Neue PV-Anlage in Planung und viele Fragen

Hallo,

ich bin neu hier, da ich aktuell einige Angebote für eine PV-Anlage eingeholt habe und dadurch auf sehr viele Fragen gestoßen bin, die mich zum Teil mehr verunsichern, als Antworten bieten. In der Hoffnung, hier ein paar klarere Antworten zu finden, möchte ich gerne meine Fragen hier teilen.

Geplant ist eine Anlage auf einem Satteldach mit Ost-West-Ausrichtung (30° Neigung) mit insgesamt ca. 30 Panelen (Angebote schwanken zwischen 28 und 32 Panelen). Die Dimension ist also zwischen 12,1 und 14,4 kWp. Dazu soll ein Speicher mit etwa 20 kWh kommen.

Die erste Frage: wie groß muss der Wechselrichter sein. Hier gibt es Angebote zwischen 10 und 12 kW, wobei die einen sagen, 10 wäre zu klein, da die Anlage mehr kann. Die anderen argumentieren, dass wegen der Ost-West-Ausrichtung niemals das Maximum erreicht werden kann und daher 10 kW völlig ausreichen, und sogar besser sind. Was stimmt also? Ungeachtet des Preises, denn dieser ist eher wenig höher bei 12 kW, ist es wirklich besser, 10 kW statt 12 zu nehmen?

Zweite Frage: Speicher. Es gab einen Anbieter, der mich extrem intensiv vor anderen Speichern gewarnt hat, da die Ladezyklen zu wenig sind und dadurch die Garantie von 10 Jahren nur vorgegaukelt ist, da die Anzahl der Ladezyklen schneller erreicht ist. Dann sollen viele Garantien an kostenintensive Wartungsintervalle gekoppelt sein. z.B. bei Sungrow (dem angeblichen Marktführer) muss zwei mal Jährlich eine Wartung vor Ort stattfinden, sonst verliert man die Garantie. Bei anderen hat man im Garantiefall eine Selbstbeteiligung von über 250 Euro pro kWh, was fast auf einen neuen Speicher hinausläuft. Dieses Thema hat mich am allermeisten verunsichert. Welchen Speicher soll ich nun am besten wählen?

Dann die Speichergröße: einige Personen aus anderen Foren versuchen mich von einem kleineren Speicher zu überzeugen, da es unwirtschaftlich, umweltschädlich, unsinnig oder gar unsozial ist, einen 20 kWh-Speicher zu holen. Der Speicher wird aktuell in Berlin mit 300 Euro pro kWh gefördert. Wenn man ein Elektroauto hat, wie ich, sogar ohne die übliche Begrenzung (kWp der Anlage geteilt durch 1,4). Diese Förderung ist nicht mein Hauptargument, erleichtert aber die Entscheidung. Mein Hauptantrieb für die Größe: Schonung des Akkus durch weniger Ladezyklen. Ladung zwischen 20 und 80%. Did mit den Jahren immer weniger zur Verfügung stehende Kapazität ist immer noch groß genug. Was sagt ihr?

Und die letzte Frage: ich habe momentan einen dynamischen Stromtarif bei Tibber. Meine Wallbox (Shell Recharge Advanced 3.0) ist über ein zusätzliches Modul (DPM) stuerebar, das aber noch eingebaut werden muss (wurde bei der Installation nicht gemacht, liegt bei mir rum). Kann im Prinzip jedes HEMS mit dieser Konstellation umgehen (Stromanbieter, Wallbox) oder ist man da an etwas anderes gebunden? 1KOMMA5° z.B. haben einen eigenen Stromtarif, sind aber auch die teuersten aller Anbieter. Ich wäre im Prinzip auch an dem EOS von Andreas interessiert, oder an dem OpenEMS.

So langsam verliere ich die Lust an dem ganzen Thema, was mich anfangs sehr faszinierte. Es ist eine große Investition und da will man möglichst keine Fehler machen. Was ich am Ende will ist eine Anlage, mit der ich mein Elektroauto laden und den Speicher füllen und benutzen kann, was von der Sonne und den Strompreisen abhängig möglichst günstig geschehen soll.

Ich danke jedem sehr herzlich, der mir einen guten Tipp geben kann.

