"Ideale" Warmwassererzeugung für Einzelbad im Jahr 2026?

Hallo,

Ich überlege gerade mein Bad zu renovieren bzw. mache mir Gedanken darüber. Das Bad befindet sich im 1.OG. Im Moment gibt es dort einen Heizkörper, der an der Zentralheizung hängt (Gastherme). Die Therme ist zwar schon sehr alt, es wurden aber viele Neuteile eingebaut - alles wesentliche ist neu.

Im Moment macht die Gasheizung mittels 125 Liter Boiler das WW, ein Durchlauferhitzer direkt hinter dem Boiler (als Backup) ist ebenfalls vorhanden.

Die Beheizung vom Bad erfolgt aktuell über eine LLWP im Flur, was grundsätzlich sehr gut funktioniert. Im Bad ist noch ein Heizlüfter, um die 20-22° die durch die LLWP beheizt werden bei Nutzung schnell anzuheben so lange das Bad genutzt wird.

Nun stellt sich für mich die Frage: Was sollte geändert werden?

Aktuell stört der kühle Fliesenboden, deshalb soll auf jeden Fall eine Fußbodenheizung rein. Hier tendiere ich aktuell zu einer “herkömmlichen” Wasser FBH, da der Verbrauch der elektrischen ja sehr hoch ist und ich gerne auch eine “Grundlage” schaffen möchte für eine später ev. folgende LWWP.

Es handelt sich um ein Trockenbau - Haus, der Bodenaufbau ist: Beplankte Holzdecke, gepresste Steinwolle, Styropor, (ich denke?) Rigips 2 fach über kreuz verlegt und darüber aktuell Fliesen. Der Bodenaufbau soll ohnehin raus, weil dieser für die punktuelle Druckeinleitung der aktuell kleinen Fliesen nicht geeignet war und deshalb stellenweise die Fugen defekt sind. (ein ähnliches Problem gab es im Flur EG, dort war PVC und es gab anders als im restlichen Haus (mit Parkett) auch dort punktuell ein Problem.)

Da also nun der Boden ohnehin raus soll, tendiere ich eben zur wassergeführten FBH + Estrich. Lösungen mit Trockenbau Fußboden + FBH sollen wohl nicht so toll sein bzgl. Wärmeübergang von den Heizungsrohren zur Fußbodenüberfläche (was nachvollziehbar ist). Mir wäre das zwar sehr viel lieber im Trockenbau als Estrich - ich mag aber auch keine halbgare Lösung…

Der aktuelle Plan sieht vor:

Heizkörper entfernen, dafür dann FBH mit UP Anschlusskasten in dem dann auch ein HK Ventil sein soll / RL Temperaturbegenzer. Ausführung FBH entweder konventionell in “normalem” Strich, oder alternativ in Trockenbauvariante mit Fermacell etc.

Warmwasser entweder wie bisher über Gasheizung / Backup DLE

ODER:

Alternativ mit eigener BW Heizug über BBWP / Elektroboiler / DLE

Voreile wären:

  • Sofort bzw. sehr viel schneller WW ohne Nachteile wie bei einer Zirkulationsleitung
  • Ggfs. Ersparnis im Verbrauch, da man 2x die Leitungslänge in Wärme “spart” (1x bis es warm wird, 1x wird es wieder kalt) + 1x Wassermenge Leitung Ersparnis
  • Vermutlich deutliche Ersparnis mit DLE, weil nicht wie im Boiler ständig warmes Wasser gebunkert ist das dann Wärme abgibt in den Raum

Nachteil ist nat. der Aufwand und die Kosten…

Im Moment tendiere ich eher dazu, es dabei zu belassen wie es ist. Erschwerend kommt nämlich hinzu, dass das betroffene Bad akutell über 2 Stränge mit Warm+Kaltwasser versorgt wird. Einmal von der Küche aus und einmal vom WC im EG. Also sollte dann eine alternative Versorgung auch ggfs. beides abdecken - was dann aber im jeden Fall eine “Totleitung” erzeugen würde. Die wäre zwar zb. von der Küche aus gut abzuklemmen (Wartungsklappe) - aber dennoch Mehraufwand…

Aktuell tendiere ich zu:

Alles lassen wie es ist, aber die Gasheizung nur dann Zeitgesteuert laufen lassen, bevor das Bad genutzt wird. Dann wird die FBH nach Bedarf geheizt damit der Boden warm ist, die Raumheizung übernimmt ohnehin die LLWP. Der WW Boiler wird dann auch nur für die Nutzung geheizt, kann dann bis zur nächsten Nutzung eben aus bleiben.

Danke schon mal für eure Meinungen.

Vielleicht ein elektrischer Durchlauferhitzer für das Warmwasser, wenn die Elektroinstallation das hergibt.

Grundsätzlich ist eine wassergeführte Flächenheizung in Bezug auf den Komfort das Optimum. Eine weitere Optimierung wäre, den Heizrohrabstand so gering wie möglich zu halten beziehungsweise – wenn nötig – intelligent zu verlegen, das heißt: an Außenmauern und Fensterflächen den Rohrabstand enger und an anderen Stellen etwas weiter. In jedem Fall ist eine Schneckenverlegung zu bevorzugen.

Noch eine Stufe mehr Komfort bietet die Kombination mit einer Wandheizung.

Grundsätzlich sollte die Vorlauftemperatur so gering wie möglich ausfallen.

In Eigenleistung kann das durchaus Sinn machen. Über eine Firma sehe ich kein wirtschaftlich funktionierendes Konzept.

