Installationsberatung - Auslegung und Realisierung

Hallo zusammen,

ich wohne im Rhein-Main-Gebiet in einer Eigentumswohnung meines Vaters im 1. OG. Wir planen aktuell eine Klimaanlage zu installieren (vorwiegend für den Kühlbetrieb, idealerweise auch für den Heizbetrieb, wenn angesichts des Wärmeverlusts etc. sinnvoll umsetzbar).

Wir hatten vor einigen Tagen einen Klimatechniker da, der uns den eigenen Kauf einer Klimaanlage freistellt, er würde das Montagematerial und seine Arbeitszeit in Rechnung stellen. Da seine Firma vorwiegend mit Mitsubishi arbeitet und er da einfach an Ersatzteile kommt, empfiehlt er für meine Wohnung als IG die Mitsubishi MSZ-AY35VGKP und als AG MUZ-AY35VG.

Nach der Wohnungsbegehung kam er zu dem Schluss, eine Single-Split-Klimaanlage installieren zu wollen. Das AG (gelb) will er auf die Loggia stellen (keine Wandmontage) - Stromanschluss vorhanden. Das IG (blau) würde er im Schlafzimmer aufhängen und für die Kühlung der "restlichen Wohnung" (Schwerpunkt Wohnzimmer) die Lamellen des IG so einstellen, dass die kalte Luft in Richtung Tür des Schlafzimmers geblasen wird. Bzgl. des Heizbetriebs meinte er, dass das nur als Zuheizung dienen kann, da die Wärme des IG mit Sicherheit nicht reichen würde, um damit auch das Wohnzimmer zu heizen. Zudem wäre der Nachteil, dass das Schlafzimmer sehr warm werden würde, weshalb es nachts wiederum unangenehm sein könnte.

Gut und sinnvoll finde ich eine Klimaanlage im Schlafzimmer, da das aufgrund der Südost/Südwest-Ausrichtung der wärmste Raum der Wohnung ist.

Unsicher bin ich, ob die Kühlleistung wirklich reichen würde für das Wohnzimmer. Er meinte, ich sollte das mal ausprobieren und dann könnte man in Zukunft ggf. noch nachrüsten, falls es nicht ausreicht.

Jetzt mache ich mir aktuell Gedanken, ob es sinnvoll sein könnte, auf eine Multi-Split-Klimaanlage umzusteigen und ein zweites IG zu installieren (grün). Die Zuleitung könnte entlang der Außenfassade zum Nachbargrundstück laufen. Dabei gibt es nur folgendes Problem: Die Loggia ist zum Nachbargrundstück mit einer Brandschutzmauer versehen (rot). Unterhalb der Brandschutzmauer befindet sich lediglich ein Carport/Waschküche des Nachbargrundstückes, das Nachbarhaus selbst steht einige Meter weiter weg und ist auch nicht mit Carport/Waschküche verbunden. Um die Zuleitung zum potenziellen IG Wohnzimmer nicht unnötig lang werden zu lassen, habe ich daher überlegt, ob es erlaubt und sinnvoll sein könnte, einen Durchbruch durch die Brandschutzmauer zu machen.

Die Zuleitung grün wäre so wie eingezeichnet etwa 9 Meter lang. Die Brandschutzmauer ist etwa 3,60 Meter tief, was ca. 7,5 Meter zusätzlich bedeuten würde, wenn "um sie herum" montiert werden würde.

Was sagt ihr zu dem Projekt, wie es der Klimatechniker vorschlägt? Was haltet ihr von den Gedanken, die ich mir bzgl. der Erweiterung des ursprünglichen Projekts gemacht habe?

Zusatzinfos:

  • Realisiert werden soll das Projekt vmtl. im Laufe des Oktobers. Einschlägige italienische Websites mit Angeboten um die 1.000 € für die Single-Split-Klimaanlage habe ich bereits gefunden.
  • Für die Montage weiterer Klimaanlagen in dem Haus (EG + 2. OG) muss ohnehin ein Gerüst oder ein entsprechender Hubwagen gemietet werden, welche dann auch für die Montage der grünen Zuleitung genutzt werden könnten.

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen! :slight_smile:

Wie wird denn aktuell geheizt? Wenn sich alle im Haus Klimas hinstellen wollen, gleich auf WP mit heizen und kühlen umbauen?

Aktuell sind eine Ölheizung und Plattenheizkörper im gesamten Haus installiert (Dreifamilienhaus). Eine WP haben wir soweit auf dem Schirm, allerdings erst, wenn die Ölheizung wirklich den Geist aufgibt. Dass eine WP insb. bei Plattenheizkörpern wirklich effektiv kühlen kann, kann ich mir aber auch nicht so wirklich vorstellen.

Zusätzlich steht die Kostenfrage im Raum: 3x Klimaanlage = ca. 6.000 €; WP = ca. 25-40.000 €.

Klares JA.

Bei mir ist eine kleinere Klima im Wohnzimmer, die auch das angrenzemde Schlafzimmer kühlen soll. Das funzt zwar, aber andersherum, wie bei Dir, wäre es besser. In der Praxis habe ich im WZ also z.B. 18° und im SZ dann 19,5°. Kleiner bekomme ich die Differenz nicht hin.

Zwischen den beiden Zimmern sind im Sockelleistebereich 2 St. 120mm PC Silentlüfter verbaut. Die schaffen das. In Deinem Grundriß würde ich eine dickes Lüfterrohr durch die Abstellkammer unten an der hinteren Wand verbauen.

Die Klima zum heizen in der Übergagszeit hatte ich auch auf dem Schirm, in der Praxis sind das aber nur sehr wenige Tage geworden, auf die ich auch problemlos verzichten könnte.

