höhe des Investments möchte ich mich aber nicht auf ein "eigentlich müsste" verlassen.

Bei der Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten kann man für fast gar nichts garantieren. In der Zeit wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu irgendwelchen Ausfällen kommen. Wenn dann Feuchtigkeit unter die Zellen gelangt, fleißt Strom von einem Zellengehäuse zum anderen. Es findet eine Elektrolyse mit Auflösung des Metalls statt und die Zellen werden undicht. Das ließe sich ausschließlich durch Ausbau aller Zellen aufhalten.

@r-l Der Container wird natürlich ständig auf Temperatur, Luftfeuchte, Gase / Feuer, Bewegung (Nagetiere) überwacht werden. Das Thema Feuchtigkeit kann definitiv als abgehakt betrachtet werden. Ferner glaube ich nicht, dass die Lebensdauer weit über 10 Jahre hinausgehen wird, da den Zylklenangaben der Hersteller nicht zu trauen ist und in 10 Jahren sicher die nächste Zelltechnoloige etabliert ist.

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Hallo finde ich ein richtig cooles Projekt machst du Notstrom dann auch ? würde sich ja anbieten wenn du Wechselrichter mit Notstromfunktion ehh nimmst....
Bitte halte uns auf dem laufenden.. ich wollte was ähnliches bauen bin aber daran gescheitert das ich keinen Direktvermarkter gefunden habe zumindest noch nicht

wäre aber an deiner lösung Interesiert..

Hallo

Vergess alle Ideen, ohne Abnahme und Tüv auszukommen.

Du willst nicht nur die 30KW, sondern auch die 100KW Grenze überschreiten. Alle Amateure, die meinen das es bei Anlagen dieser Größe ohne die deutschen Beamten geht, sollen fröhlich weiter Träumen.

Ich empfehle dir dringend den zulassungsrechtlichen Rahmen von einem Juristen abklären zulassen, bevor du anfängst zu Investieren.

Das wird sonst ein teurer Griff ins Klo.

Bei einer Anlage deiner Größe wirst du nämlich zum Konkurrenten des lokalen EVU. Die beschäftigen hauptamtliche Mitarbeiter damit, sich solche Konkurenz vom Leib zu halten.

Wie hoch soll die ein- und Ausspeiseleistung sein?

Ströme oberhalb von 500A sind mit Hausmitteln nicht mehr zu Kontrollieren.

mit freundlichen Grüßen

Thomas

@leverkusen3 Hi Thomas, da magst du richtig liegen auch wenn zunächst einmal der Fokus auf der Eigennutzung liegt, deshalb ist auch die Leistung mit 30kW für uns gut ausgelegt. Sollte die Anlage wachsen (weil wir zu Börsenpreisen flexibel be- und entladen) dann können auch noch Victron MPs aufgesattelt werden. Investiert habe ich bisher ein paar Stunden für Recherche.

Die maximale Leistung, die wir hier rein- und rausjagen können ist dank eigener Trafostation weit über dem, was ich einem 48V System zumuten wollte. Standardbusbars bei Victron sind für 1000A ausgelegt. Wenn 20 Batterieblöcke angeschlossen sind, lächeln die nur über 50A, was 1/6 C entspricht und das ist wirklich nichts.

Übrigens hat sich der Mr Mining auf YT auch einen Container hingestellt, allerdings in AT und auf seinem Privatgrundstück. Und wernn ich es richtig verstanden habe auf Räder, weil es damit als mobile Anlage gilt.

Zum Glück sind Batteriespeicher in DE scheinbar noch nicht genehmigungsplflichtig. Wenn jemand hört, da steht ein Container voll mit Batterien, dann hört sich das für viele natürlich bedrohlich an - der Energieinhalt ist aber der gleiche wie bei einem vollgetanktem VW Golf!

Na ob das so allgemein gilt bin ich mir nicht sicher. Bzgl. VNB sollte das stimmen. Ich meine (vorsicht Halbwissen), es gibt abhängig vom Bundesland Maximalgrenzen ab wann man Sicherheitsfeatures bzgl. Brandschutz vorweisen muss. Das könnte aber auch vom Gebäude abhängig sein - mit einem Container würde ich vermuten ist alles OK - aber wer weiss das schon bei unserer Menge an Verordnungen. Feuerwehr sollte das wissen.

Vergess die ganzen Zulassungen und Zertifikate. Die VNB und auch das MaStR sehen einen Akku als Erzeuger. Das ist eine Fehlkonstruktion die man ausnutzen kann, weil der Akku gar nichts erzeugt. Dazu gibt man einfach die Zertifikate des WR ab und gut ist. Die gehen im Übrigen nach kVA und nicht nach kWh. Den Zählerdamen beim VNB welche die Formulare bearbeiten ist der Unterschied wie hier @Leverkusen3 in der Regel aber gar nicht klar.

Bei deinem Container ist Isolierung gut aber du wirst nicht ohne Splitklima auskommen. Im Sommer zum kühlen, im Winter zum Heizen. Grundsätzlich zum Entfeuchten von nachströmender Luft. Bei 160kWh Lifepo und 30kVA Multiplus komme ich bei guter Isolierung mit 12000 BTU aus. Im Schnitt zieht das Teil mit R32 etwa 2-300 Watt. Demnächst werde ich auf 45 kVA aufstocken was wahrscheinlich auch noch geht. Das sind dann etwa 3kW WR Abwärme plus Batterieabwärme die du mindestens loskriegen solltest. Wenn die Sonne draufknallt dreht die Splitklima auf. Momentan habe ich diese in der Übergangszeit ganz abgeschaltet. Abwasserleitung nicht vergessen. Im Winter (oder bei einem Wetter wie heute bei uns im wilden Süden) wird sich das Teil mit sich selbst beschäftigen ohne irgend einen Ertrag zu bringen. Deshalb Dieselgenerator und/oder Holzvergaser immer startklar halten.

Hi Janvi,

ich war ein paar Tage weg aber danke für deine Nachricht - daraus schliesse ich, dass Du sowas schon durchgezogen hast?

Natürlich geht das nicht ohne Splitklima, R32 macht auch sicher mehr Sinn als Propan hier :slight_smile:

Meine Größen hast du oben ja - alles ohne Container. Die Akkus möchte ich auch um mindestens deine Größe an einem zweiten Standort aufstocken. Das ist eigentlich noch nicht soo groß, daß man einen Container brauchen würde. Batterieraum mit Brandschutztüre nach aussen öffnend, dahinter (Sandwich)Fassade oder großes Fenster das im Fall der Explosion nachgibt, Rauchmelder mit zügig automatischer Belüftung des Raums, Überwachung der BMS Werte durch eine zweite Instanz angekoppelt mit funktionierenden CAN Protokollen, eine Trennung der Gruppen im Regal mit Promat Platten und vielleicht noch eine einfache CO2 Löschanlage. Die Schäden bei der H2 Explosion in Wernges waren vermutlich nur deshalb so massiv, weil die Kellerdecke das schwächste Element war was nachgeben konnte. Weil es die angehoben hat, war das Haus Totalschaden.

Die kommerziellen Container gibt es zwar in der Kapazität aber das sind Mini-Container die nur 3m lang sind. Der Grund ist wahrscheinlich nur der Transport zum Verleihen. 750kWh wiegen dann gute 12 Tonnen. Darüber wirds dann auch mit dem Transport, Auf und Abladen schwieriger. Wenn man das selbst macht, ist das aber alles kein Thema weil man die Zellen einzeln handhabbar hat. Die Leistungen sind da etwa bei einem kleinen Trafo von 250kVA. Selbst möchte ich für einen Lanzeitbetrieb aber <<0,1C bleiben.

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Das EEG2025 soll eine vereinfachte Speicheranmeldung bringen, da bin ich aber gespannt.

Und warum ich das ganze in einen 20 Fusscontainer packen will: Den hab ich schon und dann ist noch Platz für Erweiterungen.