ich bin noch ziemlich neu im Thema Heimspeicher und gerade dabei mich einzuarbeiten. Ich habe schon eine PV-Anlage mit einem
Huawei SUN2000-3-10KTL-M1
und einen Smart Meter vom Netzbetreiber im Haus.
Ich suche aktuell einen kleinen Batteriespeicher (ca. 2–2,5 kWh), der möglichst günstig ist und idealerweise:
ins Hausnetz einspeisen kann
PV-Überschuss nutzen kann
im besten Fall halbwegs automatisch läuft
kein riesiges Profi-/Industrieprojekt wird
Ich habe mir schon ein paar Dinge angeschaut:
Fertigsysteme (z. B. Huawei LUNA): ziemlich einfach, aber mir eigentlich zu teuer für die kleine Größe
DIY (Victron usw.): deutlich günstiger und flexibel, aber für mich als Anfänger schwer einzuschätzen
Jetzt bin ich etwas unsicher, welcher Weg für so eine kleine Größe überhaupt sinnvoll ist.
Was würdet ihr in meiner Situation machen? Gibt es sinnvolle Low-Budget-Lösungen, die trotzdem stabil laufen? Oder ist alles unter 5 kWh eigentlich schon „Bastelbereich“?
Bin für jeden Tipp dankbar – ich versuche gerade einfach rauszufinden, was in der Praxis wirklich funktioniert und nicht nur auf dem Papier gut klingt.
Ein wenige Einlesen und den kleinen Akku selber bauen:
8 Zellen LFP 105Ah bei Nkon (unter 300 Eur) - geben 2,66 kWh (habe ich selbst gebaut)
1 x kleines JK-BMS 40-80A, ca. 50-80 Eur
400Eur für ein DIY-Akku und Du weißt, was Du hast. Zum Einspeisen ins Hausnetz brauchst Du dann noch einen 24V Batterie-Wechselrichter, da gibt es einiges.
Es gibt sicher Fix-fertig-Boxen die auch einen integrierten WR zum Einspeisen haben, m.E. aber völlig überteuert für die Leistung, aber wenn man 2 linke Hände hat und sich nicht Einlesen will, wäre das die Alternative.
Du brauchst bei einem kleinen Speicher dieselben Bauteile wie im großen Speicher, also Wechselrichter, Smartmeter, BMS, ... d.h. du hast annähernd dieselben Kosten für einen Bruchteil an Nutzen. Wenn du nun Geld sparen willst und vielleicht mit einem kleinen Modulwechselrichter ala HM-300 anfangen willst, plus IR-Lesekopf am Hauszähler plus OpenDTUonBattery, dann ist das schon billiger, aber es wird halt ein echtes Bastelprojekt mit längerer Tüftelei und Einarbeitung.
Danke euch erstmal für die super schnellen und ausführlichen Antworten
Das vorgeschlagene DIY-24V-System mit den EVE-Zellen + JK-BMS gefällt mir ehrlich gesagt richtig gut und wirkt für mich aktuell deutlich sinnvoller als die ganzen proprietären Fertiglösungen.
Ich habe mir jetzt die EVE LF105-Zellen bei NKON angeschaut und würde vermutlich erstmal mit einem kleinen 24V/~2,5kWh-System starten und später ggf. erweitern wollen.
Jetzt hänge ich gerade etwas am Thema Wechselrichter:
Welcher netzparallele 24V-Batteriewechselrichter wäre aktuell preislich sinnvoll für so ein kleines DIY-Projekt?
Mir geht es hauptsächlich darum, sauber ins Hausnetz einzuspeisen (Eigenverbrauch reduzieren), aber gleichzeitig nicht komplett am Limit zu kaufen, falls ich später doch mal auf 5–10kWh erweitern möchte.
Und noch eine zweite Frage:
Beim JK-BMS blicke ich ehrlich gesagt noch nicht ganz durch
Welches genaue 80A-Modell wäre für 8x LiFePO4-Zellen aktuell die richtige Wahl bzw. wo kauft ihr eure JK-BMS am liebsten? Ich habe etwas Sorge, versehentlich die falsche Variante zu bestellen.
