Multiplus 2 mit SUN1000 betreiben?

Hallo zusammen,

habe einen SUN1000 mit Trucki Platine als Nulleinspeisesystem laufen. Dazu geht die PV Leistung über Laderegler direkt in eine Batterie an welcher der SUN hängt.
Da der Akku meist gegen Mittag voll ist und um Mittagsspitzen zu vermeiden, müsste ich mehr Energie abnehmen können. Dazu dachte ich die Anlage um einen Multiplus 2 zu erweitern.
Das hätte zudem den charmanten Nebeneffekt, dass ich, sollte ich PV-seitig etwas erweitern, auch noch AC Laden könnte und ich ein im Notfall ein Inselnetz betreiben könnte.

Was mich verunsichert ist, dass ich nicht weiß ob SUN1000 mit dem Multiplus "harmonieren"... Schließlich gibt es zwischen denen keine Kommunikation und beide orientieren sich nur an den SmartMeter Daten. Ich befürchte, dass sich die Geräte dann gegenseitig "auf- oder abschaukeln" könnten. Hat jemand Erfahrung damit oder eine Idee?

Allgemein: Gibt es hierzu Meinungen/Ratschläge?

Danke euch!

Hmm, wenn es meine Anlage wäre und du ja eh schon mit dem Victron Gedanken schwanger gehst, würde den SUN komplett gegen einen MP2-5000 austauschen. Den SUN aber nicht entsorgen, da findet sich sicher noch eine weitere Verwendung für.

Den SUN1000 an den AC Out des MP2 klemmen oder vor den MP2 und die Beiden mittels nem Shelly und NodeRed verheiraten. Ist nach der Einrichtung des Shellys in 5 Minuten erledigt und er taucht sauber im Victronsystem auf. Dazu reicht dann auch nen günstiger Shelly 1PM. Nachteil, der SUN läuft dann nur wenn das externe Netz vorhanden ist. Ich würde mich je nach Verkabelungsaufwand für die eine oder andere Variante entscheiden.

Das klingt gut. Kannst du mir

vor den MP2 und die Beiden mittels nem Shelly und NodeRed verheiraten

kurz erklären?
Würden dann beide weiterhin als Nulleinspeisung laufen?

Kann ich statt dem 1PM auch einen Plug S nehmen (hätte ich nämlich noch rumliegen).

Danke dir schon mal!

Ja, zur Not läuft nur der MP2. Würde den SUN aber weiterhin nutzen wollen, wenn es irgendwie geht. Finde das der im jetzigen Setup sehr gut funktioniert.

Reicht es ggf. wenn ich den SUN via Shelly als PV Inverter im VenusOS registriere?

Habe folgendes Projekt gefunden, was sich ja höchstwahrscheinlich auch auf einen Shelly Plug S anwenden/anpassen lassen sollte.

Vergiss die Treiber... Ist mit NodeRed ne Ecke schlanker und Du läufst nicht gefahr, dass durch irgend nen VenusOS Update der Treiber irgendwann nicht mehr funktioniert. Habs per NodeRed selbst mit nem 1PM und nem Plug S getestet, funktioniert einwandfrei und ich kann dir den Flow dafür geben.

hab ihn hier im Nachbarforum schon hochgeladen:

Wie realisiert der SUN denn die Nulleinspeisung? Per Energymeter?

Danke. Schaue ich mir mal an..

  • IR Lesekopf am Zähler (Wattwächter oder wie das Teil heißt - läuft auf Tasmota)
  • Trucki Platine im SUN fragt alle (ich meine es waren) 200ms den Status direkt am IR Lesekopf ab.
  • Zusätzlich (aber nur zur Visualisierung und Durchreiche in HomeAssistant): in VenusOS via dbus-tasmota-smartmeter.py Skript (GitHub - AchimKre/venus.dbus-tasmota-smartmeter)

Hi towatai,

hab es mittlerweile mal ausprobiert. Leider kann man nur "PV"-Inverter als Virtual Devices hinzufügen. Für VenusOS bzw. den MP2 sieht es dann so aus, als würde zusätzlich zu meinen Ladereglern, die den Akku speisen, noch ein PV Inverter existieren, der von PV direkt ins Hausnetz einspeist. Dabei wird dessen Leistung der Solarleistung hinzugerechnet, obwohl seine Leistung aus dem Akku kommt und damit bereits in der Leistung der Laderegler enthalten ist.

