Liebe Freunde,
setzt euch, holt euch Popcorn, ich hab was zu erzählen. Das wird unterhaltsam. Leider eher eine Tragödie.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich in dieser Rubrik richtig bin, schien mir aber am besten zu passen. Sonst gerne verschieben oder löschen, mir ist gerade alles egal
2023 begann ich mit der Recherche über PV-Anlagen für unseren Neubau in BaWü, wo PV für Neubauten vorgeschrieben ist. Aber ich wollte ohnehin eine Anlage haben. Dazu habe ich mich hier im Forum intensiv informiert. Da ich mich beruflich mit Batterien beschäftige, fand ich die Lösung einer selbstgebauten 60-V Batterie sehr spannend und fand dazu passend den DEYE-Wechselrichter, der anscheinend insgesamt sehr gut ist.
Ich habe dann in der Umgebung nach PV-Anlagenbauern gesucht und natürlich keinen gefunden, der so etwas macht, aber ein paar Angebote über konventionelle Anlagen eingeholt. Etwas später bekam ich dann von einem sehr vertrauenswürdigen Menschen den Tipp für einen Anlagenbauer, der genau solche Projekte umsetzen sollte.
Also nahm ich Kontakt auf, alles klang sehr gut, und im November 2023 habe ich dann den Vertrag abgeschlossen. Dann habe ich leider schon den ersten großen Fehler gemacht. Ich bekam für den Vertrag die Aufforderung, eine Anzahlung über unverschämte 80% zu leisten. Aber da ich die persönliche Empfehlung hatte und sich alles sehr gut anhörte, war ich dazu bereit und habe diese 80% überwiesen. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass das Angebot etwas zu groß ausgefallen war und zum Beispiel statt angebotenen 27 nur 20 Module auf mein Dach passten, sodass ich wahrscheinlich von vornherein die volle Auftragssumme oder mehr bezahlt habe.
Fragt mich nicht, ich weiß auch nicht mehr, wie ich so blauäugig sein konnte.
Da das Baugerüst noch stand, war der Anlagenbauer im Dezember noch schnell dabei die Module auf dem Dach zu montieren. Leider haben die Jungs einerseits die Unterkonstruktion ziemlich weit über die Module herausragen lassen und außerdem die Kabel nicht hochgebunden, so dass sie auf die Dachpfannen durchhängen. Samt Stecker. Hab da keine Erfahrungswerte, aber ich kann mir schon gut vorstellen dass in den nächsten 30 Jahren da Wasser in die Stecker kriecht und mir die durchkorodieren. Also hab ich das gleich reklamiert und es war recht früh klar, dass noch mal jemand auf das Dach muss.
Ende Februar sind wir dann eingezogen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich immer wieder versucht, meinen Anlagenbauer zu erreichen und ihn dazu zu bewegen, den Inverter sowie die Inneninstallation zu erledigen. Doch er ließ mich bis Juni zappeln, bevor er wieder vorbeikam. Es folgten zwei, drei Termine, an denen er mehr oder weniger lang da war. Es zog sich wie Kaugummi hin, so dass ich telefonisch Druck gemacht und mündlich eine Frist bis Anfang August gesetzt habe, weil wir danach in den Urlaub fahren wollten.
Zu diesem Termin, an dem die Anlage fertiggestellt werden sollte, stellte der Anlagenbauer dann fest, dass die Jungs, die die Module aufs Dach geschraubt hatten, alle 20 Module in Reihe geschaltet haben, sodass im Keller 850 Volt ankommen. Der Wechselrichter kann jedoch nur maximal 800 Volt. Damit war klar, dass vor der Inbetriebnahme nochmal jemand aufs Dach muss. Angeblich ist dafür ein komplettes Gerüst notwendig, was natürlich weder schnell noch günstig zu machen ist.
Die mündlich gestellte Frist war also bereits abgelaufen, und im Urlaub habe ich mich wochenlang damit beschäftigt, dem Anlagenbauer hinterherzutelefonieren, ohne jemals einen Rückruf zu bekommen. Nachdem ich aus dem Urlaub zurück war, schrieb ich dann ein Einschreiben und setzte erneut eine Frist von weiteren fünf Wochen, bis zu denen die Anlage fertiggestellt sein sollte. Zumal Ende Oktober der Nachweis vorliegen muss, dass ich eine PV-Anlage installiert habe, da es sich, wie gesagt, um einen Neubau handelt. Nach Ablauf der Frist habe ich angedroht, den Auftrag zu stornieren, mir einen anderen für die Fertigstellung zu suchen und die entstandenen Kosten in Rechnung zu stellen. Und ich gehe natürlich davon aus, dass ich in dem Fall klagen müsste.
Wieder gingen drei Wochen ins Land und letzte Woche kam dann der Geschäftsführer persönlich bei mir vorbei um sich den aktuellen Stand anzuschauen. Ich sollte ihm einen Gerüstbauer besorgen und versprach mir endlich alles fertig zu stellen. Nun sind nur noch zweieinhalb Wochen übrig und der Gerüstbauer hat natürlich so schnell keine Zeit.
Und gerade eben kommt dann ein Brief per Einschreiben und besagter Geschäftsführer schreibt mir, dass er aus betrieblichen Gründen leider einen anderen großen Auftrag (den er im Juni angenommen hat), ausführen muss und frühestens im Dezember zu mir kommen kann.
Heißt also: die Frist wird definitiv verstreichen, ich habe mächtig Ärger weil auf meinem Neubau immer noch keine PV-Anlage läuft und kann mich auf eine Menge Streß gefaßt machen.
Das musste ich jetzt alles mal loswerden. Wenn ihr ähnliches erlebt habt oder Hinweise wie ich am besten aus der Nummer rauskomme immer gerne her damit.
Kennt jemand vielleicht einen Solateur der Deye Wechselrichter im Landkreis Ludwigsburg / Stuttgart in Betrieb nimmt?
Viele Grüße,
Thomas.