Mein Energiekonzept ... und ein "bisschen" PV dazu. ^^

Vor knapp 4 Jahren ging es los ... da bekamen wir nach langem Warten unser Eigenheim.

Baujahr 1985, EG- und DG-Wohnung, zu ausgebauter Keller (abzüglich Heizraum und einem Lagerraum) und eine Garage. Terasse, Garten in einer ruhigen Wohngegend in Worms ... kurzum ... das große Spießerpaket. :slight_smile:

Beim Rundgang gab's im Heizraum eine heftige Überraschung:

Ein Blick in den Heizraum zeigte auf einer Seite eine einzige Styroporwand. Unten luckten die Köpfe von Wasserboilern heraus ... ja, die Fußbodenheizung wurde fast 40 Jahre lang rein elektrisch geheizt.
Hinter der Wand in jede Menge Mineralwolle gehüllt versteckten sich 5 Oldberg Wasserboiler mit insgesamt 3850 Liter Wasserkapazität und einer maximalen Gesamtheizleistung von 50kW! Ich hab' einen privaten Ferraris Stromzähler noch nie in meinem Leben so kreiseln sehen und möcht's auch nie wieder. Knapp 24€ die Stunde kostete der Spaß bei Maximallast. ^^

Des Rätsels Lösung: der Vorbesitzer war Elektromeister und arbeitete im einem Atomkraftwerk. Da war Strom dann wahrscheinlich die günstigste Heizmethode. Immerhin wurde das warme Wasser dann über einen Mischer zur hausweiten Fußbodenheizung gepumpt ... Temperaturregelung in den Räumen? Fehlanzeige. :smiley: Da gab's nur einen Abgleich der Vorlauftemperatur mit der Außentemperatur.

Damit war klar:
Das musste als aller erstes fallen!

Unser eigentliche Plan war als Hauptenergieträger eine Erdwärmepumpe, als sekundäre Ausweichmöglichkeit ein Pelletofen mit Wassertasche im Wohnzimmer. Ein Arbeitskollege hatte ein halbes Jahr vorher eine Erdwärmeanlage mit 15kW + Solarthermie für etwa 28.000€ errichten lassen. Da wir ähnlich dimensioniert lagen, hatten wir 35.000€ dafür eingeplant ...

Dann begann der Krieg (Also nicht bei uns, dennoch sehr blöd).

Auf unser Angebot für die Erdwärmeanlage mussten wir 9 Monate warten. In der Zwischenzeit hatten wir bereits behelfsmäßig einen der günstigeren, erhältlichen Pelletkessel (Robin Wood Ecopellet 24kW) im Keller positioniert und an den noch jungfräulichen Kamin angeschlossen. 2 der 5 Boiler verblieben als Heizungspuffer, alles andere flog raus.

(Mal noch eine Impression meiner Einhausung der beiden verbliebenen Boiler. Wurde natürlich noch bis zur Deckplatte in Holz eingekleidet ... aber heute sieht's schon wieder ganz anders aus ^^)

Während wir dann sehr kräftig mit der Sanierung und Modernisierung der Dachwohnung beschäftigt waren, trudelte dann auch irgendwann das Angebot ein: 81.499€
Ich brauche ich nicht erwähnen, dass der Kessel bis heute sehr, sehr brav seinen Dienst verrichtet.

Immerhin hat der Elektrikermeister die komplette Hausverkabelung selbst gemacht ... was echt Vorteile hatte: wirklich überall ist 5-Ader-NYM verlegt, im Stromverteiler könnte ich fast unser Auto parken und die Anzahl an Sicherungsautomaten könnte darauf schließen lassen, das jede Steckdose einzeln aufgeschaltet ist (so schlimm ist's zum Glück nicht). Ok, hinter die Abdeckungen durfte man besser nicht schauen, wenn man nicht ganz fürchterlich Hunger auf ein italienisches Nudelgericht bekommen wollte und an vielen Stellen hätten tiefe Unterputzdosen echt mehr Spaß gemacht ... aber das ist Jammern auf hohem Niveau ...

