Klimaanlagen für Heizen - Altbau Kernsanierung auf EH55

Hallo in die Runde,

ich lese schon eine Weile im Forum mit und habe zahlreiche Anregungen für unsere Planungen mitgenommen. Für die genauere Planung unseres Heizsystems würde ich mich aber über Hinweise und Anregungen freuen.

Kurz etwas Kontext:

Wir werden ein altes Zechenhaus auf EH 55 kernsanieren und umbauen. Von ca. 80qm auf ca. 160 qm.
Da wir möglichst viel Bestand behalten möchten (viel ist es trotzdem nicht) haben wir recht viele kleine Räume. Das gefällt uns eigentlich auch so.
Das Haus lief bislang mit Nachspeicher und hat kein Wassergeführtes Heizsystem.
Jetzt eine neue Wärmepumpe mit Fußbodenheizung einzubauen erscheint uns sehr viel Aufwand und sehr teuer. Es liegt ein Angebot vor nur für die WP bis in den Keller für 26k, ohne Steigleitungen und FBH.

Also Klimaanlagen als primäres Heizsystem. (ggf. ergänzt um IR Panele)

Zum Kontext in den nachfolgenden Skizzen: Wir bauen zwei Wohneinheiten (Einliegerwohnung), nutzen diese jedoch zunächst als Familie. Später können wir bspw. mit unseren Kids das Haus anders aufteilen - aber das ist was für in 15 bis 20 Jahren. Die Bezeichnungen in den Skizzen stimmen daher nicht mit der aktuellen Soll-Situation übereinander: Das "Wohnzimmer" im 1. OG wird zunächst als Elternschlafzimmer genutzt und die "Küche" als Ankleide/Stauraum.

Raumaufteilung

Insgesamt gibt es 10 Räume, die Heizbedarf haben. (EG: Wohn-Esszimmer, Küche, Arbeits/Gästezimmer, Badezimmer; 1 OG: Schlafzimmer, Ankleide/Stauraum, Badezimmer; 2. OG: 2 Kinderzimmer, mini-Arbeitszimmer)
Von diesen Räumen werden viele nur sporadisch geheizt werden

Grundproblem: Auslegung und IG-Verteilung
Bei EH 55 hat das Haus eine rechnerische Heizlast von unter 6 KW. Da wir unser Schlafzimmer+Ankleide/Stauraum kaum heizen werden, wird es real vmtl noch deutlich drunter liegen, vor allem in der Übergangszeit.
Ich mache mir sorgen über zu starkes Takten und damit Effizienzverluste und Verschleiß.

Da die Klimas unser primäres Heizsystem sein sollen, kommt eine sukzessive Nachrüstung nciht infrage. Es muss also mehr oder weniger von Anfang an passen.
Wir wollen auch nicht zig Außengeräte anbringen.

Meine aktuelle Überlegung ist folgende

  • Single-Split für Wohn-Esszimmer + Küche im EG (insgesamt 50qm). Dieser Raum wird konstant geheizt. In der Küche wird Abwärme produziert und es kann Wärme aus dem Wohnzimmer reinkriechen. Dazu platziere ich das Gerät gegenüber dem Küchendurchgang.
    Problem ist ein Sturz in der Mitte des Raumes, der die Wärmeverteilung blockieren könnte. Aber wenn das Gerät wie skizziert platziert ist, müsste es eigentlich auf beide Seiten des Sturzes blasen können.
    Ergänzend könnte über das Sofa ein IR-Panel kommen für gemütliche Abendstunden.
    Für diesen großen Raum denke ich an ein 3KW Nepura-System (Stylisch FTXTA + RXTA.)

  • 4er-Split für Elternschlafzimmer im 1 OG ("Wohnzimmer"), 2 Kinderzimmer im DG und Arbeitszimmer im EG.
    Diese Räume werden tendenziell gleichzeitig geheizt (Frau ist Lehrerin), sodass die Modulationsgrenze des Außengeräts hoffentlich nur selten ausgereizt wird.
    Ich denke an das Daikin 4MXM68A (bei einem Gerät runter auf 1,57 Watt Heizleistung; bei zwei Geräten auf 1,95 Watt)

  • Ohne Klima würden bleiben:
    das Mini-Arbeitszimmer im DG (2,9qm) - mache ich mit Körperwärme warm oder passiv aus dem Haus; die Bäder (IR-Panele/Handtuchhalter); das Anziehzimmer im 1. OG ("Küche") (zur Not über das Schlafzimmer-Gerät); Küche (Sie oben, Teil des Single-Split-Systems)

Frage zur Platzierung der Außengeräte:
Wir könnten die Außengeräte auf das Gründachdach im Anbau stellen. Das wäre für die Wartung einfach und für die Installation auch. Aber verlängert die Leitungswege auch etwas. Größere Bedenken wäre, ob der Bewuchs problematisch ist und daher besser an die Wand gedübelt. Gibt es da Erfahrungen?

Exkurs Warmwasser:
Ergänzend würden wir Brauchwasser über eine BWWP im Keller regeln. Angedacht ist hier eine Abluft-Wärmepumpe mit dezentralen Lufteinlässen. Die Abluft wird nicht reichen, daher Kombination mit Umluft-Betrieb im Keller.

