ich baue eine einfache Inselanlage im Kleingarten mit 900Wp, derzeit noch 12V AGM Batterie, Victron 12/375 Wechselrichter. Die DC Seite ist soweit klar. Bei der AC Seite habe ich ebenfalls ein Sicherungskonzept ausgearbeitet, dass ich gern einmal kritisch begutachtet hätte. Ich bin kein Elektriker, aber traue mir zu soetwas zu bauen, nachdem ich es komplett verstanden habe.
Folgender Ansatz:
Mein Phoenix 12/375 Wechselrichter bietet intern KEINE Möglichkeit einen der Pole (L/N) auf PE zu legen (wie es laut Manual bei manchen Modellen Möglich ist). Der Schutzleiter der Schuko-Dose am WR ist direkt auf das Gehäuse gelegt, welches auch einen äußeren Erdungsanschluss hat. Der WR ist also frei “schwebend” –> IT-Netz. Mein Personenschutzkonzept sieht vor, daraus ein TN-Netz zu machen, indem ich N (blau) aus dem angeschlossenen Schuko Stecker am Eingang des FI/LS (16A 30 mA) Schalters auf PE lege und zwar mit einer festen Kabelbrücke. Damit definiere ich diese Ader (blau) als “echtes” N mit 0V gegenüber Erde. Braun wird damit automatisch zur Phase. Sollte jemand den Schuko Stecker am WR umdrehen, invertiert sich die Zuordnung der Phase bzw. des Nullleiters der Adern. Das System funktioniert nach meinem Kenntnisstand aber ganz genauso weiter und ist auch weiterhin sicher, da dem FI die Umkehrung von L und N egal ist.
Erde stelle ich über einen Kreuzerder und eine zentrale Potentialausgleichsschiene bereit. Hier laufen die Erdungsverbindungen von allen Geräten und Anschlüssen zentral zusammen.
Sind meine Überlegungen korrekt und ist das Konzept sicher?
Danke.
Der ist als Kombinschalter FI/LS vorgesehen, eben direkt nach der N-Brücke, die ich plane von der Eingangsklemme des FIs zu legen. Hinter dem FI dann die normale Dosenverteilung für das nun abgesicherte und geerdete Netz.Wobei der FI/LS nur die FI Funktion erfüllt, da der WR im Kurzschluss/Überlast ohnehin selbst abschaltet bevor die 16A LS greifen.
Darfst du bei dem Wechselrichter beide Leiter denn mit dem Gehäuse bzw. PE verbinden? Also nicht beide gleichzeitig, sondern entweder/oder? Das geht nur, wenn intern das Gehäuse mit keinem Potenzial irgendwie verbunden ist. Das würde ich mal messen.
Was genau messen? Spannung Gehäuse jeweils gegen die beiden Leiter?
Der WR ist gebraucht, daher kein Manual dabei. Eigentlich (laut Manual) sollte intern eine N-Brücke sein die man entsprechend schon im Gerät stecken kann. Bei meinem Exemplar ist das aber scheinbar nicht vorgesehen - die Steckverbinder auf der Platine fehlen.
Würde mal mit 100K Widerstand in Reihe jeweils ein spannungsführenden Leiter gegen Gehäuse messen, ob da ein Strom fließt (AC). Also wenn WR läuft und Spannung anliegt.
Sehe ich auch so. Solange du nicht vor hast einen Verbraucher mit viel Blech (z.B. einen Kühlschrank) daran zu betreiben sondern nur “Plastikverbraucher” die sowie so nur einen Eurostecker ohne Schutzkontakt benötigen kannst du beim IT Netz bleiben und solltest die Anlage besser gar nicht erden. Ist so sicherer
Einen FI-Schutzschalter ist in deinen Szenario allenfalls wirkungslos. Daher auf keinen Fall verbauen da er eine Form von Sicherheit vortäuscht die es so nicht geben kann/benötigt. Einen FI verbaut man immer nur mit ordentlicher Erdung (Staberder o.ä.). Nur weil eine Erdung prinzipiell vorhanden ist, muss man sie nicht zwingend nutzen. Das machen Geräte mit Eurostecker sowie so nicht
Vom Personenschutz aus gesehen ist das mit dem IT-Netz in Ordnung, insbesondere da der Inverter nur mit einer Spannung zwischen zwei Außenleitern, nicht aber gegen Erde arbeitet.
