Kälteschein (DVO 2015/2067) in Polen - Erfahrungen

Und, wie war's?
Berichte doch mal, wir sind neugierig!

Ich war im Februar mit einem Kollegen zusammen in Warschau bei f-gase .de um den persönlichen Kälteschein zu erwerben und teile nun unsere Erfahrungen:

Im Vorfeld zu dem Kurs haben wir per eMail abgeklärt ob das Zertifikat nach der DVO2024/2215 erstellt wird, in den Kursgebühren ein Zertifikat für das Hartlöten als auch ein Zertifikat zu brennbaren Gasen enthalten ist. Alle drei Punkte wurden uns schriftlich, per eMail, zugesichert.

Das Seminar war gut besucht, es waren in etwa 12 Deutsche und geschätzt ~25 Polen in dem Seminar. Es kam sehr schnell das Thema Hartlöten als auch brennbare Gase auf und plötzlich sollte für jedes der beiden Zertifikate 800€ extra bezahlt werden, also 1600€ in Summe. Selbstverständlich haben wir die deutsch sprechende Mitarbeiterin die uns das enthalten sein schriftlich bestätigt hatte umgehend darauf angesprochen und ihr die entsprechende eMail gezeigt. Es wurde uns vor Ort mitgeteilt, dies sei ein Versehen gewesen und sei nicht enthalten. Wir weigerten uns die 1600€ zu bezahlen und das Problem wurde auf die Woche nach dem Kurs verschoben. Wir haben aber trotzdem alle notwendigen Fragebögen für die beiden Zertifikate ausgefüllt um uns die Option offen zu halten. Letzt endlich kam ein Angebot für 1400€ für beide Zertifikate, was wir ablehnten. Erstens bekommt man das Hartlöt-Zertifikat für ~ 300€ und das Zertifikat für brennbare Gase für ~600€ (mit Zuschuss für Ältere ab 50J sogar für ~300€) in Deutschland und zweitens waren wir mittlerweile gelinde gesagt etwas verunsichert.

Der Kurs selbst wurde in Polnisch abgehalten. Für die Deutschen stand auf jedem Platz ein Display mit einer KI-Liveübersetzung. Man hatte also die Wahl dem Vortragenden zuzuschauen und nichts zu verstehen oder aber die Übersetzung zu lesen, nicht zu sehen was der Vortragende gerade zeigt und zu versuchen einen Sinn in der KI-Übersetzung zu finden. Letzt endlich entschieden wir uns fürs nicht verstehen und schauten lieber zu.

In der theoretischen Prüfung waren Fragen zu brennbaren Gasen enthalten und erweckte durchaus den Anschein als könnte es sich um die DVO2024 handeln. Die im Vorfeld gesendeten Übungsfragen waren eine ausreichende Vorbereitung um die theoretische Prüfung zu bestehen. Zur Vorbereitung auf die praktische Prüfung war ein englisch sprechender Mitarbeiter vor Ort. Dieser hat unter anderem auch das Hartlöten gezeigt. Bei der praktischen Prüfung musste eine Dichtigkeitsprüfung mit Stickstoff durchgeführt und berechnet werden ob der Druckverlust noch zulässig ist. Leider war das Blatt zur Berechnung in Polnisch und wir wussten anfangs nicht was wir berechnen sollen. Mit Hilfe der Prüfer konnte es dann gelöst werden. Danach ging es an eine von den Prüfern mitgebrachten Kältemaschine. Dort musste eine Dichtigkeitsprüfung mit einem Lecksuchgerät gezeigt, sowie die wesentlichen Komponenten einer Klimaanlage benannt und gezeigt werden.

Ende März kam ein Einschreiben dieses enthielt eine Plastikkarte im Scheckkartenformat in Polnisch und ein A4 Blatt mit der beglaubigten deutschen Übersetzung. Ein polnisches Zertifikat in A4 war nicht dabei. Das Zertifikat bescheinigt die DVO2015 und nicht wie im Vorfeld schriftlich bestätigt die DVO2024. Somit ist das Zertifikat nur noch bis zum März 2029 gültig (noch ~3Jahre). Bis dahin muss ein Aufbaukurs besucht werden. Dieser kostet in Deutschland ~600€. Das dann erworbene Zertifikat muss alle 7Jahre ausgefrischt werden. Es stellt sich die Frage ob die polnische Scheckkarte inkl. Übersetzung von den Schulungsunternehmen als vollwertiges Zertifikat nach DVO2015 anerkannt wird. Ich werde berichten….

Ob es sinnvoll ist für einen Kurs in Polen 650€, plus Flug, plus Hotel zu bezahlen um danach nochmals 600€ in Deutschland für den Auffrischungskurs hinzulegen, um wenigsten einen Teil dessen in der Hand zu haben was im Vorfeld und auf der Homepage f-gase .de/f-gase-in-der-eu/ versprochen wird, liegt im Auge des Betrachters.

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Danke für deine Einblicke, sehr interessant. Sehr schade, dass da vieles noch nicht so richtig rund ist. Ich denke, man könnte da durchaus was aufbauen, wo alle mit zufrieden sind.

Ich habe mittlerweile zwei Anbieter bezüglich des Aufbaukurses angefragt.
Beide akzeptieren das polnische Zertifikat (Scheckkarte in Kombination mit der beglaubigten Übersetzung).
Ab dem Herbst 2026 soll es auch reine Online Aufbaukurse geben. Dadurch erhält man ein deutsches Zertifikat A1 nach der DVO2024/2215.

Da das erhaltene Zertifikat noch bis März 2029 gültig ist und die neuen Zertifikate nach DVO2024 bereits nach 7 Jahren ablaufen stellt sich die Frage wann man den Aufbaukurs macht? Ich werde noch etwas abwarten und den Markt beobachten.

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Heute kam eine Antwort aus Polen auf die Frage, warum ein Zertifikat nach DVO2015 ausgestellt wird das nur noch weniger als 3 Jahre Gültigkeit hat, aber mit der DVO 2024 auf der Webseite geworben wird und auch schriftlich bestätigt wird.

Die Antwort war: „Die Schulung in Warschau wurde gemäß den Änderungen der Verordnung von 2024 durchgeführt.“

Somit habe ich nochmals konkreter nachgefragt wie man nun an das Zertifikat nach der DVO2024 kommt. Zumal der Kurs als auch die Prüfung nach DVO2024 war.

Das ist so als würde man die Fahrschule besuchen, die Prüfung zum Autoführerschein machen und dann einen Schein bekommen der zum Führen eines Rollers für maximal drei Jahre berechtigt.

Ich werde berichten wie es weiter geht…

Nun kam diese Antwort:

„Die Prüfung wurde gemäß DVO 2015 durchgeführt. Sobald wir ein Zertifikat nach der aktuellen Verordnung ausstellen können, laden wir Sie zur Prüfung mit zusätzlicher Schulung ein.“

Komisch die Prüfung enthielt Fragen zu brennbaren Gasen (R290) und entsprach der DVO2024. Was soll man da noch sagen…..

Zusammenfassend kann man festhalten: Es wird viel versprochen, sogar schriftlich bestätigt aber wenig eingehalten und danach versucht man sich herauszureden. Unterm Strich bekommt man ein Zertifikat nach DVO2015 das noch bis März 2029 gültig ist. Die 800€ für ein zusätzliches Zertifikat für brennbare Gase kann man sich sparen da man eh eine Weiterbildung zu DVO2024 machen muss und dieses brennbare Gase enthält. Das Zertifikat bezüglich Hartlöten für ebenfalls 800€ kann man sich ebenfalls sparen da es in Deutschland für ~300€ angeboten wird. Auf eine weitere Schulung bei f-gase würde ich dankend verzichten, denn man weiss nicht was man am Ende bekommt. Ich für meinen Teil werde die Prüfung zur DVO2024 in Deutschland machen, idealerweise online sobald es angeboten wird.

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Ich habe ebenfalls an dieser Schulung teilgenommen und kann auch etwas dazu sagen.

Vor der Anmeldung wurde ich über den Preis informiert (3 Pakete zur Auswahl). Wenn es um Löten und Propan geht, wurde diese Option erst vor Ort angeboten. Jedes der zusätzlichen Zertifikate hat 450 Euro gekostet.

Die Schulung wurde tatsächlich nicht direkt auf Deutsch durchgeführt, aber dank der Tablets und Übersetzungen konnte man das meiste verstehen. Die Lernmaterialien wurden vorab zugeschickt, sodass man sich vorbereiten konnte.

Vor Ort muss man den ganzen Tag einplanen – Schulung und Prüfung – aber meiner Meinung nach lohnt es sich. Am wichtigsten ist, dass ich die Prüfung bestanden habe und jetzt das Zertifikat (unbefristet) habe, sodass ich ganz normal arbeiten kann.

Zusätzlich habe ich ein Propan-Zertifikat gemacht, das 5 Jahre gültig ist. Ich habe auch die Information bekommen, dass ich wahrscheinlich im Jahr 2029 eine eintägige Schulung machen muss, um die Kategorie A1 zu erhalten – aber nichts geht verloren, sondern wird nur erweitert.

Natürlich kann man sich an kleinen organisatorischen Dingen stören, aber insgesamt bin ich mit dem Kurs zufrieden.

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Die 3 angebotenen Pakete beziehen sich nicht auf den Kursinhalt, der ist immer gleich. Das Grundpaket ist nur der Kurs (650€). Für 100€ mehr (750€) bekommt man eine geblaubigte deutsche Übersetzung des Zertifikats. Diese 100€ kann man sich meines erachtens nach getrost sparen, da eine beglaubigte Übersetztung bei uns vorort ~30€ kostet und es online bereits für 25€ pro A4 Seite angeboten wird. Es ist nur eine A4 Seite. Für 300€ Aufpreis (950€) bekommt man zu der Übersetzung auch noch eine Hotelübernachtung sowie einen Transfer vom Hotel zum Flughafen. NaJa, ein Zimmer in dem IBIS-Hotel direkt in der Nähe kostet mit Frühstück ~75€, die Fahrt vom Flughafen zum Hotel mit dem Taxi ~15€…

Wir haben uns im Vorfeld bei f-gase über die Scheine zum Hartlöten als auch Propan informiert sowie über die DVO 2024. Es wurde uns im Vorfeld schriftlich, per eMail bestätigt, dass die Prüfung nach DVO 2024 ist sowie die Zertifikate bezüglich Hartlöten und Propan im Preis enthalten sind. Waren sie leider nicht. Vorort wurden von uns für das Hartlöten als auch für das Propan-Zertifikat jeweils 800€ verlangt. Dies haben wir nicht bezahlt aber Vorort alle notwendigen Formulare aufgefüllt, weil es im Nachgang geklärt werden sollte. Nach dem Kurs wurde uns ein Angebot für 700€ pro Zertifikat unterbreitet. Offensichtlich werden die Preis gewürfelt…

Der Klimaschein wurde entgegen der schriftlichen Bestätigung nach DVO 2015 ausgestellt und nicht wie im Vorfeld schriftlich bestätigt nach de DVO 2024.

Auch uns gegenüber wurde Vorort mitgeteilt, dass der Klimaschein unbegrenzt gültig sein. Auch diese Information ist leider falsch:

“Sachkundenachweise nach der alten DVO 2015 bleiben gültig bis zum 12. März 2029.
Ab diesem Datum muss die Qualifikation auf den Stand der neuen F-Gase-Verordnung (EU 2024/573 + neue DVOs) gebracht werden, sonst darf die Tätigkeiten nicht mehr ausgeübent werden.“
Quelle: umweltbundesamt.de

Der dann zukünftig erworbene Schein nach DVO 2024 ist ebenfalls immer nur 7Jahre gültig - Aber das mussten wir.

Wenn man die günstigste Variante wählt für 650€ und das Hotel, Flug oder Kraftstoff hinzurechnet wird man bei ~1000€ liegen. Den Propan sowie Hartlötschein kann man sich sparen. Sobald der Schein angekommen ist kann man die Nachschulung in Deutschland für ~600€ machen und hat dann für 7 Jahre den Schein A1 nach DVO 2024. Dieser beinhaltet auch die Berechtigung für Propan. So hat man in Summe ~1600€ ausgegeben und ist annähernd auf dem Niveau was auch ein Kurs nach DVO 2024 A1 in Deutschland kosten würde. Je nach Zugangsvoraussetzung kann jeder selbst entscheiden was der richtige Weg für einen selbst ist. Wir haben erfolglos versucht, im Vorfeld, alles Notwendige abzuklären und uns auch schriftlich bestätigen zu lassen. Leider ohne Erfolg. Ich denke es ist wichtig die Fakten zu kennen um für sich die richtige Entscheidung zu treffen um Enttäuschungen im Nachgang zu vermeiden.

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