Multiplus 2 5000 mit Shelly 3EM regelt nicht korrekt

Hallo, ich habe aktuell ein kurioses Problem das ich mir nicht erklären kann und benötige mal einen Denkanstoß....

Das Setup besteht aus einem MP2 5000 an einem Raspi 4 mit Venus OS (aktuell) und 16x280AH EVE LIFEPO4 Zellen. (JBD BMS)

Als Gridmeter ist ein Shelly EM3 mit dem Plugin von Fabian Lauer verbaut.

Dieses läuft als ähnliches Setup bei mir und mehreren Kollegen tadellos. Wir haben einen Netzbezug von unter 1 KWh pro 24h.

Bei einer Anlage lauft es nun allerdings nicht. Dort ist ein Verbrauch von rund 6KWh in 24h.

-Klar ist das stark Lastabhängig, aber selbst Nachts bei stabilen 350w Grundlast zieht sein EVU Zähler 2KWh in 6h.

Das Kuriose ist, dass der Bezug korrekt in der Shelly App angezeigt wird.

Im VRM Portal steht dann aber was von 0,1KWh Bezug.

Wenn ich einen Verbraucher einschalte, gleicht der MP2 diesen augenscheinlich korrekt aus, aber anscheinend wird dann immer noch permanent etwas Strom gezogen.

Als wenn der Faktor im Venus sich von dem tatsächlichen im Shelly unterscheidet. Der Schelly scheint ja korrekt zu arbeiten, da er den Bezug korrekt wie auf dem EVU

registriert.

Ich habe mal zwei Bilder angehängt, das erste ist mein funktionierender Zähler, das zweite Bild ist die Anlage mit dem Problem.

Irgendwie sehen doch die Werte für Netz und AC-Lasten bei uns unterschiedlich aus...

Was kann da noch falsch sein?

Verkabelung L1/L2/L3 hab ich mehrfach überprüft, der MP2 hängt auf L1. Einstellungen im Venus und im Plugin von Fabian Lauer sind auch korrekt.

Kann es an der Netzwerkübertragung liegen? -das die Regelung zu langsam ist?

Der Akku steht in einem Nebengebäude, ca. 100m entfernt vom EVU Zähler. -kann das Auswirkungen haben?

Ich steh echt auf dem Schlauch, was das noch sein könnte..

In welchem Intervall kommen die Änderungen denn ca. in VenusOS an? Auf was ist der Gridsetpoint unter ESS eingestellt?

Ich gehe davon aus, dass die Daten über WLAN einlaufen? Das könnte das Problem verursachen, denn WLAN im Schaltschrank ist auch nicht so pralle, da dieses entsprechend auch abschirmt.

Also die Werte ändern sich ca. sekündlich. (sieht bei meiner Anlage nicht schneller aus)

Der Raspi hängt mit Kabel am Netz, der Shelly im Wlan (3Meter vom Router entfernt) ohne abgeschirmten Schaltschrank.

Die beiden festen IP´s sind auch nicht doppelt vergeben.

Der Setpoint steht aktuell bei 0W. Aber auch bei -50W tritt diese Differenz weiterhin auf...

Achso und im Shelly habe ich den "Energiesparmodus" deaktiviert...#

Ich bin jetzt am überlegen entweder den Raspi nochmal komplett neu aufzusetzen, oder auf das Victron Smartmeter umzurüsten...

Aber die logische Erklärung für dieses Verhalten fehlt mir trotzdem....

hmm.. Welche VenusOS-Version ist im Einsatz? Wenn es also nicht am WLAN liegt, fällt mir zumindest spontan nichts ein. Ich selbst nutze einen IR-Lesekopf am Zähler, der sekündlich über einen alten Raspberry 1B im Zählerschrank ausgelesen und via venus-os_dbus-mqtt-grid (mit Zwischenschritt über Node-Red) als Gridmeter in VenusOS eingebunden ist.. alles komplett kabelgebunden. Aber wenn die Daten sekündlich reinkommen, scheint die Ursache woanders zu liegen. Ich hätte spontan auch gedacht, dass es an gewissen Verbrauchern liegt, was ihr ja in der Nachtmessung aber ausgeschlossen habt.. was aber sein kann, speziell bei Inverter-Geräten (z.B. WP), dass der Shelly gewisse Anteile nicht vernünftig messen kann und daher zu wenig misst. Das Gleiche Problem hatte ich mit meinem Fronius Smartmeter, woraufhin ich dann direkt auf meinen Hauszähler als Gridmeter umgeschwenkt bin.

