Klimaleitung verdreht - noch verwendbar?

Servus zusammen,

ich bin beim Festziehen der Klimaleitungen leider mit dem Schlüssel abgerutscht und habe die Leitung überdreht (ist die Seite des Innengerätes).

Wie würdet ihr hier verfahren? Schneiden und frisch bördeln (dürfte inkl. Verbinder noch reichen von der Strecke) oder erst Vakuum/Dichtheitsprüfung abwarten?
(Ja, die Verschraubung sieht schlimm aus, habe leider das falsche YT-Video gesehen und Liquidmoly benutzt…kommt noch alles runter)

Viele Grüße,

Christoph

Hallo zusammen ,

ich sage mal als Rohrinstallateur das ist Kernschrott . Das Kupfer ist recht weich vom Löten und nun ist es verdreht . Es bedeutet das es Microrisse hat und das man Schrömungsgeräusche bekommen wird . Dazu kommt das der Querschnitt kleiner ist .

Gruß Eckard

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Klasse, danke für die Bestätigung Eckard. Dann mach ich das neu!

Wie ist denn dein Plan?

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Auf jeden Fall neu, schon allein weil der Querschnitt nicht mehr passt.

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Sieht ein wenig so aus, als ob die Leitungen schon beim 90° Bogen biegen beschädigt worden sind. Biegeseele benutzt? Der Bördel oben auf dem Foto sieht auch nicht gut aus, das würde ich auch nochmal neu machen.

Nicht ganz einfach, dass so eingebaut zu reparieren. Evtl. IG nochmal raus und dann Doppelnippel montieren?

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@win unter der Verdrehung abtrennen, bördeln, Doppelnippel dran hab ich mir gedacht.

@frankdrebin Hab es mit einem Rohrbiegegerät langsam in Form gebogen. Hat bei allen Biegungen gut geklappt, selbst 90°

Das ist Pfusch in Perfektion, der schon mit einer gut ausgeführten Bördelverschraubung beginnt. Ich habe in den 80-erJahren mit Kälteanlagen richtig viel zu tun bekommen. Damals haben wir Bördelverschraubungen an den Geräten sofort mit dem Rohrschneider abgetrennt und dann alles hart gelötet. Anlagen, die nicht aus anderen Gründen schon ausgemustert wurden, laufen heute noch. Verlorenes Kältemittel hätte auch keiner mehr nachfüllen dürfen, weil diese Kältemittel (damals hauptsächlich R22 und R12) längst verboten sind. Nur in voll hermetiserten Anlagen ist davon auch bis heute nichts abgehauen und deshalb die laufen immer noch.

Die Hermetisierung der Kältemittelleitungen durch Hartlöten hat man zunehmend bleiben lassen, weil es auf der Baustelle immer weniger praktikabel ist. Man kann auch bei den meisten Kältemitteln keine Mineralöle mehr verwenden und die Nachfolger wie Esteröle sind chemisch nicht mehr stabil. Da reichen schon Spuren von Kupferoxid, um einen Zerfallsprozess auszulösen. Daher mußte man seit den Esterölen rigoros unter Schutzgas löten und seit es immer mehr brennbare Kältemittel gibt, die zweimaliges Nachdenken im Umgang erfordern, löten die die Kältebanausen gar nicht mehr. Bördeln ist mieten statt kaufen!
Wer eine R32-Anlage jetzt hermetisiert installiert bekommt, wird niemals mehr Kältemittel nachfüllen müssen, das baldigst reglementiert werden wird. Auch nach 40 Jahren kann so eine Anlage noch laufen, fallst man den Selbstzerstörungsmechanismus mit den Bördelverschraubungen nicht jetzt schon aktiviert.

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So schlimm sind die Bördel nun auch nicht. Ordentlich ausgeführt gibts genug Beispiele, wo auch eine 20-30 Jahre alte Anlage noch hinreichend Kältemittel hat.

Und außerdem wurde die Verbindung am AG doch schon immer mit Bördeln gemacht und nie gelötet.

Am IG gibts auch heute noch zahlreiche Kältefirmen, die lieber löten. Gerade bei R32 wurde wieder mehr Wert darauf gelegt, keine Verschraubunge im Innenraum zu haben, deshalb löten so einige Firmen.

Ok, wenn du noch genug Platz hast, kann das funktionieren. Die Kälteleitung kannst du so versetzen, dass die zum neuen Doppelnippel hinkommt und du dort auch nochmal einen neuen Bördel machen kannst?

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Ja, das stimmt. Der reguläre Anschluss der Außengeräte erfordert 2 Bördelverschraubungen, die man nur sehr schwer los werden kann. Wenn aber zumindest die beiden der Innengeräte weg sind, dann ist das schon einmal eine Vedoppelung der Lebensdauer. Was ich machen kann, mache ich mit Verflüssigersätzen oder gar solchen, die komplett selbst aufgebaut sind und nicht mit Split-Klimas. Die sind dann wirklich vollhermetisch zu gelötet und da gibt es und auch kein schraubbares Befüllventil mehr.

Wobei da die Frage ist, ob die Verdoppelung wirklich relevant ist. Wenn der Verlust pro Bördel so gering ist, dass es 200 Jahre braucht, bis die Anlage nicht mehr läuft, dann sind es bei 4 Verschraubungen 50 Jahre, weit über die Lebensdauer der Anlage und damit irrelevant.

Es ist ja nicht so, dass Split-Klimas standardmäßig alle 5-10 Jahre neu befüllt werden müssen. Grundsätzlich sind Bördel so dicht, dass selbst 20 Jahre alte Geräte noch keinen relevanten Verlust haben.

Das Hauptproblem bei den Bördeln sehe ich darin, dass es sehr viel auf Erfahrung und Sorgfältigkeit ankommt. Und zwar nicht im Reinraum, sondern unter unschönen Umständen auf der Baustelle. Und dann noch Fachkräftemangel und schlecht ausgebildetes Personal.

Insofern wäre es wohl besser, man hätte ein sicheres System, was auch unter widrigen Umständen nahezu immer funktioniert. Die Armacell Flare-Fittings finde ich da schon ganz gut.

Hartlöten ist sicherlich auch interessant, aber auch wieder umständlich auf der Baustelle und erfordert auch viel Praxiserfahrung. Im Wartungsfall auch ungünstig, wer will schon in einem frisch renovierten Wohnzimmer an der Wand ein IG anlöten. Armacell Fitting kann man ganz schnell öffnen, IG tauschen und wieder anschrauben.

So, habe beide Bördel getauscht. Auf der Auflegefläche der Bördel hat sich kaum liquimoli gezeigt, ich habe trotzdem beide neu gemacht, es war zum Glück genug Leitung übrig. Die anderen 3 Innengeräte fasse ich bzgl. Liquimoli erstmal nicht an, weil die Bördel da extrem bescheiden in der Wand liegen. Dh. ich prüfe jetzt erstmal ob sich das Vakuum hält, und wenn ja prüft noch jemand mit Stickstoff im Überdruck.

Danke schonmal für den Input =)

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