Hallo , und bitte nicht die Lust verlieren

Ich finde immer noch die Ladezyklen Angaben fasziniert und den Schmarn der daraus resultierenden Batterie Größe n Auslegung und welche und wieviel Ladezyklen Dan wirtschaftlich sind ohne Betrachtung der eigentlichen Situation .... Also ich persönlich bin sehr gut gefahren mit einer großen und günstigen Batterie

Zu deiner ersten Frage, da würde ich dem größeren WR nehmen. Ich habe 8.5 kwp verteilt auf Ost/West und 7.5 kW zu erreichen ist an einem guten Sommertag keine Seltenheit.

Zur zweiten Frage, die Größe des Speichers würde ich am Verbrauch ausrichten. Ich habe einen 10kw Speicher und der ist jetzt im Sommer schon zu groß. Abends ist er meist voll und an nächsten Morgen hat er immer noch 60-70%. D.h zumindest im Sommer ist er überdimensioniert. Erfahrungen im Winter liegen noch nicht vor. Allerdings habe ich noch kein E-Auto, da würde es dann sicher anders aussehen.
Es gibt Anlagen, da kann man auch in Jahren noch den Speicher aufrüsten, z.b Ecoflow, wäre ja auch eine Variante um sich ranzutasten.
Das Garantie Thema mit Wartung kenne ich so nicht

Wieso ist der zu gross? im Oktober/November?

Was deine ganze Planung angeht, hast du dir schon mal angeschaut was dein Verbrauch so ist und das mal ausgerechnet? Nach dem würde ich dann die PV und den Speicher ausrichten. Was die Zyklen angeht und der dich gewarnt hat vor dem anderen Anbieter, da würde ich dem mal auf dem Zahn fühlen und schauen wie es bei dem so aussieht.
Habe vor 7 Jahre bei einem Hausverbrauch von 3500kWh/j eine kleine ESS Anlage gebaut mit 4,5 kWp PV und 4,8kW Speicher und mit der habe ich meinen Netzbezug von 3500kWh auf 400 - 500 kWh Netzbezug reduziert. Die hat sich schon abgezahlt und macht nur noch Gewinn!

Wie bereits gesagt, die Erfahrung aus Herbst/Winter hab ich noch nicht. Anlage läuft erst seit Februar

Schon komisch wass Mensch mit 6000 Zyklen will und dafür bezahlen auch noch für da ist mir doch eine weniger Zyklen feste , aber mit mehr Kapazität lieber

Zur Zyklenfestigkeit von Speichern: Als Faustregeln sagt man, dass NMC-Zellen für etwa 1.000 Ladezyklen gut sind, bevor es stärkere Degradation gibt und LFP-Zellen für etwa 6.000 Ladezyklen. Es gab in der Vergangenheit einzelne Anbieter wie Senec, die auf NMC-Zellen gesetzt haben, was meiner Meinung auch wegen der höheren Neigung zum thermischen Durchgehen völlig beknackt ist.

Kleine Überschlagsrechnung: Wenn Du mit der Batterie im Winter auch Netzstrom speicherst und dann insgesamt an vielleicht 300 Tagen im Jahr ca. 70% der Bruttobatteriekapazität lädst/entlädst, dann kommst Du rechnerisch über 15 Jahre auf 3.150 Ladezyklen. Speicher mit NMC-Zellen macht das mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht mit. Speicher mit LFP-Zellen zuckt da nur gelangweilt mit den Schultern.

Ich habe keine vollständige Marktübersicht, aber ich würde tippen, dass heute 99% aller Speicherlösungen auf LFP-Zellen beruhen. Insofern lass Dir nicht einreden, dass es ein ganz spezieller Speicher einer ganz bestimmten Marke sein muss.

Wie groß der Speicher sein sollte, hängt vor allem von Deinem Verbrauchsverhalten ab, was die meisten Solarteure nicht ausreichend detailliert abfragen. Der Online-Rechner hier ist eigentlich für dynamische Stromtarife, aber Du kannst da Deine geplante PV-Anlage mit einer Teilfläche nach Osten und Westen eingeben, dann kannst Dein Verbrauchsverhalten definieren (u.a wie viel Du mit dem E-Auto fährst und zu welchen Zeiten Du das zu Hause laden kannst) und dann kannst Du da mit verschiedenen Speichergrößen jonglieren. Wie gesagt geht es eigentlich um Stromtarife, aber das Tool rechnet Dir nebenbei aus, welchen Eigenverbrauch, welchen Autarkiegrad Du mit welcher Speichergröße bei Deinem konkreten Verbrauchsverhalten erreichst.