Das kuriose ist ja, dass der Shelly korrekt misst. Der Energieverbrauch aus dem Netz zB. 2KWh über Nacht, zeichnet der Shelly mir als Energiebezug auf. -Das stimmt 1:1 mit dem EVU Zähler überein.

Die Frage ist nur, warum gleicht der MP2 diesen Bezug nicht aus, bzw. warum steht im Venus in diesem Fall nur ein Netzbezug von 0,1 KWh für den Zeitraum?

Es ist die Venus 3.22 large installiert...

Ich hatte schon die Vermutung, dass die Daten irgendwie Verzögert im Venus ankommen, deshalb die Regelung nicht funktioniert.

Der Shelly hat ja einen Internen Speicher, der bei Verbindungseinbrüchen lückenlos aufzeichnen würde...

Welcher Stromzähler ist vom Netzbetreiber installiert? Ich vermute mal ganz stark das die Solaranlage nicht angemeldet ist und kein Zweirichtungszähler verbaut ist.

Der verbaute Einrichtungszähler wird nicht saldierend sein - berechnet also die Einspeiseleistung des MP2 auf L1 nicht mit sondern zählt weiterhin den Verbrauch auf L2 und L3. Der Shelly 3EM ist an sich auch nicht saldierend und daher stimmen die App Angaben auch mit denen auf dem EVU Stromzähler überein. Erst das Venus OS berechnet die Angaben des Shellys saldierend.

Es ist sehr selten das ein nicht saldierender Stromzähler eingebaut ist. Kommt aber vor.

Lösung: Anlage anmelden oder wenigstens ein BKW anmelden damit der Stromzähler gegen einen Zweirichtungszähler getauscht wird. Diese sind immer saldierend.

Grüße,

Martin

@regda ich habe gerade nicht das Zählermodell zur Hand, die PV Anlage 15KW mit Eigenverbrauch über den besagten zwei Richtungszähler ist angemeldet.

Zusätzlich gibt es dann noch einen Generatorzähler.

Der zwei Richtungszähler ist 14 Jahre alt, soll nächstes Jahr gewechselt werden. -aber Saldierend müsste der ja eigentlich sein? -Sonst würde die 3 Phasen PV-Anlage ja nicht korrekt abgerechnet werden können...

Nein, dann kann meine Theorie eigentlich nicht stimmen. Es ist trotzdem seltsam wenn die Shelly App (nicht saldierend) den gleichen Wert wie ein Zweirichtungszähler erfasst.

Hast du den PIN für den Zweirichtungszähler? Dann könntest du den aktuellen Netzbezug anzeigen lassen und mit der Anzeige vom Shelly / Venus OS vergleichen.

Grüße,

Martin

@regda wir haben das Ganze gestern Abend tatsächlich noch getestet...

Es ist übrigens ein ACE3000 Typ260 verbaut. -laut Datenblatt kann er individuell programmiert sein. (Mode 1-4)

Den MP2 haben wir auf L1 4KW einspeisen lassen, auf L2 einen 2KW Verbraucher eingeschaltet, der Bezugszähler zählte trotzdem hoch.

Die Differenz der Eingespeisten Energie war dann auf dem Zähler unter "Lieferung" wiederzufinden.

Bedeutet also, dass da seit 14 Jahren ein falscher Zähler drin ist. Da eigentlich die Eigenverbrauchsnutzung natürlich saldierend funktionieren sollte.

Und der Akku hat 6 Monate nutzlos die Energie hin und her bewegt... :exploding_head:

Montag will er beim EVU den Zählerwechsel beantragen.

1000 Dank für deinen Denkanstoß, darauf wäre ich vermutlich nicht so schnell gekommen...

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@spranz Pah, das ist echt ein Ding! Muss zugeben, das habe ich auch noch nie gehört. Dann wird der nur stupide Einspeisung der einzelnen Phasen addieren (=Ergebnis Einspeisung) und beim Bezug das selbe.

Damit 14 Jahre Strom zum Teil gekauft während die Anlage Energie liefert. Diese Energie aber nur billig verhökert wurde.

Beim Akku noch ärgerlicher... Am Tage die Ladeenergie zum Teil eingekauft und in der Nacht zur Einspeisevergütung verkauft.

Halte uns mal auf dem Laufenden wie es mit dem Zählertausch läuft. Ich kann dir aber sagen - du musst da beim VNB an die richtige Person gelangen die das Problem überhaupt versteht. Begriffe wie "saldierend" sind beim normalen Mitarbeiter auch Fremdwörter. Stellt euch also darauf ein das der Zählerwechsel auf eure Kosten erfolgen soll.

