Negative Strompreise

Und im Winter .....

Wer sind "Wir" ?
Bürger - Wähler - Rentner - Kinder ?

Ich durchdringe das Konzept nicht

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Ergänzen würde ich, dass wir 35 GW bestehende Gaskraftwerke haben und die ersten 5 GW viel mehr Betriebsstunden haben als die letzten bei angenommenen 55 GW an Backup. Da könnten zum Beispiel 3000 Betriebsstunden für die ersten 5 GW bei rumkommen und schon die am wenigsten eingesetzten 5 GW der bestehenden 35 GW nur noch bei 500 Betriebsstunden liegen.

Die folgenden vier Schritte zu 55 GW könnten bei 350, 200, 100 und 50 liegen für ein paar rein illustrative Werte.

Für den Zubau an Backup über die bestehenden Gaskraftwerke hinaus macht es also Sinn Kraftwerke zu nehmen, die besonders günstig beim Invest sind und dafür höhere variable Kosten haben (Treibstoff, häufige Wartungsintervalle). Das sind entweder Gasturbinen oder Motoren.

Am günstigsten Ende für Invest ist man bei Automotoren, die nur 50 Euro pro kW kosten, aber auch nur für 100 Volllaststunden im Jahr ausgelegt sind (klingt wenig, aber mit 200 km/h Volllast hat man 20000 km in 100 Stunden geschafft).


Für die Dunkelflaute Anfang November 24 habe ich ein paar Beispielzahlen gerechnet. Erstmal das Szenario:

Heute etwa 22,5 GW PV + Wind (Jahresdurchschnitt) + 7,5 GW Wasser, Abfall, Biomasse gibt 30 GW erneuerbar von 53 GW

Da nehme ich für kurz nach 2030 an, so grob orientiert an Deinen Gedanken:

45 GW PV + Wind (Jahresdurchschnitt verdoppelt) + 7,5 GW, gibt 52,5 GW erneuerbar von 58 GW bei der Annahme, dass der Verbrauch um 5 GW ansteigt, der Einfachheit halber in jeder Stunde ähnlich viel. Bei den Zahlen ist etwa 90% der Stromerzeugung erneuerbar und 10% kommen aus Erdgas, vergleichbar viel wie heute, die Kohle als Erzeugung ist halt weg.

Auf 50 GW in der Nacht und 80 GW am Tag die 5 GW draufgeschlagen und den Durchschnitt gibt das 70 GW maximale durchschnittliche Tageslast. Wenn man da 7,5 GW für Waser und Biomasse anzieht, sind es 62,5 GW nötiges Back-up.

Aber wie sieht den die konkrete Nutzung in so einer Beispiel Dunkelflaute aus?

Am 5.11. und 6.11.2024 ist die Erzeugung aus PV und Wind etwa 2,5 GW, extrapoliert für kurz nach 2030 wären das 5 GW.

Die Tageslast ist aber nicht 70 GW im Schnitt, sondern nur 57,5 GW heute plus 5 GW Aufschlag = 62,5 GW

Wir ziehen 7,5 GW und 5 GW ab und kommen auf 50 GW aus Erdgas, 35 GW aus Bestand Erdgas und 15 GW aus Zubau mit Null Import (in Wahrheit gab es etwas über 10 GW Importe an den beiden Tagen).

Schon einen Tag später ist die Erzeugung auf über 10 GW gesprungen, immer noch wenig im Vergleich zum Jahresschnitt von 22,5 GW, aber extrapoliert für unser kurz nach 2030 Szenario sind das schon 20 GW und damit reicht ohne Import am extrapolierten 7.11. schon der heutige Bestand an Erdgaskraftwerken und der Zubau kann Däumchen drehen.

15 GW mal 50 Stunden ist auch so ein Bereich, wo Batterien nicht komplett irrelevant sind. Bei 10 Millionen Elektroautos mit 80 kWh hat man 800 GWh. Nun müssen die auch fahren und so, aber wenn 10 GW an den beiden Tagen durch Importe übernommen würden, blieben nur 5 GW übrig für neu zu bauende Gaskraftwerke. Das sind dann nur 250 GWh und wenn dann der Speicherstand der Elektroautos um 20% von 800 GWh sinkt, sind es nur noch 90 GWh, die für unsere Neubau Gaskraftwerke verbleiben würde, sprich bei 27,5 GW Zubau, um die 62,5 GW errechneten Spitzenbedarf abzudecken gegenüber 35 GW Bestand abzudecken, wären 90 GWh für 27,5 GW Zubau gerade mal etwas über drei Volllastunden.

