Luft Wasserwärmpumpe Altbau 1957

Hallo Zusammen,

mein Arbeitskollege hat noch eine Ölheizung und möchte wegen den stark steigenden Kosten die ersetzen. Er hat schon einige Heizungsfirmen angefragt, aber da ist alle sehr Unterschiedlich von der Wärmpumpe , preislich sind alle so 33k-40k bereich (förderung müsste davon abgezogen werden). Ich hab ihm dann angeboten mal die Wärmepumpen in das Tool einzugeben und mal zu schauen was das sagt. Aber ich glaube ich bräuchte mal eure Hilfe

Zu den Daten

Standort ist Kreuztal, nrw

Baujahr 1957

war vorher ein zweifamilienhaus wurde durch ihn aber auf einfamilienhaus umgebaut

2 Fach Verglasung

Dach, Wände ungedämmt

ca. 100m² beheizbare Fläche

aktuelle Vorlauftemperatur 65grad (kollege hat sich damit auch noch sehr wenig beschäftigt)

Warmwasser läuft über die Heizung

ca. 2000l Ölverbrauch

aktuelle Ölheizung : Wolf CNU-20 Premio von 2003

Aktuell 2 erwachsene ,1 Kind, Kind 2 ist unterwegs

ein teil vom energieausweis

Eine Heizungsfirma hat die Heizlast mit 7,3kw berechnet , ich komme so auf 8-8,5kw mit dem tool vom bundesverband .

hier die historischen Wetterdaten, ich hoffe ich habe die so korrekt eingeben:

Heizungsfirma 1 hat die viessmann vitocal 200 A ie B08 angeboten

Diese scheint mir viel zu klein ich hab spaßes halber ein nummer größer die b10 durchgerechnet

Die b10 scheint quasi perfekt zu sein.

Heizungsfirma 2 Buderus Logaplus M WLW166i-10 :

Die erscheint mir dann zu groß

Was ich halt schwierig finde die richtigen datenblätter zu finden und bin mir auch nicht ganz sicher ob ich das richtig eingeben habe.

Würde mich über eure Einschätzung sehr freuen, denn bei mir wird das auch bald thema und ich könnt dann für mich auch einiges ableiten.

Danke im Voraus

als aller erstes mal die VL Temperatur schauen wie weit man die runter bekommt, das heist mit dem jetzigen Öler die HK Pumpe mal vollgas und die VL Temperatur runter stück für stück bis man bemerkt wo es nicht mehr richtig warm wird.
dann die VL Temperatur anpassen das es Warm genug ist erst wenn man das weis sollte man sich mit der WP auc beschäftigen jedes Grad das nicht in den HK VL geht muss nicht erzeugt werden.

Die Frage ist halt wie ist der HK aufgebaut? welche Heizkörper hängen dran? eventuell Fussbodenheizung?
Das sollte schon mal klar sein.

fussbodenheizung ist nicht vorhanden, welche Heizkörper genau müsste ich mal abklären. Ich hab hier einer seiner Angebote vorliegen, das sieht kein austausch von den Heizkörpern vor. Daher gehe ich doch davon aus das die ok sind.

Das wird hier aber der entscheidende Faktor für Taktverhalten und Arbeitszahl sein. Ich gehe davon aus, dass es ohne Veränderung an den Heizkörpern zwar laufen wird, aber mit wenig Aufwand stark verbessert werden kann.

Fang bitte gleich einmal an, deine Umwälzpumpe hochzustellen und sie auch dauerhaft laufen zu lassen – eventuell so, dass es nicht rauscht. Drehe alle Heizkörper auf und senke die Vorlauftemperatur. Wenn diese aktuell mit 65 °C läuft, kannst du sie jetzt schätzungsweise auf 35 bis 38 °C stellen. Bedenke, dass es etwas dauert, bis das System reagiert. Bis jetzt war es so: Heizkörper auf, sofort warm im Zimmer. Mit einer niedrigen Vorlauftemperatur dauert es etwas, bis sich die Zimmertemperatur ändert. Darum macht es hier auch Sinn – sollte eine separate Heizkreissteuerung da sein –, eine Hocheffizienzpumpe einzubauen, sofern nicht schon vorhanden (wovon ich aber nicht ausgehe).

Du möchtest ja eh wechseln, darum probiere es jetzt aus! Jetzt beginnt die Heizzeit. Dokumentiere jetzt auch: Wie viel Grad ist es draußen? Auf was steht deine Heizkurve (sofern dein Öler das überhaupt kann und nicht stumpf immer auf 65 °C heizt)? Eine Heizkurve beschreibt die Vorlauftemperatur – also bei welcher Außentemperatur wie viel Grad Wärme in den Heizkörper geregelt wird.

