mein Vater erhält morgen ein neues Balkongeländer mit integrierter PV-Anlage (Bifaciale Solar Module, Speicher Zendure SloarFlow Smart PV Hub 1200 mit AB2000 und einen Wechselrichter HMS 2000 4T). Der Balkon ist innenliegend - das Dach des Hauses geht über den Balkon hinweg.
Der Elektriker, der die Anlage anschließen soll, winkt aber schon von weitem ab und will nur im Haus anschließen. Wir selber gehen bisher davon aus, dass Speicher, Wechselrichter und Netzanschluss auf dem Balkon am sinnvollsten wären. Die Monteure der Anlage empfehlen die Terrasse unter dem Balkon.
Welcher Anschluss macht Sinn und wie erklärt man es dem Elektriker, der eigentlich nur über seine Haftung nachdenkt?
Was ich noch nicht verstehe, ist warum Ihr einen Elektriker bemüht. Es ist doch eine Balkonsolaranlage mit vereinfachter Anmeldung (also max. 2000 Wp Solar und 800 Watt Einspeisung), oder irre ich mich? Wenn keine Balkonsolaranlage, muss diese natürlich durch den Elektriker abgenommen und angemeldet werden.
Oder braucht Ihr eine neue Außensteckdose? Wenn dies das Problem ist, warum nicht nur diese installieren lassen und mit dem Elektriker überhaupt nicht darüber diskutieren?
Was besser ist, kann ich ohne weitere Infos nicht beurteilen. Ich persönlich würde einen Speicher immer möglichst gegen Witterung geschützt platzieren. Bei den Mikrowechselrichtern ist das weniger ein Problem. Die sind meist gekapselt und können auch Feuchtigkeit ab.
Danke für die Rückmeldung. Es besteht die Sorge wegen der Leitungen aus Anfang der 60 Jahren. Von daher sind wir uns mit dem Elektriker einig, dass es eine eigene Leitung vom Stromzähler zu der Steckdose über der Solarstroms eingespeist werden wird installiert wird.
Persönlich bin ich davon ausgegangen, dass es eine Pflicht gibt, dass der Elektriker anschließt. Ja, die Anlage unterliegt der vereinfachten Anmeldung. Wenn ich Dich richtig verstehe, würdest Du auch alles im Haus anschließen?
Angenommen, es wird AC-seitig im Haus angeschlossen. Ist dann der WR draußen und du führst das proprietäre Kabel von WR zu Speicher durch die Hauswand oder beides drin, dann aber 8 DC Leitungen durch die Wand? Da ist es doch einfacher, einmal AC auf Außensteckdose.
Gibt es Probleme mit dem Zugang zum Bakon von Außen? Diebstahlsicherheit oder zu tiefe Temperatur wären meine einzigen Gründe, die Geräte innen zu haben.
Noch ne Frage: Wofür haftet der Elektriker mehr, ob er nur eine einzeln abgesicherte Steckdose innen oder außen verlegt?
Ich gebe Dir vollkommen recht. Eine Aussensteckdose wäre ausreichend auch wegen der Kabelersparnis. Leider kann man von der Treppe neben dem Haus auf den Balkon auf-turnen, könnte aber auch kläglich dabei scheitern und runter auf die Terrasse fallen.
Der Elektriker hat meinem Vater gesagt, er würde die Anlage nur innen anschließen, weil ....... (gekürtzte Fassung ;))
Es gibt aber noch einen kleinen Wintergarten unter dem Balkon durch den man das Haus unten betritt. Vielleicht ist das ein möglicher Kompromiss. Es könnte ohne Kabelverlängerung so gerade ausreichen.
Es gibt m.E. keine Pflicht, dass ein Elektriker ein Balkonkraftwerk anschließt. VDE wollte bisher, dass dieses so angeschlossen wird, dass auch bei Ausfall des NA-Schutzes es kein Schuko-Stecker ist, sondern ein Anschluss, der keine Berührung zulässt. Wie z.B. die Wieland Steckdose. VDE arbeitet aber an einer neuen Festlegung, die auch die Schuko-Steckdose für ok befindet.
Zulässig ist der Schuko-Stecker schon jetzt. Ich würde persönlich überlegen, ob ich Kinder habe, die es schaffen könnten den Stecker der Balkonanlage zu ziehen. Den Stecker anzufassen und gleichzeitig der Berührungsschutz der Anlage ausfällt. Da ich keine kleinen Kinder habe, bei mir unerheblich. Und selbst wenn meine Kinder noch kleiner wären, könnte ich auch den Stecker so mechanisch sichern, dass man den Stecker nicht ziehen kann.
Kommt auf Deine Gegebenheiten an. Wenn der Akku nicht direkt im Regen steht, sondern überdacht ist, hätte ich keine Probleme diesen auf dem Balkon zu platzieren. Würde ihn allerdings nicht dorthin stellen, wo es im Regen dauerhaft darauf regnet.
Wie gesagt, der Wechselrichter kann auch mehr ab. Die Elektronik ist in der Regel innen vergossen.
Die Frage ist allerdings, ob im Winter man bei nur 2000 Wp (WattPeak) man überhaupt genug überschüssigen Strom hat, um etwas in den Akku zu laden. Jetzt im Dezember habe ich keinen Solarertrag, der wesentlich ist. Mein Akku wird aktuell auch bei 4000 Wp kaum noch geladen. Da wäre mir egal, wenn der Akku kaum etwas speichern kann.
Im Mai ist das alles egal, weil der Akku warm genug ist. Insofern hätte ich keine Probleme den Akku auf den Balkon oder Terasse zustellen, wenn die Alternative im Haus viel aufwändiger ist.
Bei einer größeren Solaranlage würde ich persönlich immer den Akku dort platzieren wo es normalerweise >10 Grad ist.
Danke, ah Du meinst man kann den Speicher in den Wintermonaten auch nach drinnen holen. Ok, dann müsste es einen entsprechend einfachen Mechanismus ohne Lösen von Schrauben etc geben. Das werde ich die Monteure fragen.
Denke nicht, dass Du den rein holen musst. Zendure schreibt ja, dass er noch bis -20 Grad einsetzbar ist. Die haben wohl eine Folienheizung eingebaut. Wann haben wir in DE schon mal -20 Grad?
Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen. Wenn die Leitungen aus den 60er Jahren sind und wie damals üblich vieles an einer Sicherung hängt und die Leitungen über Verteilerdosen mittels Schraubklemmen weit verzweigt verbunden sind, würde ich persönlich sicherheitshalber auch eine separate Leitung mit Außensteckdose legen lassen. Abgesichert über Fehlstrom-Schutzschalter (FI). Oder genau prüfen welche Leitungen verbaut sind, wie die Leitungswege sind sowie die Schraubklemmen gegen Federklemmen (z.B. Wago) austauschen lassen. Und auf jeden Fall Fehlstrom-Schutzschalter (FI) einbauen. Das ist vermutlich der Aufwand größer als eine neue Leitung zu legen. Leitungen aus den 60er Jahren sind aber nicht alle gleich. Manchmal wurde da auch schon etwas besser gearbeitet (z.B. mehr Sicherungen, 3-adrige Leitungen, hochwertiges Kupferkabel, etc.).
Bzgl. Regen: Zendure schreibt, das das System einen IP65-Schutz hat. Reicht bei normalem Regen. Bei Starkregen wäre ich mir aber nicht sicher, ob das ausreicht. Daher wäre eine Überdachung sinnvoll.
Generell müssen die Balkonkraftwerke einen NA-Schutz haben. Da wird sofort die Stromgenerierung eingestellt, wenn der Stecker aus der Steckdose gezogen wird. Kritik des VDE daran war, dass der NA-Schutz ausfallen könnte und der Stecker nun mal keinen Berührungsschutz hat. Das Risiko muss dann jeder selbst für sich einschätzen und es kommt auch auf die Gegebenheiten an.
Er schreibt ja, es wäre überdacht oder als Alternative unter dem Balkon.
Mit irgendwas muß er durch die Wand - und finde ich AC außen am praktikabelsten. Winter drin und Sommer draußen ist ja aufwendig mit doppelter Verkabelung.
Das sah mir nicht danach aus, als ob man WR und Akku trennen könnte, d.h. außen per WR AC einspeisen und innen durch Akku abgreifen.
Hallo, das Solarkraftwerk wurde mittlerweile installiert. Die Elektrik wird in der nahegelegen Garage installiert. Es muss nur eine Wand durchbohrt werden. Die thermischen Bedingungen sorgen dafür, dass im Winter kein Strom für die Speicherheizung ausgegeben werden muss.