Hallo, hat jemand schon seine Nachtspeicherheizung mit einer Balkonsolaranlage befüllt?
Geht so etwas überhaupt? Idee des Laien: Ich könnte doch pro Nachtspeicherheizung(NSH) eine separate Balkonsolar anschießen, die diese mit Strom versorgt.
Abgabe der Wärme erfolgt dann ja ohnehin später per aufgeheiztem Wärmebock in der NSH.
Damit könnte ich mit separaten Balkonsolar-Modulen auch mehrere 800kWp Geräte je NSH verwenden.
Erstmal schwierig. Du wirst sicherlich weiterhin am Stromnetz hängen. Da ist nur eine Anlage pro Zähler erlaubt.
Aktuell sind 600 Watt Wechselrichterleistung pro Balkonsolaranlage zulässig.
Ist es dein Eigentum? Dann solltest du mal über Klimaanlagen nachdenken. Möglicherweise macht auch stundenabgerechneter Stromtarif Sinn, der sich nach der Börse richtet.
Nachtspeicherheizungen werden beim Aufladen einige kW an Leistung ziehen, die du mit einem Balkonkraftwerk nicht zur Verfügung stellen kannst. Heißt also, dass die Heizung einen Großteil über das Netz beziehen wird.
Nebenher: An einem typischen Wintertag freut man sich schon, wenn man einige hundert Wh am Tag erntet. Damit kann man nicht heizen bzw. einen Effekt wirst du an einem Thermometer nicht ablesen können. Maximal in der Übergangszeit an sonnigen Tagen und da ist die Split-Klima deutlich interessanter.
Warum nutzen Stromanbieter Nachtspeicher (NS) nicht als Speicher für überschüssige Energie?
Auch in der Heizperiode werden Energieüberschüsse erzeugt, die zur Ladung von NS genutzt werden könnte.
Vorteil der NS als Energiespeicher:
• sind schon bzw. noch vorhanden (in ca. 1,5Mio. Haushalten)
• können zu 100% mit regenerativer Energie betrieben werden
• Ansteuerung sollte leicht umzusetzen sein
Die Firma „tekmar Regelsysteme GmbH“ hat den Ansatz überschüssige Energie in NS zu speichern schon mal verfolgt.
Es gibt aber halt in der Heizperiode nicht soviel/so oft überschüssigen Strom, daß die Teile einen relevanten Teil der Zeit mit überschüssigem Strom betrieben werden könnten. Und sonst stehen sind in Konkurrenz zu effizienten Methoden mit Strom zu heizen oder andere Dinge zu machen. Und wer will die Monster behalten, wenn sie nur 5% der Zeit betrieben würden? Und der Überschußstrom im Winter ist ja wohl primär Windstrom, d.h. muß erstmal rangeschafft und im Ortsnetz verteilt werden, im Gegensatz zu privater PV im Sommer. Wenn, dann könnte man solche Stromüberschüsse wesentlich sinnvoller relativ zentral nutzen, um damit die Fernwärme zu boostern (und in der Richtung wird wohl auch was gemacht). Für die verlustreiche WW Versorgung im Sommer dann auch mit PV Strom. Ich sehe in der Möglichkeit sie mit regenerativ erzeugter Energie / Überschüssen zu versorgen genauso ein Feigenblatt für andere Interessen wie bei eFuels für Autos ...
In der Regel wird mit zentralen Einzelöfen geheizt. In oder zwischen Wohn- bzw. Esszimmer und Küche oder zentral im Flur sind Kachelöfen, Kaminöfen oder Holzherd zu finden. Wer vollständig damit heizen musste, hat das Zeug aus wirtschaftlichen Gründen längst entsorgt.
Nachtspeicherheizungen dienen dementsprechend nur noch als Ergänzung, sowohl für einzelne Räume die mit den Einzelöfen zeitweise nicht warm genug werden oder als komfortable Zusatzheizung/Frostschutz bei Abwesenheit.
Hauptsächlich genutzt wird das ganze mittlerweile nur noch für Warmwasser. Da steht oder hängt irgendwo ein Boiler der per Nachtstrom geladen wird.
Steuerung vom Netzbetreiber dann stupide per Zeitschaltuhr, selten auch per FRE. Um das ganze auch flexibel für Überschüsse steuerbar zu machen, wird sowohl Wärmebedarf vom Kunden als auch eine Erneuerung der Steuerungen benötigt. Das wird keiner mehr erneuern sondern direkt entsorgen. Die Installationen sind ~50 Jahre alt und die Nachtspeicher samt Steuerungen mittlerweile fehleranfällig. Sowas bei Gelegenheit durch Zentralheizungen oder Splitklimas ersetzt.
Thema das hier ausgegraben wurde ist zwar schon älter, aber theoretisch können die Heizelemente auch per AC-Thor (AC-Lösung) und mittlerweile per SOL-Thor (DC-Lösung) angesteuert werden. Erfordert aber beides mechanische Thermostate und Sicherheitstemperaturbegrenzer an der Nachtspeicherheizung.
Aber wie schon angesprochen wurde liefert PV im Winter nicht viel und Nachtspeicherheizungen benötigen einige kWh pro Tag. Da kannst du direkt auf 30kWp gehen und selbst die werden abseits von einzelnen sonnigen Tagen hinten und vorne nicht reichen.