ich bin noch relativ grün hinter den Ohren, sauge aber so viele Infos wie es nur geht um das Projekt umzusetzen, einige Fragen bleiben trotzdem offen und ich hoffe ihr könnt mir da helfen.
Zu meiner Anlage:
Je 9 PV Module a 400 Watt OST- und West-Ausrichtung, also zwei Strings, die in einem Growatt WR verbunden sind.
14 PV Module a 400 Watt, Südausrichtung -> mit einem zweiten Growatt WR verbunden.
Gesamt ca. 12,8 kWp
Ein Growatt Smart Meter, der mit einem ShineX LAN verbunden ist
Ein GroBoost, der in der Lage ist, je nach Ertrag, meinen Heizstab bis 9kW zu versorgen.
Ich beschäftige mich seit längerem mit dem Gedanken, die Anlage mit einem Akku DIY zu erweitern, soll ca. 20kWh sein. Da ich aber jetzt keine Hybrid-WR habe, habe ich mich auf der Suche nach Lösungen gemacht, wie ich den Akku anständig anschließen könnte. Hab z.B. den Victron Multiplus II angeschaut (stolze 1.100€) oder auch Lösungen gesehen, die mit einem Y Stecker die Batterie und die PV Strings am WR angeschlossen werden usw.
Ich wollte euch einfach mal fragen wie die Erfahrungen sind, was könnt ihr mir empfehlen, wie müsste ich das Ganze anschließen. Denn eins möchte ich nicht: den Akku-Strom nutzen um den Heizstab zu erwärmen oder den PHEV (später hoffentlich mal BEV) Fzg. zu laden.
Wie wäre ein Deye 12K Wechselrichter anstatt der beiden Growatt den bekommst Du unter 3k€ und packt nicht nur die PV Module sondern auch so viel Akku wie Du dir leisten kannst, incl. Notstromversorger der ganzen Hütte, jetzt wo die Südafrikanischen Verhältnisse sicher eintreten werden.
mein Vorschlag wäre ein Multiplus 2 5000/48 (o.ä.) netzparallel anschließen (auch wenn der Wirkungsgrad durch die DC-AC-DC-Wandlung ein wenig leidet). Die Verkabelung hält sich dann in Grenzen und Du kannst einen der Growatts an den Multiplus anschließen (evtl per Umschalter. Ich schätze, Du hast einen separaten Einspeisezähler?). Grund- und ein großer Teil der Spitzenlast können so abgedeckt werden.
Das Growatt Smart Meter müsste ein SDM630 sein oder? Bin da jetzt nicht drin in der Materie.
Victron wird hier oft verbaut. Du müsstet nur schauen, dass dein Smartmeter kompatibel ist oder ein zusätzliches, kompatibles installieren. Victron kann nur 1-Phasig. Allerdings bei Netzparallel nicht so wichtig (Stichwort: saldierender Zähler).
Die Variante über DEYE würde ich mir an deiner Stelle auch anschauen. Den kannst du so anbinden, dass er im Fall der Fälle auch Notstrom auf allen drei Phasen liefert. Hast dann auch nur noch ein Gerät und nicht drei. Growatts könntest du verkaufen.
Danke dafür, ich müsste ja meine WRs "verkaufen" um mir dann eine neue zu kaufen ... aber die Option behalte ich mir vor!
Ja richtig. Der ist mit den beiden WRs verbunden.
Ja richtig ist ein SDM630. Und genau die Befürchtung habe ich auch, wenn ich andere Systeme einsetze, wie das mit der Kommunikation dann ist? Leider fehlt mir die Zeit mich damit so richtig auseiander zu setzen, obwohl ich das gerne würde.
Ich habe heute nochmal mit meinem Händler gesprochen. Er ist bereit ein WR zurückzunehmen und mir dafür ein Hybrid-WR zur Verfügung zu stellen (gegen ein "kleines Entgeld"). Ich habe jetzt nicht weiter nachgefragt, weil er mir seine teueren Growatt Akkus verkaufen will, aber: Nehmen wir an ich hätte ein WR normal und ein Hybrid. Dann würde der Akku ja nur durch den einen WR geladen? Gibt es Möglichkeit irgendwie den zweiten WR (nicht-Hybrid) irgendwie mit anzuschließen?
Kenn Growatt nicht genau, aber normal wirst du bei allen bekannten PV-WR Herstellern nur proprietäre HV-Speicher bekommen ohne offene Schnittstellen. Da ist dann essig mit DIY-Batteriespeicher dranklemmen.