Was meint ihr zu meinen Überlegungen? Ist das prinzipiell sinnvoll so? wäre eine andere Kombination besser geeignet und wird das Wohnzimmer so warm werden?
Kann im Winter die Zuluft stören und wären als Gegenmaßnahme andere Platzirungen der IG sinnvoller?

Wenn ihr das alles gelesen habt, Danke! :smiley:
Ich hoffe, ich habe es halbwegs verständlich dargestellt.

Ich bin selber in der Planung und Umsetzung für 4 Daikin Innengeräte, sowie 3 Außengeräten. Du bekommst hier sicherlich noch genug Planungshilfe - aber … Eine Planung und Umsetzung für PV läuft parallel bei Dir? Falls nicht, würde ich zumindest noch unbedingt dieses Jahr zuerst die PV umsetzen, bevor nächstes Jahr das neue (geplante) EEG2027 in Kraft tritt.

Eine Single-Split für 55qm könnte als Alleinheizung zu einer etwas ungleichen Wärmeverteilung führen.

Ich verstehe die Grundrisse nicht. Gibt es zwei getrennte Küchen oder ist die nach oben offen über 2 Etagen? Wir haben in unserem RMH ne offene Wohnküche, Fläche zusammen vielleicht 40 qm, Daikin Perfera 2.5 kW. Kein Problem, allerdings etwa 2m breiter Wanddurchbruch statt einer Tür. Splitklima dafür auch nicht auf diesen Durchbruch gerichtet. Wenn man in der Küche ist, produziert man dort ja in der Regel zusätzliche Wärme, zumindest nach dem Schnippeln.

Danke für den Hinweis!
Ja, eine PV-Planung läuft gerade auch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mit dem Projekt bis 2027 fertig sind. Der Bauantrag ist erst Mitte Juni gestellt worden und noch nicht genehmigt... Gab schon bis hierhin leider hinten und vorne Verzögerungen.

Aber ja, auf das oberste Flachdach, die "Gaube" sollen 16 Module in Ost-West Ausrichtung. Wir überlegen, ob auch das Steildach zur Straße über dem Badezimmer Solar bekommen sollte. Im Sommer haben wir dann vermutlich deutlich zu viel, aber im Winter würden die Klimaanlagen so ganz gut unterstützten können.

Ich habe es im Originalbeitrag nicht klar genug beschrieben - hab's jetzt ausgebessert.

Wir bauen eine Einliegerwohnung, nutzen diese aber zunächst wie ein EFH.
Das heißt, das "Wohnzimmer" im 1. OG ist unser Elternschlafzimmer und die "Küche" ist unser Kleiderschrank/Lagerraum.

Stimmt, aktuell ist für die Küche noch eine Tür eingezeichnet. Das soll eigentlich eine Schiebetür sein, die nur selten geschlossen werden soll für wildeste Kocheskapaten oder wenn Gäste unser Chaos nicht sehen sollen.

Also würde das aus deiner Erfahrung funktionieren? Kannst du die Verteilung im Wohn-Esszimmer einschätzen?
Marl84 hat ja die möglicherweise ungleiche Wärmeverteilung angesprochen. Ich habe auch überlegt, das mit einer Duo-Split für das Wohnzimmer zu lösen.
Dabei sehe ich das Problem, dass mir dann mindestens 1,3 kW in den Raum gepustet werden (bei 2MXM40A), die es in der Übergangszeit nicht braucht und wieder zum unnötigen Takten führt. Gut, den Überschuss, das könnte man man mit einer offenen Tür ins Haus "entsorgen". Ist das vielleicht sogar sinnvoll?
Und an der Single-Split gefällt mir die hohe Effizient mit SCOP von rd. 5,15 ggü. Duo-Split mit 4,65 (bspw. Kombination mit Perfera)

Ich kann auch noch nicht einschätzen, wie schlimm das Takten tatsächlich ist. Wenn man es vernachlässigen kann, wäre der Aufbau etwas leichter.

Edit: So wie unten könnte man die zwei Geräte anschließen. Dann sitzt man tendenziell im Luftstrom...

Mit 20 Jahren Einspeisevergütung, auch wenn die relativ klein ist, gibt es kein „Zuviel“! - Alle Dächer vollmachen“! Die Einspeisevergütung bezahlt Deine PV! Alles was Du im Eigenverbrauch selber verbrauchst, später vielleicht BEV, Klima/Heizen, ist der Bonus oben drauf. Mit PV-Split-Klima heizen wird nur was im Herbst-/Frühjähr. November bis Ende Februar reicht die PV-Energie bestenfalls für den normalen Hausstrom/kleine Verbraucher. Falls irgendwie möglich, solltest Du wirklich den Fokus darauf legen die PV noch dieses Jahr angemeldet zu bekommen. Weil ab 2027 wird‘s wahrscheinlich mau mit Einspeisebergütung. Wir haben hier in 2021 alle Dächer mit 28kWp vollgemacht. 10kWh Seicher kam erst letztes Jahr, weil erst bis max. €250,-/kWh Kapazität Anschlussfertig nach 4-5 Jahren rentabel/amortisiert.

Daikin Splitklima ist bei uns nun das letzte Puzzleteil in der Sektorenkopplung PV, Wallbox, BEV, Batteriespeicher, etc, Ich möchte auf keinen kWp-PV verzichten - es gibt kein zuviel​:wink: