Das hört sich an, als hätte ich was falsch gemacht.
Dass Lade- und Entladekurven voneinander abweichen ist mir natürlich bekannt und aus meiner Sicht auch vollkommen normal. Die entstehen (hauptsächlich) durch den Innenwiderstand. Die angesprochene "Hysterese" entsteht hauptsächlich durch Verluste am Ri und der Ladetechnik.
Mit ausbalanciert meint man auch nicht die Ladung, sondern die Zellspannungen. Natürlich sind bei so energiereichen Zellen mit derart geringer Spannung(sdifferenz) nur langsame Ausgleichvorgänge möglich, aber sie finden statt. Der Rest wird im Betrieb passieren.
Da sehe ich kein Problem, dafür ist der Balancer ja da.
Nochmal allgemein, denn daruaf ist keiner eingegangen:
Kann mir jemand erklären, warum der Balancer die Zellen mit der deutlichen Spannungsüberhöhung nicht mit höherem Strom beaufschlagt?
Oder anders gefragt:
Wozu habe ich einen 2A Balancer, wenn er die "frei laufenden" Zellen nur mit 1/6 des Möglichen behandelt? Wenn nicht für diesen Fall, wann dann?
Nein. Das ist eine echte Hysterese in der Spannung der Zelle, chemisch, nichtlinear und hat nichts mit dem Innenwiderstand zu tun.
Dieser Spannungsunterschied mal strom sind der Grossteil der ladeverluste. Die gehen nicht weg, wen man den Strom senkt.
Der spezialist für das Thema ist @nimbus4.
Wenn ich mich recht erinnere, hat das JK zwar 2 A, aber nur einen "Kanal".
Damit werden 2 Zellen bedient: die mit höchster spannumg und die mit niedrigster Spannung. Oder die Firmware verteilt eben ein bisschen.
Bei dir ist das "bischen" so, dass etwa, ich zähle nicht nach, 6 Zellen zu hoch sind. Dann passt das alles ganz gut.
Für den normalen Fall ist das gut ausreichend, normalerweise entsteht Balancerarbeit durch höhere Selbstentladung, welche nicht bei neuen und nicht bei allen Zellen anfällt.
Bei Strömen von ~ 0.05 - 0.1 C bleiben bei einer gesunden LFP Zelle etwa 30 mV Überpotential, das jeweils beim Laden und Entladen für ~1 % Verlust sorgt. Wenn man in die Gegend 0.01C runter geht, reduziert sich das noch einmal auf jeweils etwa 0.5 %.
Das Überpotential entspricht der Energie die dabei verloren geht, wenn ein Lithium-Ion aus der einen Elektrode extrahiert, durch das Elektrolyt transportiert und dann in der anderen Elektrode eingelagert wird.
Das kann man selber auch sehr schön testen, wenn man den Zellen einen pulsförmigen Strom einprägt:
Hier sieht man einen Ladestrom von ~ 12 A bei einer 280 Ah Zelle. Nach dem Unterbrechen der Ladung sieht man, wie die Zelle über Stunden um ~ 30 mV relaxiert und beim Wiederbeginn der Ladung um praktisch genau diesen Wert wieder ansteigt.
Wenn du nur Spannung und Strom rechnest, rechnest du einen Widerstand aus.
Ob du den den Innenwiderstand nennen darfst, hängt davon ab, mit welcher genauigkeit du das Ersatzschaltbild annimmst.
Das Ersatzschaltbild eines Akkus ist im Minimum ein Widerstand ( der den Innenwiderstand darstellt,) und eine Ideale 4 Quadranten Spannungsquelle.
Weniger geht nicht, dann hast du keinen Akku nachgebildet.
Den Sprung musst du verstehen als Änderung der Spannung der Zelle ( der EMK ), der Innenwiderstand bleibt gleich.
Übrigens gibt es auch fürs reale Messen des Innenwiderstands eines Akkus nur wenig Vorgaben, auch leer oder volle Zellen haben ziemlich genau den gleichen Innenwiderstand.
Die gelegentliche Aussage, dass bei vollen Akkus der Strom fällt, weil der Innenwiderstand steigt, gehört in den Bereich der YT Märchen.
Naja, letztlich ist es mehr oder weniger eh egal wodurch der Sprung kommt. Je kleiner um so besser.
Ich schau oft gegen Ende aufs DVM.
...5 sek pro mV, tack tack tack, ah 1 sek pro mV. Jetzt reichts aber, Akku voll bei Konstantstrom (um 0,5C) Bedingungen.
Also zählen tut das Delta U. Einen ähnlichen Effekt nur umgekehrt gab es auch bei NiCd, nur dort wurde Delta peak durch die Temperatur ausgelöst.
