Ausgangslage:
Ich bin Eigentümer eines selbst bewohnten Mehrfamilienhaus, in dem eine Wohnung zusätzlich vermietet ist. Wir haben eine PV-Anlage mit 20 kWp, ein Batteriespeicher mit 20 kWh, eine Wallbox sowie ein Elektroauto und sind etwa von Mitte Februar bis Mitte November nahezu vollständig autark.
Die Warmwasseraufbereitung und Heizung erfolgen derzeit über eine Viessmann Gastherme mit angeschlossenem Wasserspeicher. Die Therme ist neun oder zehn Jahre alt.
Frage:
Grundsätzlich wäre es möglich, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zu installieren und diese selbstlos mit meinem eigenen PV-Strom zu betreiben, wovon natürlich auch die Mieter profitieren würden. Allerdings möchte ich das nicht, da die Abrechnung des selbst erzeugten Stroms in diesem Fall kompliziert wird und ich den Strom entweder verschenken oder mich mit komplexen Abrechnungsmodellen auseinandersetzen müsste.
Daher überlege ich, stattdessen für unsere eigene Wohnung (wir sind ein Zwei-Personen-Haushalt) eine kleine Brauchwasserwärmepumpe anzuschaffen und sie gezielt mit dem PV-Strom zu betreiben, im Keller wäre dazu noch ausreichend Platz. Im Jahr 2024 hatten wir einen Warmwasserverbrauch von 13,5 m³.
Du hast also Warmwasserzähler jeweils für die Mieter und für Dich?
Langfristig finde ich eine BWWP gut. Gerade wenn auf lange Sicht einen WP für die Heizung dazu kommen wird.
9 Monate im Jahr sparst du erstmal Gas und hinterher hast du die Möglichkeit die HZ-WP (oder Gas) im Sommer abzuschalten. Spart Geld, verlängert die Laufzeit und bei Reperaturen oder Umbauten o.ä. kannst du entspannt bleiben.
Und wichtig, einfache Umschalter vorsehen, um alles mit allem koppeln zu können. Man weis nie was hier in DE noch so abgeht mit den Figuren in Berlin.
Bleibt die Preisfrage und die Größe ... 200 oder 300 oder mehr Liter Speicherinhalt.
Ja, genau – wir haben für die Abrechnung u. a. Wärmezähler, Wärmemengenzähler und Warmwasserzähler im Einsatz.
An eine Umschaltbarkeit habe ich auch schon gedacht, sodass ich je nach Bedarf flexibel schalten und walten kann.
Meiner Meinung nach sollten 200 Liter mehr als ausreichend sein – vielleicht sogar schon etwas überdimensioniert, da unser Bedarf nicht besonders hoch ist. Die Kosten sollten idealerweise bei max. 2.000 Euro liegen. Zudem wäre die Frage nach dem Kältemittel (idealerweise vielleicht R290) und ob ich die Brauchwasserwärmepumpe auch im Kellerraum installieren darf, wo auch die Gastherme steht. In der Verwandtschaft gibt es zudem entsprechende Fachkenntnisse, sodass die Installation kein Problem darstellen sollte.
Meinst du, das sich für einen 2 Personen Haushalt eine BWWP lohnt?
Zu den Anschaffungskosten des Gerätes kommen noch die Installationskosten auch der Kühlluftleitung mit z.B Kernbohrungen und der Kondensatableitung.
Dazu kommt der Platzbedarf durch die Aufstellfläche.
Viel einfacher ist doch ein kleiner 2KW Elektrospeicher, der einfach in die Ableitung der Gastherme eingeschleift wird. Für 2 Personen reichen bei uns 50 Liter Inhalt. Mit so einem Gerät sind dann auch höhere Wassertemperaturen von 65 oder sogar 75 Grad kein Problem, so das keine Legionellenbelastung des Warmwassers vorkommt.
"Im Jahr 2024 hatten wir einen Warmwasserverbrauch von 13,5 m³."
Und welche Wärmemenge ist das dann? Du kannst ja 13,5m³ Wasser mit 40°C haben, 50°C, 60°C, 80°C, .....
Weil 13 500liter sind pro Tag 37 Liter. Bei 60°C und Zumischung von 10°C sind das ca. 62l am Tag mit 40°C. Bei 70°C sind es 74l am Tag.
Ergo würde auch ich sagen: Boiler kaufen. In der Küche einen 5-10l Boiler (sofern überhaupt benötigt). Im Badezimmer einen 80l Boiler vielleicht in horizontal. Frisst wenig Platz. Im Sommer reicht das locker vom Strom, im Übergang sicher auch. Ideal: Temperatur so niedrig wie möglich, wichtig ist der Wasserumlauf und nicht die Wassertemperatur. Lieber niedriger einstellen und dafür z.B. alle 2 Tage das komplette Wasser getauscht anstatt hohe Temperatur.
Mein Copilot "Taschenrechner" meint für meine Abschätzung: Um 13,5 m³ Wasser von 12 °C auf 55 °C zu erwärmen , benötigt man etwa 674,99 kWh. Mit sagen wir 30 Ct/kWh sind das rund 200 Euro im Jahr. Die ganze Rechnung hängt sicherlich sehr davon ab, was man selber machen kann/mag, was die nackte BWWP kosten darf und ob für RoterFuchs Boiler der Platz in der Küche/Bad da ist, die sich aber halt auch nicht von selber installieren.
Naja aber überleg mal. Lass es 1000kWh sein. Das sind bei 180 Sommertage 400kWh, also um die 2kWh am Tag. Die bekommt man locker rein. Selbst im Übergang halte ich das für realistisch.
Damit bleiben 90 Tage Kernwinter. Ob nun 90 Tage 200kWh oder mit einer BWWP 90Tage 70kWh.... Die Kosten für den Boiler betragen 200€, die BWWP 800-1000€ nur die Kiste (reicht auch hier ne 80l aus). 60€ Stromkosten oder 20€ Stromkosten. Dafür der Aufpreis?
BWWP separat hat keinen großen finanziellen Vorteil aber sie beseitigt adhoc Ineffizienzen einer besch*** vorhandenen Hydraulik. War bei mir so mit der alten Gastherme. Dagegen habe ich dann tatsächlich einsparen können.
Bei späterer Modernisierung erleichtert sie allerdings die Planung für die Heiz WP ( vor allem bei LWWP)
Mit Open Loop ohne Zoning kann eine LWWP ohne WW Bereitung gemütlich 24h im effizientesten Komfortbereich durchtrödeln und muss nicht auf höhere Leistung umschalten, .um WW zu bereiten und danach im Schweinsgalopp wieder den Heizkreis hochzuprügeln. Damit sind bestmögliche JAZ garantiert
Und weiterer Aspekt:
Falls man seine 500 l Badewanne regelmäßig füllen möchte und nebenan noch geduscht wird ist die separate BWWP immer nur Zweiter.
Reine BWWP haben ihre Grenzen beim Komfort. Sie können einfach keine großen Mengen warmes Wasser kurzfristig und effizient zur Verfügung stellen, ( .....Heizstab geht natürlich immer...)
????
Wenn du eine Badewanne hast, so wie wir sie auch haben werden, keine Ahnung wie du badest aber unsere wird unter 200l haben, dann erhöhst du einfach die Speichertemperatur? COP2 sollte da immer noch möglich sein, wichtig ist wie gesagt die permanente Entnahme. Heizt man von 10°C auf 60°C auf erreicht man auch noch gute COP Werte. Einzig wenn das stagniert hat man eben, wie bei allen anderen Erzeugern auch, hohe Stillstandsverluste. Die gilt es durch die richtige Dimensionierung zu minimieren. Bei uns ist das eine 270l Vailant BWWP. Da reicht es dann für duschen und Badewanne und wird später so eingestellt, dass beides ohne Probleme möglich ist. Momentan: 41°C Speichertemperatur. Später hängt es davon ab, wie oft und lange geduscht wird.
Aber dass Komfort weg ist. Klar, bei einer Zirkulationsleitung. Wenn man also zum Händewaschen im Bad immer 10m lange Leitungen hat. Da hilft wieder ein 5l Untertischboiler....
Aktuell halten wir die Warmwassertemperatur in der Leitung und im Speicher bei 55 °C (da Mieter im Haus). Für mich ist – wie vorher schon gesagt – ausgeschlossen, dass unser Mieter jetzt oder in Zukunft kostenlos von Warmwasser über unsere PV-Anlage profitiert.
Wir nutzen etwa einmal pro Woche unsere Badewanne (dürfte zwischen 180 - 200 Litern fassen), ansonsten wird geduscht. Da wir nur ein Zwei-Personen-Haushalt sind, sehe ich auch keine nennenswerten Komforteinbußen.
Bei einer BWWP sehe ich im Wesentlichen nur die Anschaffungskosten des Geräts. Installation, Kernbohrungen und Kondensatleitungen stellen kein Problem dar, da entweder bereits vorhanden (bspw. Kondensatableitung der Gastherme, bzw. ich könnte das Wasser auch in die Grauwasseranlage leiten) oder entsprechendes Know-how und Technik im familiären Umfeld vorhanden ist.
Ich hätte in unserem Heizungskeller - bei einer Leitungslänge von ca. 2,5m bis ins Bad - Platz für einen Boiler oder eine BWWP. In der Wohnung hätte ich weder in der Küche noch im Bad Platz. Was passt nun besser zu unserem Profil?
Siehe oben. Der WW-Satz kann nur geschätzt werden aber ausgerechnet werden.
13,5m³ Warmwasser bei 55°C sind von 10°C = 45K. Bei 13500l sind das 704kWh.
Wie oben: 180 Tage = 350kWh.
90 Tage = 175kWh.
Wirst du locker mit der Anlage hinbekommen. Bleiben Winter 175kWh. Ob nun 175kWh mit 60kWh oder eben 175kWh....
Das musst halt du entscheiden. Wenn du die BWWP willst, dann mach es so. Du sparst ein. Wirtschaftlich Sinn ergibt es nicht. Da wäre eher ein 150l Boiler mit 45°C Sinn. Das reicht dann auch zum baden.
Du denkst altmodisch: warum keine inklusivmiete mit WW? Für dich ist es fast das ganze Jahr umsonst - und so wird deine Mietwohnung attraktiver. Damit sind deine Mieter treu, oder du erhöhst mit guten Grund die Miete. Zähler sind Geldverschwendung