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Ja, das war auch mein Gedanke. Leider müsste die Verkabelung in den Keller erst hergestellt werden, was nat. möglich ist - aber auch viel Aufwand.

Es müsste dann entweder der DLE nur für die Dusche genutzt werden, oder aber eine Verbindungsleitung von Dusche zu Waschbecken erstellt und die Zuleitung zum Waschbecken im EG abgeklemmt werden.

Am Ende wird es eben so sein, dass die sicherlich mögliche Ersparnis den Aufwand und die Kosten nicht wert ist. Es würde sich wohl niemals rechnen… Maßnahmen wie (extra dafür) eine BWWP oder LWWP schon gar nicht.

Ich habe mir mal rausgerechnet, was mich 1x Aufheizen vom 125 Liter Boiler an Gas kostet. Das sind knapp 0,578m³ oder ca. 6 kWh oder ca. € 0,43.

Das war aber nun schon bei komplett kaltem Boiler gerechnet - i.d.R. ist das Wasser ja nicht komplett kalt. Selbst wenn ich nun 2x täglich komplett rechnen würde und dann den Stromverbauch bei “bedarfsweise Warmwassererwärmung” gegenrechne - wird es am Ende keinen Sinn machen befürchte ich…

Kurzfristig könnte man alles so lassen, wie es ist.

Langfristig stellt sich die Frage: Will man die Immobilie über Jahrzehnte weiter nutzen oder verkaufen? Das ist die Frage, die geklärt werden muss.
Gibt es einen vernünftigen Weg mit der bestehenden Immobilie, oder sind die Sanierungskosten zu hoch?

Eine Notlösung wäre, nur einen oder wenige Räume zu heizen beziehungsweise mit Innendämmung einige ausgewählte Räume zu verbessern.
Split-Klima, PV und Akku könnten ein Weg sein.
Um Verbrauchsspitzen abzufangen, könnten Holzkamin und Dieselstandheizung in Notfällen aushelfen.

Richtig guten Komfort erreicht man nur mit einer Flächenheizung, insbesondere Wandheizung, und einer wassergeführten Wärmepumpe – notfalls mit diffusionsoffener Innendämmung, wenn eine Außendämmung nicht machbar ist.
Eine weitere Optimierung für die Wärmepumpe könnte ein Grabenkollektor bei geeignetem Grundstück sein. Aufwand und Kosten sind natürlich eine ganz andere Liga als die obige Notlösung.

Langfristig wird man durch politische Vorgaben mit Gas vermutlich nicht glücklich werden. Jetzt eine Strategie für die Zukunft zu erstellen, wird wohl unumgänglich sein.

Kostengünstige Lösung für sofort:
Split-Klima, PV, Akku, Holzkamin, Dieselstandheizung, 11-kg-Gasflasche zum Kochen, Kohlenmonoxidmelder, Feuerlöscher, Brandmelder.

Warmwasser: 30 bis 80 Liter Elektroboiler, je nach Personenanzahl
30 L – eine Person
50 L – zwei Personen
80 L – mehr als zwei Personen

Klar ist eine Brauchwasserwärmepumpe besser, aber auch in einer ganz anderen Preisklasse.

Ideensammlung

Ich kenne bei Altbausanierung auch Asphaltestrich, der kann FBH gut und ist viel leichter wg Deckenlast, bei Holzbau wichtig. Ist auch direkt begehbar wenns ohne Fliesen werden soll. Evtl kann man den mit “Glitzer” legen lassen, bieten manche Teerbuden an

WW führen mit Viega oder Mapress in DN10. Die 3l Verlust kannste verkraften. Zirkulation raus. DLE schafft keine PV, würde ich wegmachen.

Wenn Gas weg soll, schau bei den Chinesen. LWWP R290 mit Kombispeicher und Frischwasserwendel

Danke für eure Beiträge

Ja, dazu tendiere ich auch.

Der Grund ist eben, dass die elektrische Warmwasserheizung (erstmal egal wie) durch den ca. 3 fachen Strompreis im Vergleich zu Gas schon bzgl. Verbrauch nur sehr schwer geringere Kosten ermöglicht. Das würde dann nur mit einer BWWP gelingen, die sich dann aber finanziell erst Recht in ihrer voraussichtlichen Lebenszeit nie rechnen wird…

Das ist noch nicht sooo alt, Bj.97 mit Dämmwert ca. 0,27.

Split-Klima sind schon verbaut im ganzen Haus, wenn auch (noch?) nicht in jedem einzelnen Raum. Sind aber so angeordnet, dass sie jeden Raum erreichen in dem man sich aufhält und beheizen / kühlen können - wenn auch tw. mit etwas Differenz,

Ja, die soll dann ev. irgendwann die Gasheizung ersetzen. Aber so lange es nicht lohnt, möchte ich eben die Gasheizung noch weiternutzen.

Nein soll nicht weg - ich bin da flexibel. So lange es sich lohnt im Vergleich zu Alternativen und funktioniert, kann es bleiben. Die Technik bei den LWWP bleibt ja auch nicht stehen, da stehen denke ich die Chancen gut, dass man dann in ein paar Jahren ggfs. schon wieder Fortschritte gemacht hat.

Jedes Jahr neu abwägen. Gas-Netzkosten gehn hoch

Ja. Aber im Moment sind es an Grundgebühr € 36.- brutto im Jahr. Also kann ich für zb. eine 2T€ BWWP aktuell rechnerisch 55 Jahre lang die Grundgebühr zahlen.

Arbeitspreis sind gut 10 Cent brutto.

Wenn ich es runterrechne, wird sich das so schnell noch nicht lohnen. Aber wer weiß, was kommt…