ich möchte mein 2000 saniertes EFH gerne gerne von Öl auf WP umstellen, denn die alte Ölheizung ist weitgehend hinüber und Gas liegt in meiner Straße nicht. Kaminsanierung und Umstellung auf eine Öl-Brennwert Heizung wird x-fach teurer, da für alles wieder ein Handwerker her muss, der Bescheinigungen ausstellt. Ich möchte das komplette Projekt selbst umsetzen.
Mein aktueller Plan ist, eine Panasonic Aquarea Gen M 9KW 3 Phasen(WH-WXG09ME8) mit Hydromodul ohne Speicher einzubauen. Ein Schichtspeicher als Trenn-Pufferspeicher ist bereits vorhanden und beschickt die Heizkreise. Gen M würde ich günstigeren, älteren Panasonic Pumpen hauptsächlich wegen der Lautstärke vorziehen(Ist leider ein Thema).
Brauchwasser wird über eine separate Brauchwasser-WP gestellt und muss nicht von der Heizungs-WP bewältigt werden.
Da ich bestimmt irgend etwas vergessen habe, würde ich gerne um Euer Feedback bitten. Insbesondere interessiert mich, ob es Gründe gibt, die gegen die genannte WP bzw für eine andere WP sprechen. Alle Kommentare zu sonstigen Planungsfails oder sonst mglw ausser Acht gelassenen Themen sind genauso willkommen.
Hier meine Laienhaft ermittelten Parameter:
Haus:
Normaussentemperatur -10.7 Grad
ca 160m² zu beheizende Fläche,
Keine Aussendämmung,
2fach verglaste Kunststoffenster,
Überwiegend Typ33 Heizkörper,
keine Fußbodenheizung.
Ermittelte Heizlast je nach Berechnungsmethode und Rechner zwischen 7,5 und 11 KW
Ölverbrauch ohne Brauchwasser vermutlich 2000 bis 2200L pro Jahr.
Ich befasse mich auch mit dem Projekt "Umstellung auf Wärmepumpe". Ich habe einen ähnlichen Jahresverbrauch. Nach meinen Abschätzungen bin ich aber bei 7kW Wärmepumpe.
Prüfe mal an wieviel Tagen du wirklich mehr als 7 kW brauchst
Hoi @berny, danke für die Antwort!
Ich mache mal folgenden Dreisatz auf: an kalten Tagen verbrauchen wir max 20l Öl. daraus ergeben sich bei 90% effizienz ca 176 kWh generierte Heizenergie. Wir gehen mal davon aus, dass die Aussentemperatur an diesen Tagen bei ~ -10 bis -12 Grad liegt. Da hat die WP einen COP von ?(ich weiß es nicht). Legen wir mal optimistisch eine 2 zugrunde. Demnach müsste eine WP mit 7kW Leistung ca 12.6h mit Vollgas laufen, oder eine WP mit 9 kW ca 10h. Die Mindestgröße der WP bei 24h Vollgas wären 3,7 kW. Welche Auslastung peilt man an? Auf wieviel % regeln die Teile minimal runter? Bei COP 5 und höher wäre ja ein Takten an "warmen" Tagen (7°+ aussen, max 40° VL) quasi auch bei 7KW kaum zu verhinden, oder?(100kWh Heizbedarf bei COP 5 und 7 KW Leistung ergibt eine Laufzeit von ca 3h bzw eine Dauerlauf-Auslastung von nur 12,5 Prozent). Kann man so überhaupt rechnen? Danke
In der Auslegung gilt, die Wärmepumpe soll durchlaufen am Besten an kalten und warmen Tagen. An den einzelnen "saukalten" Tagen wird die fehlende Wärmemenge dann mit einem Heizstab zusätzlich erzeugt (ist auch nicht mein Ansatz). An den wärmeren Tagen sollte die WP soweit runtermodulieren können das sie auch noch durchläuft.
Soweit die Theorie.
Ich bin auch am hin und her rechnen wie Mann das richtig macht. Ich habe für mich einen, vielleicht etwas ausgefallenen, Ansatz vor gedacht. Für den Sommer zum Kühlen 2-3 Split-Klima (nicht für alle Räume). Die Teile in der Überganszeit zum Heizen nutzen. Die Hauptheizperiode mit einer LWWP heizen. An den paar "saukalten" Tagen darf dann beides laufen.
Suche mal im WWW da gibt es mehrere Seiten wo für die letzten Jahre die täglichen Temperaturen für viele Orte gelistet sind da kannst nach deinem suchen und den Bedarf besser abstimmen. Bedenke auch ein einzelner "saukalter" Tag wird durch die Masse des Gebäudes gepuffert. Bei mir ist es etwa 1 Tag der weggepuffert wird.
Hi, @uschi danke Dir. Ok, konkreter: Meine Ölheizung ist eine Vitola Biferral, über die ich überall nur 90+ Wirkungsgrade finden kann. Oder verwechsle ich da etwas? Schweizer Formel unter dieser Annahme: 2200 * 9,8 * 0,9/2000 = 9,7
Hi, danke für die Erklärung. Der Ansatz macht Sinn, eine Klimaanlage habe ich auch. Ich habe allerdings ein Wenig Bedenken dabei, eine WP in dem Wissen zu dimensionieren, dass sie an sehr kalten Tagen wahrscheinlich nicht reichen wird. Ich denke da an den Wiederverkauf. Aus wirtschaftlicher Sicht macht Dein Ansatz natürlich Sinn... aber in der Suche nach er besten Effizienz steckt mE auch ein Bisschen Hobby, das vielleicht nicht jeder potenzielle Hauskäufer teilt. Leider ist es aus meiner Sicht völlig unmöglich, die richtige Dimensionierung auszurechnen. Es gibt viele Faustformeln etc aber am Ende kann man wohl nur ausprobieren. Dazu wäre ich bei einer 4k Gen J auch eher bereit, als bei einer 8k Gen M Aquarea. Immerhin bin ich mittlerweile von der "Zur Sicherheit 12kW" Variante abgekommen.
Ich kenne dein Haus nicht und dessen Stand bezüglich Dämmung etc.
Ich bin an 2 Wegen zur Ermittlung der Größe der Wärmepumpe,
Gut, ich habe Gas da ist das Erfassen des täglichen Verbrauchs einfach, zu gut deutsch täglich Zähler ablesen.
Das 2te ist schon etwas mühevoller, ich habe versucht für alle Flächen die zum nicht beheizten Bereich gehören in Excel die Wärmeverluste zu erfassen.
Zu was ich noch nicht gekommen bin ist der Abgleich der beiden Verfahren um daraus die endgültige Auslegung festzulegen.
Ich denke, das Wichtigste ist die Datenerfassung um dann abgesicherte Schlüsse und Entscheidungen machen zu können.
Du hast in Deiner Berechung einen (Denk-)Fehler.
Die 7 bzw. 9 Kwh sind die max.Heizleistung, mehr können die nicht
wenn Du einen COP von 2 zugrunde legst verdoppelt sich das nicht, sondern die Leistungsaufnahme ist nur 3,5 bzw. 4,5 Kwh.
Also um 175Kwh zu generieren, müsste die 7er schon 25h laufen ....
das wird knapp bei Tagen mit nur 24h
Das sind theoretische Werte, in etwa wie Spritverbrauch auf Prüfstand. Im realen Alltag werden die bei weitem nicht erreicht. Da würde ich auch eher von 70% ausgehen.
Die Erfahrung vieler, die auf Wärmepumpe umgestellt haben ist, dass man mit deutlich weniger Leistung als vermutet auskommt. Und das liegt öfters daran, dass die hohen Verluste von Öl/Gas nicht berücksichtigt wurden.
Wichtig bei einer Wärmepumpe ist, wie weit die runter moduliert. Es gibt viele 7kW und 9kW Geräte, die gleich tief modulieren oder sogar identische Technik haben. Da ist man also nicht so gezwungen, möglichst niedrig auszulegen, kann im Zweifelsfall dann lieber eine Nummer größer nehmen.
Die Frage ist auch, wie stark man sich für alle Eventualitäten absichern will. Nur weil es alle 20 Jahre mal -15 Grad werden könnte, würde ich deshalb nicht eine Nummer größer nehmen. Dann hole ich für solche Fälle lieber zusätzlich einen Heizlüfter mit ins Zimmer oder lasse parallel eine Split-Klima mitlaufen.
Eine Strategie ist, einen Wärmemengenzähler zu installieren und mal ein Jahr zu beobachten, was wirklich an Wärmemenge ins Haus ging. So sieht man auch gleich den realen Wirkungsgrad seiner Ölheizung. Mit den echten Wärmemengen lässt sich dann viel besser dimensionieren.
Was du natürlich bei Wiederverkauf auch bedenken musst, was Dimensionierung angeht: Dir reichen vielleicht 20 Grad, der Käufer will aber eine Heizung, die 23 Grad in allen Räumen schafft. Da sind die Bedürfnisse ja auch recht unterschiedlich.
Aber willst du wirklich dein Heizsystem stärker überdimensionieren, weil du das Haus irgendwann verkaufst? Kommt dann sehr auf die Planung an, wie wahrscheinlich ein Verkauf in den nächsten 10 Jahren ist.
Kennt hier jemand Zahlen zu Panasonic Aquarea L und M Serie bzw weiß, wo sie stehen? Da die M Serie erst bei 9kW anfängt, liegt der Verdacht ja nahe, dass sie nicht so weit runter geht, wie eine 7kW L Serie.