Innendämmung im Denkmalschutz-Fachwerkhaus vs. Klimasplitgerät (Dachboden)

Moin Leute! :slight_smile:

Meine Gasheizung ist alt, muss erneuert werden. Dazu sämtliche Heizkörper im Haus.
Das Haus ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert. 4-stöckig (EG, OG, 2. OG, Dachgeschoss gedämmt, nicht ausgebaut).

Die Zahlen aus dem letzten Jahr..

  • Wohnfläche gesamt ca. 251 qm
  • 47.313 kWh Erdgas verbraucht, >4.500 EUR nur dafür alleine bezahlt..
  • Ja, das Gebäude steht unter Denkmalschutz (Kulturdenkmal).

Der fachkundige Energieberater meines Vertrauens hat eine Heizlastberechnung gemacht. Ergebnis: Wärmepumpe möglich. Genehmigung für eine PV-Anlage auf dem Dach liegt ebenfalls von der Denkmalschutzbehörde vor, wird auch noch dieses Jahr realisiert.

Meine Pläne:
a) Wärmepumpe + Hybrid-Gasheizung
Vorteil: Flexibel hinzuschaltbar, wenn es mal wieder knackig-kalt im Winter wird.
b) Wärmepumpe + Innenraumdämmung.
Vorteil: Spart die Gasheizung, Dämmung könnte ein Leben lang halten.
(1 Angebot liegt vor: Dämmung mit Zellulosefaser, Wände aus Gipskartonplatten, Dampfbremsbahn..) >> bin nicht überzeugt davon, von wegen Schimmelgefahr und so.
c) Wärmepumpe + Klima-Splitgeräte
Vorteil: 5 Zimmer im 2. OG könnte man kühlen / heizen, sofern sich das Gerät auf dem Dachboden (innen) installieren und per Deckenkasetten quasi in die darunter liegenden Räume umsetzen ließe. Wie z.B. mit dem MIDEA Deckenkassetten-Set Multisplit | 2,6 kW + 2,6 kW
Für das Kondenswasser wird sich bestimmt ein Weg finden, es abzuführen (z.B. Dachrinne).

Feuer frei!
Wer kann mir sagen, welche Fehler oder Probleme mit welchem Plan übersehen wurde?

Beste Grüße
der Schlitzer

a) produziert vor allem Fixkosten beim Gas: Wartung, Schorni, Grundgebühr
b) Der Anbieter scheint völlig inkompetent zu sein. Zumal bei so einem Fachwerkhaus ist ein diffusionsoffener Aufbau der Dämmung angesagt, z.B. Holzfaserprodukte und oben drauf Lehmputz. Da kann man dann auch schön DIY einen Wandheizung einarbeiten. Schau da doch mal in einschlägige Fachwerkhaus Foren, wenn Dir das nicht schon geläufig sein sollte. Wie weit man damit den Kühlbedarf erschlagen kann, übersteigt meine Kompetenz (hab keine Erfahrung in der Richtung, nur mal ein Wochenseminar zu Stroh/Lehmbau mitgemacht und mich etwas für interessiert).
c) Würde ich erst angehen, wenn b) erledigt ist und damit Erfahrung besteht. Außer Du willst dort auch das Heizen mit Splitklima erschlagen.

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Was oft vergessen wird: Wie wird Warmwasser bereitet? Wenn jetzt Warmwasser mit ca. 60°C durchs Rohr zirkuliert weil vermietet wird.

Ich wills nur erwähnen!

Da Du unten von Gasverbrauch sprichst, nehme ich an, Du meinst Gasheizung statt Ölheizung?
Zur besseren Abschätzung der nötigen Heizleistung wäre wie RoterFuchs auch anspricht der aktuelle Bedarf rein fürs WW interessant und natürlich, wie da das Setup aussieht und was die Pläne sind.

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@Schlitzer

willst du ein Außengerät im Dachboden installieren? Das wird nicht klappen, denn es fehlt der Luftaustauch. Ob kühlen oder heizen, die Außengeräte pusten sehr kräftig Luft durch die Wärmetauscher, um entweder die Luft abzukühlen (zum heizen) oder um die Wärme los zu werden (zum kühlen). Das geht in geschlossenen Räumen nicht (lange) gut, dann wird es dort unerträglich warm oder kalt und die Anlage schaltet ab.

Ciao

Oh ja, mist. Hatte den Beitrag noch kurz vor dem Urlaub verfasst, war wohl doch sehr ausgelaugt. Hab es jetzt korrigiert, danke für Dein wachsames Auge! :slight_smile:

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Erst Dämmung aussuchen und evtl dämmen, dann Heizung aussuchen.

