MFH mit 8 Wohnungen: VRF/VRV anstatt einer konventionellen Heizungs-Wärmepumpe?

Hallo Community,
ich kernsaniere ein MFH mit insgesamt 8 Wohnungen. 3 Wohnungen sind bereits fertig und mit Fußbodenheizung ausgestattet. Die restlichen Wohnungen sollen auch noch mit FBH ausgestattet werden und Stück für Stück über die nächsten 2 Jahre saniert werden.

Die Heizlast des gesamten Gebäudes liegt nach Abschluß der Sanierung bei ca. 30kW (-14° NAT, ohne Warmwasser).

Bisher arbeitet als einziger Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasser eine Brennwert-Gastherme (Bj. 2018) mit 34kW im Keller. Die wäre soweit in Ordnung aber ich möchte langfristig vom Gas als Haupt-Energieträger weg.

Als ich mit der Sanierung gestartet bin war mein ursprünglicher Plan eine LW-Wärmepumpe mit 20-30kW anzuschaffen, welche dann die Hauptlast der Wärmeversorgung übernehmen sollte. Die Gastherme sollte dann nur noch als Backup sowie für das Abfangen von Spitzen erhalten bleiben und entsprechend mit eingebunden werden.

Mittlerweile hat sich die Lage und die Zielgruppe der Wohnungen noch etwas verändert. Es wird jetzt ein gehobener Standard angestrebt und daher sollen die Wohnungen auch noch zusätzlich im Sommer klimatisiert bzw. gekühlt werden können.

Bisher konnte ich keinen Heizungsbauer/Installateur finden der irgenwie Lust hatte mir eine Wärmepumpe zu installieren und die Heizungsanlage entsprechend meiner Anforderung umzubauen. Das mit der Gastherme als Backup und die Idee, dass so eine WP evtl. auch noch zum kühlen im Sommer verwendet werden könnte hat die alle vergrault. Ist denen scheinbar zu komplex. Es gibt wohl einfachere Projekte an denen man mehr verdient als bei mir.

Auf der anderen Seite habe ich jedoch einen sehr motivierten und erfahrenen Klimatechniker an der Hand der mir bereits mehrere Klimaanlagen in anderen Objekten installiert hat. Der installiert gerade ein VRV System für ein Hotel mit über 100 Zimmern.

Daher entstand jetzt die Idee die Sache zusammen mit meinem Klimatechniker selbst in die Hand zu nehmen und anstatt einer klassischen Heizungs-WP ein VRF/VRV System einzusetzen. Neben der Klimatisierung über Innengeräte gibt es dafür auch Hydromodule mit welchen man die FBH versorgen könnte.

Hat hier jemand damit Erfahrung und kann vielleicht seine Meinung dazu geben?

Die Umstellung von der Gastherme auf WP ist mit der Umstellung auf FBH recht einfach und die Hydraulik zum Kühlen zu nutzen ist quasi ein Nebeneffekt. Für HBs ist so etwas aber nicht in ihrem Weltbild und deshalb scheuen sie solche “Herausforderungen”.
Nach meiner Erfahrung muß man alles planen und jemanden finden der die vorgegebenen Arbeiten umsetzt.

Unter der Betrachtung des Kostenaspekt ist die Umstellung das Gebäude auf ein VRF/VRV System schon eine andere Nummer, aber für eine Klimatechniker eine Alltagsaufgabe.

Wäre mal interessant, wie ein VRV im Vergleich zu einer LWWP + Split-Klima kostenmäßig abschneidet.

Wenn du von gehobenem Standard sprichst, ist natürlich die Frage, ob das Klientel dann im Winter die Lüftergeräusche akzeptiert. Fußbodenheizung wäre da deutlich komfortabler.

Es soll beides funktionieren. FBH sowie die Klima-Innengeräte.

Im Winter würde die VRV die meiste Energie in ein Hydromodul für die FBH schicken. Klima-IGs zum heizen nur im Notfall. Falls die Kapazität des Hydromoduls oder der VRV bei tiefen Temperaturen nicht ausreicht, dann müsste die Gasheizung zuheizen.

Im Sommer wiederum würde die VRV die meiste Energie in die Klima-IG zum kühlen schicken. Die FBH würde ich dann nicht zum kühlen einsetzen, weil kalte Füße sind unangenehm.

Das ist aber alles nur Theorie. Vielleicht hat hier ja jemand Erfahrung mit so einer Konstellation. Mein Klimatechniker hatte bisher kaum mit Hydromodulen zu tun.

Klassische Split-Klimas kommen eher nicht in Frage, da das MFH in einem Denkmalschutzgebiet steht und ich nicht einfach AG an die geschützte Fassade hängen darf. Es gibt nur einen kleinen Bereich am Haus der Platz für 3-4 AG bzw. eine große Wärmpumpe bietet und der Denkmalverträglich verkleidet werden könnte. Für alle Wohnungen zusammen benötige ich ca. 22 IG. Daher auch der Gedanke zu einer VRV.

Sehe ich auch so. Zumal ich bei gehobenem Standard als Mieter auch nicht irgendwelche Lösungen wie “IR-Panel im Bad” oder “Heizen mit Türen auf” akzeptieren würde.

Spannend, dass es da auch ein Hydromodul zu gibt. Bin gespannt, ob so ein System funktionieren kann und wo man da von den Kosten landet. Warmwasser wird dann vermutlich auch über ein Hydromodul laufen.

komisch grundwasser wp mit kühlen ist doch standardzeugs? “gehobener standard” heißt jedenfalls keine rumpelkiste im garten oder gar im zimmer