Jedenfalls bekam das Haus bis 2025 dann eine recht umfangreiche Homematic Installation spendiert. In jedem Raum ein HmIPW Thermostat, auf jedem Stockwerk ein Fußbodenheizungsregler samt der nötigen Stellmotoren. Dazu eine ganze Menge an Schaltern und Tastern, die alten Timersteuerungen für die elektrischen Rollläden wurden ebenfalls durch die Homematic Variante ersetzt, die Garage bekam einen Elektromotor, ebenfalls von HM ansteuerbar, die Türschlösser wurden durch HM DLDs erweitert und ein dazu passendes Keypad vor die Tür gehängt. In der Unterverteilung übernehmen dann ein DRSI4 und ein DRS8W einige Schaltaufgaben ... habe ich erwähnt, dass ich die 5-Ader-Verkabelung liebe? :slight_smile:
Achso ... und als ITler darf natürlich das Netzwerk in (fast) jedem Raum nicht fehlen. Auch das kam noch rein.

Im Frühjahr 2025 kam dann ein Balkonkraftwerk mit schlicht auf unserer Garage liegenden Panelen dazu ... und dann war die weitere Entwicklung nicht aufzuhalten ....

Aber dazu dann morgen mehr. :slight_smile:

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Was für eine krasse Installation und dazu Dein genial geschriebener Artikel! Das macht echt Laune. Mein alter Herr hatte sich da zum Glück etwas zurückgehalten und beim Bau des Kernkraftwerks als El Ing genug zu tun, so daß nur die Fußbodenheizung im Flur/Essecke/Küche elektrisch ist und mein Kinderzimmer im selber ausgebauten Dachboden des Fertighauses einfach nen Ölradiator hatte, der nach fast 50 Jahren immer noch tut. Strom gabs damals für die Bayernwerkler deutlich reduziert, als das noch staatlich war. Ein inzwischen leider verstorbener Reihenhausnachbar von uns, El Ing bei einem der damals wohl größten Fruchtimporteure ging allerdings auch in die Vollen, was die Elektrotechnik im Haus anging :wink: Hatte vor seiner Demenz zum Glück seine Frau ausreichend gut eingewiesen. Freu mich auf Deine Fortsetzung!

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Jetzt doch mal rein interessehalber: was wurde denn da alles angeboten?

Eine WP für eine vorhandene FBH plus irgendwas für Warmwasser bekommt doch selbst der abgedrehteste Heizi nicht in solche Preisregionen.

Ok, alleine das rausschleppen der alten Speicher wird seine Zeit dauern, aber selbst dann ists noch abstrus.

Oliver

Klingt sehr spannend. Jetzt nach dem Jahr kann doch abgeschätzt werden wieviel Wärme überhaupt benötigt wird. Wieviel ist es denn? Also ob eine Erdwärmewärmepumpe überhaupt sinnvoll ist. Und die ganzen Daten von der Heizung, max. Vorlauf, Rücklauf etc. pp.

Schöner Bericht und sehr interessante Installtion.
Bei uns sah es ähnlich aus, Häuser 1936 Gebaut für die höheren Abgestellten eines Chemiewerks auf der anderen Straßenseite. Von da aus gab es Fernwärme, bis in die 90er Jahre sogar kostenlos, dann hat das Finanzamt gemeckert und sie mussten pauschal 10DM zahlen.

Wir haben in jedem Kellerraum Heizkörper, sogar im Keller unter der Terrasse der einen eigenen Eingang hat.

Warmwasser wurde übrigens direkt vom Werk bezogen, und somit haben die teilweise die Blumen / Rasen mit Warmwasser gegossen, weil es dafür keinen Zähler gab.

Also heute ist ja der Jahrestag des Mauerbaus...