Grüße,

Martin

Man könnte auch sagen, Mr.Manuel schickt uns mit venus-os_dbus-mqtt-grid auf Schnipseljagd.

Die Installation an sich hat er ja gut dokumentiert. Aber die config.ini hat es in sich, ein Sack voller Fehlermöglichkeiten, Doku Fehlanzeige.

Ein Semikolon vor einem der Kommentare mehr oder weniger und es funktioniert nicht, obwohl die Installation ./install.sh und ./restart.sh (Neustadt nach Änderungen) fehlerfrei durchlaufen wird. Und woher soll ich wissen, was genau ich auskommentieren muss und was nicht? Wenn ich es wüsste, wäre ich Experte und könnte es mir selbst schreiben. Fehlermeldung gib es bei Installation und ./restart.sh nicht. Mit den üblichen Linux Werkzeugen ist oft nicht zu arbeiten, weil das VenusOS auf dem GX (NanoPI) ein abgespecktes ist.

Auch die auf Github beschriebene config.sample.ini ist keine Beispiel-Datei, wie ich mal angenommen habe, sondern eine 1zu1 Kopie der config.ini. Die man aber beide vorher sichern soll, hmm.

So z.B. muss die config ini inhaltlich aussehen. Alles andere kann massiv Ärger machen und Zeit kosten.

[DEFAULT]
logging = DEBUG

device_name = MQTT Grid
device_type = grid
device_instance = 100

timeout = 60
voltage = 230
frequency = 50
power_threshold_per_phase = 23000

[MQTT]
broker_address = 192.168.158.35
broker_port = 1883
tls_enabled = 0
tls_insecure = 1
username = mqtt-benutzer
password = xxxxxxxx

topic = tele/smr_lesekopf/SENSOR

Bei mir läuft das mit einem WLAN bitShakeSmartReader. Hier ist das relevante Skript dafür. Ich habe es wegen der Datenmenge abgespeckt.

Der Wert power jede Sekunden gesendet, dafür ist die 16 hinter dem Wert.

+1,5,s,16,9600,grid,4
Die 5 steht meines Wissens nur beim bitShake drin, beim Michi ist es eine 3, darauf achten, sonst funktioniert das Skript nicht. Ist auch generell nicht mit anderen Leseköpfen 1zu1 austauschbar. Da kocht jeder sein eigenes Süppchen.

D
B
->sensor53 r
M 1
+1,5,s,16,9600,grid,4
1,77070100100700ff@1,akt. Leistung,W,power,16
1,77070100010800ff@1000,Verbrauch,kWh,E_in,3
1,77070100020800ff@1000,Einspeisung,kWh,E_out,3

dbus-mqtt-grid sucht nach grid + power, mit anderen Begriffen funktioniert es nicht.

Das Programm erwartet einen MQTT Broker, der kann unabhängig von irgendwelchen Hausautomationssystemen im lokalen Netzwerk sein. Wenn noch kein Broker da ist, einfach den Broker im Victron GX aktivieren und statt der Broker "IP" "localhost" in der config.ini eintragen. Hab es selbst aber nicht ausprobiert und kann nichts weiter dazu sagen.

Wie komme ich ins Venus? Über die IP des GX.

In Linux mit der Eingabeaufforderung GNOME-Terminal und z.B. dem Aufruf:
ssh root@192.168.xxx.xxx

In Windows ist es die Eingabeaufforderung Powershell, der Aufruf müsste der gleiche sein, schau ich noch mal.

Ihr braucht dafür kein PuTTY und ähnliches, was ihr erstmal installieren müsst, könnt es aber auch nehmen, wenn ihr gewohnt seid, damit umzugehen.

Das weitere Vorgehen für die Installation hat Mr.Manuel ja vorgegeben.

Mit Eingabe von dbus-spy und Enter auf dem VenusOS könnt ihr prüfen, ob der Zähler installiert wurde. Dann gibt es in der Liste einen Eintrag com.victronenergy.grid.mqtt_grid_100 und die Anzeige ist da.

Ich hoffe, ich kann Euch mit dem kleinen Beitrag einiges an Zeit ersparen.

Hier ist die originale config.ini und auch config.sample.ini., Stand März 2025. Die befindet sich ja sonst erst nach der Installation im Verzeichnis /data/etc/dbus-mqtt-grid auf dem VenusOS des GX.
mr-manuel-venus-os_dbus-mqtt-grid.txt (1,8 KB)