Der Kühlbetrieb im Hochsommer ist da tausendmal wichtiger.

Würde ich niemals tun aufgrund der Übertragung von Geräuschen zwischen den Räumen.

Das ist völlig in Ordnung.

Es sollte aber klar sein, das eine Tür zwischen 2 Räumen den selbe Effekt hat. Und genau wie eine Tür kann auch eine Lüftungsöffnung verschlossen werden.

In (m)einem Erwachsenhaushalt ist das völlig unproblematisch. Mit mehreren "Pubertieren" im Haushalt kann ich es aber verstehen.

Passt das Außengerät auf die gegenüberliegende Seite unter das Fenster zur Küche?
Dann könntest du die Leitungen über den Flur ins Wohnzimmeer und Schlafzimmer legen und die Innengeräte z.B. über die Türen hängen.

Bei Plattenheizkörpern ist die Kühlleistung grob 10-15% der Heizleistung. Bei FBH geht mehr.

Ob du jetzt 3 Klimas um 6000 kaufst oder eine WP um 8000 ist auch kein grosser Unterschied - ausser bei Betriebskosten (Öl, Kaminkehrer). Mischbetrieb ginge auch: Kleine WP für kühlen und Grundlast liegt auch bei ca 6000. Spart gut wenn man bissel PV hat. Kenne einige Anlagen, 5-8kW WP + 14-24er Ölkessel

Im Internet liest man oft, dass das nicht hinreichend funktioniert und die Leute sich dann doch eine Split-Klima kaufen. Großes Problem dabei ist auch, dass die Luftfeuchte nicht verringert wird und genau das ein wichtiger positiver Effekt fürs Wohlfühlklima ist. Kondenswasserprobleme an Heizkörpern und Leitungen kommen auch mit dazu.

Wie ist das Haus eigentlich gedämmt? Davon hängt viel ab.

Vielen Dank an alle für den ganzen Input bisher!

--> Beides interessante Vorschläge, allerdings scheitern beide an der Stromverkabelung. In der Abstellkammer befindet sich an dieser Stelle eine Batterie von Steckdosen und Internet-/Telefonanschlussdosen, im Flur laufen an dieser Stelle die Kabelstränge für die Küche und das Bad entlang.

--> Sind die 8.000 € mit Einbau? Denn hierfür kenne ich niemanden, der das für relativ kleines Geld machen würde. Das Haus befindet sich derzeit in einer Art Übergangsphase die noch einige Jahre andauern wird, was die Kalkulation der "größeren Investitionen" etwas schwierig macht. Siehe nachfolgenden Antwortteil:

  • Das Haus ist im Zeitraum 1965-1972 gebaut worden.
  • Die Wände sind Hohlblocksteine, die Fassade ungedämmt.
  • Die Fenster sind aus dem Jahr 2017, Dreifachverglasung (isolieren besser als die Wände).
  • Die Heizung ist ein Öl-Brennwertkessel, der jetzt ca. 20-25 Jahre alt ist, aber noch ganz gut dasteht - der Heizungsinspekteur ist immer zufrieden.
  • Der Ölverbrauch beläuft sich auf ca. 2.000-2.500 Liter im Jahr.
  • Das Dach ist noch im Ursprungszustand vom Bau damals. Verschiedene Dachdecker sind sich einig, dass es in den nächsten Jahren neu gedeckt werden müsse. Ob die vorhandene Dämmung in den Dachschrägen und der obersten Geschossdecke noch wirklich nennenswerte Wirkung hat, darf angezweifelt werden.
  • Auf dem Dach befindet sich eine 20 Jahre alte PV-Anlage, die derzeit noch nicht auf Eigenverbrauch umgestellt ist. Angesichts der Frage der Dach-Neueindeckung wissen wir noch nicht, ob wir das noch realisieren sollen. Ob nach der Neueindeckung noch mal PV auf das Dach kommt, ist angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen ebenfalls fraglich. Ggf. könnten wir stattdessen PV auf die Garage (ca. 50 m²) packen, was auch seine Vorteile hätte (weniger Platzbedarf für modernere Anlage, leichtere Wartung, Witterungsschutz für Garagendach, kein Taubenproblem mehr auf dem Hausdach).

Ich würde überprüfen, ob man die Decke um so 10-15cm abhängen kann. Das sollte genug Platz für alle Leitungen bieten.

Bei der Bausubstanz hast du es generell schwer, Wärme im Haus über nur ein IG verteilt zu bekommen. Bei Kühlung geht es etwas besser, aber vesprich dir nicht zu viel.

Ich würde eine einbauen lassen und dann erstmal Erfahrungen sammeln. So einbauen, dass man ggf. noch mal eine weitere nachrüsten kann.

Darauf werde ich aus Gründen des Aufwands und der Mehrkosten verzichten. Da die (9) Stromkabel in den obersten 20 cm verlegt sind, hätte ich zudem mit einem Schlag 30-35 cm weniger Raumhöhe...

Wäre bei dem

etwas zu beachten? Kann man zwei Single-Split-Anlagen auf einen Stromkreislauf aufschalten oder sollte hierfür ein separater genutzt werden?

  • Anordnung so, dass man problemlos eine darüber, darunter oder daneben bauen kann.
  • Stromkabel so auslegen, dass man auch 2 Geräte anschließen kann. Eigentlich müssten 2,5mm² reichen, mit 4mm² wäre man noch etwas sicherer. Muss man sich im Detail anschauen. Oder 5adrig mit 2,5mm² verlegen.
  • Kälteleitungen so legen, dass man sich später nichts ins Gehege kommt.
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Das ist tatsächlich so, man müsste das Schlafzimmer schon ziemlich "überheizen".

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