Ich habe ein Haus, Baujahr 1952, mit 200 m² und fahre aktuell mit einer 8-kW-Midea- (Ferroli-) Wärmepumpe, allerdings separat mit Außen- und Innentemperatursteuerung. Ich bin jetzt im zweiten Jahr und immer noch am Einstellen.

Meine Vorlauftemperatur liegt aktuell bei +10 °C Außentemperatur bei 30 °C; bei -10 °C habe ich 47 °C Vorlauftemperatur.

Wie du siehst, lässt sich auch hier schon viel optimieren, um den tatsächlichen Wärmeverbrauch effizienter zu gestalten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass du durchaus auch mit einer 7- bis 8-kW-Wärmepumpe hinkommst, aber das muss erst genauer eingestellt werden.

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Erstmal vielen dank für die ausführliche Antwort.

Wie gesagt hier ist das die Anlage meines Arbeitskollegen, der total verunsichert ist wegen den komplett verschiedenen angeboten der heizungsfirmen. Er war kurz davor den Kopf in den Sand zu stecken. Da er wohl bald nachtanken muss , bei 1,8€ der Liter Heizöl bekommt er noch mehr Kopfschmerzen.

Ich werde ihm das auf jeden Fall so weiter leiten, ich hab ihm gestern auch schon gesagt das er am besten ein enenergieberater mal anfragt zwecks Heizlast / raumweiseheizlast Berechnung, bevor er sich das gefühlt 10te Angebot reinholt. Ich scheine in seinem Umfeld der einzige zu sein der sich damit ein bisschen beschäftigt. Er ist schon vom Typ her so , die sollen das hinstellen und dann soll das laufen ohne das er sich da nen Kopf macht. Das versuche ich ihm aber auch auszutreiben. Wie du schon richtig sagst, man kann da ne Menge rausholen. 8kw Wärmepumpe wäre stand jetzt auch Das was ich mit meinen rudimentären Mitteln rausgefunden hab. Siehe die Berechnung von der b10

Und nochmals danke für die mühe

Das ganze kann so nicht stimmen, wenn der Primärenergiebedarf bei 302 kWh/m² liegt, so müsste der Ölverbrauch, grob geschätzt bei 3200 Liter sein, also 32.000 kWh . Oder wird noch mit Holz dazu geheizt?

Bei dein WP-Toll Berechnung, hast Du auf den richtigen Ort geachtet, ansonsten schmeißt es verkehrte Zahlen raus.

Die Vorlauftemperatur bei einem 20kW NT Kessel auf 38°C zu senken (ohne Mischer) geht schief....das macht er nicht. Ich habe hier einen auf minimale Düsengröße und Druck gedrosselten Buderus NT Öler. Die Vorlauftemperatur schwankt bei 8°C AT zwischen 36°C und 50°C. Brennerlaufzeit <5min.

Mit der Buderus Original Steuerung wäre das schon gar nicht möglich. Da ist bei 40°C Schluss. Wegen Kondenswasserbildung.

Ich habe jetzt mal einen WMZ eingebaut. Der läuft seit gestern mit. Das sieht jetzt erst mal gut aus, nach dem Winter kann man mehr sagen.....

Der hat auch den Vorteil gleich die Durchflüsse zu bewerten um zu beurteilen ob die Hütte ohne Puffer auskommt.

Gruß

Ciwa

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Wir haben gestern nochmal drüber geredet und er hat ja seine letzte betankungsrechnung. 2000l sind schon passig .

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Danke für deine Erfahrungen

Die Heizlast lässt sich aus dem gemessenen Ölverbrauch ganz gut abschätzen:

  • 2.000 l Heizöl x rund 10 kWh/l = ca. 20.000 kWh
  • Bei einem Kessel von 2003 kommen davon grob 80-85 % im Haus an, also 16.000-17.000 kWh
  • Für (bald) vier Personen würde ich so 2.500-3.000 kWh für Warmwasser abziehen. Damit bleiben ca. 13.500 kWh fürs Heizen.
  • Die "Schweizer Formel" nimmt für ein Einfamilienhaus in Düsseldorf 2.000 Volllaststunden an und für jedes 1 °C kälter etwa 3-4 % mehr Volllaststunden. Mal angenommen, Kreuztal ist 3-5 °C kälter als Düsseldorf: Dann haben wir 2.200-2.400 Volllaststunden und landen bei 5,5-6 kW.

