Isolation zwischen den Zellen fehlt - ist das gefährlich???

Hi,

ich hätte gerne eine zweit (dritt, viert ... usw.) Meinung.

Bei der Inspektion eines Akkus fiel mir auf, dass die Zellen nicht extra voneinander isoliert waren und dass auch die blaue Kunststoffhülle der Zellen bei einigen Akkus an den Kanten fehlte. Es gab sogar Zellen, wo bei benachbarten Zellen die Isolierung fehlte, so dass die Gehäuse der Zellen offen mit kaum 0,5mm Abstand nebeneinander lagen.

Das sieht für mich ziemlich gefährlich aus. Was ist die Meinung der Experten hier?

Die Zellen schienen insgesamt verklebt zu sein. An manchen Stellen ist etwas Silikonkleber herausgequollen.

Wenn ich ein Foto hochladen darf reiche ich das nach. Ich wollte jetzt aber keine drei Dummybeiträge generieren um die Freigabe für Anhänge zu bekommen.

Ich glaube es verstößt auch gegen die Forumsregeln, wenn ich den Hersteller des Akkus nennen würde.

Wäre super wenn jemand seine Einschätzung dazu geben könnte. Danke!

Ja, es ist auch gefährlich. Heute hat hier jemand ein Bild gepostet und gefragt warum ein das BMS nicht aufgepasst hat.
Ich will über das Bild nicht spekulieren, aber ein Kurze zwischen den Zellen ist mir alle möglichen Bug dazu eingefallen, den kann das BMS nicht aufheben.
Ich würde die Zellen auf jeden Fall noch mal extra isolieren und auf die Schadstellen neue Folie aufziehen.

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Auf jeden Fall gibts da eine Menge gefährlichen Pfusch, was da aus China kommt. Es braucht eine saubere Isolierung, die unter allen Umständen sicher ihre Funktion erfüllt. Nach deiner Beschreibung hört sich das nicht so an, vor allem, weil es nicht durchgängig gleich umgsetzt wurde. Das hört sich nach gefährlicher Bastelei an.

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Hab mich hier bei euch mal eingelesen, wirklich interessant :wink:

Mir ist da eine Idee gekommen, was haltet ihr davon, das fertige Akkupaket komplett mit Blähglasgranulat zu füllen.

zb. Fireballs bei Akkushop, wobei ich denke normales Blähglas Granulat zur Isolation ist sicher billiger.

lg aus dem Burgenland

Rechte sauerei wenn man da mal eine Wartung dran machen muss oder?
Ich bin aber auch am überlegen wie man den Brandschutz erhöhen kann. 55Liter Säcke gibt es von dem Granulat auch - bei den großen Akkus würde man eine Menge brauchen. Einfach nur den Sack drauflegen, scheint mir nicht sinning weil sobald diese reiss oder brennt verkrümelt sich das Granulat neben den Akku. D.h. es bleibt dann wirklich nur füllen oder die kompletten Packs wiederum einzuhausen, so dass das Granulat an Ort und Stelle schmelzen kann.

Die Folie ist ja recht dünn, das die mal verkratzt kann schnell vorkommen. Bisher habe ich nicht gelesen, dass deswegen mehr passiert ist. Von daher tendiere ich daszu, dass es kein Problem ist. Das es eine potentialdifferenz zwischen zwei Gehäuse gibt OK - aber entsteht da auch eine signifikanter Strom?
Eine Aussage von jemandem der es faktisch beurteilen kann wäre super.

Solange die Zellen von außen noch Silikon artig verklebt sind kann die Folie schon tw. aufplatzen ohne das was passiert. Dumm wenn sich die Zelle ausdehnt. Dann ist es eh zu spät.

Ich mag zumindest das dunkle dickere Papier (selbstklebend) dazwischen. Verkohlt leicht ab 250 Grad und Schutzschicht bleibt trotzdem. Muß es mal in 1000+ Grad werfen.

SG

Auf dem Gehäuse liegt der Pluspol, bei Zellen die in Reihe verkabelt sind kommt es zum Kurzschluss. Bei 280er Zellen fliesen da weit über 500A. Da fliegen am Anfang ordentlich die Fetzen. Das Feuerchen kommt dann gleich hinterher.

Bild wäre sicher hilfreich. Ich würde bei der Isolierung nicht sparen. Meine Zellen waren mit der klass. blauen Folie eingeschrumpft und ich habe noch 2mm Filzplatten dazwischen gelegt. Sind deine Zellen verpresst? Wenn ja, kann sich die dünne Folie oder Reste vom Kleber wegdrücken mit der Zeit und die Alugehäuse kommen sich immer näher - eine Zeitbombe sozusagen! Alle spannungführenden Teile müssen abgedeckt sein, so dass beim zufälligen Berühren (Herunterfallen eines Schraubenschlüssels o.ä.) kein Kurzschluss entsteht.

Von zerkratzter Folie noch nicht, aber wenn du beim Zusammenrücken der Zellen ne Proteinartdifferenz misst, würde ich dann keine Busbar auflegen.
Du haust dir sonst Kerben in das Alu der Terminals, die sind nicht dafür gemacht worden Blitze zu erzeugen.
Ich weiß, wovon ich rede. :slight_smile:
Problematisch ist der anderen Variante, du schraubst der Busbar an und der Schluss durch Löcher in der Folie entsteht erst später.

Das ist z.B. eine Frage die ich gerne klären würde. Hab leider keine alte Zelle bei der ich die Isolierung extra kaputt machen kann/will, sonst würde ich einfach selber messen.
Das hier ein Potential anliegt denke ich auch - die Chemie suppt ja in der Aluschale rum.
Laut ChatGPT
In a typical lithium iron phosphate (LiFePO4) cell, the case is not directly connected to the positive pole of the cell. The case serves as the outer housing or enclosure for the cell and is designed to provide mechanical protection, insulation, and containment for the cell components.

Ja klaro glaub ich GPT erst mal nix :slight_smile: ich habe aber nach 30min Google Suche keine Schema Bilder oder klare AUssage gefunden, die klären, ob das Gehäuse immer, oder herstellerabhängig oder niemals nie mit dem plus/minus Pol verbunden ist/sein sollte.
Wenn man bei GPT nochmals bohrt kommt :slight_smile: br />While it's generally true that the case of a LiFePO4 cell is not directly connected to the positive pole, there can be exceptions and variations in specific designs and applications. In some cases, particularly in certain specialized or custom battery configurations, the case may be intentionally connected to the positive or negative pole for specific reasons, such as grounding or electrical isolation.
wenn jemand Zellen mit (teils) blankem Gehäuse hat möge er/sie ja mal messen und bestätigen, dass +Pol und Gehäuse das gleiche Potential haben.
Nachtrag: gerade ein Video von Andreas gefunden
Diese 10 Fehler...
er hat 10-12 Ohm Wiederstand zwischen case und Pol gemessen. Ist der QR Code direkt ins Gehäuse gelasert? dann kann man ja auch von dort messen. Dachte der wäre nur aufgeklebt.

@endurance Ich messe bei vollem Akku LFP um 2,5 V - 2,7 V gegen Minus und es fließt Strom, mindestens im mA Bereich gegen plus oder minus, habe ich begrenzt.

Empfehlen würde ich jetzt nicht die Gehäuse an ein Potential zu legen.

Sind 22Ah Zellen aus dem früheren KFZ Bereich.

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Das passt ja dann auch zu dem Video das ich verlinkt habe. Dort waren es ca. 2.9V und 10Ohm -> ca. 300mA würden dann fließen. Das wäre weit weg von "Dir fliegt der Akku um die Ohren", aber gut ist das sicherlich auch nicht.

@endurance Auch ein Mini Strom (mA) kann irgendwas auslösen daß den Akku langfristig zerstört. Mir fällt gerade die Schutz Anode in Boiler ein. 300 mA wären schon ordentlich, abgesehen von unkontrollierter Selbstentladung.

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Das meinte ich ja mit gut ist das sicherlich nicht. Auf jeden Fall muss das isoliert werden! Wenn ich solche Zellen bekommen würde, würde ich diese auch zurücksenden. Meine nicht einen Schönheitsfehler in der Folie, aber wenn diese wirklich teils fehlt auf jeden Fall reklamieren.

Mir geht es um eine sachliche Einordnung der Gefahr und Nachvollziehbarkeit. Ich habe auch YouTube Videos gesehen da wurde auch gesagt, dass Gehäuse ist direkt mit dem Pluspol verbunden. Wenn dem so ist, müsste der Widerstand aber im mOhm Bereich liegen - dann wäre es wirklich super gefährlich. Evtl. kann das durch Produktionsfehler ja auch passieren - schließe da nichts aus. Von daher sollten wir vor dem Einbau evtl. auch den Widerstand + zu Gehäuse messen und nicht nur + zu - (Zellinnenwiderstand).

300mA sind auch nicht tolerierbar und aber leider auch sowenig, dass man es evtl. nicht Mal bemerkt. Deswegen ab und an den Pack warten: Wärmebild, Widerstandsmessungen, ... machen und die Zelldrifts beobachten.

Ihr müßt doch nur mit einem YR1035 zwischen Pluspol und QR-Code ( also Gehäusedeckel ) messen.

Zwei 280 Ah Zelle von EVE liefern bei mir 78.3 Ohm bzw. 131.6 Ohm

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Nach meinem Kennnistand berüht doch das Elektrolyt innen den Becher.

Damit ist klar, dass man einen Stromfluß zwischen Gehäuse und den Polen erzwingen kann.

Entweder werden dabei Li-Ionen auf meinem Pfad bewegt, auf dem das nicht passieren sollte, oder man zersetzt das Elektrolyt <=> Elektrolyse.

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Das habe ich ein paar Postings weiter oben auch gemutmaßt - bei mir komme ich da aber nicht dran, da beim EEL Case da genau die Platine für BMS und Balancer drüber sitzt.

Danke für die Werte.

Genau das war mein Ansatz. Mir ging es drum, dass eine langsame Zerstörung oder mindestens Selbstentladung != einem Kurzschluss mit Explosions- und großem Brandpotential ist.
Beides schlecht und zu vermeiden, zweites wäre aber für mich ein Grund solche Zellen im DIY erst gar nicht zu verwenden.

Ich vermute, dass das Ruhepotential des Bechers gleich dem Pluspotential ( Kathode ) ist, weil die Kathodenbleche auch aus Alu bestehen und zumindestens die Flanken genauso mit dem Elektrolyt in Kontakt stehen.

Wenn man den Alubecher jetzt auf Minuspotential zieht schafft man quasi eine zweite Anode. Die eigentlichen Anoden-Bleche sind bei Li-Ionen Zellen wohl aus guten Gründen aus Cu und nicht Alu ( bei Na-Ionen kann man interessanterweise beide Bleche aus Alu machen )

Ich kann aber leider im Moment nicht beurteilen, welche Reaktionen da im Detail ablaufen und wie rabiat das erfolgt.

Danke für das Video, denke es zeigt eindrücklich, was so alles schiefgehen kann... Die Befestigung/Vorspannung der Akkuzellen mittels Umreifungsbändern, die im Reibschweißverfahren befestigt werden, ein Vorgehen, das quasi nach Beschädigungen schreit, wenn das Band beim Umlegen noch schnell etwas Isolierung am Becher abreibt :shutmouth:

[/quote][quote data-userid="20523" data-postid="210442"]
Rechte sauerei wenn man da mal eine Wartung dran machen muss oder?
Ich bin aber auch am überlegen wie man den Brandschutz erhöhen kann. 55Liter Säcke gibt es von dem Granulat auch - bei den großen Akkus würde man eine Menge brauchen. Einfach nur den Sack drauflegen, scheint mir nicht sinning weil sobald diese reiss oder brennt verkrümelt sich das Granulat neben den Akku. D.h. es bleibt dann wirklich nur füllen oder die kompletten Packs wiederum einzuhausen, so dass das Granulat an Ort und Stelle schmelzen kann.

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Ich bin neu hier im Forum und interessiere mich besonders für den Brandschutz und habe probiert alles was zu dem Thema im Forum geschrieben wurde mal zu lesen. Viele scheinen ein Feuerlösch Granulat zu nutzen, wozu ich folgende Frage habe:

Warum haben Pyrobubbles, Extover, Fireballs, ... als offizielles Brandbekämpfungsgranulat aus Siliziumdioxid alle eine Dichte von ca. 240 kg/m³ und die verlockend günstigeren Perlit Alternativen aus dem Baumarkt (Knauf, Fermacell, Precit,...) als Wärmedämmschüttung oder Pflanzenerdeverbesserer alle eine Dichte von ca. 90kg/m³, obwohl es ja eigentlich auch nur Blähglaskugeln aus Siliziumdioxid sind? Hat das irgendwer schonmal verglichen? Ist es also sicher diese günstigeren Alternativen z.B. für nen Batterieschrank zu verwenden?

Für mein Projekt mit E-Bike Akkus plane ich aktuell sowas wie einen doppelten Schlafsack aus Tüten zu nutzen, welche ich mit dem Granulat fülle und somit jedes Modul mit z.B. 3-5 cm Granulat umhülle und trotzdem hoffe die Sauerei zu vermeiden.

Bin gespannt!