(Kleinere) Klimaanlage zusätzlich zur WP mit Kühlung

Hallo lieben Forum,

wir renovieren gerade unser EFH mit ca 200qm. Die Wärmepumpe ist auch für Kühlen vorbereitet (also Taupunktwächter ist vorhanden, wenn wohl auch nicht wirklich benötigt, ERR sind sowieso deaktiviert). Testen konnten wir das leider noch nicht, da noch keine Fliesen liegen und der Estrich trocknen soll und nicht noch zusätzlich Feuchtigkeit zieht. KWL ist auch vorhanden.

Wir haben vor zusätzlich auch ein kleineres Klimasplitgerät zu verbauen, eben weil wir gerade noch beim Rohbau sind. Die eigentliche Idee ist, dass man darüber die Luftfeuchtigkeit etwas runter bekommt. Wir haben eine Galerie mit einem großen Luftraum über dem Wohnzimmer zur Dachschräge. Esszimmer und offene Küche ist daran angebunden, hat aber noch eine Decke. Flur ist offen. D.h. eigentlich besteht das halbe Haus aus diesen "einen" Raum. Küche/Esszimmer/Wohnzimmer haben zusammen ~45m² (EG). Die Galerie ~35m² (DG) + Luftraum von ~20m². Wenn ich die Dachschräge nicht mitrechne, komme ich dann auf ein Volumen von ungefähr 235m³.

Die Frage ist jetzt, Monosplit vs 2x Multisplit und welche Leistung. Wie gesagt, sollte sie zusätzlich zur WP sein und hauptsächlich auch zum Entfeuchten. Ich dachte da so an eine 3,5kW Anlage. Bei Monosplit wäre das Innengerät auf der Galerie im OG und die Hoffnung ist, dass die zusätzliche Kälte (falls denn überhaupt benötigt) über den Luftraum nach unten ins EG gelangt. Alternativ, wäre ein Multisplit, wobei das zweite Innengerät, dann unter der Decke im Esszimmer hängen würde. Ob sich das lohnt? Mir ist klar, dass dadurch das Temperaturgefälle in dem riesigen Raum kleiner sein sollte, aber die WP sollte ja die eigentliche Arbeit verrichten.

Vielleicht hat der eine oder andere ja schon Erfahrung mit WP im Kühlbetrieb zusammen mit einer Klimaanlage. Lohnt sich das überhaupt? Für ein Monosplitgerät, wäre der Aufwand sehr überschaubar.

Vielen lieben Dank,
Michael

Warum dann nicht nur ein Luftentfeuchter?

WP im Kühlbetrieb bringt, im Zusammenspiel mit Fußbodenheizung, außer vielleicht kühlen Fußsohlen, so gut wie nichts. Die VL-Temperatur im Kühlbetrieb muss bei mindestens 18-19°C liegen (unter ungünstigen Bedingungen sogar noch höher), damit sich auf den Fliesen kein Kondenswasser bildet. Klimageräte arbeiten mit einer Auswurftemperatur von 10°C oder niedriger.
Die Physik verhindert, dass sich die "Kälte" des Fußbodens weiter nach oben ausbreiten kann. Es bildet sich eine "Kältepolster" über dem Fußboden und isoliert gegenüber der wärmeren Luft darüber. Da muss man schon ordentlich verwirbeln (durch viel herumlaufen oder über bodennahe Ventilatoren). Wer bewegungsaktive kleine Kinder hat, kann sie den ganzen Tag im Wohnzimmer rennen lassen :wink:. Das könnte etwas helfen.

Weil ich eben nicht weiß wie gut das mit der WP funktioniert :wink: Und ein Luftentfeuchter ist auch nichts anderes als eine Klimanalage, außer dass sie die Luft danach wieder erwärmt. Insofern, was hat man dadurch gewonnen? Ich scheue nicht den Einbau eines (etwas besseren) Geräts.

Die Physik versteh ich schon. Aber auch dazu hört man solche und solche Meinungen. Andere sagen zusammen mit einer KWL geht das wohl ganz gut. Auch mit VL von ~20°C erreicht man doch etwas angenehmere Temperaturen wenn es draußen 30°C sind, etc. Wie gesagt, ich habe keine eigenen Erfahrungen, daher auch die Klima "Fallback".

ich habe hier zwei Räume übereinander, der untere davon ist klimatisiert, der obere nicht. Der Boden vom oberen Raum ist dadurch recht kühl, aber in 1,5m Höhe hat es trotzdem 26-28°C im Sommer. Also der kalte Boden bringt in meinem Fall absolut nichts, selbst wenn der Raum darunter auf 16°C gekühlt ist.

Professionelle Systeme haben da eher solche von der Decke abgehängten Gitter, da fällt dann quasi die kalte Luft runter. Ist aber auch alles überteuertes Zeug in meinen Augen, nur interessant mit spezieller Förderung, und mechanische Lüftung + Enfeuchtung braucht man trotzdem zusätzlich.

Schau mal hier

Hallo zusammen ,

was würde ich machen ?
Ganz klar , die WP würde nicht kühlen da die Effizienz nicht so gut ist wie bei Splittgeräten.
Der Vorteil bei Splittgeräten ist das man viel besser am Bedarf steuern kann und du nicht so viel Masse runter kühlen muss . Somit höhere Effizienz.
In den Übergangszeit ist ein Splittgerät oft effizienter als eine WP .
Die Leistung eines Splittgerätes lässt sich weiter runterregeln als bei einer WP , also auch hier effizienter.

Was spricht gegen ein Splittgerät ?
Nur die Geräusche und der Luftzug . Das kann man durch gezielte Positionierung vermeiden . Auch durch Nutzung der App und WLAN des Splittgerätes
lässt sich das optimieren .

Mono oder Multi ?
Für mich Mono . Warum ? Auch hier geht es um die optimale Steuerung. Je ungleicher die zu kühlende / heizende Fläche ist desto besser mit Mono .
Auch spielt hier der Bedarf an kühlen / heizen eine Rolle . Wenn der Bedarf bei beiden IG gleich ist , dann würde ggf ein Multi AG in Frage kommen .

Also die Gegenfrage: Ist der Bedarf ähnlich oder nicht ?

Anmerkung von mir : Viele die eine WP haben nutzen ihr Splittgeräte auch zum Heizen in der Übergangszeit . In Verbindung mit eigenem Solarstrom unschlagbar. Wenn dann nur ein IG nach Bedarf genutzt wird , noch besser .

Ich würde einfach Mal ein Grundriss hier einstellen wo du Mal einzeichnen könntest wo die IG und die / das AG hin kommen soll. Da kann man dann dir genaueres sagen.

Gruß Eckard

Dankeschön! Habe ich mir angesehen. Sehr interessant. Vermutlich wird es dann eine Kombination aus beidem.

Ok verstehe ich. Aber durch PV Überschuss ist mir die Effizienz eher zweitranging.

Also WP und FBH ist eben schon vorhanden :wink: Wie du meintest, habe ich auch mal einen Grundriss angehängt. Während es relativ einfach ist, die Galerie mit einem Splitgerät zu kühlen, Außengerät an die Giebelwand/auf die Garage, sind die anderen Räume nicht so einfach anzuschließen. Davon abgesehen, ist das auch nicht geplant. Schlafzimmer im EG könnte man in Zukunft vielleicht noch ergänzen.

Beim Dual Split würde es würde sich ja um den gleichen Raum handeln, nur eben EG und DG. Aber ich würde das IG im EG gerne vermeiden, da ich dort nicht einfach durch die Außenmauer raus kann, da ich dann in der Garage enden würde, d.h. dort müsste ich wieder durch deren Decke etc. Also hatte ich vor, ein größere IG im DG und hoffe, dass die kalte Luft über den Luftraum nach unten ins EG wandert.

Ja vielleicht, muss man dann schauen. Aber ich werde mir wahrscheinlich nicht das Splitgerät danach aussuchen, ob es auch gut Heizen kann. Die bessere Hälfte mag es warme Füße zu haben :wink: Ich habe die Mitsubishi Electric im Auge (MSZ-HR50VFK, MUZ-HR50VF).

Hier mal die Grundrisse, gelb markiert ist der Raum (wie gesagt, ist alles einer über zwei Etagen), rot wo das IG geplant ist.

EG:

DG:

Hallo Michael, ich hab mir im Frühjahr eine Wolf FHA 8/10 eingebaut und bin jetzt bei der Hitze ganz begeistert von der Kühlwirkung. Habe Fußbodenheizung in Wohnzimmer mit angehängtem Wintergarten. 40+25 m2 . Im Wintergarten hab ich eine 3,5kw LG Klimaanlage mit der ich im Winter zuheize und im Sommer mit PV kühle. Die zusätzliche Kühlung des Bodens hat folgende Messwerte. Aussen 30-35° , Vorlauf 17-18° , Oberfläche Fliesen dann 22° , Raumtemperatur bleibt bei gewünschten 24-25° sehr angenehm ohne Zug und Geräusch . Dabei COP von 6,5 gemessen.

Die Leistungsaufnahme der Wolf liegt dann bei 600-700W, die der LG bei 500-800W.

Vorteil der Fussbodenheizung ist auch die Speicherfähigkeit. Hab die WP um ca 11-17Uhr betrieben ohne Taktung und sie hat den Raum den ganzen Abend gekühlt. So kann ich PV optimal nutzen.

Hoffe das hilft dir bei deiner Entscheidung weiter.

Gruß Norbert

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