Kleinsterzeugungsanlage Planungsproblem

moin!

Ich hab mich jetzt ein paar Wochen mit dem Thema auseinander gesetzt und bin jetzt iwie hardstuck und ziemlich frustriert..

Rahmenbedingungen:
Ich schieb ne "richtige" Solaranlage jetzt schon Jahre vor mir her, aber ich hatte nie das Geld für nen Installateur bzw. eigl auch nicht für self-made (also für ne normale Anlage mit >10kwp).
Mit nem BKW hab ich auch gehadert, weil ich keine Lust hatte das langfristig mit ner richtigen Anlage zu kombinieren. Dazu ist gekommen, dass viele von den Dingern einfach pain für mein no-cloud homelab sind.
Nun will ich das ganze doch selber bauen, aber erstmal als diese "unter 7kW" Kleinsterzeugungsanlage (mittlerweile schrecken die ganzen Unklarheiten mich aber leicht ab...)
Das ganze soll so gebaut werden, dass ich möglichst einfach hintenraus quasi horizontal skalieren kann.

Ich hab erstmal 2 Dachflächen, die süd-ost ausgerichtet sind; Dachneigung 55° bzw 12°. Ich fang erstmal mit der 12° Fläche an. Dort sollen langfristig 10-12 von den großen Modulen drauf (1953 × 1134). Ich will mit 8 starten.

Die ganze Technik kommt in den Heizungsraum direkt darunter. Da hab ich praktischerweise auch schon nen Schrank mit Dreshstromanschluss, wo aber gerade nur die Kabel gebridged werden zum Nebengebäude

Geplante Hardware für den Start:
8 * JAM60D41 LB 500W

1 * Victron SmartSolar MPPT 250/100-Tr VE.Can
Wenn ich wirklich 12 Module draufbekomme hab ich theoretisch ne leichte Überbelegung aber bei dem Winkel sollte das ja eh egal sein.
Ich will quasi 3 * 4 gehen (also 4 reihe und die dann parallel)
Ich bin mir nicht sicher ob das überhaupt ne gute Idee ist, wenn ich eh erst in ca. 2 Jahren das erste mal erweiter. Der Victron SmartSolar MPPT 250/60-Tr wäre ja auch ne Option. Hat zwar nur 3440W, aber die 4000W erreiche ich ja vll eh selten (ich schätze so 10% Verlust durch den Winkel)...
Hätte aber auch sein Charme ein MPPT pro Fläche zu haben, aber ich kann ja auch in ein paar Jahren die letzten 2-4 Panels mit an den Strang der anderen Dachfläche machen (die sind direkt nebeneinander, nur der Neigungswinkel ist anders)

1 * Pytes V5a
So ein Rackspeicher is zwar relativ teuer, aber finde der ist einfacher zu handlen / skalieren / integrieren als da auch den self-made Weg zu gehen (und ich weiß, dass der gut mit der Victron Hardware funktioniert)...

1 * Victron Energy Battery Switch (mir is eigl Wumpe, was ich da nehme solange es passt)

Dieser GAK GAK 7676 PV-Überspannungsschutz mit Parallelschaltung zweier Stränge je 15-32A 1000V
Ohne hab ich spätestens bei der Skalierung auf ne "richtige" Anlage nen Problem denke ich.. Bei BKW scheint echt niemand nen F*ck zu geben was sowas betrifft. Falls ich den kleineren MPPT nehme brauch ich natürlich einen anderen.

1 * Victron Lynx Power In
Mit Umbau für Mega Sicherungen; hab da paar Tutorials gesehen, is ziemlich ez. Is zwar trotzdem bissl teuer, aber finde die Lösung damit am saubersten und ez skalierbar is das auch.

1 * HM 800 mit OpenDTU Fusion (OpenDTU-OnBattery) + Can/Iso Shield (für VE.direct von MPPT & CAN von Akku)
Genau hier bin ich mir nicht sicher. Ich könnte eigl auch direkt auf Victron MultiPlus-II 48/5000/70-50 gehen falls ich bei der kwp eh ne Fachkraft brauche, aber davon brauch ich dann 3 und das is bei so wenig installierter Leistung ja auch quatsch.
Nen kleineren will ich aber eigl nich, weil ich nächstes Jahr mir ne vernünftige Klimaanlage holen will und ich hab Haus + Nebengebäude mit mini Tischlerei (mit Drehstrohm Fräse, Kreissäge, Dickenhobel etc)

Aufbau:
Ich hab dieses k2 Tool benutzt um die Befestigungen zu planen. Dabei ist nen Kreuzverbund rausgekommen. Anstatt Dachhaken verwende ich Lehmann Aufdachmodulhalter (bekomme die für nen guten Preis über den lokalen Baustoffhandel).
Der k2 Krams is zwar relativ teuer, aber wenigstens muss ich das ganze nicht paranoid überdimensionieren
Ich will mir auch noch so eine Spezialpfanne holen um die Kabel sauber ins Gebäude zu führen
Um Kabel hab ich mir noch kein Kopf gemacht, außer dass ich diesen Stäubli Abzweigstecker nutze zum verbinden der Reihen, aber is ja nicht so wild das am Ende einmal zu checken bzgl Querschnitt..

Fragen / Unklarheiten:
Ich hab noch einen Ferraris-Zähler, weshalb ich mir für den Start kein Smart Meter installieren kann. Was muss ich in dem Bereich nun wie anmelden?
MaStR is klar, aber weil ich ja Akku + 4kwp hab muss ich dann auch noch meinem Verteilnetzbetreiber schreiben. Ich finde bei denen gar keine Infos / Formulare :smiley:
Muss ich bei der Größe (>2kwp) eh vorher von ner Elektrofachkraft anmelden und in Betrieb nehmen lassen? Dann kann ich ja eigl auch nen richtigen Inverter nehmen. Das Blöde is halt, dass mein Budget bei dem Microinverter ziemlich verbraucht ist durch die Batterie und Befestigung ^^
Andere Option wäre halt auf 2kwp runterzugehen mit Microwechselrichter (darauf hab ich eigl keine Lust, auch weil die 8 Module perfekt passen für den Start)... Ich könnte ja auch warten, dass dieses Problem politisch gelöst wird, aber meeeeh, glaube ab jetzt wirds nur noch schlimmer...

Müsste ich den Anschluss bei dem Microinverter zwingend über ne Wieland Steckdose machen? Ich muss ja eh den Sicherungskasten im Technikraum von nem Elektriker einrichten lassen und dann kann ich ja direkt nen richtiges Kabel + Sicherung nehmen...

Ich hab viel widersprüchliches gelesen zu Potenzialausgleich (hab kein Blitzableiter). Bei einer "richtigen" Anlage brauch ich den oder? Ich kenne niemand mit BKW, der sowas macht. Muss ich wirklich jede Schiene (also auch bei Kreuzverbund) anschließen? (für Schiene auf Modul kauf ich diese TerraGrifs)

Für die Anmeldung dieser Kleinsterzeugungsanlagen gibt es das Formular F.1 vom VDE. Goggle findet das. Dummerweise muss dein Netzbetreiber das aber aktuell noch nicht akzeptieren, da läuft noch eine Übergangsfrist. Wenn dein Netzbetreiber das Formular nicht zum Download anbietet, solltest du den vielleicht doch vorher fragen, ob der das überhaupt kennt, und wenn ja, auch annimmt.

Unabhängig davon ist späteres Erweitern der Anlage nach mehr als einem Jahr immer ein Problem. Das zählt dann als neue Anlage, und die wäre neben der schon vorhandenen als weitere Kleinsterzeugungsanlage gar nicht erlaubt. Es kann nur eine geben.
Der Plan klappt also so nicht.

Ein

geht bei einer Kleinsterzeugungsanlage nicht, der Wechselrichter darf nur 800VA haben.

Du kannst natürlich alles als normale Anlage anmelden, dann geht der Victron, dafür gehts nicht ohne Elektriker und normgerechtem Zählerschrank.

Oliver

Es soll ja nicht daneben, sondern die gleiche Anlage sein. Es wird immer nur einen Inverter geben (bzw. 3). Sobald ich mit der 2. Dachfläche anfange würde der Microinverter eh rausfliegen.

Heißt ich kann selber machen, aber ich muss wegen Batterie vorher meinen Zähler zwingend tauschen lassen?
In dem Video von Andreas zu dem “Batteriespeicher bei BKW”-Problem stand etwas von VDE AR N 4105 bzw in seinem Chart war der Kommentar “meist Fachbetrieb”. In der Norm ist dieses F.1 Formular enthalten? Ich verstehe aber nicht so ganz, was mit “meist Fachbetrieb” gemeint is ^^’

Mein Punkt mit dem dicken Victron WE wäre ja, dass wenn ich eh nen Fachbetrieb brauche, dann kann ich ja direkt ne normale Anlage bauen und versuchen schnellstmöglich Fläche zu füllen.

Nein, Du bekommst bei jeder Art von PV, nach der Anmeldung beim Markstammdings einen neuen Zähler. Schon für das kleinste Balkonkraftwerk mit 200 Wp stehen die nach wenigen Wochen mit einem neuen Zähler auf der Matte.

