Laden/ Entladen von Akkus merkwürdig

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese Rubrik hier richtig ist:

Im Einsatz sind 4x Seplos (BMS 3.0) Akkus mit 314Ah und 6 gekaufte Akkus von Pytes (48100R, davon 4x B und 2x C mit je 5kWh/ 100Ah). Nur die Pytes hängen am Deye Hybrid-WR (12K) per CAN. Sowohl die 4x Seplos, als auch die 6x Pytes sind jeweils für sich untereinander per RS485 verbunden.

Los ging das Ganze mit einem unerwartet hohen starker SoC-Abfall (10% in 40min) ohne nennenswerten Verbrauch am Morgen vom Montag (müssten ja mehr als 9kWh sein, waren aber eher nur 400Wh).

Die Ursache war schnell gefunden:

Der Gesamt-SoC war 20%, dadurch Strombezug aus dem Grid (am Deye so eingestellt).
Die 6x Pytes-Module mit starker SoC-Abweichung von 12% bis 48% alles dabei.
Nicht schön, aber alles soweit nachvollziehbar.

Pytes empfiehlt in diesem Fall alle Module einzeln auf 100% zu laden und dann wieder zu verbinden. Auch das habe ich gemacht, der integrierte Balancer zeigte am Ende eine Abweichung von <5mV pro Modul zwischen den Zellen.

Die 4x Seplos waren zu dem Zeitpunkt zu rund 60% voll, hatte überlegt die Pytes bis etwa dahin zu entladen und erst dann zu verbinden, mich dann aber entschieden das gleich zu machen:
Wie erwartet haben die vollen Pytes- die Seplos-Akkus geladen (40A an je 4x10A). Dann waren die irgendwann ausgeglichen (Zellspannung auf gleichen Niveau).

Danach ist mir aber beim Entladen aufgefallen, dass den 6x Pytes (600Ah) etwa doppelt so viel Strom entnommen wird, z.B. 12A wie aus den vier Seplos (1256Ah), ca. 4x1,5A=6A - und das war bisher nicht so, zumindest nicht über einen längeren Zeitraum.

Beim Laden ist das Verhalten hingegen wie erwartet:
Rund zwei Drittel gehen in die Seplos etwa ein Drittel in die Pytes.

Die Spannungen habe ich an den Modulen und an den Busbars gemessen mit einem Multimeter, die passen auf ein zehntel Volt. Betreibe ich nur die Pytes oder nur die Seplos passt auch alles.

Wo habe ich den Denkfehler? Was kann sich verändert haben, die Akkus sind in der Kombi seit Herbst (bzw. nur 2 der 4 Seplos seit Jan 25) in Betrieb.

Viele Grüße
Max

Bevor du weiterliest erstmal kurz über diese Frage nachdenken:

Warum ist das, was du beobachtet hast, ein Problem?

Theoretisch ist parallel schalten von LiFePo4 Akkus kein Problem.
In der Praxis können sich aber Probleme ergeben, wenn man die Akkus nicht initial alle auf die gleiche Spannung bzw. Ladezustand bringt

(Ladezustand = tatsächlicher Zustand | SoC = Glaskugel was das BMS denkt)

Das die Pytes im SoC schon so auseinandergelaufen ist durch den niedrigen Solarertrag im Winter erklärbar.

Die Abhilfe ist das Laden und Entladen besser zu steuern, Sprich dafür zu Sorgen, dass mindestens einmal im Monat alle Akkus vollgeladen werden und Zeit haben fürs Internes Balancing und den SoC Reset.

Im Sommer werden die Akkus vermutlich fast jeden Tag voll im Winterhalbjahr nicht.
Und genau da solltest du ansetzen.

Bei so vielen Akkus würde ich etwas in Richtung: GitHub - shining-man/bsc_fw: Firmware battery safety controller (BSC) · GitHub
vorschlagen um alles unter einen Hut zu bringen.

Um gravierende Mängel in der Installation auszuschließen:
Kannst du ein paar Fotos machen bzw. Skizzieren wie die Speicher verbunden sind.

Danke Ironmaster,

zum Problem wird es eigentlich nur, wenn der Deye meint, meine Akkus wären unter der Entladeschwelle und er (zu früh) Energie aus dem Grid bezieht - obwohl die Seplos noch voll wären.

Also mache ich als erstes die Akkus alle voll und entscheide dann wie es weitergeht. Da bräuchte ich aktuell zwei sonnige Tage hintereinander oder muss dann doch per Grid vollmachen - das Wetter sieht ab morgen nicht gut aus..

Denke auch, dass so etwas wie der BSC helfen könnte, habe das aber so verstanden, dass dann jeder Seplos an eine eigene RS485 muss.

Um das eigentlich Problem zu umgehen, könnte ich natürlich auch die Seplos an den Deye hängen, riskiere dann aber, dass sich die Pytes (bei Unterschreitung Mindestladestand) abschalten. Und dann ist die Frage, ob Sie wieder anlaufen, wenn Strom zum Laden da ist.

Und welche Spannung hatten die Zellen da?

Und welche Spannung hatten die Zellen da?

3,55V

Sehr gut !! :grin:

( Wobei…. Weniger ist nicht besser. Über 3,4 V gilt 25 mV Differenz als vollkommen ausreichend balanciert.)

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