Kaufberatung Balkonkraftwerk

Hallo,

ich bin neu hier und aktuell auf der Suche nach einem Balkonkraftwerk.

Die Rahmenbedingungen:

  • 3 Personenhaushalt
  • Jahresverbrauch 2.400 kWh / Jahr
  • 4 Zimmer + Bad+Küche+Gäste WC in Summe 110m² + Balkon
  • Süd-West-Balkon im 2. OG, schattenfrei, Platz für max. 5 Paneele bis max 180 cm länge, Hochkant ist nicht möglich, Wandmontage wegen WEG wohl eher schwierig.
  • Haushaltsübliche Verbraucher wie Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, kleiner TV, Gaming PC im Kinderzimmer, Router, NAS-Server, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Fön, ...
  • Kein E-Auto und erstmal nicht vorgesehen, da keine Lademöglichkeit.
  • Frau und Sohn sind tagsüber außer Haus. Ich arbeite Schicht, bin also ab und an tagsüber zuhause.

Die WEG hat sich gegen eine gemeinschaftliche Photovoltaikanlage entschieden, deshalb jetzt Balkonkraftwerk.

Aktuell habe ich eine Anlage mit einem Anker Solar 3 Speicher mit 2,7 kWh im Sinn.
Jetzt stelle ich mir die Frage, lohnt sich der Speicher oder ist er zu klein?

LG
Manfred

Hallo Manfred,

ob der Speicher zu klein ist hängt unter Anderem davon ab, wie hoch eure Grundlast in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ist und welche potenten Gerätschaften direkt an den Lastausgang des Ankers angeschlossen wird.

Beispiel:

Bei einer angenommenen Grundlast von 180W, also 0,18kW und angenommenen 12h Dunkelheit würde die Grundlast (ohne Verluste) 1,8kWh beziehen. Damit wäre der Akku wohl ausreichend.

Wenn aber z.B. meist abends die Waschmaschine oder der Geschirrspüler läuft und idealerweise eines der beiden Geräte direkt am Anker angeschlossen sind erhöht sich der Bedarf entsprechend.

Wenn tagsüber jedoch meist kaum einer zu Hause ist, ist möglicherweise der größte Verbrauch eher in den Abend- und Morgenstunden zu erwarten. Mit vier Modulen ist ein 2,4kWh Akku da recht schnell voll und man verschenkt "Ernte" Potential. Daher würde ich aus dem Bauch heraus mind. zu 5kWh Speicher tendieren.

Hast du denn die Möglichkeit mal die Grundlast zu ermitteln oder gar ein Verbrauchsprofil nieder zu schreiben? Also wann läuft meist die Waschmaschine, wann der Geschirrspüler und wann der Gaming PC z.B.?

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Die Wama läßt sich programmieren, die Spüma per Remote starten. Das bekommen wir organisiert. PC und Bügeleisen laufen dann nachmittags und abends. Gekocht wird ungefähr 50% mittags und 50% nachmittags/abends.

Grundlast kann ich nächste Woche mal ermitteln, aber das schätze ich jetzt mal auf deutlich unter 100 W.

Insgesamt ist ein Balkonkraftwerk in der Basis Ausbaustufe = WR + 2 Module ja am bekanntesten. Es gibt jedoch Regelungen die bis zu 4 Module erlauben. Sofern Platz vorhanden ist, würde ich das auf jeden Fall machen.

Mit Speicher wäre die Frage, ob Du pauschal eine gewisse Wattzahl einspeist, oder ob Du messen möchtest wie viel verbraucht wird und das dann einspeist.

Schau Dir doch mal unter "Unsere Tools" das PV-Tool an. Da kannst Du die Amortisation mit verschiedenen Akku-Konstellationen rechnen. Der Akku hilft nicht nur für die Nacht, sondern auch bei wechselhaftem Wetter, kurzen Sonnentagen mit mehr Leistung als man momentan braucht etc. Bei dem Anker System kannst Du ja auch ein weiteres Akkumodul nachrüsten. Wenn der Platz da ist, würde ich auf jeden Fall vier Module anbringen und nen Akku dazu. Auch wenn das dann vielleicht wenige Jahre mehr braucht, bis es sich amortisiert.

