Lecksuche (KFZ Klima) Vakuummeter

Hallo,

für die Freunde der Lecksuche:
Kfz Klima ist leer. Verdampfer im Innenraum hatte ein Leck (Kältemittelsucher Inficon DTEK select, spricht mit 5 bar Stickstoff immer noch an, es ist auch nach Monaten noch genug KM vorhanden, was mit Stickstoff rausgedrückt wird) , wurde ersetzt. Immer noch undicht. O-Ring Eingang Verflüssiger undicht, mit Lecksuchspray Big Blu, Ansätzen von UV Kontrastmittel und Ultraschall Leckagesucher gefunden. Immer noch undicht, Schauglas des Trockners wirft minimale Blasen, Ultraschall und Lecksuchspray zeigen etwas, UV nichts (aber evtl. auch durch Fahrtwind/Regen wieder abgewaschen). Also Trockner auch ersetzt.
Anlage zeigt keine weiteren UV Auffälligkeiten, Verflüssiger mit Wasser benetzt, Ultraschall findet auch nichts.
Also Vakuumtest:
Vakuumpumpe CPS 2 stufig (144l/min) kommt auf 15-20 Micron (direkt an der Pumpe gemessen) runter, Öl ist neu.
Mit 1,5m Spezial 3/8" Vakuumschlauch bleiben noch 55-60 Micron.
Mit Monteurhilfe und Vakuummeter über Kugelhahn angeschlossen: ca. 80 Micron.
blauen und roten Schlauch an Schnellkuppler angeschlossen: mit Pumpe ca. 150 Micron. Erschreckend: ohne Pumpe (also Vakuumanschluss an Monteurhilfe verschlossen) nach 5 Minuten schon über 3500 Micron. Also sind die Schläuche leider nicht Vakuum tauglich (neu, Refco). Noch versucht, die Teflon Einsätze mit Nylog zu schmieren, ändert aber nichts. Vielleicht sind die Tefloneinsätze selber zu undicht.
Daher Vakuumtest: Absaugen über Niederdruck, messen mit Vakuummeter direkt am HD Anschluss. Zum Abkoppeln der Pumpe daher direkt am ND Anschluss den Schnellkuppler geschlossen. Damit sollten die Schläuche und die Monteurhilfe außen vor bleiben.
Ergebnis leider immer noch ernüchternd:
3x gespült mit Stickstoff (Absaugen über ND, Spülen über HD) vielleicht war noch Feuchtigkeit in der Anlage bei den vielen Leckagen.
Nach ca. 45-60 Minuten Vakuum erst auf 760 Micron runter. Danach steigt es nach Abkoppeln der Pumpe kontinuierlich an:


Knick kann ich nicht genau erklären, aber die Auflösung nimmt zu höheren Bereichen ab:
VG64 Micron gauge
Resolution 0-200: 1 Micron
201-500: 5 Microns
501-1,000: 10 Microns
1,001-2,000: 50 Microns
2,001-5,000: 250 Microns
5,001-8,000: 500 Microns
8,001-12,000: 1,000 Microns

Überdrucktest über 12h Stickstoff 5 bar:
Ausgangslage:


ND abgekoppelt, um Schlauchverlust auszuschließen/abzutrennen:
nach 10h Schlauch/Monteurhilfe Verlust:

nach 12h wieder ND Kuppler geöffnet, auf der äußersten Skala ca. 1mm abgesunken, an der Druckskala vielleicht Strichstärke.

Folgerungen:
irgendwo ist noch minimal undicht, finde ich momentan aber noch nicht. Die reparierten Bauteile sind ok (Ultraschall, Big Blu).
Vakuummethode sagt ziemlich eindeutig: Leck vorhanden.
Überdrucktest 12h: muss man schon sehr genau hinschauen, ein minimaler Teil wird alleine durch den Schlauch zustande kommen. Das Manometer ist auch kein 5€ Billigteil...

Der kontinuierliche Anstieg deutet hiernach auf ein Leck:

If the system has a leak, the vacuum gauge will continue to rise until atmospheric pressure has been reached. However, if the system is vacuum-tight but still contains moisture, the rise will level off when the vapor pressure equalizes in the system, typically between 20,000 and 25,000 microns between 72° and 80°F. At that point, that vacuum reading will become stable.

Note: a system that continues to level off at 3500–4500 microns may have turned system moisture to ice. Should this occur, the system temperature may have to be raised by an external heat source to get the moisture out of the system.)

Leider geht das Vakuummeter nur bis 12000 Micron, daher kann ich es nicht final bestätigen, ob sich der Druck irgendwann stabilisiert hätte. Durch 3x N2 Spülen hatte ich gehofft, dass da eigentlich schon viel rausgespült sein sollte. Die Vakuumpumpe hat auch nicht die typischen Wasserdampfwolken gezeigt, daher kann da nicht soviel Wasser enthalten sein.

Eine Kfz Klimastation Waeco ASC 2000 hätte übrigens bei allem ein "bestanden" ausgeworfen. Die zieht standardmäßig 20 Minuten Vakuum und prüft, ob innerhalb von 4 Minuten der Druck um 120 mbar!!! ansteigt. Und da ist nur ein elektronischer Absolutdrucksensor verbaut, kein Vakuummeter.

Wer noch sachdienliche Hinweise hat, gerne her damit.
Der nächste Schritt könnte Lecksuche mit Formiergas oder Butan werden, leider hat sich der H2 Detektor verabschiedet (man sollte Messtechnik mit verölten Schläuchen zusammen lagern, die ziehen Feuchtigkeit und bilden Säuren, die dann die Platine der Messgeräte angreifen).

Hab da genau die gleichen Erfahrungen gemacht und war erstmal überrascht. Ebenso hatte ich erst die Verschraubungen in Verdacht und auch da dann mit Nylog gearbeitet. Keine Änderung. Und die billigen China Schläuche verhalten sich genauso, wie der teure Refco-Schlauch.

Meine These nach diesen Tests war dann, dass die Schläuche über die ganze Obefläche diffundieren.

Mich hatte das ein paar Tage beschäftigt mit zahlreichen Tests, weil ich einfach nicht glauben konnte, dass die Schläuche standardmäßig so undicht sind.

Da hast du allerdings die Temperatur, die einen stärkeren Einfluss hat. Da müsstest du schon die Temperatur aufs Grad genau halten oder du hast sehr lange Testzeiträume, wo der Druck kontinuierlich absinkt.

ausgasen auch aus neuen Schläuchen:

Tom schmiert die Schläuche und Monteurhilfen in Silikonfett ein:

Schnellkupplungen ebenso:

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Ah ja, das bestätigt dann die These.

Silikon wundert mich, dass das funktioniert. Der Wasserdampfdiffusionswiderstand µ ist bei Silikon eher schlecht. Silikon liegt bei 900, Butylkautschuk bei 200.000, Epoxy bei 10.000.

das ist Silikonfett, nicht zu verwechseln mit Sanitärsilikon. Ich meine, Silikonfett wäre "das" Standarddichtmittel bei Vakuumanwendungen, weil es so zäh ist, dass da keine Luft durchkriechen kann. Ist daher auch die Frage, ob Wasserdampfdiffusion oder eher Luftleckage der störende Faktor ist.
Der schmiert es ja auf fast alle Dichtungen/Ventile in den Monteurhilfen, wenn er damit auf Vakuum prüfen will und die Ergebnisse geben ihm erstmal Recht.

hier noch ein zusätzliches Video mit den Nachteilen von Gummischläuchen. ab ca. 11:30

bei mir auch ähnlich.
Nur Monteurhilfe: 80 micron.
Vakuum abschalten:
nach 5 Minuten: 245 micron
nach 15 Minuten: 375 micron.

mit beiden Schläuchen und Schnellkupplungen nach 5 Minuten 3750 micron
nach 7 Minuten: 5500 micron

Die Schläuche direkt verbunden, also ohne Schnellkuppler: nach 5 Minuten: 2000 micron
nur ein Schlauch, also HD direkt zu ND: nach 5 Minuten 1200-1400 micron.
Die Schläuche und die Schnellkupplungen tragen also erheblich zum Vakuumverlust bei.

in vielen amerikanischen Videos daher auch die Vakuum Messung an den (größeren Heim-) Anlagen direkt ohne Schläuche, mit Schraderventil Entfernungstool.

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Ach so. Mit Silikonfett bin ich extrem vorsichtig in der Werkstatt. Wo das einmal war, hält später kein Lack. Da reicht schon Aerosol beim Sprühen (Silikonöl aus der Dose), dass man 3 m weiter, wo man was lackieren will, kein Lack mehr hält. Ein echtes Sauzeug.

Technisch gesehen kann ich mir gut vorstellen, dass das was bringt.