Phasenschieber - Erfahrungen?

Hat jemand in seiner Nachbarschaft einen “Phasenschieber” stehen?

Phasenschieber sind Großgeräte, die in überlappenden Stromnetzen für eine phasengleiche Synchronisation der Netze sorgen sollen. Das wird aktuell immer wichtiger, weil die großen Schwungmassen der Großkraftwerke (Atom- Kohle-) für die Netzstabilisierung wegfallen.

Nun sind solche Großanlagen zwar theoretisch verlustfrei, aber sobald sie was zu tun bekommen, entsteht Wärme und damit Kühlbedarf. Die Dinger sind also Krachmacher und wo sonst ein sanft mit 50 Hz vor sich hin brummende Umspannstation stand, wird das plötzlich lauter.

Und das führt schnell in benachbarter Wohnbebauung zu NIMBY (not in my backyard).

Also - hat jemand Erfahrung mit diesen Anlagen? Ist eine neue Sache, erst mit den vielen kleinen Anlagen der erneuerbaren Energien wird das ein Thema. Die können keine Phasenstabilität durch Eigenträgheit beisteuern.

Gibt’s zu der Anfrage einen konkreten Anlass?

Nach meinem Erachten sind zumindest die elektronischen Schwungmassen letztendlich nichts anderes als Batteriespeicher, nur in einer anderen Betriebsweise, und bei denen wirds wohl überall Kühlbedarf geben. Ob man die hört, keine Ahnung.

Oliver

Nö, recht alter Hut. Bei uns halt nicht sehr verbreitet. Dort wo’s weniger vermaschte lange Höchstspannungsleitungen gibt tendenziell mehr im Einsatz (Ferranti Effekt usw.).

KA wie laut die Dinger sind. Kühlung brauchen auch die Trafos in einem Umspannwerk, sobald da Lüfter im Spiel sind ist das natürlich nie lautlos.

Die moderne elektronische Alternative nennt sich STATCOM.

Um neben Blindleistungskompensation/Spannungsregelung auch kurzfristig (nennenswerte) Wirkleistung zur Netzstützung abliefern zu können braucht ein Phasenschieber zusätzlich mechanisch gekoppelte Schwungmasse, ein STATCOM Supercaps oder einen Akku.

Nördlich von Gütersloh soll nahe an Wohngebieten eine Anlage mit 2 Phasenschiebern gebaut werden. Meine Schwester wohnt in der Gegend und (wie üblich) regen sich Bürgerproteste gegen die Anlagen. Daher meine Frage.

Eigentlich geht es mir weniger um die technische Erklärung als um Erfahrungen mit der Geräuschentwicklung. Die Rede ist von weit über 80 dB, und dann 2 Anlagen. Der Pegel wird zwar weitgehend abgebaut bis zur nächsten Wohnbebauung (muß auf 35 dB bei Nacht runter), aber der Parallelbetrieb von 2 Anlagen sollte schon zu schaffen machen.

Werden wohl sehr wenig Aussicht auf “Erfolg” haben wenn der Betreiber die (üblichen) Lärmvorschriften einhält. Wird wohl ziemlich sicher auch unter “überragendes öffentliches Interesse” fallen.

Sehe ich auch so, die Aussicht auf Einsprüche.

Allerdings wird immer nur mit Werten für eine Anlage jongliert und die 3 dB mehr können schon den einen oder anderen Lärmschutzzaun mehr bedeuten..

Ich hab das kurz gegoogelt. Das ist der Pegel der Anlage selbst, innerhalb der Umhausung. Welche Lärmdämmend ausgeführt wird/sein sollte.
Die Vorschriften sind 50 db tagsüber und 35 db nachts an der Grundstücksgrenze. Von da an geht es quadratisch mit der Entfernung runter.

Das ist in etwa weniger laut als der keifende Streit der Nachbarn.

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