Innendämmung schluckt dir Platz.
Wenn du davon genug hast: Feuer frei!

Innendämmung geht auch in Eigeninitiative und Stück für Stück.

Ich hab was mit Holzfaserdämmplatten und sehr diffusionsoffen versucht.
Messungen fürs Schlafzimmer stehen noch aus.

Siehe hier:

(Innendämmung Schlafzimmer Nordwand - Holzfaserdämmplatte, Hohllochziegel

Link zum Energiesparkommissar Video im Thema hier:
(Innendämmung Schlafzimmer Nordwand - Holzfaserdämmplatte, Hohllochziegel - #3 von lichtquant

Zum Thema Fachwerkhaus und Innendämmung am besten noch mehrere Spezialisten fragen.

Genau, Dämmung ist wichtig, weil du damit die jährlichen Kosten für Energie senkst. So sparst du jedes Jahr und Energie wird eher teurer als billiger.

Dämmung kommt auch immer vor der Heizungsauswahl, weil du die passend dimensionieren musst. Gerade bei Wärmepumpen wäre eine stärkere Überdimensionierung schlecht und produziert auch wieder Kosten.

Split-Klima zusätzlich ist interessant, auch für das Thema Kühlung. Hier musst du natürlich schauen, was in Sachen Denkmalschutz überhaupt geht.

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Dem widerspreche ich.

Die Amortisationskosten je nach Dämmung treiben nur Kosten in die Höhe. Die muss er nicht perfekt dimensionieren, er kann mit Puffer Takte vermeiden. Oder mit einer Kaskade arbeiten und dann genug Wärmetauscherfläche bekommen. Wird die Wärmepumpe dann nicht mehr ausgereizt auf Anschlag, läuft sie runder und mit besserem COP. Man verliert dabei “nur” Geld, und das auch nur, wenn man die teuersten Geräte kauft.

Das halte ich wiederum für eine Krücke, geht ja nur mit einer erhöhten VL, die dann wieder Effizienz kostet.

Wieso musst du die VL erhöhen? Das hatten wir schonmal, es muss der richtige Puffer sein.

Wenn ich mehr Wärme erzeuge, als das Haus abnehmen kann, muss ich die Temperatur des Speichers erhöhen, wenn der oben auf VLT und unten auf RLT ist. Kannst ggf den Übergangsbereich ein Stück verkleinern, aber das wars dann.

Puh, also das sind alles theoretische Überlegungen und wir gehen dabei davon aus, dass das Haus massiv gedämmt wird. Bei jetzt ungefähr 47 000kWh Wärmebedarf, einem Wirkungsgrad von 90% (42300) und einer angenommenen JAZ von 3 sind das 14 100kWh Strom. Bei immenser Dämmung und einer Einsparung von 75% sind das nur noch 10 600kWh und mit JAZ4 (gesunkene VL wegen Dämmung) 2650kWh.

Wenn wirklich so gedämmt WÜRDE, sind die 5000€ für eine neue Wärmepumpe mit 5KW auch noch egal. :wink:

Wenn ich einfach ein paar Daten in den Wärmepumpenrechner werfe, dann kommt da raus, dass eine 16KW Wärmepumpe durchaus ausreichend ist mit einem 9KW Heizstab. Das kommt sehr auf die Heizung an! Das kommt sehr auf Warmwasser an! Das kommt auf die NAT an, und wo man ist und… Weisst du ja.

Eine 16KW Wärmepumpe hat meist als unterste Modulationsgrenze ca. 4500W thermisch. Die KI sagt mir folgendes: (ohne Gewähr!)

“Eine 16-kW-Wärmepumpe mit einer Minimalleistung (Modulationsgrenze) von 4,5 kW ist bei einem jährlichen Nutzwärmebedarf von unter 18.000 bis 20.000 kWh als deutlich zu groß (überdimensioniert) einzustufen.

Ab diesem Bereich und darunter verliert das Gerät in der Übergangszeit seine Fähigkeit zu modulieren und beginnt extrem zu takten (ständiges Ein- und Ausschalten), was die Lebensdauer verkürzt und die Effizienz senkt.”

Das kann man nun entweder mit einem Puffer mit 1000l und einem großen Wärmetauscher darin lösen. Wenn ich mir aber angucke was so einer kosten würde, würde ich die 16KW gegen eine 5 (bzw. 9 je nach Modell) tauschen.

Und währenddessen hat man es weiterhin warm.