Notstrom für Gasheizung mit Powerstation incl. Solarpanele

Moin,

man möge mir verzeihen - ich bin absolut Neuling.
Strom ist nicht mein Ding, und deswegen bin ich gerade auf der Suche nach einer Komplettlösung.

Was will ich:
Meine Eltern haben ein Haus mit relativ neuer Gasheizung.
Damit die Gasheizung bei Stromausfall noch betrieben werden kann, wollte ich eine Powerstation kaufen.
Wir haben beim Einbau der Gasheizung von einem Elektriker einen Stecker anbringen lassen - für genau so einen Fall. Ich kann also den Stecker der Heizung einfach in eine Powerstation stecken.

Die Gasheizung verbraucht laut Datenblatt um die 40-110 Watt und nennt sich: "viessmann vitodens 200-W/222-W".
In der App der Heizung sieht man aber in den Histrorydaten, dass der Verbrauch bei rund 1.1kw am Tag liegt (letzter Februar).

Nun wollte ich schon länger so eine Powestation kaufen, war mir aber nicht sicher, weil die ja im Normalfall nur rumsteht.
Nun sehe ich aber, dass es ja schon Balkonkraftwerke mit Powerstation gibt -
fertige Systeme für Anfänger wie mich :smiley:
Also dachte ich mir, dass ich so eine Lösung kaufe, und als Notstrom nutze.

Ich weiß, dass ein Balkonkraftwerk abschaltet, wenn das Hauptnetz keinen Strom mehr liefert. Daher dachte ich mir, dass

  • ich bei Stromausfall die Heizung manuell an die Powerstation anstecke
  • wärend der Nutzung die Powerstation weiterhin mit Solar geladen wird
  • ich im Katastrophenfall (Akku leer) die Powersation mit einem Benzingenerator lade
  • im Normalfall die Powersation nicht sinnlos rumsteht, sondern mit dem Balkonkraftwerk betrieben wird.

Kann das funktionieren?
Ich dachte da an so eine ecoflow "Balkonkraftwerk mit speicher".

Danke,
cottton

Kurze Gegenfrage dazu:

Wann soll die Gasheizung weiter laufen wenn es nur einen kurzzeitigen Stromausfall gibt oder schielst du eher auf Brown- oder Blackout, also längerfristige Ausfälle der Elektrizität?

Es sollte mit dem Heizungsbauer der die Heizung eingebaut hat geklärt werden wie die Heizung die Flamme erkennt. Also ob z.B. die sog. Ionisierung gegen Erde gemessen wird oder nicht.

Manch eine Gastherme, so wie unsere, reagiert allergisch darauf wenn sie nicht Phasenrichtig angeschlossen ist. Im Klartext heißt das wenn nicht Phase-Heizung auf Phase-Steckdose und dem entsprechend Null-Heizung auf Null-Steckdose liegt gibt es Zünderkennungsprobleme (bei manchen Gasheizungstypen). Kurz: Der Schukostecker darf dann nicht "falschherum" in der Steckdose stecken.

Deswegen ist man seinerzeit hergegangen und hat den Schukostecker herstellerseitig entfernt und einen elektr. Festanschluss verlangt.

Für längerfristige Stromausfälle (Tage).
(Meine Eltern mussten 1 Woche ohne Heizung im Winter leben, weil die vorige nach ~20 Jahren defekt war. Das soll nicht wieder passieren)

Werd ich klären. Muss aber funktionieren, da die Heizung ja schon sein langer Zeit per Stecker läuft. Muss dann halt nur klären, ob und wie rum der Stecker in die Powersation muss.

Genau das war der Hintergrund meines Hinweises :smiley:

Handelt es sich um eine Erdgas- oder Flüssiggasheizung? Ich möchte darauf hinaus, dass im Fall eines längerfristigen Stromausfalls oder im schlimmsten Fall einem Blackout eben auch kein Gas mehr fließt sofern nicht der Flüssiggastank im Garten steht.

Einzig dass die Powerstation dann noch die heizungsinterne Pumpe weiter betreiben kann schützt davor das die Leitungen kaputt frieren. Aber mit heizen ist dann auch nicht mehr.

Da hast Du mit einem BKW ein Problem.

Im Winter bekommst du damit sehr oft vieeel weniger, als die eine benötigte kWh/Tag, vom Himmel. Und im Sommer, wo was kommt, brauchst keine Heizung.

Deshalb habe ich einen uralten 6 kWh Akku dafür zu stehen, mit dem meine Flüssiggasheizung dann etliche Tage laufen kann.

Muss man nur genug Module anschließen, die kosten ja fast nichts mehr.

Bei mir hängen 10 Module an der Powerstation, das geht mit billigen Y MC4 Steckern völlig problemlos (je 2 in Serie, 5 mal parallel).

Also die letzten 2 Wochen mit 800W BKW kam selten mal mehr als 200Wh am Tag zusammen. Da bräuchtest du also eher so um 10 Standard-Module mit 400W.

Erdgas (also das "aus der Wand" :smiley: ).
Also ich hab gerade mal danach im Netz gesucht, und da heißt es, dass es bis zu 24h weiter läuft.
Ein Benutzer schreib:

Beim letztem Stromausfall ging Gas allerdings problemlos weiter, aber der war auch nicht global, bzw großflächig. Nur so etwa 150.000 Haushalte schätzte man.

Auf einer Seite (kann ja glaube ich noch keine Links posten) steht für Österreich:

Bleibt die Erdgasversorgung im Falle eines Blackouts aufrecht?
Die Erdgasversorgung bleibt so lange aufrecht, solange Erdgas an den Übergabepunkten von den Vorlieferanten zur Verfügung gestellt wird. Diese Zeitspanne beträgt für das Marktgebiet Ost mindestens 3 Tage bei voller Abnahme.

Oder auch:

Ich arbeite bei einem Lokalen Gasversorgungs Unternehmen. Daher kann ich dir Nur sagen wie das bein uns laufen würde bei Stromausfall.
Unser Vorlieferant bringt das Gas mit bis zu 60bar in einer Leitung zu uns. Wir regeln auf 5bar runter. Ohne strom hätten wir mechanische Druckregler die bei einem unterschreiten des minimal Drucks im Nachgelagerten Netz greifen würde. Das wäre bei ca. 2.0 bar der Fall.
Da Erdgas leitungsgebunden ist ergibts sich auf Grund der Länge des Rohrnetzes einen Gewissen Speicher. Da one Strom die Industrien nicht produzieren können und etliche andere Verbraucher auch nicht laufen, wäre der Speicher wohl ziemlich lange verfügbar.
Ist das Gas bis zum Dorf transportiert wird es in weiteren Druck Reduzieratationen kpl. mechanisch auf 100mbar geregelt, was dann so zur Feinverteilung im Dorf verwendet wird. Also nochmal Speicher da dieses Netz meist recht umfangreich ist.
Wie lange du nun ohne Strom ab diesem Netz noch weiter ziehen kannst ist natürlich nicht ganz Klar. Aber da du wahrscheinlich der einzige im Netz mit Notstrom bist könntest du wohl noch Wochen davon beziehen.
Das wäre meine Einschätzung [emoji51].
Also ich hab auch ne Notstrom Gruppe daheim für das Nötigste unteranderem auch für die Gasheizung. [emoji16]

Blackoutvorsorge wird das also nicht. Das Ziel ist ja eher

  • Tage überbrücken (bei mir war das letzte mal ~24h kein Strom, weil jemand mit Fallschirm (Paraglider?) in die Leitung flog)
  • Einstieg in die Sache, aber mit Balkonkraftwerk, damit die Powerstation nicht Jahre sinnlos rumgammelt.

Das mit den Leitungen, dass die nicht einfrieren ist natürlich dann auch schon mal gut.

Naja, wie schon gesagt: wenn die Powerstation nicht mehr voll wird, dann will ich die mit einem Benzingenerator laden lassen.
Das scheint mir sinnvoller, als den nur den Benzingenerator alleine zu haben, der dann die ganze Zeit Benzin verbrät, obwohl es gar nicht so viele Abnehmer gibt.
Und im Sommer hätten wir ja dann Stromspartechnisch was davon - also steht die Powerstation nicht sinnlos rum.

Das kann ich dann später "lernen". Ich weiß ziemlich gut, was ich NICHT kann :smiley:


Würdet Ihr mir jetzt davon abraten, oder?

Mal angenommen es stellt sich raus, das bei Stromausfall doch kein Gas "aus der Wand" kommt - dann hab ich ja aber immer noch bissl Strom.
Und im Sommer kann ich damit sparen.

Du willst doch vordergründig erstmal eine BKW mit Speicher. Das entfaltet im Sommer täglich seinen Nutzen. Insofern mach einfach, macht Sinn. Bis wann es sich amortisiert, kannst du ja schnell mal durchkalkulieren.

Und der Zusatznutzen wäre, bei einem Stromausfall die Gasheizung zu bedienen. Ob du das jemals brauchen wirst, ist nicht so entscheidend, weil du ja einen Hauptnutzen hast.

Mal als Antwort auf deine Frage:
Ja, das wird genau so funktionieren.
Du musst eben beim Anschluss auf 1-2 Dinge achten.

  1. Kein Schukostecker, sondern ein blauer CEE.
  2. Der Schutzleiter muss am Potenzialausgleich angeschlossen bleiben/werden.

Ich habe seit Jahren zu (u.A.) dem Zweck eine USV an der Heizung hängen.