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300€ Förderung pro kWh - für einen Speicher ?

Da stellt sich doch die Frage ob eher 50kWh oder besser doch 100 ....

Bei der Fördersumme gibt´s Speicher ja geschenkt.....

Tibber, Flibber usw. ist dann auch unnütz. Die drei Monate - dafür lohnt der Aufriß nicht.

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Vielen Dank soweit.
Ich frage mal so: wenn ich für den Speicher nichts bezahlen müsste, oder der Preis gar keine Rolle spielen würde, wäre es ein Vorteil, 20 kWh statt 10 kWh zu nehmen? Oder wäre es vielleicht sogar ein Nachteil?
Mein Verbrauch im Jahr: 4000 kWh plus ca. 3500 kWh Elektroauto. Habe einen dyn. Stromtarif bei Tibber.
Ich bin bei dem großen Speicher von folgenden Vorteilen ausgegangen:

  • weniger volle Ladezyklen durch EMS (z.B. einen Tag aufladen, mehrere Tage nutzen, bei entsprechenden Wetterverhältnissen oder Strompreisen)
  • die Möglichkeit, den Speicher im schonenden Bereich (20-80%) zu nutzen
  • Nutzung einer noch großen Kapazität nach 15 Jahren (die nimmt ja mit der Zeit ab)

Liege ich hier gedanklich richtig oder eher falsch?

Das passt so.

20kWh wäre dennoch eher zu klein.

Wir waren mit 20kWh sehr unzufrieden, einfach nur zu klein zu Laden der Karre.

Auch der Akku vom BEV haben wir in größer als für den Tagesbedarf gewählt, damit der Akku nicht nahezu täglich einen Zyklus machen muss. 150tkm ohne Reichweitenverlust erklären, eine gute Wahl.....

Natürlich maximale Belegung mit PV und ebenso den größeren WR.

Heute ist der Kram so günstig, da spiegelt sich das im Preis kaum wieder, etwas Reserven einzubauen.

Mit diesen Reserven kommen dann weitere Ideen, zur Nutzung.

Mit Speicher kWh ist es so ähnlich wie mit PS beim Auto.
Ja, man kann mit 35 PS / 5 kWh leben ... aber schön ist was anderes.

Außerdem hört auf, nur mit aktuellen Verbrauchswerten zu rechnen.

Die Politik bewegt sich ganz klar in Richtung "sowohl der Stromkunde als auch der Einspeiser zahlen auf Jahrzehnte den sauteuren Netzausbau". Dazu wird, wie in vielen Ländern, irgendwann die Anschlußleistung des HA abkassiert werden. Mit großem Akkupuffer reicht ein 2 kW Hausanschluß.

Die beste Strategie, um dem zu entgehen, ist Speicher so groß wie möglich.
Also in deinem Fall auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung (Tarnbegriff Förderung) ruhig 100 kWh. Leerlaufverluste kann man bei Speicher vernachlässigen.

Und nebenbei an alle: bitte benutzt für einen Speicher kWh

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LFP Low Voltage Speicher mit 15 kWh kosten zur Zeit ca. 2000,- und haben um die 6000 Zyklen. Ich weiß nicht von wem du dir die Anlagen anbieten lassen hast, aber schau dir mal Victron an, das wirst du um einiges günstiger liegen. Vorteil du kannst klein anfangen und unendlich ausbauen ohne die bestehende Hardware tauschen zu müssen.

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Dann rate ich zu anderen Herstellern

Alles ist besser als Victron Gebastel.

Die Technik ist weiter vorangeschritten, Victron ist Vergangenheit.

LV Speicher machen bei der Förderung gar keinen Sinn........

Das gute ist: wenn du die Basics richtig hast (Kollektoren aufs Dach, Wechselrichter in den Keller, und nicht umgekehrt), und du einen einigermaßen seriösen Anlagenbauer hast kann nichts grundsätzlich schief gehen.

Bzgl. deiner Fragen: PV-Wechselrichter werden häufig etwas kleiner gewählt, da die maximale kWp-Leistung tatsächlich selten erreicht wir, bei Ost-West-Anlagen eigentlich nie. Der Ertragsverlust ist vernachlässigbar.

Speicher: lieber zu gross als etwas zu klein, wenn das Budget das hergibt.