Deswegen brauchst du einen reinen Batterie-WR, wenn du auf DIY-Speicher gehen willst.
Zu deiner Frage ob auch Energie über den AC-Zweig zwischen normal WR und Hybrid fließen kann:
Dazu müsste man den genauen Typ des Hybrid-WR kennen. Müsste alles bei Growatt in der Anleitung stehen.
Da gibts kein Standard. Normal ist das aber glaube ich bei Hybrid WR nicht üblich, aber bei manchen möglich.
Wenn du nicht auf DIY gehen willst und dir keinen Stress geben willst, dann lass dir so einen AC-Batteriespeicher (mit integriertem WR) einbauen. Der kann dann definitiv von beiden vorhanden PV-WR die Energie einspeichern.
Genau diese Aussage hilft mir doch unheimlich weiter. Dann muss doch investieren und sowas wie ein Victron Multiplus II besorgen. Muss dann natürlich sicherstellen, dass der Victron mit dem Smart Meter spricht, richtig? Mann kann dann auch sicher einstellen, dass der Akku nicht für den Heizstab verheizt wird, hoffe ich zumindest (kleines Fragezeichen).
Investieren musst du so oder so. Hab zwar den aktuellen Markt gerade nicht mehr so im Auge aber die letzten Jahre waren DIY-Akkus mit Victron-WR wenn man den relativen Preis pro kWh Speichergröße betrachtet um Faktoren günstiger als proprietäre Systeme der bekannten PV-WR-Marken.
Um einen Batteriewechselrichter wärst du sowieso nicht rum gekommen. Wir empfehlen den Victron MP2, weil hier eine große Community für den besteht.
Mit dem Victron MP2 kannst du dich aber bei Zeit- und Wissensmangel aber auch für einen fertigen 48v-Akku mit BMS entscheiden und musst nicht DIY rumbasteln. Die Entscheidung bleibt dir also trotzdem offen.
Auch mit anderen AC-Batteriespeicherlösungen anderer Marken wäre die vermutlich nicht erspart geblieben einen weiteren Smartmeter einzubauen, da deiner nicht kompatibel zu anderen Systemen sein muss, obwohl er RS485 unterstützt.
Dein Smartmeter könnte durch Addons von der Victron Community in das Venus OS (Betriebsystem von Victron-Produkten) eingebunden sein. Dafür sollte man sich aber mit Linux rudimentär auskennen. Ist eben Basteln. Ansonsten bleibt die Möglichkeit einen weiteren Zähler vor den jetzigen ( oder dahinter) zu setzen.
Das mit dem Heizstab ist leider nicht so einfach. Ich nehme an der Heizstab geht nur an, wenn PV-Ertrag > Heizstab-Leistung. Wer steuert den Heizstab und vor allem aufgrund welcher Datenbasis? Wenn der Heizstab läuft, sollte der Smartmeter ja auch in dem Moment keinen Netzbezug feststellen und dementsprechend die Batterie auch nicht entladen (also müsste es daher schon gehen). Aber da sind immer mehrere Regelkreise, die sich gegenseitig beeinflussen. Deshalb muss man aufpassen. Das vorher pauschal zu sagen ist schwer.
Immerhin bietet Victron ziemlich offene Schnittstellen, damit man eine Lösung bauen kann, die diese Problematik löst.
Die Growatt Hybriden sind anscheinend HV-Systeme, da ist dann tatsächlich vorbei mit "normalen" 48V Akkus. Der Deye wurde ja mehrfach angesprochen und den würde ich auch noch. mal ins Spiel bringen. Vielleicht auch in einer anderen Konfiguration als den 12kW. Den gibt es auch als 5kW einphasigen Hybrid-WR. Dann liegt er preislich wahrscheinlich sogar unter einem Multiplus2 5000 mit der Peripherie und kann im Gegensatz zum Victron mal ebend schlanke 120A Ladeleistung statt 70A beim Victron. Das ist schon ein erheblicher Unterschied.
Du hast angesprochen, dass Dir einfach die Zeit fehlt Dich intensiv darum zu kümmern. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dann wäre Victron wohl eher nicht die erste Wahl. Victron hat den Vorteil, dass es extrem flexibel und modular ist. Aber genau das ist auch der Nachteil. Da ist fast nichts mal ebend Plug and Play. Alles wird auf zum Teil umständliche und nicht sofort logisch zu erschließende Wege konfiguriert. Und dann die verschiedenen Komponenten zusammen zu bringen ist schon eine gewisse Aufgabe und man sollte schon mal eine Kommandozeile in Linux gesehen haben, damit man da nicht Wochen für braucht. Ich arbeite zwar recht IT-nah, aber es hat definitiv einige Stunden gebraucht um die ganzen Sachen zusammen zu bekommen und die Bedienung des Systems zu verstehen. Das muss man wirklich wollen!
Dann ist es leider auch nicht so einfach, wie beschrieben, ich kaufe mir mal eben so nen MP und dann läuft das. Ja, man kann sehr viele Smart-Meter daran anbinden. Aber die meisten nur mit irgendwelchen Github Software-Projekten. Das SDM zum Beispiel läuft nicht nativ. Dann braucht man noch ein GX-Device. Entweder Bastellösung mit Raspberry und MK3-USB Kabel oder ein GX-Gerät von Victron für um die 250,-. Das MK3 Kabel zur initialen Konfiguration des MP oder bei der dauerhaften Nutzung eines Raspberry kostet auch mal eben 70,-. Oder man nimmt einen MP mit GX Device integriert... kostet ebtsprechend mehr... oder oder oder.... Das muss einem halt bewusst sein, Flexibilität ist kein Selbstläufer!
Ich hatte ein Victron System und habe dann gewechselt auf einen Deye 12kW. Bereuen tue ich es jedenfalls nicht. Das System hat definitiv nicht die Flexibilität zur Erweiterung wie Victron. Aber alles was man üblicherweise machen möchte geht damit. Zusätzliche WR können einfach in das AC Netz gehangen werden, am GEN-Port angeschlossen werden...
Die Deye können ganz separat ohne PV als Batteriewechselrichter betrieben werden. Alles wird dann aus AC in den Akku geladen. Oder natürlich für die Effizienz besser, auch PV an den Deye zu klemmen. Der Deye kommt mit eigenen Strommesszangen, die einfach am Hausanschluss befestigt werden und auch sehr gut funktionieren. Alternativ funktioniert auch ein SDM630.
Wenn ich das jetzt betrachte, kommst Du mit einer Victron Lösung im Vergleich zu nem 5kW Deye nicht günstiger weg. Der Deye hat 120A Ladeleistung, der Victron 70A. Am Deye kann man PV anschließen. Er kann auch aus dem AC Netz laden. Wenn ich das jetzt mal ganz grob sage, ist es wahrscheinlich kostenneutral den Deye zu nehmen, einen Growatt einfach nur in die Ecke zu legen und einen Teil der PV an den Deye zu klemmen im Vergleich zu ich nehme den Victron und habe dann 3 Geräte an den Wänden. Je nachdem wo der PV-Gerätepark installiert werden soll (Im Gebäude) muss man sich auch mit der Lautstärke des Victron auseinandersetzen. Das Ding brummt ganz gut in diversen Betriebszuständen.
Ja mir ist schon bewusst, dass selbst wenn ich um die 4.000€ (zusätzlich) investiere (vielleicht für um die 20kWh), bin ich immer noch günstiger (Invest und auf Dauer) als ich wenn ich direkt Growatt Akkus hole
Ja das Gefühl hatte/habe ich, deswegen die erste Wahl auf den Victron.
Ohne hier auf die Details einzugehen: studiert habe ich Inf. an der Uni Bremen, hab damals aus Spaß Treiber für WLAN Sticks implementiert, weil ich lieber Linux nutzte als Windows. Heute bin ich Familienvater, arbeiten, Sport, ddeswegen sage ich: leider wird das Hobby etwas kurz kommen, aber man muss dann irgendwann die Prios ändern
Richtig. Der Groboost ist ein stufenloser 3 Phasenregler (glaube bis 11kW kann das Ding, bin mir gerade nicht sicher), der seine Daten vom Smart Meter bekommt. Der Überschuss wird direkt an den zusätzlichen Heizstabd (Buderus, hat mich auch fast 1.000€ gekostet mit Einbau und kann bis 9kWh und 300l Warmwasserspeicher) geleitet. Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass wir einen Gasverbrauch von ca. 30.000kWh/J haben, was uns bei den aktuellen Preisen fast das Gnick bricht.
Du, ich bin für jeden Vorschlag offen. Klar werde ich deine Option auch betrachten! Eine kleine Herausforderung ist dann, die Finanzministerin zu überzeugen.
Ok, danke für den Hinweis. Nehme ich wirklich ernst.
Ja ich glaube jeder der ein DIY Lösung anstrebt sollte das das bewusst sein. Sonst sollte man einfach die fertigen Lösungen kaufen ...
Ich glaube das musst mir etwas genauer erläutern. Sorry für die blöde Frage aber was ist ein GX-Gerät (du merkst ich muss noch viel lernen). Aber man wächst mit seinen Aufgaben
Das ist die Steuerung für den MP. Ohne dem funktioniert der MP in der erwarteten Weise nicht. Verschiedene Varianten möglich. Entweder kaufen, Stichwort Cerbo GX, oder die Software, die man so bekommt, auf einen Raspi und dann mit entsprechenden Adaptern arbeiten um den MP anzubinden.
Das verstehe ich jetzt nicht so wirklich... Ein Deye 5kW ist derzeit für unter 1500,- zu bekommen. Da wird nichts weiter zu benötigt. Ein MP2 5000 liegt derzeit bei mindestens 1400,-. Plus Cerbo der bei ca. 250,- Euro liegt. Victron gesamt also mindestens 1650,-. Eigentlich noch plus MK3 USB-Kabel für 70,- Euro. Die zu verwendenden Akkus sind bei beiden mehr oder weniger identisch. Da kann man zwischen Kauflösung oder DIY wählen, je nach Gusto. Die BMS bekommt man an beide angebunden.
Sehr guter Punkt! Wenn es wirklich um die Ökonomie von so einem System geht, garantiere ich Dir, dass die reine PV-Anlage ohne Akku profitabler ist als mit einem Akku...
@michaels Ich kenne den Deye nicht, aber wenn es so ist wie @bennyb21 beschrieben hat, dann wäre der vielleicht auch was für dich. Ich muss ich ihm Recht geben.
Ein Kinderspiel und kurz mal 1-2 Tage Zeit investieren ist das System von Victron nämlich auch nicht. Man muss erstmal verstehen wie das System aufgebaut ist und wenn man Pech hat nochmal extra Zeit investieren um es auf seine individuelle Konfiguration einzubinden, falls man z.b. einen anderen Smartmeter oder eine andere Energiemanagement-Logik verwirklichen will (z.b. Heizstab). Das größte Problem bei Victron ist, dass das ganze System eigentlich aus der Bootswelt /Offgrid-Welt kommt und diese ESS-Funktionalität nur als Zusatzfeature angeboten wurde, dass eben hier von uns jetzt ausgenutzt wird. Deswegen sind manche Dokumentation und Funktion von Victron erstmal komplett verwirrend.
Der Vorteil ist eben die Offenheit der Schnittstellen (Anpassungen überhaupt erst möglich) und die Stärke der Community (eventuell schon passende Lösungen von anderen verwirklicht + Hilfestellung).
Was denn Punkt "Ökonomie" betrifft: Da war ich auch immer bennys Meinung. Früher galt: Lieber Dach voll machen mit PV als sich einen Speicher zulegen.
Mit DIY-Speicher sieht das anders aus, aber da wird auch nicht die Zeit berechnet. Außerdem ist heute sehr ungewiss, wie sich die kWh-Preise bei Bezug entwickeln. Wenn die so hoch bleiben, macht ESS schon Sinn. Den ganzen Aspekt mit Blackoutschutz etc sehe ich nicht so kritisch wie andere hier. Bin kein Prepper. Wenn der Strom 3 Tage ausfällt, dann gibts andere Probleme als keinen Strom mehr zu haben - aber das ist eine andere Diskussion.
@bennyb21: Ich glaube er meinte mit Finanzministerin überzeugen, dass er überhaupt was machen darf/kann. Um Victron ging es da doch gar nicht.
Ganz meine Meinung. Ich nutze die Notstromfunktion des Deye gar nicht... Habe ich auch erstmal nicht vor. Wäre mir viel zu viel Aufwand das Ding an eine entsprechende Stelle zu operieren...
Ja, damit hast Du recht. Aber da ist dann tatsächlich der Punkt, als ich gelesen habe das hier 30tsd kWh Gas verbraucht werden, an die Ökonomie zu denken und erstmal nach der PV dort anzusetzen. Denn das ist natürlich eine der Positionen wo nach der PV am meisten Potential vorhanden ist. Entweder Sanierung oder Wärmepumpe in all Ihren Facetten und Möglichkeiten... Ein Wenig PV zur Unterstützung des Stromverbrauchs ist ja da. Und wenn man sich und die Finanzministerin überzeugt und als erstes mal ne LL-WP installiert (auch bekannt als Klimaanlage ), dann ist da wahrscheinlich der der höchste Gewinn erreichbar. Aber das ist sicherlich noch ein ganz anderes, sehr großes Themenfeld.