Also kann ich alles aufbauen, fire & forget MaStR + F.1, anschalten und die paar Wochen den Zähler ggf Rückwärts drehen lassen? Das wäre natürlich nice

Bei einfachem BKW bis 2kWp/800VA ist das so. Aufbauen und dann anmelden.

Bei der Extendet Version / Akku stecke ich nicht drinne.

Egal. Jedes PV-Modul ist rechtlich eine eigene Anlage. Wenn du nach zwei Jahren da neue Module dazubaust, zählen die als eigene neue Anlage, auch wenn die an den vorhandenen WR angeklemmt werden.

Oliver

Fang mit der steileren Dachfläche an. Die flachere bringt dir im Winter nix.

“grosse Panels” sind für mich ca 2200x1100 ab 600W.

mach auf die Dachfläche die du anfasst gleich genug drauf, nich stückeln.

normale Nulleinspeisung Hoymiles 800 OK.

Bei <2kW Balkonkraftwerk isses mit Potenzialausgleich noch (fast) egal weil die idR mit Schutzkleinspannung arbeiten. Ab 120V ist der aber sehr sinnvoll.

Statt Laderegler kannst nen Easun/anenji oder baugeiche der hat schon Laderegler drin, und schließt paar deiner Verbraucher an den direkt an. Die braucht der MikroWR dann nich mit versorgen. Bei Batterie leer schaltet der auf Netz um

Batterie wenigstens 15kWh Sorte fast egal

Das is wohl dieser berüchtigte Bürokratieabbau…
Das heißt für mich, dass ich MaStR und F.1 nochmal wiederholen kann, was jetzt auch für mich ok wäre vom Aufwand her, wenn ich es dann ja eh schonmal gemacht hab denke ich; will das ja nicht jedes Jahr machen :D. Aber es kann auch abgelehnt werden?

Ich hab das mit dem pvtool grob durchgerechnet und ich hab mit der steileren Dachfläche eine geringfügig schlechtere Amortisation und auch 1-2% weniger Autarkie bei 5kw Speicher. Außerdem ist die steilere Dachfläche ein gutes stück größer und ich kann die jetzt gerade auch nicht voll belegen. Das Dach muss auch in den nächsten <8 Jahren neu gemacht werden und da will ich das jetzt nicht mit Solar vollpacken…

Solche all in one Geräte holen mich so gar nicht ab. So viele Bauteile und man kann direkt neu kaufen, wenns kaputt geht und mit Pech ist der Hersteller nach ein paar Jahren schon wieder weg. Das wären ja aber auch kein Kleinsterzeugungsding mehr…

Die Victron Teile sind zwar teuer, aber denke mal mit besserer Qualität, man hat für Eigenbau besseren Support bei Problemen und alles schön modular.
Außerdem kann ich die leichter in mein smarthome setup integrieren.. Victron is der Teil auf der Teileliste, wo ich bereit bin mehr auszugeben, weil die so diy tauglich sind (bei deren batterie kram hört für mich der Spaß aber auf, dagegen is das pytes teil ja voll billig :D).

ahh ja ok.. Dann brauch ich das auf jeden fall, weil ich durch 4 module in reihe fast 200v hab ^^

OK

naja ist ne preisfrage. für den preis vn 1 victron 450/100 kriegst 2 china aio und der kann dir insel bzw “halbinsel” bereitstellen ohne extra wr. klar hat der weniger wirkungsgrad aber bei länger schlechtwetter kannst den auf “durchzug” stellen. dein ersatznetz aus dem wr sieht der stromdealer nicht, höchstens an der kleineren rechnung

Das heisst meiner Meinung nach, dass man nach Ablauf von einem Jahr eine Kleinsterzeugungs-PV überhaupt nicht mehr erweitern kann.

Melde jetzt an, was du bauen willst, und bau das.

Oliver

Achso, hatte das mit dem 2. Netz gar nicht gerafft zuerst.. Die Idee ist an sich voll gut, aber glaube das krieg ich nicht hin, weil vll 3/4 meiner relevanten Verbraucher nicht an dieses Netz klemmen könnte ohne großen Mehraufwand. :confused:

hmm okay, ich würde dann trotzdem den größeren mppt nehmen. Wenn ich später auch die 2. Dachfläche fülle wird das ganze ja ne richtige Solaranlage und die Dachflächen an verschiedene laderegler zu packen ist einfach sauberer…

Ich ruf die Tage mal beim vnb an und frag wie die gerade zu diesem F.1 Formular stehen :slight_smile:

Das Ärgerliche an der Gesamtthematik ist, dass ein BKW, sofort gemacht, jetzt schon abbezahlt wäre. Und (längst) helfen würde, das Geld zu verdienen, was du jetzt investieren willst.

Deswegen: plane jetzt nicht zulange, egal was du machst, die Zeit bis du was machst ist wieder verloren.

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