Was dann zurück zur Wechselrichterleistung führt: wenn du um Batteriebetrieb viel Leistung brauchst (E-Auto laden, ...), sollter WR dafür gross genug sein.

Auf Marketingsprüche irgendwelcher Verkäufer über Konkurrenzprodukte würde ich nichts geben. Wenn du einen HV-Kaufspeicher nimmst, nimm einen, der sich irgendwie erweitern lässt. Sei es durch Module, oder weitete Speicher des gleichen Typs. Zudem sollte der Speicher von möglichst vielen Wechselrichtern unterstützt werden.

Wenn du dir zutraut, den Speicher selber zu bauen, wirds ein 48V-System. Ob dann da ein One-in-all Deye oder wegen vielen Verschattungen eine eher modulare Victronanlage wird, musst du dir anschauen.

Oliver

Das ist so, als wenn Du ein Auto mit 200L Tank kaufst, obwohl Du alle 100km zum Tanken fährst und nur 10L nachtanken musst.
Im Sommer wäre bei freaky ein 5 kWh am nächsten Morgen noch nicht komplett leer.
Im Winter gäbe es vermutlich trotzdem Phasen in denen auch der kleinere Akku nicht voll würde.
@TE Wenn der größere WR eh günstiger ist und ansonsten gleichwertig, dann würde ich auch den größeren nehmen.
Zum kleineren wird häufig wegen kleinerer Verluste des WR geraten.
Auf der anderen Seite sind die Tage, an denen Du wirklich die volle Leistung erzielst und durch den kleineren WR was liegen lässt eher handverlesen. Wenn Du einspeist verlierst Du dann mal an besten Tagen einen Euro oder so.

Zum Wechselrichter:
Ich habe einen Fronius Gen24 10 Plus und Ost 4300kWp 10Module -West 8600kWp 20 Module
mit einem BYD 22,1HVM Speicher.
Der Wechselrichter ist bis Dato noch nicht an seine Grenzen geraten.
Das Laden findet mit Fronius Wattpilot und EVCC statt, allerdings größtenteils mit PV Überschuß.

Naja die haben aber auch mit angefangen mit Tiefst Preisen und 16kWh Kapazität mit meinen sehr vertrauten PZS Staplerbatterie Zellen ....die waren da schon sehr engagiert damals schon , vertrauenswürdig Speicher mit anzubieten auch mit Austausch Garantie .... Was will ich denn mit 6000Volzyklen ? (Obs so stimmt bezweifle ich aber) Sind ungefähr 25- 30 Jahre wenn Mensch ca 75%Entnahme pro Nacht bedenkt .... Die par Microzyklen Tagsüber sind eher unwichtig

Die Fakten liegen doch auf der Hand. Wenn Du an 300 Tagen im Jahr 80% der Batteriekapazität nutzt, dann ergibt das rechnerisch 240 Zyklen pro Jahr. 15 Jahre sollte eine Batterie schon halten. Das wären dann rechnerisch 3.600 Zyklen. Da wirst Du mit NMC-Zellen sehr viel mehr Degradation haben als mit LFP-Zellen.

Und ansonsten ist das ja nicht meine Privatmeinung. Was meinst Du denn, warum Senec jetzt seine NMC-Speicher zur Sicherheit drosseln muss und in den verkauften Speichern die NMC-Zellen gegen LFP-Zellen austauscht? Weil NMC-Zellen in stationärem Speicher eine beknackte Idee sind. Das war anderen immer klar. Senec und seine Kunden mussten es auf die harte Tour lernen und Senec hat mittlerweile wohl mehr als 1000 Klagen am Hals. Allein die Kanzlei Stoll&Sauer führt über 300 Klagen gegen Senec.

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...... nö ganz so sehe ich ,bzw hab ich das nicht gelebt mit meiner
40 kWh PZB Bleibatterie die ca 20 Jahre alt geworden ist ,ich habs mir mal durchgerechnet und lache heute noch über die Theorie möglichst die Zyklen pro tag durchzufahren , bzw die Batteriekapazität danach auszulegen .... es harmonisiert einfach besser mit einer grösseren Batterie neben der PV .... die 6000 Zxklen sind mir erstmal egal -denn die Kapazität waere mir wichtiger - denn ist saudoof für ca 6-80cent die kWh den Dieselgenerator anzuschmeisen oder beim Netzanbieter hinkriechend an die Tür zu klopfen