Ich habe EVE LF105 Zellen erhalten, die jetzt scheinbar mit M6 Gewinde ausgeliefert werden. In meinen Zellen, sind sogar Helicoils verbaut.
Mit welchem Drehmoment würdet Ihr die Schrauben der Zellenverbinder anziehen? In den zahlreichen Datenblattversionen im Netz sieht man alles zwischen 5-8Nm aber wenn ich mit 5Nm versuche anzuziehen, meine ich schon zu fühlen, wie der schlauere Teil der Verbindung nachgibt.
Guten Morgen,
herzlich willkommen im Forum,
und auch dir ein frohes neues Jahr.
Die Helicoil Einsätze vertragen das volle Drehmoment einer Schraube, da aber der Grundwerkstoff Alu ist (wir wissen nicht welche Legierung) können wir davon ausgehen das er weicher als Stahl ist, Die landläufig empfohlenen 5Nm sollten aber eigentlich machbar sein.
Im EVE Datenblatt werden 6Nm genannt
wenn du dir unsicher bist, kannst du ja erst mal alle Schrauben mit 3Nm anziehen, und dich dann langsam nach oben herantasten.
z.B. an das vom Hersteller angegeben Drehmoment, wenn die Zellen das nicht aushalten wäre das meines Erachtens ein Garantiefall.
Wenn man zum ersten mal eine Schraubverbindung in Alu anzieht, dann fühlt sich das falsch an. Für jemanden der bisher nur mit Stahl gearbeitet hat fehlt dieser definierte und gefühlte Druckpunkt den man kennt.
Wenn EVE 6Nm als Drehmoment im Datenblatt stehen hat, müssen die oben genannten 5Nm funktionieren, vorausgesetzt das verwendete Werkzeug entspricht den Normen.
Das ist das maximal zulässige Drehmoment. 5 Nm erzeugen bei M6 eine Vorspannkarft von etwa 3,4kN. Das entspricht der Gewichtskraft einer Masse von über 300kg. Technisch ist diese Kraft mit Sicherheit nicht notwendig. Man bedenke, dass die Kontakte in einem Schalter mit einem Bruchteil dieser Kraft zusammengedrückt werden um eine perfekte elektrische Verbindung zu schaffen. Aus Sicht des Maschinenbaus ist die Verschraubung sehr ungünstig, weil Alu zum fließen neigt wodurch die Spannkraft mit der Ziet nachlässt. Zum Anderen ist der Klemmbereich der Verschraubung ungünstg kurz. Eine aufgesetzte Distanzbuchse würde die elastisch wirkende Länge der Schaube wirkungsvoll erhöhen. Oder beigelegte Spannscheiben. Beides würde ein “Festziehen mit Reserve” vermeidbar machen.
Die Kontakte von Schaltern haben aber auch nur einen Bruchteil der Fläche von Zellverbindern und werden deutlich warm. Damit die größere Kontaktfläche auch ausgenutzt wird, sollte die Flächenpressung nicht zu niedrig sein.
Nach der Tabelle in die ich geschaut habe, sind es eher 4,3kN Vorspannkraft bei 5Nm, 3,4kN bei knapp 4Nm.
Stehbolzen abgerissen bei über 20Nm... soviel dazu.
Winston zb. empfiehlt für M6 Gewinde: 12-15Nm und für M8 24-26Nm.
Aber soviel braucht es wirklich nicht, ich hab meine (M8) mit 15Nm angezogen und empfand das schon mehr als ausreichend. Kommt halt auch immer auf das Gewinde an, wenn man nur 3 Gewindegänge hat kannste halt auch nicht anknallen. Lieber etwas weniger und mit Gefühl als Stur mit Drehmoment, so fahre ich jedenfalls. Dann immer mal kontrollieren und fertig. Und Markierungen kann man sich auch noch machen...
