Kann das EEBUS-Protokoll durch ein VPN getunnelt werden?

Liebe Grüße ins Forum,

lesend nehme ich schon länger hier teil und weiß den respektvollen Umgangston und die fundierten Beiträge zu schätzen.

Ich bitte um eure Einschätzung zu einem durch §14a EnWG in unserer Reihenhaussiedlung entstandenen technischen Problem. Vielleicht lässt sich sich ja eine smarte Lösung entwickeln.

Oder gibt es schon eine?

In unserer Reihenhaussiedlung im Rhein-Main-Gebiet gibt es einen zentralen Technikraum. Dort sind die Stromzähler aller Häuser installiert. Je nach Haus ist dieser Raum bis zu 80 Meter Luftlinie und viele Wände entfernt.

Ein erster Eigentümer wird eine Klimaanlagen installieren. Der laut §14a EnWG vorgeschriebene Rückkanal vom Stromzähler zur Wärmepumpe erfordert laut Installateur die Neuverlegung eines ca. 100 mtr. langen Netzwerkkabels unter der Straße. Bei wärmer werdenden Sommern wird es weitere Klimaanlagen geben.

Eine kurze Internetrecherche führt zur Überlegung "VPN, VLAN-Tagging & Mobilfunkrouter" zu versuchen. Dabei gibt es technische und rechtliche Aspekte.

Das EEBUS-Protokoll als Kommunikationsprotokoll für Energiemanagementsysteme baut auf TCP/IP auf und kann laut Google KI vorhandene Netzwerke wie Ethernet oder WLAN nutzen kann. Typische Anwendungsfälle sind die Kommunikation zwischen Wärmepumpen, Wechselrichtern, Elektroautos, Stromspeichern und externen Steuersignalen von Netzbetreibern.

Als Hardware käme z.B. Mikrotik in Frage. Deren Kommunikationsgeräte bieten für kleines Geld viel Funktionalität und Konfigurationsmöglichkeiten.

Durch einen Mobilfunkrouter wie MikroTik Routers and Wireless - Products: Chateau 5G R17 ax bekommt der Technikraum eine Mobilfunkanbindung. Solange es nur wenige Nutzer gibt, werden im Technikraum die Ports des Mobilfunkrouters direkt mit deren Stromzähler verbunden. Später muss man kaskadieren.

In den Häusern könnte man einen stromsparender Mikrotik Router einsetzen. Schon die kleinsten Versionen beherrschen VPN Tunnel. Soweit ich die Internetquellen verstanden habe kann er u.a. in Abhängigkeit von der MAC-Adresse ein
VLAN-Tagging durchführen und die Datenpakete an den VPN-Tunnel routen. Die für das Tagging nötige eindeutige, unveränderliche VLAN-Nummer je Haus kann man per Durchzählen entlang der Hausnummer festlegen und als Ausbaureserve eine 0 anhängen.

Die sendenden Mikrotikgeräte auf beiden Seiten ergänzen die Datenpakete je nach Absender-MAC-Adresse bzw. Eingangsport um die VLAN-Nummer. Die Empfängerseite routet die Datenpakete entsprechend der VLAN-Nummer zum Zielgerät/Netzwerkport (Wärmepumpe bzw. Stromzähler)

Die beschriebene Konfiguration ist nur eine erste Idee eines interessierten Laien. Bin für jede Rückmeldung dankbar.

Sind von Seiten des Netzbetreibers Bedenken zu erwarten wegen VPN-Tunnel statt physischem Kabel?

Viele Grüße und vielen Dank

Du könntest den ja mal fragen :wink:

Einfacher wird es aber sicherlich sein, die ganze Funktechnik einfach gar nicht zu erwähnen. In jedem Keller hängt für den Netzbetreiber eine Dose, an die der sich anklemmen kann.

Der ganze Rest ist euer Problem. Da das alles nach WEG riecht, wird das eh schwierig genug.

Oliver

Nein, EEBUS funktioniert nicht über ein VPN da mDNS nicht in beide Richtungen funktioniert und das für die Kopplung und den Verbindungsaufbau zwingend notwendig ist.

Ich kenne EEBUS nicht, aber ein Layer2 VPN-Tunnel sollte das Problem lösen können.

Die Architektur mit über Mobilfunk mit ggf mehreren Tunneln und verschiedenen Vlans auf verschiedenen Ports mit Mikrotik ist sicher nicht ganz trivial, und dem Admin müsste man voll vertrauen.

Für sich kann man das versuchen, mit mehreren Parteien kann es interessant werden, insbesondere wenn es mal Probleme gibt.

Ihr seid sicher, dass es keine leerrohre gibt? Bei wenigen Nutzern könnte Powerline eine Lösung sein.

Den VNB zu fragen ist vermutlich keine gute Idee. Als Router habe ich die Mikrotik RB5009 im Einsatz und route über deren Glasfaser auch die RS485 von Stromzählern aus einem entfernten Mittelspannungstrafo darüber. Die Endgeräte merken das gar nicht daß es keine RS485 Leitung ist. Zwischen den Gebäuden habe ich allerdings auch exklusiv eine eigene physikalische Glasfaser, also nicht die von der Telekom.

Zum Testen von EEbus fehlt es mir alleine an Geräten und vermutlich kann dein VNB auch keine liefern? Die Multicasts könnten aber in einem normalen VLAN durchaus funktionieren. Das Apple Bonjour Protocoll verwendet ebenfalls mDNS und das funktioniert bei mir mit den Mobotix Kameras eigentlich ganz ordentlich.

Im eebus-Go Repository auf Github sind sehr rudimentäre/einfache Beispiele (examples) die man zum Testen nutzen kann.