Konfiguration und Dimensionierung Splitklima für Altbau

Hallo zusammen,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Forum hier. Ich habe in letzter Zeit hier schon viel gelesen und wollte euch nun um eine konkrete Einschätzung bitten.

​Ich plane aktuell die Installation von Multisplit-Klimaanlagen in unserem Haus. Aktuell ist noch eine Ölheizung installiert, die laufen soll, bis sie kaputt geht (noch nicht absehbar). Die Anlagen sollen primär im Sommer zur Kühlung dienen, in der Übergangszeit zum Heizen (als Ersatz zu Öl), und im Winter langfristig eine klein dimensionierte Wärmepumpe unterstüzen.

Daten zur Haus und Heizlast:
​Baujahr: 1940er
Wohnfläche: 190 qm
Dämmstandard: Fenster 3-fach, Keller und oberste Geschossdecke gedämmt (12 cm), Fassade nicht gedämmt und nicht geplant.
Ölverbrauch: Ca. 2.700 Liter/Jahr inkl. Warmwasser für 4 Personen
Heizlast: Berechnet mit ca. 65 W/qm (Kommt das hin?)

Das Haus ist verwinkelt und aus optischen Gründen will ich nicht mehrere Singlesplit-Geräte montieren. Aktuell planen wir mit zwei Multisplit-Anlagen, die auf gegenüberliegenden Seiten des Hauses montiert werden.

​System 1 für 3 Räume:
​1. Raum (im EG): 32 qm Küche/Essbereich + 16 qm Raum, der durch eine große Schiebetür verbunden ist, die immer offen steh (48 qm gesamt)
2. Raum (1. OG) 19 qm Schlafzimmer
3. Raum (1. OG): 14 qm Kinderzimmer

​System 2 für 2 Räume:
​1. Raum (1. OG): 44 qm Wohnzimmer (sehr warm im Sommer)
2. Raum (EG): 16 qm Büro (kellrig und eher kühl, abgelegen von den anderen Räumen, hier müssen wir eher Heizen als kühlen. In ein paar Jahren als Jugendzimmer geplant)

Als Geräte hatte ich an die Daikin Perfera gedacht, die wird hier ja viel gelobt. Ich bin aber für andere Empfehlungen offen, wenn das für uns mehr Sinn macht.

​Meine konkreten Fragen:
-​Ich habe schon viel zur Dimensionierung gelesen, würde aber gerne eine möglichst unvoreingenomme Meinung hören und möchte daher meine Idee erstmal nicht nennen. Wieviel KW sollten die Außen- und Innengeräte jeweils haben?

  • Wo seht ihr generell Probleme bei der Konfiguration? Bekommt man bei den Anforderungen effiziente Konfigurationen ohne großes Takten hin?

  • Kann insbesondere System 2 überhaupt effizient laufen, mit den unterschiedlichen Raumgrößen und Anforderungen bzgl Sommer und Winter?

  • Habt ihr weitere Anmerkungen/Bedenken/Überlegungen? :slight_smile:

​Vielen Dank vorab für eure Einschätzung und Tipps!

Was die Innengeräte angeht, da wirst du bei 14-19 m² vermutlich mit 2-2,5kW hinkommen. In Küche/Essbereich eine 3,5kW. Das AG dann im Bereich 5-6,8 kW.

Du willst ja vor allem kühlen und vermutlich werden da auch 24 Grad reichen. Da kommt man bei Verschattung der Fenster mit relativ wenig Leistung aus.

Und zum Zuheizen reicht es dann sowieso, weil du ja noch eine weitere Wärmequelle hast.

Da dann auch IGs mit 3,5kW und 2-2,5kW. AG dann um 5kW. Denk dran, dass Multi nicht gleichzeitig kühlen und heizen kann. Gibt durchaus mal Situationen, wo man das am liebsten hätte, also OG schon richtig heiß und Keller noch zu kühl.

Bei Multisplit auch immer dran denken, dass für höhere Effizienz möglichst alle IGs gleichzeitig laufen.

Und grundsätzlich gilt immer: Single-Split sind Multis vorzuziehen, wirst du sicher schon gelesen haben.

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Hallo Win,

vielen Dank für deine Einschätzung! Mir ist klar, dass sich bei den Temperaturen die Anfragen häufen. Ich schätze jeden Support.

Deine Empfehlung denkt sich weitestgehend mit meiner bisherigen Recherche. Häufig liest man von zu groß dimensionierten Anlagen. Meine Tendenz geht daher zu einer eher kleineren Auslegung.

Bei Anlage 1 würde ich eher die AE mit 5 kw nehmen.

Bei Anlage 2 hatte ich über eine AE mit nur 4 kw nachgedacht, da das Büro verhältnismäßig wenig Kühlleistung benötigt.

Meinst du, das ist ausreichend, oder lieber etwas Puffer bei beiden AE??

Setup wäre dann:

Anlage 1: IE: 3,5 + 2 + 2, AE: 5

Anlage 2: IE: 3,5 + 2, AE: 4

Danke auch für den Hinweis bzgl Mono und Kühlen/Heizen! Das ist bekannt.

