Die Selbstentladungrate bei Li-ion Zellen ist generell sehr unterschiedlich, hängt stark vom Alter, Zustand, Lagerbedingungen, Temperatur etc. ab.
Klass. Li-ion Zellen in 18650 auf NMC oder LCO-Basis entladen sich bei mir pro Jahr zwischen 1 und max. 50 mV. Alles darüber ist defekt! Es gibt Zellen, die entladen sich in wenigen Wochen um 500mV - die gehören in die Tonne bzw. Recycling!
Bei LFP-Zellen ist es etwas anders, m.W. haben die eine etwas höhere Selbstentladung, aber lange nicht so hoch, wie bei Dir. Ich denke, dass guten Zellen im Jahr vielleicht 50-100mV verlieren. Das hängt aber vom initialen Ladezustand (SoC) ab. Wenn sie 100% aufgeladen sind ist die Selbstentladung am Anfang höher als bei 50%. Wenn die Zellen nach 2 Wochen eine Ruhespannung von 3,3V haben, sollten sie auf Jahresfrist nicht tiefer als 3,25V abfallen, viele auch noch deutlich weniger. Zellen, die sich stärker entladen, haben ein Problem!
Ich habe bzw. betreue 96 Stück 280/310 Ah Zellen ( darunter Zellen von EVE, CATL, CALB, RECT ).
Gute Zellen haben bei mir eine Selbstentladung von einigen wenigen 100 uA. ( so gering, dass ich im Betrieb den Wert nicht genauer bestimmen kann )
Ich habe zwei Ausreißer ( eine CALB aus 2023 und eine EVE aus 2022 ) mit ~ 2 mA ( die verlieren also gegenüber den anderen Zellen fast 20 Ah im Jahr ).
Einige wenige Zellen liegen dazwischen.
Schon die 2 mA fallen bei einem schwachen Balancer sehr unangenehm auf, würden aber eine Lagerung über Jahre ermöglichen.
Ich bin gespannt, ob sich die Selbstentladung mit der Alterung der Zellen stark verändern wird.
Hat hier jemand konkrete Messergebnisse zur Selbstentladung bei solchen LFP Zellen von >> 2 mA?
Ja, da hast Du Recht - im mittleren SoC-Bereich kannst Du mit der Ruhespannung nicht viel anfangen. Aber von 70 auf 1% war ja auch eine krasse Vorgabe, das sollte in 5 Jahren nicht passieren. Die 3,3V sollten also sehr stabil sein über lange Zeit (das liegt dann irgendwo zwischen 70 und 30% SoC). Wenn man mit präzisen Instrumenten (habe ein Laborspannungsmesser mit 5 Nachkommastellen) messen kann, sieht es evtl. etwas besser aus - aber ist immer noch große Kaffeesatzleserei. Das ist schon ein gewisses Problem bei LFP.
entschuldigt bitte meine Abwesendheit vom Thread, aber ich war beschäftigt....
Ich habe einfach mal wieder meinen EBL-Laptop gestartet und mir das Profil angeschaut.... ich hatte die Zellen auf ca. 2.9-3V geladen und dann gelagert, sie haben also warscheinlich garkein realistisch messbaren Anteil verloren, ich hatte einfach nur ein "brainlag" und deswegen unnötig die Pferde scheu gemacht....
Ich habe mittlerweile auch wieder 4 der 12 Zellen nochmal mit dem EBL zur Kapazitätsmessungs herrangeezogen und die Ergebnisse sehen noch in Ordnung aus.