Li-ion Batterie nach Überschwemmung testen

Hallo Zusammen,

ein Freund von mir hat viel zu tun die Schäden nach einer Überschwemmung zu beheben und beseitigen. Erst neulich hat er eine PV anlage mit Batteriespeicher in Betrieb genommen und leider waren die Batterien in einem Technikraum im EG gelagert. Batterien und Wasser ist nun sicher keine gesunde Kombination, nur ist meine Frage ob jemand Hinweise hat, wie man diese Batterien testen kann, um herauszufinden ob ein Weiterbetrieb sicher möglich ist ohne das diese um die Ohren fliegen? Im Anhang zum Beitrag füge ich zwei Bilder hinzu.

Für Eure Hinweise danke ich im Voraus und wünsche allen einen guten Rutsch.

Viele Grüße - Sebastian

In den Kisten ist ja nun Elektronik drin, und die wird Wasser unter Spannung nicht überlebt haben. Da ist nichts mehr zu retten.

Oliver

Wenn das billige noname Batterien wären... dann wären da Prismatische Zellen drin, möglicherweise verschraubte BusBars, die könnte man zerlegenen, könnte man testen und neu aufbauen.

Diese da haben vermutlich Pouch Zellen, verlötet, da wünsch ich Dir viel Spass am basteln.

Oh je, so ein Mist, mein Beileid. Wenn das KEIN Fall für eine Versicherung ist, würde ich die Pylontechs unbedingt schnellstmöglich öffnen, und trocknen.

Keine Ahnung, ob da noch was zu retten ist... aber den Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Hier wäre eine Darstellung des Innenlebens. Für die US2000.

https://powerforum.co.za/topic/8524-pylontech-us2000-plus-teardown/

Hallo

Das ist ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Selbst wenn die Zellen noch intakt sind, muss die Batterie vollständig zerlegt, getrocknet und gesäubert werden.

Ob das bei Pouch Zellen geht, ist fraglich. Wenn die Zellen nicht zelegt werden wird die Korrosion für einen Defekt sorgen.

Das wird ausserdem nur beim Hersteller gehen, weil ein Ersatz des original BMS kaum im Handel erhältlich sein wird.

An Arbeitszeit würde ich dafür etwa einen Arbeitstag pro Einheit kalkulieren. Das rechnet sich niemals.

mit freundlichen Grüßen

Thomas

Danke für eure Beiträge. Die allgemeine Meinung klingt tendenziell nach Entsorgung :sob: Damit hadere ich sehr, soviel Kapazität und Kapital zu Schrott zu deklarieren. Ein Modul werde ich zumindest mal Testweise demontieren um zu schauen wie der Zustand der Elektronik innen aussieht.

Unbedingt! Wenn du das bald machst, bevor die Korrosion fortschreitet, kannst du da auch Glück haben.

Vielleicht kannst du davon dann auch ein paar Fotos zeigen.

also zuerst ein Isopropyl-Alkohol Tauchbad verpassen und dann in WD40 Tauchen und danach mal schauen was noch geht.

Hallo

Das mit dem WD40 solltest du ganz schnell wieder vergessen!

WD40 wirkt korrosiv auch auf Aluminium und Buntmetalle.

Was meinst du wo die rostlösende Eigenschaft von WD40 her kommt?

mit freundlichen Grüßen

Thomas

Hatte den Beitrag von Auric eigentlich als Scherz verstanden...

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Möglichst zügig zerlegen und die Zellen retten. Ich würde die nach Ausbau erstmal mit destilliertem Wasser reinigen. Da findet sich vielleicht noch ein Bastler für. Der Rest wird Schrott sein, weil in kürzester Zeit Elektrolyseprozesse stattfinden und das Kupfer auf der Platine sich auflöst.

vorwort: viele werden aufschreien
aber das was ich beschreibe wird von einem sehr bekannten pc modder regelmäßig gemacht mit motherbords & co
spühlmachiene reinigen, danach ohne reiniger und ohne klarspühler 1x durch laufen lassen
jetzt alle elektronische komponennten 1x durch laufen lassen
nach ablaufen die elektronischen komponennten für 24 stunden an einen warmen ort lagern zb auf der heizung
(gild nicht für die batterien die müssen per hand gereinigt werden)
jetzt kannst du es zusammen bauen
und vorsichtig (drausen oder in der garage mehrfach testen)
die batterien solltest du einzeln vorher testen
bei prismatische lifepo4 hast du gute canchen das die zwar einiges an leistung verlohren haben aber überlebt haben könnten
ich bin aber ehlich
da es sich um sicherheits sytheme handelt und nicht um ein motherbord
würde ich nur testen ob die batterien zu retten sind
und ob ich das gehäuse sauber bekomme
und mit neuem BMS und Balancer neu auf bauen
ich würde die elektronischen komponennten nur verwenden wenn die später in nem brandgschützen einzelnen raum arbeiten zb. in nem container
wo kein risiko ist wenn die batterien doch mal abfackeln

Du erkennst den Unterschied zwischen einer solchen Batterie und einem motherbord?

Wenn nicht, ein kleiner Hinweis: bei einem der beiden fließt unter Wasser Strom, wo er nicht soll.

Oliver

  1. Gehäuse öffnen

  2. alle Busverbindung auftrennen

  3. restspannung jeder Zelle nachmessen

  • wenn auch nur eine Zelle richtig leer dan ganzen Kram entsorgen

  • wenn die Zellen noch genügend Spannung haben Zellen ausbauen

  1. Zellen einzeln aufladen und endladen um die Kapazität zu checken
  • sind alle Zellen in Ordnung das BMS ausbauen und entsorgen und ein neues bestellen

  • haben die Zellen Kapazitätseinbrüche spätestens jetzt das Zeug entsorgen (eventuell die Gehäuse auf den üblichen Kanälen verticken)

Das BMS hat signifikante sicherheistfunktionen auf die du dich verlassen können musst.
Wenn eine Leiterplatte unter Spannung nass wird wachsen auch unter dem lötstoplack Dendriten. Das sieht unter einer starken Lupe wie das Wurzelwerk einer Pflanze aus. Gucksdu hier: https://www.pcbdirectory.com/community/what-is-dendrite-growth-on-pcbs
dazu muss die PCB nicht mal richt nass sein, dauerfeucht genügt.
Selbst restfeuchte in dem basismaterial der PCB genügt schon für ein weiters wachsen der Dendriten.

Auch wenn die PCB nach allen haarsträubende „Reinigungsvorschlägen“ erstaunlicherweise nochmal funktionieren sollte heißt nicht dass das Problem erledigt ist.

Die Dendriten müssen nicht mal einen fetten Kurzschluss machen, schlimmer sind parasitäre Widerstände in hochohmigen Sense-Leitungen wie der Zellspannungsüberwachung. Da wird die zellüberwachung zum Würfelspiel.

An eine PCB mit alkalischen oder sauren reinigungs mittel ran zu gehen ist genau das was das dendritenwachstum erst richtig befeuert, den dazu braucht es frei Ionen die beide Reinigungsmittel mitbringen bzw metallanätzenderweise produzieren.

Wenn du trotzdem Zeit mit den Leichen verschwenden willst bietet Waschen mit entionisiertem Wasser und 80Grad Trocknung über 24h nach einem ausgiebigen Isopropyl Bad die größten Chancen es nicht noch schlimmer zu machen.

Bei einem Smartphone würde ich das noch probieren - bei einem BMS garantiert nicht!

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lesen hilft {green}:wink:

Handreinigen nicht - das bekommt zerfressene Elektronik auch nicht wieder hin.

Oliver

Also wenn man sich etwas logisch damit befasst, da kann nichts mehr leben was Akkuzelle heißt. Da es sich um verschmutztes Wasser handelt, war das der Optimalste Leiter.

Ich habe mal unwissentlich einen Flutschaden PKW gekauft. die beklopptesten Fehler, weil die Steuergeräte kleine aber feine Fehler duch die Kurzschlüsse erlitten haben. Habs erst beim Abwracken gemerkt weil der nie sauber funktionierte, war Schlamm in den Schwellern. Sämtliche Elektronik war am oxidieren.

Ein Smartphone mit Wasserschaden funktioniert teilweise auch wieder, aber die Oxidation findet ab dann permanent und überall statt. Das Wasser wird alleine durch den Druck(Wasserhöhe) in sämtliche Spalte festgesetzt haben. Der Abstand zwischen den Materialien ist zwar optisch null, aber wen auch nur ein kleines kapillares Loch entstanden ist sitzt das Wasser in den jeweiligen Zellen, Wasserdampf kann eine "Bombe" sein. ich würde es nicht riskieren. Ist ärgerlich aber das Leben ist so etwas nicht wert.

EDIT

Hab nochmal geschaut, Pylontech verwendet Li FE als Folien Zellen, die können zwar dicht geblieben sein, aber wegen der nicht wasserdichten Anschluß -PCB der Einzelzellen wäre das Risiko der Korrosion und somit Schädigung der Kontakte und steigender Übergangswiderstände recht hoch. Wenn das BMS Tot ist, könnte man bei Zellrestspannung schauen ob diese noch in den Parametern sind, da LiFe Akkus nicht ganz so gefährlich sind wie LiÍon wie ich sie nutze, aber alle nur mit extrem hohen Sicherheitsmaßnahmen.

Wenn ich das Richtig gelesen hab, entsteht bei der Ausgasung einer Thermal Runawayzelle de LiFe Wasserstoff, das ist in Verbindung mit Zündquelle und Brennmaterial eine Bombe!

Geschlossener Kasten mit viel Löschpulver wäre für die Nutzung in meinen Augen dann unerlässlich. Aber teste erstmal die Zellspannung, wen da weniger als 2V drin sind, dann weg, Dendriten sind kein Spaß.