Mehrere Fragen zum MP2 / Smart Shunt

Habe mein System erst seit ein paar Tagen am Laufen und heute verwirrt es mich.
Aufbau: 1x MP2 5000, Cerbo GX, Smart Shunt, JK BMS, 16s 280Ah, EM540

Das JK BMS ist (noch?) nicht am Cerbo angeschlossen. Hatte vorhin mal versucht es parallel zum EM540 am gleichen RS485-USB-Adapter anzuschließen, aber es wollte nicht direkt funktionieren.

Jedenfalls zur Schilderung meiner Probleme:
Die Batterie war von gestern voll und es ging in die Nacht. Alles super, MP2 regelt schön sauber auf den Setpoint von -50W aus.

Heute Morgen dachte ich mir, dass ich bevor die Sonne aufgeht, doch den Akku mal etwas leerer machen bzw. ins Auto laden könnte, schließlich wird er ja wieder voll werden. Zu dem Zeitpunkt hatte er noch etwa 85% Ladung. Also Auto sanft mit ~3 kW laden lassen.
Lief auch super, bis der Akku laut SmartShunt bei knapp 40% war.

Wie ihr (hoffentlich) sehen könnt, ging es von 40% schlagartig auf 28% runter (Würde ich verstehen, wenn er über Zellspannung schätzen würde. So verstehe ich es noch nicht ganz). Nur um dann nahezu sofort auf 100% Ladung hoch zu schnellen.
Ich habe es zum Glück recht schnell gemerkt, habe das Auto ausgemacht und bin zum MP2 gegangen. Dort leuchtete zwischenzeitlich die "Low Battery"-Warnung.
Zu dem Zeitpunkt flossen dann schon 600-700W aus der AC-gekoppelten PV-Anlage ins Netz ab - aber der MP2 wollte die Batterie nicht laden. Ist ja klar, war ja bei 100% angeblich. Spannung halt nur bei 52V.
Ich habe den MP2 nach einigem Beobachten dann erstmal neugestartet (Über den Schalter am Gerät) und dann hat er fröhlich geladen. Auch ganz super die maximal verfügbare PV-Leistung abgegriffen und rein in die Batterie. Und dann kommt dieses Verhalten, das ich überhaupt nicht erklären kann:
Er hat plötzlich Vollgas Leistung ins Netz gewuchtet - zusätzlich zur eh verfügbaren PV-Leistung.

Fragen die mir gerade im Kopf herumschwirren:

  • Warum die Entladung parallel zur PV-Anlage?
  • Warum schätzt der Shunt so krude den Ladezustand?
  • Wie kann ich diese Fehler(?) besser eingrenzen?

Danke für eure Hilfe an den Neuling bei dem Thema.
Anbei noch ein paar Bilder zur Konfiguration - kann gerne noch mehr liefern.

Moin,

Das funktioniert nicht. Du benötigst für jeden RS485 Teilnehmer einen eigenen RS485 zu USB Adapter. Welches JK ist denn verbaut? Ansonsten kann es auch per CAN zu USB Adapter (je nach BMS Typ) eingebunden werden. Dann sollte aber in VenusOS (also am Cerbo) auch das BMS als Batteriewächter eingestellt sein:

  • Ein Minimum SOC von 10% wird aufgrund von SOC Drift und anschließender Unterspannungserkennung höchstwahrscheinlich nicht funktionieren. Ein gängiger und funktionierender, minimaler SOC von 20% hat sich etabliert.

  • Dein Shunt muss m.E. erstmal das System "lernen". Und er muss natürlich auch ordentlich parametriert sein. Hierzu gibt es hier im Forum einen sehr lehrreichen Thread, den ich aktuell aber leider nicht auf die Schnelle finde...

Dazu kann ich leider nichts beitragen, wir arbeiten im Inselbetrieb ohne ESS Assistenten. Ich könnte mir vorstellen, dass unter bzw. Menü "Netzeinspeisung" >> "DC gekoppelte Überschusseinspeisung" aktiviert ist, aber das ist bei mir nur gefährliches Halbwissen.

Dazu müssten die netzparallelen Kollegen unter uns was beitragen :sunglasses:

1 „Gefällt mir“

Danke für deine Rückmeldung. Den Minimum SOC habe ich angepasst.

Mal schauen, ob ich noch eine Lösung für den Rest finde.
Kannst du mir erklären, warum man bei RS485 jeweils einen eigenen Adapter braucht, obwohl der Standard ja eigentlich ein Bussystem mit mehreren Geräten definiert?

RS485 definiert erst mal kein Bussystem als Solches.

Zitat:

Die RS485-Norm definiert lediglich die elektrischen Spezifikationen für Differenzempfänger und -sender in digitalen Bussystemen. Die ISO-Norm 8482 standardisiert darüberhinaus zusätzlich die Verkabelungstopologie mit einer max. Länge von 500 Metern.

Quelle: W & T

Zitat-Ende.

Das heißt, RS485 legt noch kein Kommunikationsprotokoll fest sondern beschreibt lediglich die elektrischen Parameter. Am Ende könnte man sagen, dass die Kommunikation zwischen einem BMS und dem Cerbo (VenusOS) eine rein serielle Kommunikation im Point-to-Point Verfahren ist. Es gibt also keinen Master und keinen Slave sondern eben nur die reine RT/TX Kommunikation zwischen zwei Teilnehmern und die Anzahl der Teilnehmer ist eben auf zwei begrenzt.

Wäre hier jetzt z.B. ein ModbusRTU Protokoll in Verwendung, könnte man eben mehrere Teilnehmer einbinden. Ist aber nicht der Fall. Bzw. am BMS ist ja auch keine Adresse einstellbar, aus oben genanntem Grund.

Von daher beötigt man für jeden seriell kommunizierenden Teilnehmer ( BMS, VE.Direct beim MPPT Lader, VE.Direct beim Smart-Shunt usw.) einen eigenen RS485 zu USB Adapter.

1 „Gefällt mir“

@itengelhardt Ich hab jetzt noch mal ein bisschen gesucht und den Thread zum Smart-Shunt gefunden.

...Schau hier mal nach...

Vermutlich musst du deinen Smart-Shunt noch richtig einstellen. Dazu ist der o. verlinkte Beitrag vom UFO ganz hilfreich.

Du kannst höchstens am Cerbo einen USB-Hub hängen und dann von RS485 auf USB damit deine Geräte am Cerbo anschließen.

Wie bereits geschrieben wurde, hast du RS485 und das Bussystem scheinbar verwechselt. RS485 hat damit nichts zutun.
Ein Gerät für einen Anschluss.
Bus System sind dann die Can-Bus Anschlüsse, die haben aber mit RS485 nichts zutun. Der Cerbo hat halt für beides Anschlüsse.