Mein PV- Projekt, Frage an die Profis

Sehr geehrtes Forum,

ich habe lange gehadert mich hier auszulassen und einfach mal blöde rein zu fragen. Jetzt habe ich mich doch entschieden, euch mit meinen Gedanken zu fordern :). Ich bin Familienvater mit Eigenheim und bin schon lange am überlegen eine Investition zum Thema PV, Wärmepumpe Luft Luft, wie unser Akkuguru vorschlägt, Heizstab in die Gasheizung, etc pp zu tätigen. Doch es scheitert an vielen Fragen.

Ich würde euch einfach kurz mal das Projekt vorstellen.
Wir haben zwei Gebäude auf unserem Grundstück, einmal ein Wohnhaus und eine Scheune. Ich hätte schon länger gerne auf der Scheue eine Photovoltaikanlage installiert. Sie hat Südausrichtung und bekommt relativ viel Licht ab. Die Dachneigung ist ca 35°. Das Dach ist 10m Breit. Das Wohnhaus bekommt nur bis kurz nach dem Mittag Sonnenlicht ab und eignet sich deswegen, meiner Meinung nach nicht für eine wirtschaftliche Investition.

Unser Verbrauch ( 2 erwachsene und 1 Kind ) liegt mit WW-Boiler bei ca 13,58 kWh am Tag. So,da steht man jetzt... Wir können uns eine riesen Sprünge erlauben und machen alles selbst. Jetzt überlegen wir eine PV-Anlage zu montieren und steht bei beginn seiner Überlegung vor einer riesen Menge an Informationen und Produkten. Solateure brauch man nicht Fragen, da ist das Budget schnell gesprengt. Fragen wie:

  • Muss man die Statik des Scheunendachs berechnen lassen (TEUER) bevor man die Anlage montiert
    -Für welche PV-Module soll ich mich entscheiden
    -Wie schließe ich das Haus am besten an. Entfernung Scheune zum Hauptstromkasten ca 40-50m Kabellänge
    Wie löst man vllt gleich eine Unterbrechnungsfreiestromversorgung und ist das teuer ?
  • Wer schließt mir sowas an die Hauselektrik an...
  • 19% MwSt aktion wie lange noch ??
    und die wichtigste Frage welche Produkte !

Ich habe auf Ebay Kleinanzeigen einen Lagerverkauf gefunden der Sets wie sowas verkauft:
24x 415W TRINA VERTEX S FULL BLACK TSM-DE09R.05
1x 10kW HUAWEI Hybrid Wechselrichter SUN2000-10KTL-M1 3-Phasig
1x 5kW Huawei Luna2000-5KW-C0 Leistungs Modul BMS DC Wandler
1x 5kW Huawei LUNA2000-5-E0 BATTERY MODULE BATTERIESPEICHERMODUL
1x Huawei Smart Power Sensor 3 Phasig DTSU666-H 100A/50mA
1x Wallbox Huawei FusionCharge AC 3PH AP022N-EU Charger 3-phasig 11 / 22 kW
für ca 6000 €, da denkt man sich als Familienvater, Super ! Das ist noch irgendwie bezahlbar aber sind die Produkte was / etc pp. Die Fragen und die Unsicherheit häufen sich und man lässt es dann doch.

Ich hoffe mein Beitrag ist nicht zu unstrukturiert aber im Grunde ist das meine Situation. Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Tipps.

Frag einen zimmerer, ob die Dachkonstruktion noch gut ist.
Wie groß ist die fläche nach Süden?

Für eine Anlage hab ich mir mal 1600/1000V Erdkabel 4x10 genommen, um 40m zu überbrücken vom Sammler zum WR. Da waren >12kW am Dach und der WR im Keller. Bei 700-800V DC hast damit kaum Verluste. Den Sammler hab ich selbst gebaut mit 20 Sicherungen, MI400 Kasten und Feuerwehrschalter. Da dran waren so 140 uralte CIGS Module, die es zum damals (2016) unschlagbaren Preis von 0,10/W gab,

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Wir hatten mit unserer kleinen DHH mit Gauben das Problem, dass die verfügbare Dachfläche sehr klein ist. Alle Solateure im näheren Umkreis hatten abgewunken und keinerlei Interesse gezeigt.

Letztlich hat ein großer Anbieter, der europaweit aktiv ist (Otovo) ein Angebot gemacht, das wir akzeptabel fanden.

12.500€ pauschal für:

  • 9 Trina-Module TSM-440 NEG9R.28 mit insgesamt 4kWp,
  • 3 Optimizer (wegen Verschattung durch die Gauben),
  • Huawei Wechselrichter SUN2000-4KTL-M1 (High Current Version) einphasig,
  • 5kWh Huawei Speicher LUNA2000-5-S0 (5.0 kWh) und
  • Smartmeter Huawei DTSU666-H (250 A/50 mA) (250A).

Zahlung erst, nachdem alles installiert und in Betrieb war.

Hardware hat laut Rechnung ca. 6.500€ gekostet, der Rest waren Arbeitskosten bzw. für die Planung. Wenn man den kleinen kommunalen Zuschuss und die Steuerersparnis wegen Handwerkerleistungen abzieht, dann hat uns der Spaß letztlich 10.000€ gekostet.

Da ist Dein Angebot für die Hardware schon ein echtes Schnäppchen.
Huawei ist in China sowas wie Siemens in Deutschland. Die Marke ist sicher technisch solide.

Die Beratung und alles andere lief bei uns über Internet mit Video-Meeting.
Ich musste Fotos machen und z.B. die Abstände zwischen den Dachsparren messen. Das Thema Statik wurde nie angesprochen.

Vertragsabschluss 12/2023. Am Ostersamstag 2024 kam dann eine Firma Hatra für die Montage der Module.

Einer der 3 Jungs hat Deutsch gesprochen und das Team hat trotz Ramadan (=ohne Trinken oder Essen) an dem sonnigen Tag alles sichtbar geübt und professionell aufs Dach geklatscht. In der Woche drauf kam dann der Elektriker.

Kleine Nacharbeiten wegen den Optimierern wurden nachdem ich schon bezahlt hatte anstandslos durchgeführt.

Ich bin mit der Hardware bisher sehr zufrieden. Es gibt 5 Jahre Garantie für WR, Speicher und Installation, 10 Jahre für die Module. Die Module hatten im Sommer mit bis zu 4,4kW teilweise mehr als die offiziellen kWp geliefert.

Für Deine Fragen hier ein Auszug aus unserem Kaufvertrag:

"Spezifische Preisannahmen für die Solaranlage:
i. Die Verkabelung vom Dach zum Wechselrichter und/oder Schaltschrank sollte auf die praktischste und kostengünstigste Weise erfolgen, wobei die Gesamtlänge der Kabel maximal 50 Meter betragen darf.
j. Der Wechselrichter wird im selben Gebäude wie die Solaranlage, im selben oder einem angrenzenden Raum wie der Schaltschrank oder die elektrische Anlage mit einer maximalen Kabellänge von 10 Metern installiert und an das Stromnetz angeschlossen.
k. Die Dacheindeckung ist in einem geeigneten und undurchlässigen Zustand und verfügt über eine solide Dachunterkonstruktion, die für die Montage und Befestigung der Solarmodule geeignet ist. Sollte sich das Dach oder das Grundstück in einem Zustand befinden, dass die Installation der Solaranlage ohne größere Reparaturen oder bauliche Maßnahmen nicht sicher durchgeführt werden kann, hat Otovo das Recht, das Projekt ohne jegliche Haftung abzubrechen und dem Kunden die entstandenen Kosten in Rechnung zu stellen."

Man braucht nach meiner Meinung für eine größere PV-Anlage auf jeden Fall Fachleute mit entsprechenden Zulassungen. DIY ist wahrscheinlich nur eingeschränkt möglich.

Deshalb würde ich zuerst jemanden suchen, der das Zeug anschließen und beim Netzversorger anmelden darf und dazu bereit ist. Mit dem dann absprechen, was an Eigenleistung möglich ist.

Erst danach die Hardware kaufen!

Diese Firma Hatra aus Karlsruhe erschien mir ziemlich flexibel. Die sind 350km zu uns unterwegs gewesen, also weit außerhalb von deren offiziellen Einzugsgebiet. Der Elektriker hat mir erzählt, dass die jede Woche 3-5 PV-Anlagen aufbauen.