Ist nicht so schwer und mit einer kurzen Denkleistung kann man sich das herleiten. Aber gern gebe ich Dir die benötigte Hilfestellung.
Wer bestimmt die Politik in Deutschland? Die Regierung. Wer muss die Energiewende akzeptieren und adaptieren, damit sie gelingt? Privathaushalte und Wirtschaft. Das "wir" steht letztlich für ganz Deutschland. Wir alle - bzw. zumindest die große Mehrheit.

Die Politik muss zunächst die Weichen richtig stellen, was sie - wie von mir ausgeführt, bei Batterien bislang nicht getan hat. Es nützt aber wenig, wenn die Politik für Wärmepumpen, Elektroautos und Batterien ist und Privathaushalte und/oder Wirtschaft das - aus welchen Gründen auch immer - aber nicht wollen. Deswegen sind wir alle gefordert.

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habs wieder gelöscht, lieber nicht. Nur der gutmütige Hinweis bitte nicht so provozierende mit IQ etc. pp.

Nach dieser Logik hätte man schon vor der Vereinfachung der Balkonkraftwerke unzählige einfach so bauen können. Da war auch nicht jeder minderbemittelt (geistig wie monetär).

Poltik ist momentan so einschneidend und lenkend dass vorherige Entscheidungen schlagartig zu Problemen führen können.

Doch, das wurde geändert und diese Änderung hat unter anderem den "Batteriespeicher-Tsunami" ausgelöst.

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Wäre gut, wenn wir das nochmal klären können. Meine Info ist da auch, dass man bei stark negativen Börsenstrompreisen auf Kosten von 0 oder sogar negativ kommen kann. Damit wäre es dann so, dass das Geld, was ich in dieser Zeit von meinem Stromanbieter bekomme, die Kosten wie Netzentgelte und Steuern kompensieren.

Gemini meint:

  • Es ist unwahrscheinlich, dass Sie tatsächlich Geld für Ihren Stromverbrauch erhalten. Nur in sehr seltenen Fällen, in denen der negative Börsenpreis extrem hoch ist und Ihre Netzentgelte und Abgaben sehr niedrig sind, könnte dies theoretisch denkbar sein.

Gemini bestätigt also die Art der Rechnung bei Tibber: Strompreis = Börsenpreis + Abgaben, wobei negativer Börsenpreis genau so weitergegeben wird.

Ja, man bekommt von Tibber Geld zurück. Da der negative Strompreis jedoch immer nur für ein paar Stunden besteht, liegt der Gesamtpreis pro Tag jedoch immer im Plus. Und wenn es nicht der Tagespreis ist, so ist auf jeden Fall der Monatspreis im Plus. Also muss man immer im Monat etwas bezahlen. Mal mehr, mal weniger. Der Strompreis lag in 2024 bei mir zwischen 24,- und 83,- € monatlich.


Ulrich
Admin der Solaranzeige
Ein Open Source Projekt seit 2016

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Ich habe mit Tibber geschrieben und ein Mitarbeiter, nicht der Bot hat bestätigt das die 11 Cent die im negativen sind gezahlt werden bzw. verrechnet werden mit den restlichen Verbrauch.

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Ich verstehe schon wie Du das meinst und im Prinzip hast Du ja völlig recht. Aber schau Dir bitte auch den Kontext an. Ich will gar nicht insgesamt seine Kompetenz zu irgendwelchen Themen in Frage stellen, weil die kann ich ja gar nicht beurteilen. In jede Diskussion hier zu Themen der Energiewende "rotzt" Vavuum in den letzten Tagen nur dumpfe Phrasen bis blanke Lügen ohne Argumente, ohne Fakten, ohne Zahlen rein. Da fühlte ich mich schon ein bisschen getriggert, sein Argumentationsniveau bloßzustellen. Ich werde versuchen, solche substanzlosen Posts von ihm zukünftig einfach zu ignorieren.