Das liegt sogar unter den geschätzten 7,3 kW der ersten Firma, spricht also gegen eine größere Maschine.

Mit mehr Daten könnte man die Schätzung natürlich noch präziser machen (z.B. Ölrechnungen vergangener Jahre, Wirkungsgrad des Kessels, Wetterdaten).

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Hat der Threaderöffner gesagt, dass er in Zukunft nur noch kalt duschen will oder wieso das Warmwasser abziehen? Das muss die Wärmepumpe doch trotzdem aufheizen.

Ich bin auch davon ausgegangen, dass unsere Gasheizung von 1995 20% der Energie zum Schornstein rausgeblasen hat, falls die Daten die unsere Lambda ausgibt wirklich stimmen, dann war dem allerdings nicht so.

Damit die Schweizer Formel funktioniert, muss man Warmwasser erstmal rausrechnen. Später müsste man es wieder draufrechnen, aber für die paar kWh am Tag für Warmwasser wird das nicht viel verändern. Und man muss eine Wärmepumpe auch nicht NAT auslegen, was man ja mit der Schweizer Formel machen würde. Typisch sagt man 80% reicht. Den Heizstab gibts ja auch noch.

Wurde aber oben in der Rechnung nicht wieder draufgerechnet. Wenn man zuerst 15% abzieht für Warmwasser müsste m.E. am Ende auch wieder 10-15% wieder draufgerechnet werden. Grade die hohen Temperaturen beim Warmwasser sind ja eher ungünstig.

PS: Wir hatten mit der Gasheizung fast den selben Verbrauch (21500kWh) wie der Threaderöffner und Energieberater kam auf 12,5kW benötigte Heizleistung, Heizungsbauer wollten zwischen 13 und 15kW einbauen. Und ich habe den kältesten Tage genommen den wir in den letzten Jahren hatten und durch 24h geteilt und da kam 10kW raus. Insofern ist es eine 10kW Anlage geworden die bei derzeitigen Temperaturen mit einem Takt pro Tag läuft. Theoretisch wärs vielleicht noch kleiner gegangen wenn man Heizstabeinsatz akzeptiert, aber ich sehe nicht den Vorteil den es gehabt hätte. Weniger als 1 Takt pro Tag ist ja schwer möglich.

Danke euch, das stimmt natürlich, dass man das Warmwasser wieder draufrechnen muss. Für vier Personen würde ich mit rund 1 kW an Warmwasserbedarf rechnen. Damit landet man je nach Kesselwirkungsgrad bei etwa 6,5 bis 8 kW. Das passt zu den geschätzten 7,3 kW der ersten Firma.

Die Methode von @DerChris1 mit dem kältesten Tag finde ich gut. @synonym0815 vielleicht mag dein Arbeitskollege die Methode ja mal für seine Ölheizung anwenden? In einer kalten Woche den Ölstand am Anfang und am Ende ablesen, dann Liter x 10 kWh x Wirkungsgrad geteilt durch die Stunden der Woche.

Nicht von der Leistung her, nur vom Verbrauch. Hier gings aber um die Leistungsauslegung der Wärmepumpe. Die 2-4 kWh Wärme pro Tag fürs Warmwassr sind doch absolut Peanuts, was die Leistungsauslegung der WP angeht. Bei 7 kW kann die 168 kWh Wärme am Tag produzieren, wenn sie unter Volllast läuft.

Ja genau, das ist das Thema: Wenn eine kleinere Anlage auch nicht weiter runter moduliert oder eine tiefere Modulation das Taktverhalten auch nicht deutlich verbessert, dann besser nicht zu knapp auslegen.

In manchen Foren wird oft gepredigt, so knapp wie möglich auszulegen, aber das ist zu einfach gedacht und galt wohl früher auch mehr, als heute, wo auch größere Maschinen weiter runter modulieren.

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Vielen dank für eure Einschätzungen.

In der zwischenzeit hat mein Kollege sich nochmal mit der Heizungsfirma getroffen und sich für die b10 entschieden. Ich hoffe ich bekomme ein paar Daten wenn diese eingebaut ist und läuft. Das tool hat einen Stromverbrauchsunterschied von 1500kwh im Jahr berechnet. Das die b10 weniger verbraucht als die b08. Selbst wenn es in real dann nur die Hälfte sein sollte ist das schon was.

Du hast recht (und ich somit unrecht) mit dem Warmwasser, ich hab grade nochmal geguckt wir haben ca. 6kWh thermische Energie pro Tag, das wäre weniger als 1h bei Volllast und ist natürlich kein Problem.