25Nm für M8 ist das Anzugsdrehmoment für eine 8.8-Schraube. 14,5Nm für M6 ist das Anzugsdrehmoment für eine 10.9-Schraube. Das ist Irrsinn. Mir wurden schon ein Beitrag für "Unsinn" gesperrt aber das ist Irrsinn. Die besten Edelstahlschrauben gehen bis zu einem Äquivalent von 8.irgendwas.
Die Anzugsdrehmomente gelten, wenn die Schraube hinten aus einer Mutter ein Stück rausschaut, ein, besser zwei Gewindegänge. Sie gelten nicht, wenn man so weit in Baustahl oder Aluminium schraubt. Selbst wenn man tiefer einschraubt, ist es problematisch, weil die Materialien verschiedenes Dehnverhalten haben und ein Innengewinde sich auch nicht so dehnen kann wie eine Schraube.
Verstanden. Da Du erst von M4 und dann "Wenn du aus Nummer sicher gehen willst nimm M6 Gewindestifte + M6 Mutter" geschrieben hast, konnte ich mir nicht vorstellen, Du meinst die Pole, da man sich dort das Gewinde nicht aussuchen kann, zumindest kein größeres.
Ich sehe an deiner Lösung keinen Vorteil, eine Kontrolle darüber, was sich dreht hat man nicht. Außer man kann die Gewindestange festhalten (da wäre die Verwendung einer zu langen Schraube von Vorteil). Außerdem haben die Gewinde der Pole Edelstahleinsätze. Kaeptn-Uebermorgen schrieb "Helicoils".
Nachtrag: Gewindesicherung ("Loctite"), anstatt festhalten, geht natürlich auch.
@Photowolltaik
Nun es ist ok wenn du das als Irrsinn betrachtest.
Es ist die Empfehlung von "Winston Battery" selbst, die du u.a. in den Datenblättern eines ehemaligen großen Händlers und Partners von "Winston Battery" finden kannst, und an welche sich sicher "Tausende" Kunden gehalten haben die offensichtlich Null Probleme damit haben. Ich glaube nicht das die sich einen Bären aufbinden würden, wenn sie nicht sehr genau wissen würden was die Gewinde ihrer Zellen aushalten. Ich empfand es selbst als zu viel und liege deshalb weit darunter. Und das so ein M6 Gewinde einiges aushalten kann siehst du ja im Video oben. Die Betonung liegt auf kann. Die "ehemaligen" M4 Gewinde der 105Ah Eve sollen ja jedenfalls sch... gewesen sein und deshalb wohl auch der Wechsel auf M6. Und nur mal so am Rande, eine 200Ah Winston Zelle hat bereits ein M12 Gewinde. Alleine die massiven Pole der Zellen kannst du absolut Null mit den Polen einer Eve Zelle vergleichen, dazwischen liegen Welten, selbst der Pol einer 40Ah Winston Zelle schlägt den einer 280Ah Eve Zelle. Wenn du mal Gelegenheit dazu hast dann schau es dir mal an, dagegen sind die Pole der Eve Zellen Spielzeug und mehr Kontaktfläche gibt es noch dazu. Zur Not kannst du sogar die Gewinde selbst austauschen weil es sowas wie ein Gewindeeinsatz im Pol selbst ist.... Und damit sage ich nicht das du das Gewinde einer Eve Zelle nach diesen Empfehlungen anziehen sollst, eben weil die Pole ansich schon viel massiver sind. Man sollte halt bei solchen Sachen einfach das nötige Gefühl dafür haben und als Anhaltspunkt nimmst du halt das was im Datenblatt steht. Braucht keine Wissenschaft....
Um diese Zahl gesichert bestätigen zu können, müsstest du valide Erkenntnisse von 100 Millionen DIYern haben.
Der Zahl widerspricht auch die Tatsache, dass ein prozentualer Anteil von Radfahrern Akkus baut, von denen wiederum der Teil Selberbastler ggf. einen geeigneten Drehmomentschlüssel hat.
Die müßten schon für die Schrauben/Bolzen die zweithöchste reguläre Festigkeitsklasse einsetzen, in Stahl. Über 10.9 kommt nur noch 12.9. In Edelstahl gibt es gar keine Schrauben dafür.