Wäre schön einen weiteren AC Inverter oder Multiplus als Virtual Device zu simulieren. Geht das?

Das parallele Ausregeln zur Nulleinspeisung des SUN und MP2 verhält sich auch eher unvorhersehbar. Der SUN scheint deutlich schneller zu regeln, wodurch der MP2 etwas breiter und länger an 0 nähert. In Extremsituationen bewirkt das kurzzeitige Einspeisen des SUN, das der MP2 sich zum Laden des Akkus berufen fühlt, wodurch der SUN noch mehr einspeist. Im Zenit pumpt der SUN alles was er kann aus dem Akku ins Netz, damit der MP2 wieder einen Teil dessen aus dem Netz in den Akku pumpt...

Die sollen BEIDE am gleichen Akku hängen?! Das würde ich lassen, nur den Victron an den Akku hängen und den SUN als normalen Einspeisewechselrichter betreiben, um solche gegenseitigen Beeinflussungen zu unterbinden und ne saubere Messung zu haben. Ob der SUN nun vor dem Victron am Netz hängt und per Shelly mit diesem kommuniziert oder am AC Out des Victron, ist dann Dir überlassen.

ich hab nen 1000er Lumentree (is ja das gleiche wie ein SUN) mit der "Trucki Platine" und nen 3000er MP2 am gleichen Akku als Nulleinspeisung. Mit nem Raspi, der aus dem Stromzählerwert den Setpoint macht und auf die WRs aufteilt.

Man kann das einfach 2,4:1 machen, ich lasse aber bis 300W den Lumentree machen, weil der untenrum schlichtweg sauberer regelt, dann kommt der MP2 dazu bis 2.700W, und erst dann kommt der Rest vom Lumentree nach, weil der Lumentree vergleichsweise teuer ist und ich ihn so schone.

Wenn's im Winter knapp is mit Sonne schalte ich den Multi (automatisch) ab, weil ja beide WRs ihre 'Bereitschaftsverluste' haben.

funktioniert alles bestens. Man könnte das Skript auch auf dem GX laufen lassen...

die kann fragen so oft sie will, der Zähler liefert nur 1 Messwert jede Sekunde.

Dann is deine "Trucki Platine" ne andre als meine - meine sorgt einfach nur dafür, dass das Modbus Register mit dem Sollwert schreibbar ist. Macht den Rest nicht der Trucki Stick?

Hi philippoo,

magst du mir dein Skript mal schicken?
Würde mich interessieren wie du das regelst.

Bzgl. deiner SUN1000/Trucki Frage:

  • Generell: Platine ist etwas älter und musste noch selbst eingelötet werden. Sollte mWn aber gleich funktionieren wie der Stick.
  • In der Oberfläche von Trucki lässt sich ja das SmartMeter konfigurieren. Dort kann man auch das Abfrageintervall einstellen. Meins steht auf 250ms. Aber du hast recht. der Zähler/der Lesekopf gibt wohl nur sekündlich einen Wert raus.

mein 'Skript' ist ziemlich umfangreich, weil es noch alles mögliche mit macht wie Rücklesen der aktuellen WR Leistungen zur besseren Regelung, Änderung der Regelparameter bei taktenden Lasten, SoC-basierte Laderegelung, Temperatur-basierte Begrenzung des Ladestroms, Überschusseinspeisung, WW-Beheizung, Tasmo-Lasten steuern, Low-SOC Modi, Berücksichtigung von Tagesertragsprognosen, ...

  • 'getriggert' wird der Regelzyklus durch den Empfang eines neuen Datensatzes vom Zähler (ebzaehlerpc.main(), etwa Zeile 236).

  • das ruft dann powercontrol.control_power(psum) auf und übergibt dabei den Zähler-Leistungswert (Z.271).

  • das liest zuerst die aktuelle Ist-Leistung beider WRs (get_act_power() in Z.256, Z.767),

  • die eigentliche Nullregelung geschieht unten ab Z.377 (# zero control). Der neue Leitungssollwert errechnet sich dabei als
    setpt_zero = act_pwr + psum - intended_offset
    intended_offset ist dabei die beabsichtigte Leistung am Zähler ("Grid Setpoint"), also 0 für Nulleinspeisung. psum vom Zähler ist positiv bei Bezug, negativ bei Einspeisung.
    Ohne Rücklesen der WR Ist-Leistungen wäre act_pwr einfach der alte/letzte Setpoint. Wegen dem 400W/s Limit ist das aber dann 'nicht so schön'.

