Innendämmung mit Schafswolle und Dampfbremse

Da Hopfen gerade damit aktiv ist:

@hopfen

Ich finde das interessant wie das geht und warum du dich für Dampfbremse und Schafswolle entschieden hast. Wie sieht es da mit Schädlingen aus?

Ich hoffe es ist ok, dass ich hier das Thema dafür aufgemacht habe.

LG

Lichtquant

Ich bewohne seit etwa 20 Jahren ein Haus, Wohn Werkstatt aus den 60ern auf uralten Mauern zur Miete.

Das erste Attentat war, es beheizbar zu machen. Es standen ein paar Ölöfen rum, diese Stinkerei ertrug ich einfach nicht.

Also Deckenisolierung mit Steinwolle. Davor graust mir heute noch. Zur Heizung kamen der Einfachheit halber Klima Splits. Damals die ersten tick tack, cop 3. Laufen teilweise noch. Seit 10 Jahren im Wohnbereich nahe cop 6 Dank Daikin.

Nächste Etappe war teilweise Wand Isolierung und hier kam mir die Schafwolle unter.

Traum Material zum verarbeiten. Nimmt Feuchtigkeit auf und leitet sie weiter, also kein nasser Fetzen wie die Steinwolle.

Am liebsten hätte ich sie offen als dicker Wand Teppich;-)

Schädlinge soll es durch spezielle Behandlung (z.B. Mikrowellen Eiweiß Zerstörung?) bei beiden Herstellern in Ö nicht geben. Fällt mir auch nichts auf da die erste Wand doch schon länger existiert und der Rest offen rum liegt.

Preislich für mich akzeptabel, Die N/F Holzplatten bei der jetzigen Aktion in einer Neben Baustelle kamen wesentlich teurer.

Dampfbremse, es funktioniert auch ohne denke ich. Hier wollte ich aber kein Risiko eingehen. Eigentlich schade. Der u Rechner empfahl es halt.

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Was hast du als Dampfbremse verbaut? Welchen Wert für den Dampfdiffusionswiderstand hat die?

Und wie ist der Aufbau dann darüber? Rigips?

Gewürfelt SD100? habe ich im Kopf. Nach dem Motto, besser als nix.

Darüber 18 mm 3 Schicht Fichte Platten n/f 60x125 cm. Sollen selbst nässebeständig sein. Aber in den Ecken wäre alles offen.

Diesmal nur 5 cm Schaf. Der Temperatur Unterschied zu 8 cm + Rigips ist mM. vernachlässigbar.

Beim vorigen Wandverhau habe ich Fermacell drüber gebaut. Tw.auch grüne Rigips.

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Ich hab mal Mistral AI ausgefragt zur Wärmebehandlung und Waschen von Schafswolle.

Dabei bleibt aber wohl das Keratin als mögliche Nahrungsmittelquelle erhalten, nur bereits vorhandene Schädlinge/Eier werden abgetötet.

Manche Schädlinge brauchen wohl auch das Wollwachs oder wie bei WollSocken noch das, was beim getragen werden von uns Lebewesen abgegeben wird (mineralien durch schweiß, schuppen, feuchtigkeit) aber angeblich kann das Keratin einigen Arten schon reichen.

:thinking:

Ob das so oder so stimmt?

Vor allem Insektizidhersteller betonen übergenau, dass sich auch was bei gewaschenen Sachen vermehren könnte :grin:

Also scheint es zu stimmen, dass da sich bei gewaschener Wolle fast nichts mehr vermehren kann.

Praxisbeispiele wären viel Aufschlussreicher.

Ich habs im Spitzboden benutzt, um Rohre der KWL zu dämmen und hat sich da sehr bewährt. Kein Problem mit kondensierender Feuchtigkeit im Winter und krabbelt auch nichts :wink:

Früher wurde oft mit Bor behandelt, ist inzwischen verpönnt oder verboten. Auch ließ die Wirkung im Laufe der Zeit nach.

Lehner hat für Isolena ein eigenes Verfahren durch spezielle Bestrahlung, Plasma, Elektronen, zur Eiweiß Zerstörung entwickelt und soll dauerhaft funktionieren.

  • Danach wird dieses Vlies mit dem Wollschutz Ionic Protect© aktiviert. Mit sofortiger Wirkung stellen diese Fasern, solange sie vital sind, keine Nahrung für Keratin-verdauende Insekten mehr dar.

Einfach KI fragen :wink:

Aus Wollkompetenz | Lehner Wool

Gerüchteweise habe ich vernommen daß Villgraten ähnlich insektensicher ist. Die letzten Säcke habe ich daher von Villgraten, schneller Postversand.

Die Bestellung von Lehner ging recht mühsam und langsam über einen Händler mit teurem Speditions Versand.

