Hallo an alle. Der nächste Schritt meiner Energiewende steht an.
Aktueller Stand
Bereits geschafft ist PV und E-Mobiltät. Haus und Garage sind seit Mitte 2025 mit 17kWp PV belegt. 2 Eautos sind mittlerweile vorhanden. Fühlt sich alles super an. Unser Stromverbrauch beträgt aktuell ca 700kWh monatlich, noch ohne Wärmeenergie. Im Sommer ist alles entspannt, aber Nov/Dez reicht es mit 500/300kWh Ertrag vorn und hinten nicht. Aktuell erfasse ich meinen Gasverbrauch monatlich, um meinem Wärmebedarf genauer zu kennen, welcher potentiell als Stromverbrauch irgendwann noch dazu kommt.
Gesamtplanung
Für 2026 geplant ist jetzt ein großzügiger Speicher und eine Splitklima mit 4 Innengeräten.
2027+ soll die Pv dann nochmals ausgebaut werden bis 30kWp oder evtl sogar etwas darüber, je nach Bedarf, Machbarkeit und Netzbetreiberpuls. Bis jetzt habe ich mit meinem Netzbetreiber aber gute Erfahrungen. Ausbau der PV dann mit Augenmerk auf die Winterlücke also eher steil/süd. Als Ausbaupotential habe ich noch 60qm unverschattete Parkfläche die ich mit Solarcarports überdachen könnte, ansonsten bliebe noch der Garten mit PV-Zaun ect. Richtung Süd kommt bei mir Acker, da habe ich Glück. Fassaden-Pv fällt aus optischen Gründen aber aus. Da kommt die Faust, sowohl von meiner Frau, als auch von der Eigentümergemeinschaft.
202?/203? darf dann auch noch ne Wärmepumpe kommen. Aber die Preise für Wärmepumpen momentan finde ich einfach unverschämt. Teils 40k-50k € da sehe ich den Gegenwert einfach nicht. Eine Klima für 4 Räume bekomme ich warsch für unter 10k Euro eingebaut, Kühlung im Sommer wollte ich eh haben und die kann die Heizung zumindest stützen. Mal schauen wie groß danach die Not noch ist, die aktuelle Gasheizung ist auch erst 4-5 Jahre drin.
2026 Speicherprojekt
So nun zum Projekt Speicher. Aktuell schwanke ich noch etwas über die Kosten/Nutzen Dimension. Ob nun nur Eigenverbrauchsoptimierung 10-20kWh oder doch Einspeiseshift. Ich denke aber ich trau mich groß zu denken, muss ja vorangehen. Für mich klar ist, dass es ein Niedervoltakku wird. Grund ist einzig der Kaufpreis. Die bestimmende Variable jedes Speichers sind die Kosten für das Ein- und Ausspeichern jeder kWh. Da meine Gestehungskosten für PV-Strom bei nur ca 5Cent je kWh liegen, sind die Effizienzvorteile von HV-Speichern wenig von Belang, während die Kaufpreise der HV Blöcke die laufenden Kosten für jede kWh mal eben verdrei- bis verfünffachen können. Die aktuell möglichen NV-Speicherpreise von ca 100 Euro pro kWh Kapazität übersetze ich in ca 2 Cent Kosten pro kWh. Mit Speicherverlusten wegen mir auch 3 Cent. Sprich jede kWh welche durch den Speicher läuft wird für mich 3 Cent teurer. Damit kann man arbeiten. Zum Vergleich ein Hochvoltspeicher für 500 Euro Kaufpreis pro kWh würde jede gespeicherte kWh überschlägig (5000 Zyklen Lebensdauer) um 10 Cent verteuern. Ich falle unter das Solarspitzengesetz, Einspeisung im Sommer mittags hat potentiell den Wert 0. Abends sind aber 7 Cent EEG oder in der Direktvermarktung sogar mehr möglich. Bei 3 Cent Kosten lohnt es also, theoretisch, den Mittagsstrom erst abends einzuspeisen. Mit Hochvoltspeicher wäre das überschlägig unwirtschaftlich. Natürlich viel Theorie, ob es dann so klappt wie geplant ist fraglich. Klar könnte ich 0,8,15 umsetzen, Hybridwechselrichter, 10kWh Byd Batterie ran, Eigenverbrauch decken, fertig. Aber das fühlt sich falsch an. Einspeisung Mittags die keiner will und bezahlt, und die Entladeleistung des Speichers reicht noch nicht mal zum Auto laden, mit Glück noch zum Kochen plus Waschmaschine. Da muss also ne Männerlösung her.