  • das wird dann noch etwas Tiefpass-gefiltert und dann auf die WRs aufgeteilt und geschrieben (write_setpoint(newsetpt) Z.414, Z.46)

Das Schreiben auf den Lumentree geht dabei per Modbus RTU über einen seriellen Port, der Setpoint für den Multi muss zyklisch gesetzt werden, das passiert in einem eigenen Task wahlweise per Modbus TCP oder MQTT. Ohne ein GX Device könnte man das auch direkt über das MK3 Interface machen, der Code dafür ist glaubich auch dabei (multiplus2.py, Martin Steppuhn).

powctrl.zip (40,1 KB)

Ein einfacher Lastsprung sieht bei mir so aus (Toaster, 1.4kW)

Der Zähler muss halt erstmal was registrieren, damit der Regler drauf reagieren kann. Dann wird das Folgen durch die 400W/s 'eingebremst'.

Schon blöder wird es bei taktenden Lasten, wie bei mir z.B. die Espressomaschine

da hab ich (zumin für den Sommer) eingebaut, dass bei Bezug am Zähler der Faktor für's Runterregeln dynamisch zurückgenommen wird (Grafik oben), wodurch die Zappelei dann zumindest etwas in den Bereich des Einspeisens verschoben wird (letztes Drittel).

mein 'Endgegner' ist die Waschmaschine (alte Miele mit hoher Anlaufstromspitze), weil die zu langsam taktet, um den Regler (dafür wirkungsvoll) einzubremsen, und ziemlich in dem Takt, den es gewöhnlich zum Ausregeln braucht

trotz Halbierung des alpha-runter durch meine 'Lava-Detection' ist da immer noch nennenswert Bezug (gelb über null)...

Im Sommer hab ich den Sollwert am Zählerpunkt (Grid Setpoint) auf -10 Watt gesetzt, damit die Wackelei, die es immer hat, möglichst nicht zu Bezug führt. Im Winter gehe ich auf -5 Watt.

Mit dieser Regelung liege ich bei ca. 0.02 bis 0.05 kWh Bezug am Tag, an einem 'Waschtag' mit Waschmaschine und Trockner bei ca. 0.1 kWh.

Hallo philippoo,

vielen Dank für deinen Code. Leider kam ich noch nicht dazu mich damit auseinander zu setzen, da ich aktuell noch damit kämpfen den MP alleine sauber in Betrieb zu nehmen.

Wollte dir aber hiermit zumindest schon mal Danke sagen und das Thema nicht untergehen lassen. :slight_smile:

Merkwürdigerweise habe ich das Phänomen, dass der MP unter Last (> 1800W) nach 2-3 Minuten neustartet. Danach nur noch super langsam die Leistung regelt.

Ich habe das Problem bereits hier platziert: Multiplus-II GX schaltet unter Last ab - Deutschsprachiger Bereich - Victron Community

Mal schauen woran es liegt. Ggf. muss ich dem Multiplus beibringen, dass er mit sinkender Spannung auch weniger Leistung aus dem Akku entnimmt. Der Entladestrom laut BMS wird zumindest sehr lange mit 100A angegeben.

Viele Grüße

moin @nollon !

ich hab mal kurz in den andren Thraed reingeguckt, da steht eigentlich schon, was ich auch sagen würde:

100A sind für einen 100Ah Akku (5kWh) halt ne ganze Menge, und ggf. bei einer nicht perfekten "Strecke" Akku -> MP2 kann dabei schon ein ordentlicher Spannungsabfall entstehen (zusätzlich zu dem in den Zellen). Der Multi hat ja ne Menge eingebaute Funktionalität, die ich auch noch nicht 100%ig durchblickt hab, und es kann sein, dass er dann 'vorsichtiger' regelt.

Auf der andren Seite macht ein 3000 MP2 max 2.4kW Ausgangsleistung, was bei 50V eher auf 50 Ampere rausläuft - irgendwas passt da nicht... oder ist dein Akku 24V?

Grüsse!

@nollon ich hab im Victron Forum was geschrieben...