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Danke für den Tip.
Ja das sieht schon ganz gut aus. Amortisation in ~ 5 Jahren.

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So viele Module wie Platz ist - dann eben mit Wieland-Dose und den Akku würde ich größer wählen.
4 - 5 kWh mit Nulleinspeisung wären für mich heute das Minimum, sehe das bei meinem Onkel (4 kWh) und anderen.
Meist istt morgens der Akku so gut wie leer, und das mit 4 gut ausgerichteten Modulen. Der Aufpreis ist so gering bei den Modulen, dass ich das auf jeden Fall ausreizen würde.

Zitat eines Bekannten (4 Module, jetzt 5 kWh Speicher in Planung) nach knapp 1 Jahr:

Nur zur Info, wir haben von der EAM Energie 401 € erstattet bekommen :clap:. Meine Frau will jetzt noch mehr :smiley:. Ihre Geburtstagswünsche hat sie geändert. Kein Kabrio, kein Schmuck. Nein, ein Speicher soll es sein :smiley:

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Wenn du fünf Platten (>2KWp) montieren kannst, dann nennen wir das Kind mal Kleinerzeugungsanlage.

Dein durchschnittlicher Verbrauch pro Tag liegt unter 7KWh. Wenn Du mit 800W WR einspeist, sind die Spitzen der Großverbraucher da nicht dabei.

Die Idee diese, ausser Herd, direkt am Speicher (Offgrid) anzuschließen wäre eine Option.

Kannst du den Speicher in die Nähe der Module stellen und trotzdem nicht ins Freie?

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Es gibt auch 600-650W Panels, Grösse ca 210 x 115cm. Vielleicht passt das auch. Schauen was gut aussieht. Viele Kleinspeicher haben nur 4 Eingänge. Batteriegrösse würd ich unter 4-5kWh nimmer anfangen

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Das hier ist eine alte Wehrmachtskaserne von 1938, die man Ende der 90er saniert und die Räume mit Trockenbauwänden definiert hat. Ich müßte also erstmal durch mind. 30 cm Stein, dann hinter der TBW zur Decke hoch und dann über die abgehängte Decke zum Sicherungsschrank im Flur. Erschwerend kommt hinzu, daß ein Trottel von Vorbesitzern die Decke mit Raufaser tapeziert hat und man Löcher, die man da zum Kabel ziehen reingebohrt hat, nur schwer wieder zu bekommt. Ich müßte dann ~40m² Decke renovieren lassen, was mich wohl 1-1,5k mehr, allein für den Tüncher kosten würde. Die Elektrik noch gar nicht gerechnet. Ob sich das lohnt?

Vielleicht, wenn wir das Wohnzimmer eh mal renovieren, das haben wir aber erst vor 3,5 Jahren gemacht. Muß der Speicher für Off-Grid Nutzung in einem Innenraum stehen?
Wenn der Speicher nicht auf dem Balkon steht, müßte er ins Wohnzimmer. Das gefällt mir weniger.

2,1m Paneele würde ich nur an 2 von 4 Standorten montieren können und müßte dann also mischen, was, so wie ich bisher gesehen habe, die Anschaffungskosten wieder in die Höhe treibt.

Aktuell liebäugel ich mit dem Anker 4 mit seinen 5kWh.
Mein Problem ist u.a. auch, daß ich kaum was selber machen kann und für alles Handwerker brauche, was vieles teuer macht. Ginge es um eine Gartenlaube, sähe das vielleicht anders aus.

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Anker4 ist eh Grauzone, da WR über 800VA.

Stell das Ding auf den Balkon, Anschluss an einen Endstromkreis. Nach Möglichkeit im Winter gut einpacken um Wärmeverluste zu minimieren. Steckbare Erweiterungen können im Winter reduziert werden um weniger Heizbedarf zu haben.

Dann würde ich erstmal probieren das System ohne direkten Anschluss der Großverbraucher zu betreiben. Wenn der Anschluss so ein Aufwand (Kosten) ist. Durch geschickte Nutzung der Großverbraucher , zu anderen Zeiten, sollte das auch schon einiges an Eigenversorgung decken.