Bei Tibber gab es gestern 11.05. zwischen 13 und 14 Uhr -8.9 Ct inkl. Nebenkosten (Netzentgelte, Steuer, Umlagen).
Um sich netzdienlicher zu verhalten, lade ich meinen Speicher und das Auto erst ab 12 Uhr.
So bin ich halt.
Gruß

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Naja , ganz so sehe ich das nicht , da ja Batteriespeicher gut sind um den Strom Bedarf zu glätten .... Das könnte Mensch auch weiterspinnen .... Kleinvieh macht auch Mist , sagt Mensch so .... Persönlich bin ich der Meinung das der technische Aufwand für Eigenheim Besitzer mit Batterie Speicher nicht ohne ist und irgendwie wiederstrebt mir die Idee an Balkonkraftwerken und kleinem Batterie Speichern.... Da fehlts an Konzepten bzw Umsetzung . Wenn schon diese Technik verbaut wird im Eigenheim dann sollte diese Netzdienlich auch verwendet und vergütet werden und diese Hausspeicher werden dann schon auch ein Langzeit Puffer

Vielleicht hätte ich das präziser ausdrücken müssen: Mir geht es da nicht um Balkonkraftwerke und Kleinspeicher. Mir geht es um Freiflächen-PV und große gewerbliche Aufdach-PV. Da muss gelten: Pro MW Zubau mindestens 4 MWh Speicher.

Für Privathaushalte sollten aus meiner Sicht alle neuen PV-Anlagen keine EEG-Förderung mehr bekommen. Es macht keinen Sinn, mit Steuergeld PV-Strom zu vergüten, den wir dann "wegwerfen". Sofern es keine massive Verschattungssituation gibt, sind BKW und Dach-PV für Privathaushalte eigentlich immer hochprofitabel. Man muss da keine zusätzlichen Mitnahmeeffekte bieten. Wenn sich Privathaushalte dann zu virtuellen Kraftwerken zusammenschließen oder anderweitig netzdienlich am Strommarkt teilnehmen, ist das OK.

Das neue Solarspitzengesetz, soll ja einige Probleme im Kontext von zuviel PV-Strom beheben, schießt möglicherweise über das Ziel hinaus und würgt den gewerblichen PV-Ausbau eventuell komplett ab. Stark vereinfacht beschrieben, besagt das Solarspitzengesetz, dass neu zugebaute PV in Zeiten mit negativen Strompreisen keine Vergütung mehr bekommt. Wenn nun aber der Börsenstrompreis pro Jahr zu 50, 60, 70 % der Zeiten, in denen PV liefert, unter Null fällt, dann macht der Ausbau keinen Sinn mehr. Im März ist der PV-Ausbau auf 790 MW eingebrochen. Im Vorjahr waren es im März noch 1665 MW PV-Zubau. Auf der Basis von Daten eines Monats lässt sich aber noch nicht seriös beurteilen, ob das nun schon eine Folge des Solarspitzengesetzes ist oder andere Ursachen hat.

Ich warte immer noch auf die Belege dafür, dass es zuviel PV durch private Haushalte in der letzten Netzebene gibt.... bisher vergebens, egal wo und wen ich frage.

Wir haben ein zuviel an PV-Strom, aber nicht an PV-Strom der privaten Haushalte.

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Wie hoch ist eigentlich der Anteil privater/kleiner PV Anlagen an der gesamten PV Strom Produktion? So aus dem Bauch raus kann ich mir auch nicht vorstellen, daß der private PV Strom schon dazu führt, daß die nächsten Trafos "rückwärts" laufen. So groß ist der Anteil der Dächer mit PV dann ja doch nicht, zumindest bei uns hier in Bremen. Fürs Netz wäre es ja auch scheiß egal, aber für mich wäre es auch OK auf mein EEG Taschengeld zu verzichten, wenn ich dafür mit den Reihenhaus Nachbarn bürokratiearm eine Erzeugergemeinschaft machen könnte und dafür dann auch nur entsprechend wenig Netzentgelt (nutze ja nur einen Bruchteil des Netzes) zahlen muß.

Wie meinste dies .... lezte Netzebene ? Endverbraucher nehme ich an ! Bin ja hier im Forum kürzlich angeeckt als ich ausdruecken wollte , das meiner Meinung nach die Empfehlung eher zur kompletten Dach Flächen Belegung gehen sollte , da die Volksdienlichen Erträge und die Wirtschaftlichkeit dafür sprechen , gepaart mit Netzdienlichen Akkus

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Naja die letzte Netzebene ist die Netzebene 7. Also Niederspannungsnetz mit 400V.
Und ich denke immer fiktiv so:
Vorher hat eine Siedlung Strom bezogen, da gab es kaum bis keine EE. Also haben dort die Leute 1000KW gezogen an einer bestimmten Zeit.
Der dortige Trafo musste 1000KW rein transferieren.
Nun werden dort PV gebaut. Und über den Trafo laufen nun nur noch 500KW rein. 100KW raus. Wo soll der überlastet sein?