Da müsste man schon z.B. im Stromverteiler gleichzeitig zwische beide Potentiale zugleich packen.
Eher sehe ich den Vorteil vom TN S-C im Brandschutz, das ein RCD im Fehlerfall, wie z.B. bei an Kabel knabbernden Mäusen im Holzschobben, bei einem geringen Feherstrom bereits auslösen und den Bereich spannungsfrei schalten kann.
Vom Trafowechselrichter muss normal nur eine Ader als N und damit der andere als Phase definiert werden.
Die Funktion, das abschalten V O R erreichen einer unzulässig hohen Berührungsspannung im Fehlerfall hängt vor allem an einer guten, garantiert immer niederohmigen Erdverbindung ab, und sollte wie im TN-C Netz mit einem eigenständigen Betriebserder gehandhabt werden =
4,5 m Tiefenerder V4A, ggf. Ringerder um die Gartenhütte
Ich meine, das der Erder um die 10 Ohm oder weniger haben muss, damit die Berührungsspannung im Fehlerfall nicht überschritten wird.
Unter dem Strich ist das Abwägungssache.
Hab für eine 800 W Victronanlage ein verzinkten 1,5 m Stab im Lehmboden versenkt, der hat mega Erdkontakt und wird im Boden auch nicht gammeln. Ich kenne aber andere Böden, da ist das verzinkte Eisen nach wenigen Jahren weggerostet....
TN C-S ist was feines, aber bei der kleinen Anlage .... kein Plan.
Im Holzschuppen mit sauberer E-Installation finde ich das TN C S genau richtig.
hab ich überlesen. Der Staberder in einer inselanlage dient hauptsächlich der statischen Entladung. Im Gegensatz zum Netzansschluss, bei dem er niederohmig in der Erde sitzen muss um das Umgebungspotential auf das N-Potential anzuheben. Denn N kann im Netz Spannung führen. Wichtig ist, dass alle Schutzleiter mit der N-Brücke verbunden sind.
Natürlich muss das sein. Es ist ja auch ein Netz, dass aus der Ferne gespeist wird Und zwar ohne Schutzleiter. Hier ist es aber kein Netz. und es lässt sich auch keine Gefährdung konstruieren, die auf einen zu hochohmigen Erder zurückzuführen ist. Es ist ja ohnehin eine Binsenweisheit, dass ein Erder niederohmig in die Erde ableiten kann. Schließlich ist die Erde nicht aus Metall. Angenommen in der Leitung zum Erder ist ein Widerstand von 1kΩ. Was passiert dann wie, warum und wann?
Nun bin ich verunsichert. Die Erdung wird vermutlich nicht so niederohmig werden wir im normalen Hausnetz, da ich den Kreuzerder (1,5m) nicht bis ins Grundwassern, sondern eben nur in den oberen Boden schlage. Wenn ich in dieser Konstellation (N auf PE gelegt) die Phase berühre und auf nassem Boden stehe, schließe ich den Stromkreis und der Strom fließt durch mich über die Erde zum WR zurück, ob niederohmig oder nicht. Dadurch löst der FI aus, da der Strom nicht über N zurück kommt. Die Schutzwirkung ist damit doch gegeben nach meinem Verständnis? Oder übersehe ich was?
Ich vermute in der gängigen Praxis werden solch kleine Inseln als IT-Netz betrieben? Was ist an einer sagen wir mal nicht “optimalen” Erdung schlechter?