Multi-Split mit R290

Guten Morgen in die Runde. Wir möchten unser Reihenhaus schrittweise umrüsten und suchen aktuell nach Lösungen. Meine bevorzugte Lösung wäre eine Multi-Split mit 3-4 Inneneinheiten und R290. Ich recherchiere mir dabei jedoch die Finger wund und habe das Gefühl, dass Google dabei keine gute Hilfe ist. Mir stellt sich die Frage, ob es überhaupt Multi-Split Klimagerät mit natürlichem Kühlmittel gibt? Ich stoße ausschließlich auf Anlagen mit R32. Hat da vielleicht sogar schon jemand von euch Erfahrungen mit?

R290 Anlagen gibt es sowieso derzeit nur ganz wenige am Markt. Die großen Markenhersteller fangen jetzt gerade erst an, die ersten Anlagen auf den Markt zu bringen.

Multisplit R290 Anlagen gibt es derzeit nicht in Deutschland. Ob die überhaupt kommen werden, ist schwer zu sagen. Die technischen Anforderungen harmonieren da nicht mit den derzeitigen Sicherheitsvorschriften. Für Multisplit braucht es wesentlich mehr Kältemittel, was die Gefahren erhöht.

Danke für die zügige Antwort.
Ich bin eigentlich auch nur auf der Suche nach R290, um im Falle einer weiteren Verschärfung der F-Gase-Verordnung gewappnet zu sein. R32 ist ja leider bedächtlich nah an der Grenze von 750.
Aber wenn man auf natürliche Klältemittel aus ist, müsste man ja erstmal abwarten und Tee trinken.

Ist bekannt ob welche Diskussion bezüglich der F-Gase-Verordnung geführt werden? Ob da Verschärfungen geplant sind und zu wann?

Ja, soll relativ schnell gehen mit der Verschärfung. Ich meine 2029 geht GWP bei Split-Klima schon auf 150 unter, womit dann R32 raus wär. Wenn du jetzt R32 anschaffst, kannst du die natürlich auch noch in 10 Jahren betreiben. Einzig im Falle von Kältemittelverlust kann das Nachfüllen teuer werden, weil die Preise für problematische Kältemittel deutlich angehoben werden.

Hab nochmal Gemini befragt in Bezug auf R32:

  • Ab 2027 Verbot des Inverkehrbringens von Split-Luft-Wasser-Wärmepumpen und Klimageräten (bis 12 kW) mit F-Gasen die einen hohen Treibhauseffekt (GWP über 150) haben.
  • Verbot des Inverkehrbringens von Split-Luft-Luft-Wärmepumpen ab 2029.
  • Ab 2032 Service- und Wartungsverbot für stationäre Kälteanlagen mit F-Gasen die einen sehr hohen Treibhauseffekt (GWP über 750) haben außer recyceltes und wiederaufbereitetes Kältemittel.

Es kann übrigens durchaus sein, dass für Multisplit ein neues Kältemittel auf den Markt kommt mit einem GWP <150, was kein R290 ist. R290 ist nur eine Möglichkeit, ich meine Daikin forscht schon an einem alternativen Kältemittel.

Also lt. Gemini keine split klima ab 2029?

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Ist blöd formuliert, meint auf R32 bezogen. Das ist auch mein Informationsstand.

Mitsubishi führt diese R290 Splits gerade ein "zur Markteinführung als Single-Split-Geräte", Serie MSZ-RZ. Das klingt so, als ob da noch mehr kommt. Ich warte auch schon drauf inkl. einem 200 Liter WW-Boiler.
Bei Kältebringer gibt's ab Juli Nachfolgegeräte zu ersten R290 Serie, aber auch derzeit nur als Monosplit.
Das gute an den R290 Anlagen ist, dass sie häufig auch für sehr tiefe Außentemperaturen geeignet sind, die Mitsubishi MSZ-RZ spezifiziert bis -30 Grad. Die R32 Multisplit von Hitachi mit WW-Boiler (190 oder 270 Liter) geht nur bis -15 Grad. Daikin das gleiche, hat aber nur 90 Liter WW-Boiler. Und für die Panasonic Power Heat Multi (-35 Grad) gibt es wieder keinen WW-Boiler. Irgendwie denkt kein Hersteller das Thema komplett zu Ende. Bin überzeugt, dass der ganze Nachrüstmarkt nochmal einen kräftgen Schub machen würde.

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Danke für die Info. Dann werde ich das mal im Auge behalten. Bin gespannt

Wäre R454c noch eine Alternative zu R290 für Multisplit? Die Industrie müsste eigentlich schon wissen, welches Kältemittel für Multisplit ab 2029 in Frage käme.