Was aber sein kann, ist, dass die niedrigeren Netzebenen Strom "über" haben. Wie aus trägen Kraftwerken oder Grundlastkraftwerke oder eben EE-Großanlagen. Und jetzt ist eben nicht nur deren Strom übrig. Sondern die 100KW die rauskommen sind schlecht für das Netz. Aber auch, dass der Trafo nur 500KW entnimmt, besser wären 1000KW (zu dieser Zeit!).

Das ist aber kein "Problem" von privaten PV-Anlagen. Die Entlasten eigentlich dadurch, dass weniger über den Trafo läuft. Aber für das NETZ ist das schlecht, weil bisher wurde eben genau jenes Netz auch dafür verwendet, um stabilisierend zu wirken.

Das Fazit lautet: Die dazugekommenen PV-Anlagen würden das Netz belasten. Und blendet dabei aus, dass das Problem schon VORHER war, dass man schlecht kompensieren konnte, also Speicher fehlten. Es ist also kein NEUES Problem, sondern ein altes Problem welches aufgeschoben wurde um es nun den PVs in die Schuhe zu schieben. Weil jetzt sind es die privaten PVs, die "schuld" sind und somit muss das "irgendwer" ausbaden und das sind alle Netzkunden, die jetzt einen Rochus auf die privaten PV-Anlagenbesitzer haben.
"WEGEN DENEN bricht das Netz zusammen."

Was nicht stimmt. Es bricht zusammen, weil man das Netz seit jahrzehnten so benutzt und nicht ausgebaut hat, wobei bisher überschüssiger Strom einfach verschenkt wurde. Da haben aber die Energieunternehmen genug Plus gemacht, sodass das egal war. Das hat man sowieso eingepreist. Wenn jetzt aber die Kraftwerke weniger laufen, und daher anteilsmäßig auch mehr solche Tage kommen an denen deren Strom nichts wert ist, steigen in Konsequenz die Kosten für den Strom. Und die Netzgebühren, weil das Netz irgendwie stabilisiert werden muss. Das hätte es schon immer, aber jetzt ist es argumentativ besser.

Und das müsste man irgendwie belegen oder eben nicht belegen können. Anhand von Lastprofilen. Lokal, größer, in Städten, in Gewerbegebieten etc. pp. Und solche Daten, die fehlen. Wie kann also argumentativ so gegen EE bzw. private PV-Anlagen vorgegangen werden, wenn es gar keine Daten gibt sondern nur die o.g. Konklusion mit den 500KW/100KW und 1000KW? Vollkommen ohne Zusammenhang.

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Leider wohl nicht mehr frei zu lesen (eben ging es noch), aber ggf. hat ja der eine/andere den Spiegel.

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Und da sind wir dann wieder:

HAUSHALTE. Und eben nicht solidarisch alle. Denn wären es solidarisch alle, es würde nur einen Bruchteil kosten. Warum? Weil 25% des Stroms an private Haushalte geht und daher 75% nicht an private Haushalte. Aber deren Preise steigen von 7,5ct auf 11,6ct pro kWh Netzgebühren.

Warum? Weil eben nur die 25% diese "Fixkosten" der Netzbelastung aufgebrummt bekommen und nicht alle solidarisch. Damit tragen die privaten Haushalte gänzlich alleine die Kosten für die Energiewende. Der Rest kann weiter aasen mit dem Strom. Wir auch von den privaten Haushalten noch mit 0,6ct die kWh subventioniert.

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Leider wieder einmal ein Beispiel für schlechten Journalismus. Also, mit dem Grundtenor, dass es mittelfristig wahrscheinlich eine Art StrafNetzgebühren für PV-Betreiber gibt, gehe ich konform. Solche Überlegungen gab es auch schon vor vielen Jahren in Kalifornien.

Aber der Artikel spricht gleich 2 mal von "dynamischen und zeitvariablen Netzentgelten". Es gibt dynamische Stromtarife und es gibt zeitvariable Netzentgelte. Es gibt keine dynamischen Netzentgelte. Und die sprachliche Genauigkeit ist wichtig, weil "dynamische Netzentgelte" etwas suggerieren, was es gar nicht gibt. Die meisten Leute denken dann, dass die Netzentgelte stündlich oder viertelstündlich schwanken wie die Börsen-Strompreise. Aber nichts an zeitvariablen Netzentgelten ist dynamisch, sondern wann die 3 Tarifstufen der zeitvariablen Netzentgelte jeweils aufgerufen werden, steht ein Kalenderjahr im voraus fest.

Der Artikel spricht davon weil:

Also ein anderes Modell zu dem, welches wir haben.

Das sind also Alternativmodelle zu dem, welches wir jetzt haben. Es gibt sowas schon, das aber nur mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen.