Ich habe folgendes Problem mit meinem MPI10k Wechselrichter:
Das Gerät läuft im Modus GridTie with Backup (II), mit DIY Akku und SmartMeter im Nulleinspeisemodus (Checkbox "allow feed into grid" ist nicht aktiv). Das funktioniert auch alles genau so wie es soll, bis auf ein kleines Problem:
Wenn der Akku leer ist (Spannung zwischen cut-off-discharge-voltage und re-discharge-voltage -> Gerät zeigt also Info-Code 16 "battery voltage low") und das PV-Array beispielsweise 1 kW erzeugt, dann wird auch (fast) 1kW in den Akku geladen. Schalte ich nun einen Verbraucher mit 2 kW ein, sinkt der Ladestrom auf 0A und das SM (SmartMeter) zeigt 1 kW Bezug. Soweit so normal. Wenn ich den Verbraucher wieder ausschalte bleibt der Ladestrom jedoch bei 0A und das SM zeigt 1 kW Einspeisung. Dies bleibt dann solange, wie ich vor den Verbraucher eingeschaltet hatte. Es scheint mir also als würde der MPI versuchen die zuvor bezogene Strommenge wieder einzuspeisen um den Zähler auf Null zu drehen (was bei meinem Zweirichtungszähler natürlich vergeblich ist).
Ich habe das Phänomen nun mit verschiedenen Verbrauchern beobachtet und immer das Gleiche festgestellt. Davon abgesehen funktioniert Alles wie es soll.
Nun die Frage: Ist das schon Anderen aufgefallen? Gibt es womöglich schon eine Lösung dazu? Oder habe ich einen Fehler in der Parametrierung gemacht? Hat jemand vielleicht einen Kontakt bei MPP Solar um solche Änderungen programmieren zu lassen?
Ja das ist mir auch sofort aufgefallen, dass der WR sehr träge reagiert bei Lastabfall. Das ändert sich auch nicht wenn ein Akku dran hängt, das hat also nicht unbedingt was mit dem MPPT Arbeitspunkt zu tun. Aber das stört mich gar nicht so sehr, weil die Energiemengen die dabei "verloren" gehen überschaubar bleiben.
Das eigentliche Problem ist das, was ich zuvor beschrieben habe. Also der Ladestrom bleibt wirklich bei 0,0 A wie angenagelt, bis die zuvor bezogene Energiemenge zurückgespeist wurde. Und da ich auch eine Wallbox vorm Haus habe, können da schon ganz erhebliche Energiemengen zusammen kommen, auch wenn ich noch nicht wirklich ermittelt habe wie viele kWh sich der WR "merkt". Die Monitoring Funktion des SolarPower Programms spuckt bei mir nichts aus. Vielleicht hat dazu ja mal jemand einen Tip für mich. Dann könnte ich die zurückgespeisten Energiemengen auch besser einschätzen, vielleicht ist es am Ende doch gar nicht so viel.
Und täglich grüßt das Murmeltier: Nulleinspeisung.
Diese Frage treibt mich nun auch schon eine Weile um und die Dokumente die Hersteller von Hard- und Software halten sich ja ziemlich bedeckt. Da nun die Sonne etwas höher steigt, versuche ich durch Experimente klüger zu werden. Aber das dauert offenbar.
Es geht mir ja nicht um Nulleinspeisung, aber die Einspeisung ins Netz sollte vorzugsweise dann erfolgen, wenn der Bedarf des Hauses gedeckt und der Akku voll ist. Doch die Realität ist eine andere. Da Strom die einzige Energiequelle im Haus ist, werden auch Analysen sehr schnell komplex. Gesichert ist die Aussage, daß im Schnitt min. 50 % der Solarenergie ins Netz verschwinden, obwohl der Akku im Winter und bei fehlender Sonne sehr selten voll ist.
Zu meiner Infrastruktur:
MPI10K
Wifi-Module
6,5 kWp Dach Ostseite
6,5 kWp Dach Westseite
1,72 kWp über 2 Envertec 720
28 kWh Akku (Lifopo4 eve 280Ah) mit 2 x JKBMS
Modbus Card, Smartmeter
Die Kommunikation Smartmeter/Modbuskarte scheint zu funktionieren. Hörer ist zu sehen.
MPI10k zeigt EC-ON 2, was nach meiner Kenntnis darauf hindeutet, daß alle 3 Phasen ausgeglichen werden sollen. Das ist auf Modbus auch so eingestellt.
Dank dieser Community und eigener Erfahrungen sind nachfolgende Erkenntnisse reproduzierbar:
trotz CHARGE SOURCE - PV ONLY lädt der WR ab und an kurzzeitig aus dem Netz, um Tiefenenrtladung vorzubeugen
bei Erreichen von BATTERY CUT_OFF ... wechselt der WR seinen Status von NORMAL nach WARNING; der Akku wird nur noch geladen und nimmt nicht mehr an der Versorgung des Hausnetzes teil
bei Erreichen von BATTERY CUT-OFF BACK ...wechselt der WR seinen Status von WARNING -> NORMAL; der Akku wird je nach Erfordernis ge- oder entladen und das leider auch ins Versorgernetz. Auch nachts, wenn der Akku entladen wird, gehen die 50% ins Netz. Irgendwie deuten die Daten darauf hin, daß zwischen dem Verbrauch und der Netzeinspeisung eine Korrelation besteht ( ~ 50 : 50)
der WR ist schon eine Wundertüte. Was an Logging geliefert wird, ist Zufall oder läuft nach speziellen Regeln. Ich nutze derzeit die Web-Plattform DESSMONITOR, die aber auch nur das nutzen kann, was geliefert wird. Kennt jemand eine ergiebigere Quelle als die Handbücher zu Hard- und Software? Je nach Einstellung wird die Aktion des Akku (Laden/Entladen) angezeigt, oder auch nicht. Dann bleiben nur noch die Daten des JKBMS.
Es bleiben eine Menge Fragen bezgl. der WR-Funktionalität offen:
gibt es einen Tip bzgl. der ungewünschten Netzeinspeisung? Wenn die Sonne scheint, ist das unerheblich, wenn über 50% ins Netz gehen. Im Winter ist das bloß ärgerlich. Umprogrammierung der Modbus-Karte?
woran liegt es, daß negative Akku-Ströme (Entladung) vom Logging nicht reproduzierbar geliefert werden
weiche Vorteile bringt das Abschalten des AC-Ausganges per Tastenfunktion? In meiner Installation ist AC-Ausgang als Notstromversorgung umgesetzt.
trotz eingestellter Betriebsart - Grid-tie with backup (II) - wird im Desktop-Solarpower (Übersicht, Protokolle) die Betriebsart mit - OFF-Grid with backlup- ausgewiesen
des weiteren wäre eine detailliertere Beschreibung der üppigen Parameter und deren Funktion hilfreich
Leider auch durch mich NUR die Problembeschreibung und kein Beitrag zur Lösung. So häufig fand ich dieses Problem bisher nicht thematisiert. Es scheint also nicht alle zu betreffen. Also bleibt auch mir noch Hoffnung.
Ob Energie ins Netz eingespeist wird hängt nicht nur davon ab ob dein Akku voll ist oder nicht sodern auch wie hoch dein Ladestrom eingestellt ist. Wenn mehr Energie vom Dach kommt als im Haus verbraten wird und dein Akkustrom in der Begrenzung ist speist er natürlich ins Netz ein.
der max. Ladestrom beträgt 200 A und wurde bisher nur zu etwa 50% erreicht. Das Problem tritt ja wie beschrieben auch des nachts auf, wenn nur der Akku die Energie liefert.
Du hast Wifi Module erwähnt, läuft darüber dein Modbus? Vll ist deine Verbindung doch nicht dauerhaft in Ordnung und es kommen unplausible Messwerte am WR an.
Bei mir kam es einmal vor dass er WR hin und her regelte obwohl nichts zu tun war. Ich hab ihnd ann komplett stromlos gemacht, neu hochgefahren und die Einstellungen wieder neu eingegeben, seitdem war nichts mehr.
ja, das wird der nächste Versuch sein. Eine weitere Unklarheit besteht bei mir noch bzgl. der Modbus-Karte, die bisher auf 3-Phasen-Ausgleich eingestellt ist und am WR zur EC-ON2 - Anzeige führt. Im Forum ist ja eher von EC-ON1 die Rede.
Über den Wi-Fi-Module läuft nur das Logging, für das ich derzeit Dessmonitor nutze. Ein Tagesprotokoll (23.04.24)siehe nachfolgenden Link.
Im Modus zwei wird halt auf jeder Phase versucht auszugleichen was aber normalerweise egal ist weil der Stromzähler saldiert. Deshalb haben die meisten Leute EC-ON1 eingestellt.
Ich kenne dein Logging nicht sondern nutze bei mir Solaranzeige, damit kann man einige Smartmeter, in meinem Fall SDM630, separat auslesen und loggen.
Irgendwie deuten die Daten darauf hin, daß zwischen dem Verbrauch und der Netzeinspeisung eine Korrelation besteht ( ~ 50 : 50)
Das macht mich stutzig, deshlab müsstet du die Messwerte von WR und Smartmeter mal miteinander vergleichen.
Was sehr oft passiert ist ein Phasendreher was gerade bei EC-ON2 ein großes Problem ist. Kontrolliere doch nochmal deine Phasen bzw dein Drehfeld.
Das Drehfeld stimmt, außer daß die Leitungsnummern abweichen. L1 am SDM630 ist L3 am WR, aber das sollte ja niemanden stören. Ein Phasendreher bei der Inbetriebnahme hatte der WR schon beanstandet.
Ein Neustart des WR hat ebenfalls keine Auswirkung auf das Einspeisungverhalten.
Das Logging per Wi-Fi-Modul und Dessmonitor würde mir ja ausreichen, wenn denn alle interessanten Daten ankommen würden. Zum Beispiel werden negative Akku-Ströme mit 0 ausgewiesen. Irgendwann habe ich schon mal negative Werte gesehen, aber seit geraumer Zeit kriege ich das nicht mehr hin. Ansonsten liefert das Datalogging (Wi-Fi-Module) alle 5 min. einen Datensatz und Dessmonitor bietet den Export per XLS und PDF.
Solaranzeige klingt nicht schlecht, aber kurz vor meinem 80. wollte ich mir nicht noch Raspberry und Co. antun. Ich hatte zwar in meinem Arbeitsleben mit einigen UNIX-Derivaten zu tun, nutze am WR macOS auch mit bescheidenem Erfolg. Solarpower hat da so einige Macken. Wenn sich die Dinge aber auf anderem Weg nicht offenbaren, ist das natürlich auch noch eine Option, wenn ich denn dann nicht auch noch knifflige Lötarbeiten vor der Flinte habe.
Als nächstes würde ich die Modbus-Karte noch mal auf 1-phasig einstellen und gucken, was passiert.
Vielen Dank für die bisherige Anteilnahme und Unterstützung auch an alle anderen hilfreichen Forum-Geister
Welche FW ist am WR installiert (UP+DOWN gleichzeitig drücken)? Da gab's ja einige Themen letztes Jahr.
Ein Debug Log von SolarPower würde schon mal helfen, das Problem genauer zu Identifizieren. Parallel dazu wären Loggings vom JK-BMS hilfreich aber nicht zwingend. Auch die genaze Uhrzeit eines solchen "Übereinspeise"-Falles iet vonnöten.
Das logging der WiFi Card bringt hier leider wenig.
@joachimc Wie kannst du WiFi-Card und Modbuscard gemeinsam betreiben? Der 10k hat doch nur einen Options-Slot.
Ich habe keine WI-Fi-Card, sondern den Wi-Fi-Modul, der am RS232-Kommunikationsanschluß steckt. Das Logging liefert alle 5 min einen Datensatz mit allen ausgewählten Einstellungen des MPI10K und Werten zu PV, Akku, AC-Ausgang, AC-Eingang. Leider nicht vollständig, wie z.B. neg. Akku-Ströme.
Debug-Log von SolarPower sagt mir jetzt erst mal wenig. Meine macOS-Anbindung scheint nicht Herstellers Liebling zu sein. Was hieße denn JK-BMS-Logging, auch erstmal Raspberry und Co. oeider?
Bisher habe ich Übereinspeisung so diagnostiziert: Einspeisung lt. Zähler ( i.d.R. > 50 % der PV), obwohl Akkus nicht voll.
Bisher hatte ich der Community entnommen, daß meine Version aktuell ist. Aber man lernt ja nie aus.
Die fehlende Angabe zu Etladeströmen hat sich bei mir insoweit geklärt, daß diese nun wieder geliefert wird, nachdem ich den AC-Ausgang eingeschaltet habe. Den hatte ich abgeschaltet, da er ja nur im Notstromfall erforderlich ist und ansonsten nur weitere Wärmeentwicklung und somit weitere Verluste liefert. Da ist also die FW auch nicht auf der Höhe der Zeit. Hat schon mal jemand gemessen, was ein zugeschalteter und nicht genutzter AC-Ausgang an Verlusten zur Folge hat?
Hab nun eine noch neuere FW für 10KW & 15KW aus 2024 bekommen, aber noch keine Rückmeldung von Usern die die einspielen wollten.
Die 2023er Version aus dem Post davor sollte auf jeden Fall auf deinem Gerät laufen (hab da schon einige pos. Bestätigungen erhalten). Hätte im Notfall auch die aktuell bei dir laufende FW als Flash-Files (2021-07-09) verfügbar.
Drum rate ich auch immer, sowas von einem Profi installieren zu lassen. Oder zumindest das Drehfeld mit einem 20€ Gerät zu prüfen, weil hier erfahrungsgemäß die meisten Fehler passieren.