Unser Problem war ja, überhaupt jemanden zu finden, der gewillt war, unser Mini-Dach zu bestücken. PV für ein großes Scheunen-Dach ist vermutlich wesentlich einfacher aufzubauen und pro kWP sehr viel billiger. Die Investition hast Du wahrscheinlich in wenigen Jahren wieder drin, selbst wenn Du dafür ein Darlehen aufnehmen musst.

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Den, am Ende, teuren Fehler macht fast jeder am Anfang. Laß es bitte sein.

Hier zu posten ist schon mal ein guter Anfang. Ein paar Antworten ...

Statik - Module wiegen heute gerade mal 10kg je m2, dazu 1-2 kg für die Unterkonstruktion. Das ist in jeder normalen Statik als "Sicherheitsreserve" enthalten. Wenn der Dachstuhl also völlig intakt ist und keine Auffälligkeitem, wie z.B. Durchbiegungen, Risse, Fehlteile ... zu erkennen sind hätte ich da keine Bedenken. Ideal wäre ein erfahrener Statiker, der nach Feierabend mal rüberschaut. Der braucht, in der Regel, keine tiefgehende Berechung, sondern kann das aus seiner Erfahrung ableiten.

Module - sind zum jetzigen Zeitpunkt völlig bedeutungslos. Erst wenn die komplette Anlage durchgeplant ist, weiß man welche Art Module benötigt werden. Da geht es um Spannung und Stromstärke, wobei es große Unterschiede gibt.

Zuleitungskabel - mit dem Elektriker abstimmen, der die ganze Voranfrage, Anschluß, Abnahme und Anmeldung vornimmt. Auch Zählerschrank ist dabei sehr wichtig.

Welche Produkte - ergibt sich im Laufe der Planung von alleine.

19% - ich bin da skeptisch, wenn ich sehe was sich gerade in Österreich und Holland passiert. Dazu Neuwahlen ...

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Hey danke für eure Anregungen. Ich schätze aber so ins Detail zu gehen, dass man sich eine Anlage komplett selbst plant, etc. Ist mir einfach zu viel aktuell. Wir renovieren unseren Altbau, da kann ich nicht auch noch in die untiefen der feinen unterschiede der PV Module oder Wechselrichter etc pp eintauchen. Gibt es keine guten Empfehlungen von Sets ?

Viele liebe Grüße

an sich ist das im ersten posting angeführte material denk ich schon OK, und die auflistung vollständig. die trina vertex S gibt's inzwischen mit mehr leistung (ich hab im september '23 ein dach mit 420ern machen lassen, jetzt kommt ein weiteres dran mit 450ern, bei gleichen modulabmessungen). die wechselrichter aus dieser serie gibt's in verschiedenen leistungsstufen, den kannst du also passend dimensionieren zur gewünschten anzahl module. die batterie ist auch modular (in 5 kWh-schritten). was da fehlt, ist das montagematerial und die kabel. und ob du bei einem "lagerverkauf" gewährleistung bekommst?

ich hab jetzt mit den trina-modulen und dem Sun2000-wechselrichter 1 1/2 jahre erfahrung und kann nix negatives sagen. keine ahnung, wie die integration des akkus ist. die app und website von huawei ist so mittelmäßig, du siehst den ertrag und so, aber schön und smooth ist anders.

wegen der verkabelung mußt du halt überlegen, wo der wechselrichter hinsoll. dabei auch bedenken, ob du notstrom/ersatzstrom fürs haus haben willst. dafür brauchst du beim huawei-system übrigens noch die "backup box", die das möglich macht. und dann musst das halt 60 oder 80 cm tief verlegen nach den regeln der kunst, viel spaß beim graben (mir haben 5m schon gereicht). mein elektriker hat gleich gesagt "graben musst aber selber" und mir kabel und leerrohr angeliefert...

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Vielen Dank für eure Antworten. Schätze man muss sich entweder selbst zum profi machen oder für teuer Geld eine Firma beauftragen.