Hatte heute mal wieder meine kleinen 3Ah LFP Schäflein kontrolliert und tw. nachgeladen.
Dabei ist mir aufgefallen daß einige hochohmig oder was auch immer, wurden. Ladestrom war 2 A 3,50 V Quelle. Nachgeladen wurde wenn unter 3,30V war. Einige Biester gingen gleich auf 3,5 hoch Strom unter 1 A, ein paar tiefentladene waren auch dabei, also reif für die Schrottkiste.
Liegt die scheinbare Hochohmigkeit jetzt hauptsächlich am Widerstand oder an der gesättigten Chemie bzw. Spannungsquelle. Schrott jedenfalls.
Kleine Zellen haben den Vorteil daß man schnell Ergebnisse sieht ohne viel Aufwand. Die Gefahr dürfte auch geringer sein.
Das liegt an uns Menschen: Alles was eine höhere oder eine ganz kleine Zahl hat erscheint uns besser. Die Krönung war anfang der 80er Jahre des letzen Jahhunderts ein Kofferradio, welches mit Monozellen betrieben wurde: Es wurde mit einer Ausgangsleistung von 1000W beworben. In der Realität wären selbst 10W übertrieben. Bei solchen Angaben werden sämtliche Normen über den Haufen geworfen. Schau nur auf Autos. Dort spricht man jetzt von einer "Systemleistung" und 1000PS werden angestrebt. Natürlich PS und nicht kW. Damit die Zahl größer ist. Und es wird mit Drehmomenten umhergeworfen, ohne die Drehzahl dabei zu nennen.
Das habe ich eben erst gesehen. Du lädst mit 0,5 C. Schaust auf die Spannung, und wenn die Spannung einen bestimmten Wert erreicht hat, schaltest du ab. Und glaubst, der Akku ist (mit der Methode) voll.
Richtig?
Das ist der Zwischendurch Vorgang bei einzelnen Zellen. So bekommst ein Gefühl wie sich der Akku verhält. Ich habe allerdings danach nie die Kapazität kontrolliert. Aber man sieht richtig wie die Spannung innerhalb wirklicht kurzer Zeit hinauf springt. Das kann ein zu schwacher Balancer ohne Sicherheits Abschaltung nicht abfangen.
Das ist weder ein sinnvoller Versuch, um Akkus zu verstehen, und es ist allenfalls auch nur in der entferntesten Grundidee von blutigen Amateuren bekannt, dass der Balancer das abfangen soll.
Das und eine menge anderes habe ich dir jetzt schon zum x-ten mal geschrieben. Nimmst du mal irgendwas davon an oder soll ich aufhören ?
Natürlich ist das nicht "falsch", sondern "nur" missverständlich.
Man kann es als Bestätigung sehen, in dem sinne ist es richtig. Oder als "Vorwurf" gegen Balancer, wie man das bei YT Spezialitäten sieht, denen ein Balancer nicht stark genug sein kann.
Welche Interpretation wird sich jemand zu eigen machen, wenn er nicht weiss, welche Version richtig ist?
Sagst du, der balancer ist zu schwach, ist es missverständlich. Sagst du, der balancer ist garnicht dafür da, isses eindeutig.
Sowas muss ich neuen Leuten hier gefühlt 3mal die Woche schreiben.
Und deswegen bin ich -Entschuldigung- auf dich losgegangen. Sorry.
Das sollte nur ausdrücken das man einen Balancer nicht als Heilmittel für schlechte Einstellungen sehen sollte. Sonst bräuchte man wirklich 100A Balancer die ordentlich heizen oder entsprechend aktive. Wozu das führt sieht man dann am falsch eingestellten BMS beim Quirl Diagramm. Der Name gefällt mir.
Ja, Du hast Recht ist nicht ganz sauber ausgedrückt. Ich wollte den Fehler aufzeigen der entstehen kann.
Legt man Nimbus4 Selbstentladewerte zu ist bei einem ordentlich eingestellten System der passive Balancer mit 100 mA mit hoher Sicherheitsreserve völlig ausreichend.
Als ich das zum erstenmal sah, auf diesem Board, hat es mich einige Zeit gekostet das ganze richtig einzuordnen und zu verstehen. ("Ein Teil der Spannungen steigt, der andere fällt, obwohl noch strom fliesst, das MUSS der Balancer schuld sein....")
Es ist ein schönes Ding, wer das verstanden hat kann seinen Akku ziemlich gut managen. Aber der Weg, einen Neuling dahin zu bringen, ist hart.
Beim zweiten Fall hab ich den Namen erfunden, etwas seltenes damit man es als Suchwort hier verwenden kann. Und so kann man jetzt leicht alle Stellen wiederfinden.