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"Wollschutz" :rofl:

Solange es nicht zu giftig ist oder nachher Sondermüll, ist es gut, dass es gegen Insekten geschützt sein soll.

Wenn mir jemand sagen könnte warum der "Wollschutz"wirkt und woraus er besteht, würde ich mir sowas auch an die Wand machen.

Die schwören drauf :wink: Daß das Zeugs außer dem leicht zu trennenden Träger Gitter, falls erforderlich, im Garten vergraben werden kann :wink:

Villgraten (wollin) dürfte lt. Page mit Enzymen (aus Pflanzen ) gegen Motten behandeln.

Dazu ein 20 Jahre altes > 100 Seiten Forschungs Projekt pdf wo sie auch beteiligt waren.

Nachdem die Firmen nach 20 Jahren immer noch am Markt sind dürfte die Wolle Behandlung funktionieren.

Und noch eine aktuellere Aufstellung aus 2023 19 Seiten

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Schafwolle zum ausstopfen von Übergängen ist uralte Technik. Sowas findest in 300 Jahr alten Hütten und da lebt nix drin. die Mischung aus Wollfett und Haar scheint ziemlich uverdaulich zu sein

Wenn das von Natur aus so wäre, würden die Hersteller nicht Mottenschutzmittel einsetzen, siehe das PDF über deinem Beitrag. Das scheint wohl ein ernsthaftes Problem zu sein.

So schön sich das mit natürlichen Dämmstoffen anhört, holt sich mit dem Mottenschutz wieder Chemie ins Haus, wäre das genau das Gegenteil, was man eigentlich wollte.

Das Borate verboten wurden, ist wirklich bedauerlich. Es scheint in vielen Anwendungsfällen deutlich unproblematischer zu sein, als das, was man heute stattdessen verwendet.

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Vielleicht sind die Tierchen heutzutage aggressive? Jedenfalls hatte ich in der letzten Zeit 2 Bauten ca 120 und 350 Jahre, da war nix mit angefrssen. Da der Baustoff luftdurchlässig ist, bleibt das auch trocken

Ein Schäfer, der auch Wolle lagert, sollte da viel Praxiserfahrung haben.

Da mal nachfragen fände ich interessant.

Danke @Hopfen für die links zu den PDF!

Nachtrag:

Ich habe in Erinnerung, dass aufgrund Angebot und Nachfrage, der Wollpreis "zu niedrig" war und Wolle sogar vernichtet wurde.

Es wäre genial, die Vernichtung durch eine Nutzung als Dämmstoff zu verhindern.

Nachtrag

Der Wollpreis an der "Australian Wool Exchange" ist so hoch wie seit 5 Jahren nicht mehr :thinking:

Dann funktioniert Inflation :wink:

Ungewaschene Wolle verwende ich nur im Garten, die gibt’s praktisch umsonst.

Ich habe einen wunderbaren Teppich geerbt, ist inzwischen 30 Jahre. Eventuell sogar von damals hauseigenen Schafen. Keine Ahnung ob die die angelieferte Kundenwolle direkt verarbeiteten.

Vielleicht ist es ja eher selten, dass wirklich mal Motten dran gehen, aber man muss eben auch für den seltenen Fall vorsorgen. Es scheinen wohl auch nur bestimmte Motten zu sein, die sich überhaupt dafür interessieren.

Und wenn man sie wirklich vermehren will, brauchen die wohl dringend noch Spurenelemente und Vitamine aus der "B-Gruppe".

So ein Loch in den Socken (die Nährstoffe enthalten) fällt auch mehr auf als eins in der Dämmung.

Wenns dann aber 20 Jahre halten soll...

Also eigentlich...

Bei Schafswolle als Innendämmung genutzt, könnte man für den Zweifelsfall Mottenfallen mit Klebefläche und Duftstoff daneben nutzen.

Dann vermehrt sich da auch nicht so viel und man hat noch einen Nachweiß. Komplett ohne Gift.

Jetzt möchte ich auch so einen Wandteppich. :grin:

Der eigentliche Aufbau wäre:

Wand
Hölzer
Schaf
Dampfbremse
Hinterlüftung
Verkleidung

Oder?

Hinterlüftung habe ich nicht.

Bei 20,5 Grad in Raum Mitte 1,2 m Höhe

Nord Stein Wand innen iso 5-6 cm Schaf +2 cm Holz 19,4 Grad.

Die Vergleichs Stein Wand auf S hat inzwischen 16 Grad die Sonne hat die Steine etwas aufgeheizt.

Also das Delta Mauer zu RT durch Schaf Holz wurde deutlich verbessert. Etwa -1 Grad zu früher etwa -5 bis -7 Grad. Die dreifache Verglasung ist etwas kühler. Die Tiefe Fensternische wurde ebenso verkleidet. 3 cm Schaf + 1 cm Fichte.

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