WLAN-Signal gut am Balkon und am Stromzähler Anschluss?

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jep

Bei mir macht eine 0-500W Nulleinspeisung weit über die Hälfte des Stromverbrauchs aus. Bei mir kommt Heisswasser (auch für die WaMa) aber auch ausm hauptsächlich solar betriebenen Boiler

Die 2.400 kWh Jahresverbrauch reichen für die Speicherentscheidung noch nicht aus. Entscheidend ist, wann dieser Strom verbraucht wird. Bei euch spricht die Abwesenheit tagsüber grundsätzlich für einen Speicher, aber 2,7 kWh müssen von der Anlage auch regelmäßig gefüllt und am Abend wieder genutzt werden können.

Ich würde vor dem Kauf für einige typische Tage drei Werte erfassen: Grundlast während der Sonnenstunden, Verbrauch vom späten Nachmittag bis zum nächsten Morgen und den zu erwartenden Ertrag der tatsächlich montierbaren Module. Waschmaschine und Spülmaschine, die bewusst in die Sonnenzeit verschoben werden, verringern den Überschuss für den Akku.

Dann kann man mehrere Größen nüchtern vergleichen. Ein kleinerer Speicher mit hoher täglicher Nutzung kann wirtschaftlicher sein als ein größerer, der nur an sehr sonnigen Tagen voll wird. Wichtig sind außerdem nutzbare statt nominelle Kapazität, Umwandlungs- und Standbyverluste sowie die Möglichkeit, später modular zu erweitern.

Mit der gemessenen Grundlast und einer groben Angabe, wie viele Module wirklich auf den Balkon passen, lässt sich die Frage deutlich belastbarer beantworten.

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Hab grad 3 anstrengende Tage hinter mir. Mit Recherche, Anlagen bei Nachbarn bestaunen, Angebote einholen, usw.

Hatte heute morgen auch ein terminiertes Beratungsgespräch. Man riet mir, baulich bedingt, zu 1800 Wp und der doppelten Menge an Speicher. Die würden mit einem Anker 3 sicher abfedeckt. Meine Hoffnung ist ja, daß ich einen vollen Speicher nicht nur über Nacht entleeren kann, sondern er auch für ein oder gar 2 bewölkte Tage hält.

Ein online Händler aus der Region bietet mir das für m.M.n. faire 2,1k an. Der Vorteil: er bietet auch Montage an. Nachteil: die ist ohne Elektrikerleistung und soll 1,3k kosten. Da wären wir dann bei 3,4k. Ich habe eine Jahresrechnung von 865,- könnte ich 400,- einsparen, wären das 8,5 Jahre. Ziemlich lange, zu lange.

Und einen Elektriker finden für so Kleinkram ist auch schwierig.

Die 8,5 Jahre stimmen rechnerisch, wenn die angesetzten 400 Euro Ersparnis pro Jahr tatsächlich erreicht werden. Im genannten Preis von 3.400 Euro scheint die Elektrikerleistung noch zu fehlen. Beides würde ich vor der Entscheidung klären.

Beim größeren Speicher ist für mich die entscheidende Frage, wie oft die 1.800-Wp-Anlage ihn an eurem Standort tatsächlich füllt und wie viel ihr anschließend selbst verbraucht. Für ein oder zwei bewölkte Tage müsste der nutzbare Speicherinhalt euren Verbrauch in dieser Zeit decken; zugleich fällt dann weniger Strom zum Nachladen an.

Ich würde mir für die konkret mögliche Montage und Ausrichtung den erwarteten Monatsertrag, die nutzbare Speicherkapazität und die vollständigen Kosten einschließlich der Elektroarbeiten schriftlich geben lassen. Mit denselben Annahmen könnt ihr dann ohne Speicher, mit 2,7 kWh und mit dem größeren Speicher rechnen. So wird sichtbar, was der zusätzliche Akku tatsächlich bringt.

ich habe jetzt 2x 450Wp, 2x 500Wp und einen Anker 4 bestellt. Sollen diese Woche kommen, kann ich anfang nächster Woche aufbauen. Ich bin gespannt.