Lohnt sich ein Tracker?

Bei meiner Recherche habe ich festgestellt, daß ein zwei-achsiger Tracker nur max. 30% mehr Ertrag liefert.
Das ich m.M. nach etwas wenig für den Aufwand. Schluckt die Atmosphäre (längerer Weg des Strahls) soviel an potentieller Einstrahlung?

Einige Module mehr installieren (wenn Platz ist) ist günstiger und steigert den Ertrag auch bei Wolken - da hilft tracking nicht. Außerdem hat der Tracker wegen der beweglichen Teile und der Antrieb potentielle Störungsquellen. Es wird schon gute Gründe geben, warum man sie nur bei Vorführanlagen sieht.
L.G.

Tracker-Betreiber behaupten, dass es einiges mehr bringt. Tracker sind aber entweder aus Spass an der Freude montiert oder aufgrund irgendwelcher Begrenzungen (z.B. 2kWp, Platz). Finanziell sind mehr Panels die bessere Wahl.

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Der theoretische Unterschied ist, wenn ich mich korrekt an die Winkelfunktionen erinnere, der Unterschied zwischen einen (halben) Sinus und dem umspannenden Rechteck.
Also etwa 1 zu 1,67.
Weitere Einflüsse sind dann z.B. die geringere Einstrahlung außerhalb mittags und die Horizontlinie.

Ich betreibe noch einen ein Modul Tracker aus Spaß. Zwei habe ich demontiert.
2 Module bringen deutlich mehr und sind anspruchslos. Tracker braucht durchaus auch viel Fläche.

Wobei ich Strom im Winter bis Anfang Mai benötige. In der Nebelsuppe ist flach S fast am besten. Da bringt der Tracker gar nix, Nur Fläche nutzt.

PVGIS zeigt knapp Faktor 1,4 für Jahresertrag mit 2 Achs Nachführung, einachser etwas weniger.

Tracker sind ja eher wie Dinosaurier zu betrachten , also als Modulpreise sehr hoch waren diese eine attraktive Idee heut zu Tage hätte Mensch wohl gerne , eine Art Museeumsstück halt , nur die Module lachen sich eins über den Aufwand undnimmthalt einfach paar mehr

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Daran, das die Dinger in der Praxis so gut wie überhaupt niemand einsetzt, erkennst du, dass das nicht nur deiner Meinung nach so ist.

Oliver

Nun machen wir etwas Physik und Geometrie.
Die Strahlung der Sonne ist konstant. D. h. die auf die Erde treffende Strahlung ist konstant.
Nehmen wir eine Fläche senkrecht zur Strahlungsachse an, die einen Schatten von 1 m² zum Sonnenhöchstand im Jahr wirft, so verändert sich der Schatten in Abhängigkeit vom Sonnenstand. Die Projektionsfläche wird nach sonnenaufgang immer kleiner bis 1 m² und wieder größer bis zum Sonnenuntergang.
Für Module die nicht ortsveränderlich sind heißt das, daß die Photonen eine größere Fläche bestreichen. Veränderliche Module, die immer senkrecht zur Strahlungsachse erhalten doch immer die selbe Einstrahlung.
Somit sind die Ursachen woanders zu suchen (Wetter einmal außen vor). Beim Höchstand legt das Licht den kürzesten durch die Atmosphäre zurück. Je früher oder später es ist, wird der Weg länger. Es wird also Licht ausgefiltert, daß dann nicht mehr zur Verfügung steht. Dies gilt für den Bereich Blau bis UV und rot bis Infrarot. Aber auch Licht im für die PV interessanten Bereich von 400 - 700nm wird absorbiert je länger der Weg ist. Ich hätte nur nicht gedacht, daß dieser Anteil so groß ist.
Nebenbei bemerkt, ein Tracker kommt für mich nicht in Frage. Habe keinen Platz dafür und Geld sowieso nicht.

Dann erkläre doch mal, warum ein Tracker im Winter fast garnichts bringte, im Sommer schon einen Unterschied macht?
Es gibt da für die Winkel zur Strahlungsrichtung den cosinus, der Winkel bis 10 grad fast gar keinen Unterschied machen lässt....

Bei mir arbeitet eine 360° manuelle Drehanlage mit 5,4 kWp.

Morgens zeigt sie schön steil Richtung Sonnenaufgang und knallt sofort ordentlich Leistung raus. Meine Südanlage fängt da erst langsam an aufzuwachen.

Auch im Winter bringt sie Vorteile. Bei bedecktem Himmel steht sie nahezu flach und holt somit das Maximum runter. Gibt es einen der seltenen Sonnentage im Dez/Jan steht sie sofort steil und liefert mehrere kW.

DIY Kosten waren eine Buddel Schnaps für einen schrottreifen DDR-Heuanhänger und rund 200€ fürs Betonfundament.

Würde ich immer wieder machen. ABER man braucht idealer weise schattenfreie Sicht von Ost bis West.

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Warum sind Tracker fast immer entweder einachsig auf der Ebene drehend oder zweiachsig?
Um bei Sonne auf 90% Leistung zu kommen, brauchts doch im Prinzip nur eine einachsige uhrzeitabhängige Nachführung auf ner schiefen Ebene?

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Weil die Sonne im Laufe des Jahres zwischen Wendekreis des Steinbocks und Wendekreis des Krebses hin und her wandert und sich der Winkel täglich geringfügig ändert.

bin kein astrologe - also wie viel Prozent wäre eine ideal gemittelte Verstellung schlechter als eine zweiachsige?

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Die Wendekreise liegen m.W. bei ~23° Nord und Süd, also |46°| zwischen 21.12. und 21.06.. Wenn man außerhalb des Wendekreises wohnt. Was das in Winkelgrad und damit letztendlich in Wirkungsgrad ausmacht, bin ich zu faul zum rechnen. Du weisst doch selber, wie hoch die Sonne mittags im Sommer steht und wie tief im Winter. Als Selbstverbraucher für den Winter optimieren, als Volleinspeiser eher für den Sommer.

In meiner PV-Anfangszeit habe ich ein Panel zeitweise händisch grob nachgeführt - das hat durchaus einiges gebracht.

Irgendwo zwischen 80 und 85 % des möglichen als schlechtester wert. Im Frühjahr und Herbst ohne Verlust.
Mit zwei positionen, 26 Grad auseinander, die um Frühjahr und Herbst gewechselt, war der größte Verlust unter 10% und der gemittelte unter 5%.
Alles aus der Erinnerung.

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Man müsste ja als einachser eine Bahn fahren, die einem am schlechtesten Sonnenstand noch >90% liefert (also auf dem Tagesverlauf weniger als 25° daneben liegt) und zum Frühjahr steigert. Hochsommer is eigentlich egal, da hast eh genug Leistung
Also z.B. 22° geneigte Panels auf einer 28° schiefen Ebene drehen

Schiefe Ebene.
Genau so läuft mein Einachser noch. Reicht völlig.
Die kalendarische Tabelle für den Winkel habe ich mir gespart. Die Fehler sind verschmerzbar, ist eh nur mehr ein Gag.
Ich verstelle nicht mal mehr die Neigung zwischen Sommer und Winter. Sind 4 Schrauben.

Den rechten, inzwischen mit 340 Wp Halbzellen gibt es noch.


Durch die schiefe Bahn schauen sie recht schräg aus.

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