Vielen Dank nochmal – ich lerne gerade echt viel durch eure Antworten
Ich habe mein JK-BMS auch bei NKON gekauft, glaube es war nur das 40A Modell, hatte aber auch die Möglichkeit 16S anzuschließen. Bei 24V brauchst Du doch schon recht ordentlich Strom, wenn Du ca. 1 kW nutzen möchtest. Zu überlegen wäre auch auf eine 48V Batterie, also 16S zu gehen, wird vom BMS nicht teurer, nur doppelte Zellenzahl. 48V - Wechselrichter sind auch effizienter, weil sie nicht von 24 auf 240 - die Spannung ver-10-fachen müssen, sondern eben nur ver-5-fachen.
Bei Nkon findest Du BMS in allen Größenordnungen, teils nur für 8S, die größeren aber alle für 16 oder gar 18S. Du kannst auch gleich ein 16S-BMS nehmen und daran nur 8 Zellen anschließen, hast dann aber die Möglichkeit später zu erweitern. Preislich tun die sich nichts, da zählt nur der max. Strom. Würde mind. 60A wählen, 40 ist bei 24V etwas schwächlich.
Wie groß ist die PV-Leistung?
Mal ehrlich 2kWh Speicher ist doch Spielerei, an jedes BKW mit 2kWp kannst du alleine schon sinnvoll über 10kWh Speicher dran hängen. Das schont den Akku, und bei schlechten Wetter hast du auch noch was davon. Also machs gleich richtig in Groß...
@u-f-o
Ich habe jetzt ein Jahr lang meinen Verbrauch gecheckt und nachts habe ich zwischen 1,5 - 2kwh Verbrauch. Da ich nur von zu Hause arbeite und ein Elektroauto habe liege ich mit meiner Autarkie schon bei über 75% ohne Akku. Ich habe 12kw auf dem Dach, Süd, Von April bis April habe ich damit 12MWh produziert. Mehr als 2,5kwh werden in meinem Case so gut wie nie geladen und wieder entladen dazu möchte ich spätestens 2030 mit meinen Elektroautos VtG endlich vernünftig umgesetzt haben aber bis dahin mit einer kleinen Lösung mich halbwegs amortisiert haben (also 4 Jahre, daher dürfen die Kosten nicht hoch sein).
Kommt aber keine sinnvolle Lösung für Bidirektionales Laden möchte ich in der Lage sein das System upzugraden.
Wenn die doppelte Speichergröße (5 kWh) gefragt wäre, wäre eine Marstek Venus E für gut 1000€ eine gangbare Option. Das Ding ist ein rein AC-gekoppelter Speicher und hat intern einen 5,12 kWh 48V LiFePO4-Speicher und einen bidirektionalen 2,5 kW Wechselrichter, kann also bis 2,5 kW aus dem Akku ins Netz speisen und mit bis zu 2,5 kW aus dem Netz in den Akku laden. Zusätzlich gibt's eine Notstromsteckdose, die im Off-Grid Betrieb bis 2,5 kW liefern kann. Angeblich kann man im Off-Grid-Betrieb sogar mit einem Mikrowechselrichter in die Notstromsteckose hinein laden. Wenn das Teil nicht so schwer wäre, wäre es damit gleichzeitig eigentlich eine ganz nette Powerbank für's Camping.
Wir bräuchten jetzt eine "halbe Venus". Nach einigem Suchen bin ich inzwischen auf die Anker Solix "Solarbank 2 E1600 AC" gestoßen, die gibt's so ab etwa 400€. Hat nur 1,6 kWh (prinzipiell erweiterbar), ist damit eher eine 1/3 Venus. Aber das Teil scheint als AC-gekoppelter Speicher einsetzbar zu sein, mit max. 1,2 kW Entladeleistung und 800W AC-Ladeleistung (?). Auch ein Off-Grid-Betrieb scheint möglich zu sein. Vom Gewicht her ist die dann wirklich als Camping-Powerbank nutzbar.
Kontraintuitiver Weise hat dieses Ding aber zwei MC4-Steckerpaare eingansseitig, was nun gleich gar nicht zu einem rein AC-gekoppelten Speicher passt. Soweit ich die im Internet zugänglichen Beschreibungen richtig interpretiere, ist das aber nur ein zusätzlicher, optionaler Weg, bis zu 1,2 kW DC-Leistung in den Akku zu laden. Als reiner AC-Speicher sollte das Ding auch funktionieren.
Hat schon mal jemand mit so einem Anker Solix Ding herumgespielt?
@tobias-pv
Nungut wenn du alles so gut wie gleich verbraten kannst und nur geringen Überschuss hast ist diese kleine Speicherlösung natürlich sinnvoller .
Du hast 12 kWp PV auf dem Dach und noch keinen Speicher? Und du schaffst es die 8-10 kW, die an sonnigen Tagen ankommen direkt zu verbrauchen? Alle Achtung!
Wir haben gerade eine neue 14,4 kWp Anlage auf dem Dach und speisen z.Z. 80-90% täglich ein. Wir haben aber auch noch keinen Speicher, aber ein 16 kWh-Nkon ESS Eco ist bestellt und soll hoffentlich die nächsten Tage kommen.
Seit 2 Jahren schon habe ich aber ein kleines BKW mit 4 Modulen a 450W und dazu ein 2,66 kWh-Speicher in DIY Lösung wie oben beschrieben. Das passt für mich sehr gut. Der Speicher versorgt unser OG mit Büro, Router, TV, Laptops und div. standby-Geräte über nacht und wird dabei max. zu 50% genutzt, reicht also i.d.R. für 2 Regentage. Ich werde ihn aber wohl noch auf das doppelte aufstocken bei Gelegenheit. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich hier nicht auch gleich auf 48V gesetzt habe.
Eine 100Ah Zelle kostet ca.25€. Die dreifache Kapazität ca. 50€. Alle sonstigen Bauteile drumrum kosten bei 100 und 280Ah das gleiche.
24V: Man kann mit viel DIY um ca. 300€ 2,5kWh baun oder um ca. 500€ 7kWh. Klein anfangen ist daher eher nich so. Die nächsten 2,5kWh würden dich noch mal 300 kosten.
Als WR nen gebrauchten HM600/700/800 ca 60€ der kann bis zu ca 550W aus Batterie. Dafür muss das BMS wenigstens 60A können, besser 80A
Danke euch nochmal für die ganzen hilfreichen Antworten
Ich habe aktuell bereits eine größere Huawei-PV-Anlage mit Smart Meter zuhause. Was mir aber durch neue Recherche und Eure Ideen zusätzlich noch einfällt ist mein Balkonkraftwerk aus 2024 wo ein Hoymiles HMS-1600-4T verbaut ist, der bisher problemlos läuft.
Den versuche ich jetzt in die Idee einzuarbeiten, evtl. einen DIY-LiFePO4-Speicher über den vorhandenen Hoymiles zu realisieren statt direkt einen teuren Batterie-Wechselrichter zu kaufen.
Meine ursprüngliche Idee war:
8x EVE LF105
JK-BMS (80A)
erstmal ca. 2,5 kWh starten
Inzwischen habe ich mir aber von vielen Tagen nochmal meine echte Nacht-Grundlast angeschaut und die liegt meistens nur irgendwo zwischen 100–300W. Kurzzeitig sehe ich mal Peaks um ~450W, aber das ist eher die absolute Ausnahme.
Das heißt theoretisch müsste ja schon ein System, das konstant ~300W liefern kann, einen Großteil meiner Nachtlast abdecken.
Daher wäre jetzt mal ganz konkret die Frage:
welche Architektur bei meinem Setup wirklich sinnvoll wäre
ob jemand schon erfolgreich Akku + Hoymiles umgesetzt hat
wie ihr Laden/Entladen regelt
und ob jemand vielleicht sogar aus dem Raum Köln (ich wohne in Brühl) kommt und Lust hätte, bei so einem DIY-Projekt etwas zu unterstützen
Ich bin auf dem Gebiet definitiv noch Anfänger, lese mich aber gerade ziemlich tief rein und habe richtig Bock drauf