Ja, wird vermutlich reichen. Wichtig ist, dass du auf die Mindestmodulation schaust. Ich meine die 5kW und 4kW modulieren gleich weit runter. Dann ist 5kW kein Nachteil, außer etwas höhere Anschaffungskosten.

Viele machen beim Kühlen eher die Erfahrung, dass man gar nicht viel Leistung braucht. Und wenn man auch noch Nachts kühlt, hat man einen weiteren Hebel, falls es mal ans Limit gehen sollte. Davon profitiert man dann auch tagsüber bei massiv gebauten Häusern mit viel Speichermasse in den Wänden.

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Reicht absolut aus.

Ich kühle mit 6,8 kW Kühlleistung ein (gut gedämmtes) 160m2 Haus - auch kürzlich Ende Juni problemlos. Und die Anlage läuft da nicht unter Volllast.

Bei 3,5 kW und 2,5 kW Innengerät reicht locker ein 4kw Außengerät. Läuft doch nicht immer auf Volllast, oder?

Du kühlst doch nicht erst dann, wenn Zuhause 40 Grad sind?

Danke euch.

Wie Win schreibt, moduliert die 5 kw soweit runter, wie die 4 kw. Kleiner als 4 kw Außengerät finde ich gar nicht für Multisplit, zumindest nicht von Daikin. Das würde für die 5 kw sprechen. Dann hätte ich Reserven zum Heizen.

Sind denn noch kleinere Innengeräte sinnvoll, also z.b. nur 2,5 kw für die großen Räume?

Wenn ich bei Anlage 2 in der Übergangszeit nur das kleine Büro heizen möchte und der große Raum noch warm genug ist, funktioniert das noch halbwegs effizient mit der Größe der Außeneinheit ohne takten? Wenn das zu viel Kompromiss ist, müsste ich ggf über alternative Lösungen nachdenken.

2AMXF40A. Reicht das nicht?

Die hatte ich bisher gar nicht auf dem Schirm. Von der höherwertigen Serie erhoffe ich mir, dass die gerade in der Übergangszeit besser moduliert.

Wenn die Räume größer sind oder mehr z.B. Wärme- oder Kältebedarf haben, dann sollten die Innengeräte auch anteilig entsprechend größer werden.

Wenn du ein 4 kW Außengerät hast, hat das beispielsweise 4 kW Kühlleistung. Ob du dann 2x 2,0 oder 2x 2,5 kW IG anschließt, ist egal, die 4 kW teilen sich dann in diesem Fall mit jeweils 2,0 auf.

Schließt du 1x 2,0 und 1x 2,5 an, würde das 2,0er IG dann 1,78 Kw abbekommen und das 2,5er IG dann 2,22 KW. Also insgesamt wieder vier.

Wir sind uns hier im Forum aber noch nicht ganz schlüssig, ob diese Verteilung nur dann ist, wenn beide Geräte an sind oder generell wenn sie angeschlossen sind.

Mein Ag hat insgesamt 6,8 kW (bereits oben gesagt) und mein Gerät im Wohn/Ess/Küchenbereich hat nominal 3,5 kW, leistet aber in der Zusammenstellung der Innengeräte 2,38 kW. Das reicht aber absolut aus in meinem Fall, weil das Gesamtsystem Haus ja gekühlt wird. Hatte auch Ende Juni keine Probleme das Wohnzimmer auf 23 Grad zu halten (niedriger habe ich nicht eingestellt, sonst hätte meine Frau rebelliert. Wäre aber mal ein Test wertgewesen, wieviel man schafft unter solchen Extrembedingungen)

Ja, wenn es ums Heizen geht, nimmt die besseren Anlagen, also ATXM bzw. FTXM.

So war mir der Zusammenhang noch nicht klar. Danke, Marl84. Dann werden es für die großen Räume die 3,5-Geräte.

Bei der Serie tendiere ich aktuell zur ATXM.

Für das Szenario wäre das dann klar. Ich habe mich jedoch noch nicht ganz davon verabschiedet, evtl. zukünftig die Klimas auch komplett als einzige Wärmequelle zu nutzen. Momentan habe ich da aber noch Vorbehalte bzgl Luftzug, Geräusche, etc. Deshalb wollen wir es erstmal in ein paar Räumen in der Übergangszeit testen. Ggf. könnten wir das System noch erweitern.

Dafür bräuchten wir ja aber pro Raum mehr Leistung, da die Leistung bei kälteren Temperaturen abnimmt. Könnt ihr grob einschätzen, bis zu welchen Temperaturen die aktuell geplante Konfiguration im Altbau ungefähr als alleinige Wärmequelle funktionieren könnte?

Welche Größe müsste ich planen, als alleinige Wärmequelle? Im Wissen, dass es zum Kühlen dann überdimensioniert ist. NAT sind bei uns ca. -13 Grad.

Du musst dir erstmal anschauen mit Eurovent, wie viel Wärmeleistung die Geräte bei TOL noch haben. TOL liegt typisch bei -10 - -15 Grad, dass passt ungefähr mit deinem NAT.

Und dann würde ich als Daumenwert mal mit 100W/m² rechnen. Wie viel du tatsächlich brauchst, dafür musst du eine Analyse machen, da ist jedes Gebäude anders.

Tipps dafür findest du hier: