Viele glauben: Wenn Edelstahl magnetisch ist, dann ist er minderwertig oder gar kein echter Edelstahl. Aber stimmt das wirklich?
Warum diese Aussage zu einfach ist. Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl. Entscheidend sind die Edelstahlsorte, die Legierung, das Gefüge, die Verarbeitung und der konkrete Einsatzbereich.
Es gibt viele verschiedene Edelstahlarten. Austenitische Edelstähle wie 1.4301, oft als V2A bekannt, oder 1.4404, häufig im Bereich V4A eingeordnet, sind im lösungsgeglühten Zustand meist nicht oder nur sehr schwach magnetisch. Durch Kaltverformung, Biegen, Schneiden, Umformen oder mechanische Bearbeitung kann sich das Gefüge jedoch verändern. Dadurch kann ein eigentlich austenitischer Edelstahl teilweise magnetisch reagieren.
Ferritische und martensitische Edelstähle sind dagegen grundsätzlich magnetisch. Auch Duplex-Edelstähle können magnetische Eigenschaften zeigen, weil sie aus einem gemischten Gefüge bestehen. Das bedeutet: Magnetismus allein sagt nicht automatisch, ob ein Edelstahl hochwertig oder minderwertig ist.