Technik
Da NV liebäugle ich natürlich mit Victron.
Solides Autoladen mit mindestens 11kW (besser 22kw) aus dem Speicher ist dabei schonmal Grundanforderung. Die Speichergröße sollte den Sommertagesertrag aufnehmen können, also bin ich bei 100-120kWh Batterie. Ersatzstrom und Speicherreserven für das Szenario “Eine Woche Wolken” finde ich spannend, da es beides sozusagen “gratis” dazugäbe, dafür allein würde ich aber so ein System nicht bauen. Der wirtschaftliche Treiber wäre einzig das Delta von 0 Cent (Mittags) auf 7 Cent (Abends)Einspeisevergütung und der Wille, bei der Energiewende einen halben Schritt weiter zu kommen, selbst wenn sich der Speicher nur knapp oder auch gar nicht rechnet.
Zur Umsetzung denke ich an 3x 10.000er Multiplusse. Was mich etwas abschreckt ist deren höherer Dauerverbrauch aber viele sinvolle Alternativen sehe ich nicht, es müssten ja täglich 50-100kWh in den Speicher rein und wieder raus. Evtl kämen auch ein bis zwei 20kW Deye Wechselrichter oder was ganz anderes in Frage, keine Ahnung wie es im Vergleich um Effizienz und Eigenverbrauch bestellt ist? Ich habe noch etwas Angst, dass sich der Einspeiseshift aus irgendwelchen Gründen zerschlägt und die Multiplusse am Ende doch nur noch meine 200Watt Nachtverbrauch puffern und dabei dann selber 300Watt verbrauchen, im Winter dann noch samt Heizmatten ect. Aber egal, das wird jetzt umgesetzt, einfach weil ich das so haben will.
Im Gewerbebereich gibt es natürlich auch Fertiglösungen. Kühlschrankformat 200kWh, alles fertig verkabelt mit Wechselrichter, Brandschutz, Heizung, Kühlung ect,. Diese Teile kosten aber wenn ich was dazu gefunden habe, dann doch wieder mehr, eher so 200€ pro kWh aufwärts.
Die Vorraussetzungen bei mir sind soweit da, ich habe ein Imsys mit Gateway, meine Solarwechselrichter sind Fronius, ein Victron Smartmeter ist bereits verbaut, die Verkabelung zwischen Zählerkasten und Garage (dort soll der ganze Batteriebums hin) ist großzügig. Überall liegt Netzwerk bereit. Es ist auch ne Fachfirma für mich greifbar die Victronsysteme umsetzt. Schauen müsste ich noch welche Speicher. Pylontech ist ja mittlerweile eher out und auch nicht mehr vorn bei P/L. Über den Preis landet man schnell bei den 15-30kWh Blocks von Nkon oder Felicity. Leider liest man hier im Forum auch schnell von deren potentiellen Qualitätsmakeln. Vorstellen könnte ich mir auch fertige EEL-Speicher oder was anderes falls wer Vorschläge hat. Aber durch die geplante Speichergröße müssts halt schon günstig, also um die 100€ pro kWh. Selbstbau schließe ich grundsätzlich aus, wäre vermutlich auch mit der Firma nicht zu machen.
Ansonsten was habe ich übersehen? Wo werde ich Probleme bekommen? Thema Direktvermarktung (Luox) finde ich noch etwas teuer und undurchsichtig. Ich gehe aber davon aus, dass da mit den neuen Gesetzen zu Speichern und den Plänen zu EEG im Zeitraum der nächsten 5 Jahre einiges losgehen wird. Optimal wäre natürlich automatische Direktvermarktung statt EEG über jeden Netzbetreiber als dessen Pflichtangebot mit Imsys. Mal schauen ob sowas kommt.
Viele Grüße