Eine Kaskadierung macht nur Sinn, wenn du deinen Verbrauch bzw. die Last, die du anforderst, nicht von einem Gerät decken kannst. Beim Deye mit LV-Batterie wären das maximal 20 kW – ich denke, das sollte ausreichen. Der Vorteil einer Kaskadierung ist, dass man zwei Geräte hat: Sollte mal eines ausfallen, hat man noch das zweite.
Halte ich aber eher für übertrieben; ich würde da eher einen Netzumschalter verbauen, um bei einem Ausfall des Wechselrichters umschalten zu können und trotzdem Strom zu haben.
Die Nordseite macht schon Sinn – wenn der Platz da ist und du selbst montierst, warum nicht? Jedes PV-Modul zählt.
An der Akkusteuerung spart man nicht, denn jeder Akku für sich ist ein eigenes System. Es werden die Zellen, der Ladezustand und die Temperatur überwacht – das war’s. Denn das BMS soll eben vor Überladung oder kompletter Entladung schützen, die Temperatur im Auge behalten und die einzelnen Zellspannungen überwachen, um den Akku vom Wechselrichter zu trennen, wenn ein Parameter nicht passt.
Man kann alle möglichen Akkus aneinanderschließen. Wichtig dabei ist die gleiche Spannung bzw. die gleiche Zellenanzahl. Standardisiert hat sich 16S, also 16 Zellen in Reihe geschaltet. Die Amperestunden (Ah) der Zellen sind dann je nach Bedürfnis zu wählen; hier kann man dann unterschiedlich große Kapazitäten parallel schalten. Ich mache es beim Deye so, dass ich die Akkus über die Spannung lade und nicht über den CAN-Bus. Somit habe ich eine einfache Ladestrategie: Lade alles in den Akku, was du produzierst, der Rest geht ins Netz und versorgt nebenbei beim Akkuladen (oder eben nicht) das Haus. So kann man gekaufte Akkus von Nkon etc. mit einem Eigenbau-Akku kombinieren. Wichtig ist eben die gleiche Zellchemie bzw. die gleiche Zellenanzahl mit gleicher Spannung.
Mein System habe ich dir beschrieben: einen Hybrid-Wechselrichter und zwei oder drei normale Wechselrichter, die über den Hybriden einspeisen. Auch hier könnte man einen Umschalter einbauen, damit man z. B. bei einem Problem mit dem Hybriden trotzdem einspeisen und einen Teil davon nutzen kann.
Was die Verlustleistung angeht: Ja, ein großer Wechselrichter hat mehr Verlustleistung als ein kleiner, dafür kann er auch mehr. Zwei kleine werden aber genauso viel, wenn nicht sogar mehr verbrauchen als ein großer (dazu habe ich aber keinerlei Unterlagen, das ist nur eine Annahme von mir). Ja, im Winter könnte man nur einen nutzen und den anderen runterfahren. Aber warum? Wenn du doch ein E-Auto laden willst und eine Wärmepumpe werkelt, brauchst du den Strom und die Last.
Szenario: Du hast eine Wärmepumpe, die aktuell 2.500 W zieht, weil es eben kalt ist. Ihr seid gerade beim Mittagessen zubereiten – zwei Herdplatten dazu, eventuell noch der Backofen, die Tochter schmeißt im Bad den Föhn an und deiner Frau ist vor dem Mittagessen die Idee gekommen, Wäsche zu waschen. Das summiert sich sehr schnell. Da kommen ganz schnell mal 8.000 bis 12.000 W Spitzenlast zusammen. Und da reden wir von 1–2 Minuten, die als Spitzenlast aufkommen – das muss der Hybride abkönnen.
Eine Waschmaschine oder Spülmaschine heizt z. B. 20–30 Minuten am Stück, das ist planbar. Ein Wäschetrockner werkelt da mit 1.000–1.500 W für 2 bis 2,5 Stunden. Die Herdplatten schalten, wenn es ältere sind, an, aus, an, aus – und das brav mit ca. 2.000 W. Das macht die Regelung schwierig. Etwas anderes sind Induktionsplatten: Die haben am Anfang einen hohen Strombedarf, regeln dann aber runter, was es der Regelung im Wechselrichter deutlich einfacher macht.
Und zu guter Letzt hat man noch eine Klimaanlage, um eben mehr Wohlfühltemperatur zu bekommen: im Sommer zum Kühlen, im Winter, wenn es der Holden fröstelt, um mal etwas mehr Wärme bereitzustellen.
Und glaub mir, ich mache das nun schon ein paar Jahre mit und kenne die Eigenheiten von Mitbewohnern sehr gut. Da hat es schon alles gegeben: von „alles auf einmal an“ bis hin zum überlegten Einschalten. Aber sie lernen dazu, wenn man darauf hinweist und am Ende die Kosten niedrig sind.
Am besten weist du im vorraus wie hoch deine Verbräuche sind was maximal an last aufkommt und wie lange du dich Überwasser halten willst, Akkus kann man immer wieder dazu kaufen.