Ich habe mir das Video jetzt angeschaut. Wie so oft, ich komme mir verarscht vor.
An welcher Stelle wird gesagt um was für ein Gewinde es sich handelt? Ich habe nichts gehört. Die Zeichen auf der Nuß konnte ich nicht entziffern.
Was soll mir das Video überhaupt sagen? Die Bolzen werden abgerissen, daraus kann ich wenig für das Sollmoment ableiten.
Wer etwas Erfahrung hat, dem ist beim Anschauen auch klar, ab welchem Punkt er die Bolzen (und anderes) spätestens plastisch verformt.
Das ist auch kein Wunder, Im Vergleich zu Stahl beginnt Edelstahl sich bei einem kleineren Prozentsatz von der maximalen Zugfestigkeit plastisch zu verformen.
Da er beim ersten Bolzen so oft abrutscht, kann man sehen, nach einer Umdrehung schaut kein Gewindegang mehr aus der Mutter raus als vor der Umdrehung. Ein Festziehen findet also schon gar nicht mehr statt.
Er überschreitet die zulässige Flächenpressung unter der Mutter, kein Wunder. Die Mutter preßt sich in den Zellverbinder und der Zellverbinder in das Aluminium des Pols. Da findet nicht nur Kraft-, sondern sogar Formschluß statt. Die Ecken in den Polen kann man am Ende des Videos deutlich sehen. Das bedeutet gleichzeitig, das aufgewendete Drehmoment wird gar nicht alleinig von dem Gewindebolzen übertragen.
Wenn ich ihn richtig verstehe beschwert er sich mehrfach über die Nuß, wenn er abrutscht. Es ist aber gar nicht die Nuß die überspringt. Man erkennt das an den Zeichen auf der Nuß, die sich beim Abrutschen aus Sicht der Kamera nicht um eine Sechstel Umdrehung oder was auch immer verschieben. Es ist der Drehmomentschlüssel. Was also taugt der, wenn (mutmaßlich) die Ratsche schon hinüber ist?
Du hast das so gut zusammen getragen, das man das Video dahin sortieren kann, wo meiner Ansicht nach die meisten Videos hingehören. Deswegen schaue ich mir keine an.
Es bleibt aber das Grundproblem: ein (4 mm) Alugewinde ist weich, und man reist es leicht aus. Ist mir selbst passiert, trotz Kenntnisse (Studiert und Praxis), trotz Drehmoment Schlüssel.
Und wenn einer meint, das ohne zu machen…. Soll er. Die Reparaturanleitung steht ja auch auf diesem Board.
Nun du scheinst ja es besser zu wissen als der Hersteller mit seinen über zwei Jahrzehnten Erfahrung seiner eigens hergestellten Zellen, der als einer der größten Hersteller für Lithium-Eisenphosphat Akkus zählt welche als die besten Weltweit bekannt sind die man bekommen kann. Tja, dann scheint er ja das ganze Jahre oder Jahrzehnte lang falsch gehandhabt und Irrsinn verbreitet zu haben, und von Festigkeitsklassen und Anzugsmomenten hat er sicher auch noch nie was gehört. Es ist schon erstaunlich welches Wissen manche haben und vorallem in wie vielen Themenbereichen sie sich bestens auskennen. Nur liegen Theorie und Praxis oft auseinander...
Also mir persönlich ist es völlig egal wie oft er abrutscht, und wie viel davon nun Kraft oder Formschluss ist. Und ob es am Ende 10, 15, oder 20 Newtonmeter waren. Das Video zeigt einfach ganz offensichtlich das es auf jeden Fall weit mehr als 5 Newtonmeter bedarf, das ist das was zählt (für mich zumindest). Aber du kannst dich natürlich auch ins Labor stellen mit kalibrierten Drehmoment Schlüssel und so weiter und so fort... genaue Fotos vom Drehmomentschlüssel, Material Analyse usw nicht vergessen . Einfach mal besser machen und nicht nur reden...