"Wir bekamen" die Wohnung zugewiesen? "Heftige Ueberasschung" Also ich inspiziere das Haus welches ich kaufen will.

Wie kanns du nicht gewusst haben welche Heizung da drinne war?

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@oliverso

Eine WP für eine vorhandene FBH plus irgendwas für Warmwasser bekommt doch selbst der abgedrehteste Heizi nicht in solche Preisregionen

Ich stimme Dir zu - das Angebot war absolut unrealistisch. Zu der Zeit waren alle WP-Bauer komplett überlastet und entsprechend hatte der Anbieter wohl geglaubt, er könne mal was verdienen ...

Der höchste Einzelposten des Angebots war allein schon die Erdbohrung: 2 x 100m, vom Hersteller selbst ausgeführt, ~ 29.000€. Dazu kam dann Pufferspeicher, die Erdwärmepumpe (glaube, 15kW), Wanddurchführung, u.s.w.
Glaube, als Besonderheit hatten wir lediglich noch zwei neue FBH-Heizkreisverteiler mit drin, ansonsten ging es allein um die EWP. Leider hat das Angebot sehr schnell Bekanntschaft mit einer blauen Tonne gemacht, sonst könnte ich nochmal nachschauen ... wobei ... möcht' ich eigentlich nicht, sonst ärgere ich mich nur nochmal.

Achso: den allergrößten Teil aller Arbeiten davor hatte/habe ich bereits ausgeführt: die alten Puffer waren also schon draußen - der Keller wäre leer gewesen.

@roterfuchs

Mittlerweile problemlos ... das Haus ist meiner Meinung nach für seine Größe (120m² Grundfläche, etwa 209m² Wohnfläche + unbeheiztem Keller) und Alter (Bj. 1985) erstaunlich sparsam. Unser eBay-Billig-Pelletkessel ist mit 24kW zwar überdimensioniert, aber durch die großen Puffer passt's dann doch ganz gut zusammen.
Unsere Vorlauftemperatur für die FBH lag in den letzten beiden Wintern lag bei 28 - 30°C bei einer Raumtemperatur zwischen 21 und 23°C. Der Rücklauf liegt in der Regel 3°C darunter.
Am Kessel selbst sind wir bei 70°C.
Für 2024 und 2025 benötigten wir jeweils ca. 3,5 Tonnen Pellets.

@hoschy

So sehr ich das mit dem Warmwasser nachvollziehen kann ... das ist letztlich oft leider auch mit ein Grund, weshalb solche Angebote dann eingestellt werden. Ein Bekannter und seine Frau hatten seitens Ihres Arbeitgebers E-Autos als Firmenwagen und durften bei Ihrer Firma kostenlos laden, arbeiteten die meiste Zeit im Homeoffice. Im fiel nichts bessers ein, als das Auto immer in der Firma zu laden, teils am Wochenende und anschließend über 'ne wilde Konstruktion sein Haus damit mit Strom zu versorgen. Im Endeffekt blieb ein Auto immer zuhause und das andere wurde geladen ... das kostenlos laden Angebot wurde dann auch recht schnell wieder beendet.

@luxbee

Ganz einfach: die Anzeige bestand auf Immoscout aus einem einzelnen, vermutlich aus einem Faxgerät gezogenen Foto sowie die drei Grundrisse von Keller, EG und DG. Groß Text oder Infos über die Heizanlage waren nicht vorhanden. Da uns der Grundriss extrem gut gefallen hat, haben wir dann eine Besichtigung vereinbart ... und DA kam dann die Überraschung ^^. Immerhin gab's auch was positives, was nicht im Angebot stand: eine Sauna.
Und ja, wir haben uns dennoch und danach erst für den Kauf entschieden. :slight_smile:

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Und lässt sich ja immerhin auch preiswerter entsorgen als eine Ölheizung von anno dazumal, die nur der Schornsteinfeger noch gut findet oder ne Ansammlung von Nachtstromspeicherheizungen mit Asbest und/oder Chromaten.

Absolut. Geht sehr einfach, brauchst Du nur für eine Nacht an die Straße stellen. :joy:
Die Mineralwolle war tatsächlich weniger spaßig ... da sind wir für ~4500 Liter nochmal ein paar Euros losgeworden.

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Ok, Erdwärne ist natürlich was anderes. 2x100m für 29.000.- wären in manchen Gegenden tatsächlich ein Schnäppchen.

Oliver

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Weiter geht's im Text ...

Nachdem ich (ja - ich ^^) also unseren Pelletkessel erfolgreich in Betrieb genommen hatte, wollte ich dann natürlich auch mal die Meinung und den Segen vom Schornsteinfeger ...
Bekommen die das eigentlich bei ihren Schulungen mit Vorschlaghammer und Meißel eingetrichtert, dass alte Kamine mit Pelletkessel immer versotten!? Das war jedenfalls sein klassischer Ansatz dafür, das mein Kamin uuuuuunbedingt saniert werden muss. (Der war zeitgemäß aufgebaut: Vierkant-Plewarohr mit ca. 28cm Innendurchmesser, außenrum Perlitschüttung, dann Bims-Mantelsteine.). Die Diskussion hatte mein Vater schon mit seinem Schorni und sein Schornstein ist eindeutig schlechter aufgebaut ... seit 20 Jahren hängt bei im ebenfalls ein Pelletkessel dran, versottet ist da nie was.
Berechtigt war allerdings sein Einwand, dass ich an ein Rauchrohr keine zwei Geräte anschließen kann (ich hatte zwischenzeitlich auch eine Bohrung im EG vorbereitet, um da dann irgendwann den Pelletofen fürs Wohnzimmer anschließen zu können).
Also mussten wir uns dem Thema auch annehmen.

Auf meinen Vorschlag hin, dass die Mantelsteine ja genügen Platz für zwei 120er Stahlrohre bieten würde, bekam der gute einen halben Herzkasper! Neeeein ... das geeeht nicht! Das ist nicht zuulässig! Da reicht der Platz gar nicht ...!
Nachdem ich Ihm dann einen Tag später ein Bild gezeichnet hatte, in welchem zwei 120er Rohre sehr luftig in unserem 40x40 Schacht platziert waren, lenkte er widerwillig aber doch langsam ein ...
"Dann aber wenigstens was vernünftiges von Schiedel oder so! Ja keine eBay-Kacke!!111!!1!!" (Ich glaube, das muss eindeutig noch etwas sein, dass sie bei ihrer Ausbildung jede Nacht eingeprügelt bekommen ... Markennamen ... Markennamen ... Markennamen ...)
Eine Verordnung dagegen konnte er mir jedenfalls nicht vorlegen. Also war der Plan klar.

Die Erdwärmepumpe war gestrichen, also hatten wir in unserer Finanzierung noch ordentlich Kapital liegen und die KfW drängte so langsam auch intensiv darauf, den Pott einmal schließen zu dürfen.

Da parallel dazu bereits die Planung für unsere große PV ins Laufen gekommen war, ließ ich mir von einer regionalen Pelleteur-Firma (nennt man die so? :upside_down_face:) ein Angebot erstellen:

2 x 750l Warmwasserspeicher, weil wir den alten Boilern nicht mehr so richtig über den Weg trauten und sie zudem mächtig viel Dreck ins System warfen,
1 x 300l Brauchwasserspeicher mit 2 Wärmetauschern (unsere Warmwasserversorgung bestand bis dahin aus einem 25kW Durchlauferhitzer ... was ja nicht so richtig PV-kompatibel ist),
2 x 120er Rauchrohr im alten Schacht + Ausbau und Entsorgung des Plewarohrs (natürlich Schiedel! :joy:),
ne' kleine Pauschale für das Schleppen der Puffer in den Keller und
für das Schleppen unseres 300kg schweren Blade H2 UP 22 ins Wohnzimmer (den hatten wir mit als erstes gekauft und stand seit zwei Jahren in unserer Garage),
und für eine Endabnahme.
Preis passte zum Kapital, Auftrag erteilt.

Und ganz nebenbei hatten wir unsere Planung für die PV auch soweit fertig und einen Solateur gefunden, der uns das ganze dann anschließt. Den ganzen Kram bestellt und - weil die Speditionskosten für Module und Träger exorbitant hoch gewesen wären (okay ... zumindest gefühlt ^^), haben wir uns für eine Selbstabholung entschieden ....

Jaaa ... die Rennleitung hätte keinesfalls genau hinsehen dürfen. Wobei es grundsätzlich tatsächlich alles noch im gesetzlichen Rahmen drin war. ^^

Entsprechend meiner Planung wurde der Kamin entkernt und - wie vereinbart - hatte ich dann ein paar Tage Zeit, meine Leitungen für die PV und eine angedachte, kleine WW-Wärmepumpe im Dachboden in den Schacht zu ziehen ...

Schade ... die Arbeit war einmal umsonst ... isolierte Stahlrauchrohre darf man zwar problemlos offen durch einen Raum ziehen, aber in einem Kaminschacht dürften sie nur ein einsames Darsein fristen ... selbst wasserführende Rohre würden die Brandlast erhöhen ... grml
Also alles wieder raus und doch Schlitze im Treppenhaus klopfen.
Im Anschluss kamen dann die beiden Rauchrohre rein, klappte alles bestens. :slight_smile:

Dann ging's an die PV-Anlage ... natürlich im Hochsommer.
Praktischer Weise hatte mein Vater für Arbeiten an seinem Haus Bedarf für ein Gerüst und bevor wir eins mieten, haben wir schlicht gemeinsam eins gekauft.
Ich montierte das K2-Haltesystem ordnungsgemäß (sogar mit Drehmomentschlüssel! :sweat_smile: auf dem Dach, verlegte Schiene für Schiene. Gegen Ende war ich so durchgekocht, dass ich mir dann doch im Freundeskreis etwas Hilfe heranziehen musse.
Fürs Verlegen der 38 Panele brauchten wir dann noch etwa 3 Tage ... dann waren die beiden Felder oben. :slight_smile:

(34° Dachneigung, Südausrichtung / 6° gegen Ost, keine Verschattung ... also perfekt. :slight_smile:

Teil 3 dann später ....

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Ok also im Jahr ca, 17500kWh oder mit Wirkungsgrad des Pellet-Kessels 16 000kWh.

Das sind ungefähr bei COP4 (weil sehr niedrige VL-Temperaturen mit Fußbodenheizung) mit einer LWWP 4000kWh Strom. Mit einer Sole-WP vielleicht noch COP6, also 2670kWh.

Ob es einem dann wert ist, der Aufpreis von einer Erdwärmepumpe zu einer Luft/Wasserwärmepumpe bei ca. 1300kWh mehr p.a. muss man dann entscheiden.

@roterfuchs

Jepp. Meine Partnerin wollte besonders umweltfreundlich sein und zu der Zeit hatten wir auch noch keine Ahnung, wie viel Energie letztlich fürs Heizen wirklich gebraucht wird ^^. Die vom Sanitärunternehmen vorgeschlagene, alternative Luftwärmepumpe war mit ~37.000€ auch außerhalb des geplanten Budgets und so blieb es beim Pelletkessel. An PV hatten wir zu der Zeit auch noch nicht gedacht.

Wenn ich mal jetzt mal die 4000kWh mit 'nem Arbeitspreis von 30Ct / kWh multipliziere, dann komme ich auf 1200€. Meine 3,5t Pellets haben uns dieses Jahr 1295€ gekostet. Im letzten Jahr waren es noch 945€. Ist also nicht mal so ein riesiger Unterschied ... abgesehen vom zusätzlichen Aufwand.

Davon ab habe ich aber auch die Möglichkeit geschaffen, in der Übergangszeit über die PV zu heizen. Momentan noch mit Hilfe einer 6kW Heizkapsel (40% vom erzeugten Strom müssen ja eh weg ^^), aber ich liebäugle schon sehr stark mit 'ner Gelbi D 4.2. Dazu dann später mehr.

Kurze Zwischenfrage, die 3,5t Pellets inkl. Warmwasser ?

Wenn du sowieso eine Wärmepumpe benötigst macht es nicht wirklich Sinn nur eine BWWP zu nehmen. Nimm direkt die LWWP dann hast du Warmwasser mit der im Sommer mit einem spitzen-COP und im Winter reicht sie für WW + Heizen.

Eig schade um den grossen Wärmespeicher. Bekannter hat 6000l im Keller, allerdings nicht von WP sondern von Solarthermie gespeist. Mit WP geht so ein speicher aber auch gut, bei Sonne das Ding voll aufheizen lassen und man hat ne Woche Heizung im Keller stehn

@RoterFuchs:
Seit dem letzten Umbau wird das WW im Winter über Pellets und im Sommer über die 6kW Heizkapsel per PV-Überschuss (MyPV) aufgeheizt, ja.

Die Flussrichtung für den Wärmetausch Pellets->WW-Puffer kann ich über zwei Motorventile jederzeit umkehren, die Heizungspuffer können ebenfalls über Motorventile einseitig abgesperrt werden.

Das Umkehren hat zur Folge, dass der Rücklauf von unten durch den WW-Puffer gezogen und in den Vorlauf gedrückt wird. Ohne die Heizungspuffer geht das auf dem Weg erwärmte Wasser dann über den Mischer direkt in die FBH, alternativ kann ich auch einen oder beide Heizungspuffer gemütlich für die Nacht aufheizen, was erstaunlich gut funktioniert (aber halt auch mit höheren Verlusten einher kommt).
Eine Regelung sorgt dabei dafür, dass das WW auf der Mindesttemperatur bleibt.

Da die beiden Heizungspuffer keine Wärmetauscher haben, hätte eine LWWP wieder einen größeren Umbau mit deutlich höheren Kosten zur Folge. Eine BWWP kann ich hingegen recht simpel an den unteren Wärmetauscher im WW-Puffer anschließen, bekomme damit mit deutlich weniger Energieaufwand mein WW und könnte den entstehenden Überschuss dennoch für meine FBH abgreifen.

@tageloehner

Ja, wohl wahr. Bei ihrem Alter waren es allerdings kleine Zeitbomben inklusive Kellerüberflutungsgarantie. Fürs Warmwasser war vor unserer Zeit wohl noch ein sechster da, der hat dann aber ordentlich in den Keller gepinkelt, weshalb er dann von einem Sanitärbetrieb behelfsmäßig gegen einen Durchlauferhitzer getauscht wurde. Über die Verrohrung schmunzel' ich heute noch:

Warum man sowohl mit Zulauf als auch Ablauf einmal ums Carree fahren musste, erschließt sich mir bis heute nicht ^^. Und ja, es dürfte der gleiche Sanitärbetrieb gewesen sein, der mir das Angebot für die EWP erstellte ...
Jedenfalls ... für einen Bewohner okay, für fünf ging's auch noch aber für die PV ist's indiskutabel. :slight_smile:

Und was ich klar sagen muss:
Ich trauere meinen 4500l Mineralwolle tatsächlich ein wenig hinterher. Hab' zwar keine Messdaten, aber ich könnte schwören, dass die Wärmeverluste der alten Boiler in der Wolle besser war, als die der neuen Puffer.

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