Hallo Tim,

kannst Du zum Einstieg ggf. erstmal vier Module mit einem Hoymiles-1600 als Balkonkraftwerk am Haus montieren? Dann kannst Du da schon mal bischen reinschnuppern und einen Teil vom Eigenbedarf decken. Ansonsten ist es in der Tat einfach erforderlich etwas Zeit zu investieren. Wenn Du mit dem Altbau eh am Sanieren bist, wirst Du dafür ja sicherlich einen Elektriker haben? Wäre der den bereit anzumelden oder kennt jemand, der das macht? Mit dem Elektriker mußt Du dann Material und Vorgehen besprechen. Hier im Forum hab ich neulich einen Link gesehen, die das überregional anbieten, Prüfung+Anmeldung: PV Anmeldungen - Elektrotechnik Hoffmann. Aus welcher Ecke kommst Du denn? Wir hatten hier mal eine Map, wo man sich eintragen konnte, finde die leider nicht mehr. Ich wäre hier in Bremen gerne bereit, jemand meine Anlage zu zeigen. Ich mußte vor drei Jahren den Verteilerschrank erneuern, weil es in den alten mit zweiadrig etc. von der Küche in eine Sicherung getropft hat und hab da einen Elektriker gefunden, der auf seiner Webseite anbietet, daß man mithelfen kann. Der hat mich so nach und nach an verschiedene Arbeiten rangeführt, bis hin zu zwei Wochen, wo ich für die neue Wohnung der Schwiegereltern zwei Wochen Schlitze gefräst und Dosen gebohrt habe ... Der macht allerdings keine PV und geht langsam in Rente, aber hat mich an einen Kollegen empfohlen für die PV, der dann auch keine Probleme mit meinem gewünschten Setup (Fronius Symo 6.0, Multiplus 48/5000/50-70, Selbstbau-14 kWh Akku) hatte. Für die Montage hab ich über ein Netzwerk auch jemand gefunden, der mir da federführend geholfen hat. Wenn das Dach der Scheune nicht erneuert werden muß, würde ich einfach warten, bis zu mit Deinem Pflichtprogramm durch bist, sonst da gleich zumindest die Dachhaken mit setzen lassen. Viel Erfolg, Jens

Ganz ehrlich? Es scheitert wirklich an zuvielen Fragen.

Rennovier das Haus und guck dann weiter. Bevor du die Heizung erneuerst frag nochmal nach. Verschieb die PV. Oder, wenn auch evtl. mit Kredit falls es diesen sowieso schon gibt mit guten Konditionen vom Haus, lass es vom Solarteur machen. Dann hast du alles aus einer Hand.

WENN du es machen lässt, dann kannst du hier TROTZDEM noch fragen nach Material. Z.B. würde ich dir immer einen günstigen Wechselrichter und Akku empfehlen, die Huawei Akku kosten immer noch zuviel, nur als Beispiel. Der Solarteur kann auch das verbauen, was du haben willst. Der verdient so oder so daran.

Desweiteren kennt der sich auch mit Rechtsfragen aus, bzw. auch DU musst das, weil das DEINE Anlage ist. Du wärst nicht der Erste, der deswegen dann Probleme bekommt, am Ende sind es deine Nerven.

Wenn du also glaubst noch nicht genügend Zeit zum Einlesen zu haben und es gibt noch wichtigere Dinge: Beschränke dich auf diese. Das hier ist zwar auch wichtig, aber ein Bad oder ne Küche sind bestimmt wichtiger. Polierte Messingbeschläge jedoch nicht. Da würde auch erst einmal ein Balkonkraftwerk reichen, das ist auch rechtlich einfacher. Und gehörte dann natürlich ans Haus und nicht auf die Scheune.

Ich würde mal so anfangen:
Es braucht ein ausreichend großes Leerrohr vom Haus(keller?) Betriebsraum zur Scheune. Da kannst später alles reinwerfen was du brauchst. In der Scheune läßt das in Brunnenringen enden, damit du leicht Kabel einziehen kannst.
Parallel zum Leerrohr, in ca. 50cm oder mehr Abstand, legst du gleich mit einen Erdungsdraht ins Loch rein. Der endet im Haus entweder am ringerder falls schon vorhanden, oder an der Potentialausgleichschiene. In der scheune halt im brunnenring oder direkt daneben. Im Haus reicht dafür grüngelbes 1x16.

wenn du das selber machst, kannst schon einen Haufen Geld sparen. In der Zeit läßt einen Sachverständigen (Zimmerer oder so) mal die Dachsparren anschauen, ob die noch OK sind.

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