Ich frage mich auch, ob das als Zwischenlösung noch kommt, oder man gleich zum R290 geht. Vom GWP her wäre R454C (=Mischung aus R32 und R1234yf) ja noch eine Weile erlaubt.

Ich vermute, R454C wird für Multisplits kommen. Aber irgendwie hab ich noch nichts gefunden, was die großen Hersteller wirklich planen.

Könnte man eigentlich auch Wasser bei den MultiSplits verwenden? Also prinzipiell so wie Wärmepumpenkonvektoren, nur dass die mit den Aussengeräten kommunizieren und direkt angeschlossen sind.

Ja, das Prinzip gibt es für große Gebäude. Nennt sich "Kaltwassersatz".

Wenn ich das recht verstehe, kann man eine normale Luft-Wasser-Wärmepumpe nehmen, und daran Gebläsekonvektoren anschliessen. Solche gibt es auch in in der selben Form wie die üblichen Klimaanlagen-Innengeräte.

Brauchst dann aber recht dicke Rohre, wie bei normalen Heizkörpern. Da ist ein wesentlicher Vorteil von Split-Klima weg.

Ist ein anderes Konzept und kann nicht das jetzige Konzept einer Multisplit ersetzen.

Nicht nur dicke Rohre, sondern auch noch eine noch dickere Isolierung wenn man die Geräte auch zum Kühlen benutzen will. Sowas aufputz in Kabelkanälen zu installieren wird sehr schnell sehr hässlich.

Trotzdem könnte es Vorteile haben:

  • Darf man selbst installieren
  • flexibel erweiterbar
  • man kann auch normale Radiatoren anklemmen
  • Kann warmes Brauchwasser erzeugen

Aber halt schon Aufwand, da eben eher eine normale Heizung. Man hat dann mit all dem Mist zu tun, wie hydraulischer Abgleich, Mindestdurchfluss sicherstellen, Magnetitabscheider, Pufferspeicher, Außengerät geht kaputt wenn es bei Frost abgeschaltet wird, ...

Ich finde, man kann das als Lösung im Blick behalten. Es ist eine Alternative, vor allem wenn man komplett auf Gebläsekonvektoren setzt, die es als Truhengeräte aber eben auch als Wandgeräte gibt. Dann hat man ein System was sich anfühlt und aussieht wie eine Klimaanlage.

Gibt es überhaupt einen Kaltwassersatz mit z.B. 3kW? Wäre das so etwas, hat aber auch schon >5kW?

Meiner Ansicht nach - aber das müsste man noch verifizieren - reicht eine ganz normale handelsübliche Luft-Wasser-Wärmepumpe. Also so eine "Geisha" von Panasonic, oder die hier im Forum diskutierte Avarma. 5kw scheint so die übliche Leistung zu sein, weniger, wenn überhaupt erhältlich, scheint dann nicht günstiger zu sein.

Diese Gebläsekonvektoren, auch die Wandgeräte die wie Klimaanlagen aussehen, scheinen einfach nur wie normale dumme Heizkörper warmes (bzw. kaltes, im Kühlbetrieb) Wasser zu erwarten, ohne mit Steuerleitungen ein spezielles Außengerät steuern zu wollen.

Eine 5kW ist oft viel zu viel. Nehmen wir mal eine 50m2 Wohnung mit 3 Inneneinheiten/Heizkörper und 50W/m2 an. D.h. 2.5kW wären ausreichend. Meiner Meinung geht das mit einer LWWP nicht.

Ja, das ist ein Problem. Andererseits, wenn man das Außengerät nie voll belastet, dann ist es auch immer etwas leiser, und man kann vielleicht auch eher ein noch billigeres Gerät nehmen.

Es gibt bereits LWWP für 1000 euro aus China. Gibt aber wohl heftige Nachteile, wie z.B. daß der Lüfter nicht reguliert wird und daher ständig auf Vollgas läuft, laut ist.

Aber vielleicht bewegt sich ja noch was? Wenn es irgendwann ein einigermaßen brauchbares , billiges Gerät gäbe, was lediglich bei hoher Leistung laut und uneffizient wird, und gleichzeitig weit heruntermodulieren kann?

Darüberhinaus kann man bei LWWP das Takten durch Pufferspeicher etwas eindämmen, was bei LLWP nicht geht.

Momentan scheinen bei so einer Lösung die Kompromisse zahlreich, und der Preis sehr hoch zu sein.

Puffer macht das ganze ineffizient. Wenn man etwas Wärme zwischenpuffern möchte wird man wohl schon 500l brauchen, den Platz braucht man auch erst wieder.

Prinzipiell bräuchte man eine kleine 2kW LWWP und dann kein Puffer. Das ganze kombiniert mit Wärmepumpenkonvektoren. Leider gibt es so etwas am Markt nicht.