I need your help: Kapazität vorhersagen ohne zu testen


Ein Beispiel ist der Spannungsverlust in 30 Tagen: Wenn man direkt nach dem Laden bei 4,2V mißt, wird der Spannungsverlust in den ersten Stunden relativ hoch sein.
Genau. Das ist der Grund, warum man bei 4,2V misst. Die Messung ist da empfindlicher, weil der Spannungshub je Kapazität höher ist.
Wenn ich aber die Messung nach ein paar Wochen Lagerung bei einer Ruhespannung von 3,8V vornehme, habe ich nach 30 Tagen viel weniger Spannungsverlust.
Damit sind die Spannungsdifferenz en nicht mehr vergleichbar. Und außerdem kann die Selbstentladung bei niedrigerer Spannung kleiner sein.
Natürlich spielt auch die Temperatur bei der Lagerung eine große Rolle: bei niedrigen Temp. habe ich weniger Verluste als bei hoher Temp.
Verluste oder Selbstentladung? Für letzter ist der Unterschied nachmeiner Kenntnis nicht nennenswer unterschiedlich.
Da man Zellen normalerweise bei eher geringer Ladung (max. 50% SoC) und kühl lagern sollte, würde ich diese Bedingungen auch für die Messung der Selbstentladung vorschlagen - so mache ich es zumindest.
Wie gesagt, ist unempfindlicher, du musst genauer messen, und ist nicht mit anderen Ergebnissen vergleichbar.
Genaue DMM mit mind. 3 digits nach dem Komma sind ja inzwischen recht günstig und die sollte jeder, der in diesem Bereich ernsthaft unterwegs ist, haben.
Habe ich nicht, sehe ich auch nicht so.
Das gleiche gilt für die Messung der Ri: mache ich die bei 100% SoC und 25 Grad Raumtemp. im Sommmer oder bei 50% Soc und 18 Grad im Winter?
Ich habe gerade nicht im Kopf, ob die temp für Die eine wesentliche Rolle spielt, ich kenne den angenehmen Effekt, dass Die über der Ladungszustand ziemlich ähnlich ist. Die aussagekräftigen Unterschiede für den Lebensdauer Zustand, die man sucht, sind viel gröber.


Hier würde ebenfalls 3,8V und 20 Grad als Richtwert nehmen. Was den Einfluß des SoC auf die Ri-Messung angeht, habe ich recht unterschiedliche Infos im Web gefunden.

Einige sagen der Ri steigt mit sinkendem SoC, andere sagen eher das Gegenteil. Es scheint ein Minimum in der Kurve bei ca. 50% SoC zu geben.
Da widerspreche ich insofern nicht, dass es Unterschiede gibt. Aber wie gesagt, das was man benutzt sind gröbere Unterschiede.
Bei der Kapazitätsmessung habt ihr den wesentlichen Parameter, nämlich den Entladestrom, schon eingebaut :-) Aber auch hier spielt die Temperatur eine Rolle. Wenn der Test im kalten Keller durchgeführt wird oder im Sommer im Dachgeschoss bei 30 Grad - dann macht das schon einen Unterschied von evtl. 5 - 10%. Auch hier sollte man 20 Grad ansetzen als Richtwert - das dürfte für die meisten ja gut erreichbar sein :-)
Kapazität Messung ist eh nicht besonders genau, hängt auch in der Genauigkeit der Spannungsmessung im Ladegerät ab. Und von der Temperatur, wie du sagst.
Das ist einer der Gründe, warum man bei einigen Ländern, zb Opus, nen zusätzliche Lüfter installiert.
Eine kurze Anleitung zur Benutzung des Tools und zum Ausfüllen des Datenblatts für die Zellenwerte wäre also hilfreich :-)
Vor allem deswegen, damit die Werte nicht unter verschiedenen Bedingungen ermittelt werden....

Danke, Carolus, für dein Feedback.
Stimme die in den meisten Punkte zu, aber nicht in allen.
Bei der Ermittlung der Selbstentladung (Spannungsverluste durch Lagerung), macht es m.E. keinen Sinn direkt nach dem Volladen bei 4,2V zu messen, sondern die Zellen nach dem Laden mind. 1 Tag ruhen zu lassen und von dieser Ruhespannung aus die Messung zu beginnen.
Warum?

Je nach Zellchemie und Zustand der Zellen reagieren diese anders auf die Volladung. Da spielen Effekte eine Rolle, die bei der "normalen" Selbstentladung eher weniger eine Rolle spielen. Auch der Ladestrom spielt dabei eine große Rolle. Wenn ich nur mit 100 mA lade und am Ende nur noch mit 10 mA, dann ist das schon eine Beruhigung der Zellchemie und ich kann die Messung auch früher beginnen. Die meisten Charger laden aber mit 1 A und das ist immer ein bestimmter Streß für die Zelle - die Zellchemie muß sich erst "beruhigen". Aus meiner Sicht gibt das einfach konsistentere und aussagekräftigere Meßergebnisse.

Und natürlich braucht man für jede gute Messung auch ordentliches Equipment, das mind. 3 Stellen nach dem Komma die Spannung reproduzierbar messen kann. Gerade im Bereich von Gleichspannung ist das technisch keine Herausforderung und solche DMMs sind heute für 20 Eur erhältlich. Von 5 Eur-Billiggeräten aus China rate ich allerdings ab, wenn man ernsthaft messen will. Aber wie immer ist auch hier alles relativ :wink:

Zum Thema liegenlassen nach Ladung stimme ich zu, bei mir hat sich das durch den gewählten Ablauf ergeben, ich habe die SD Prüfung in Batches zusammen gestellt.
Außerdem beendet das Opus die Ladung bei etwa 50 mA, so gesehen alles Lot.
Dürfte bei den meisten Ladegeräten so sein, CV Kennlinie.

Mit dem Thema, SD nicht bei 3,8 V zu machen, hat das aber nichts zu tun.

Hallo,
ein super tolles Projekt!!

Eine Frage: Wie finde ich den für die Vorhersage erforderlichen Entladestrom heraus?

Ich beginne mich erst mit dem Thema zu befassen und habe ein paar Samsung und Panasonic organisiert. Spannungsabfall nach dem ersten Monat war bei allen ok, der R(i) ist allerdings teilweise m.E. zu hoch. Das Ergebnis der Vorhersage würde mich sehr interessieren :slight_smile:

Es kommt drauf an welches Gerät du zum feststellen der Kapazität nutzen willst/wirst.

Ich meine irgendwo gelesen zu haben
XTAR VC8 Entladestrom ~350mA
Lii-500 bei 700 und 1000mA laden Entladestrom ~500mA
Lii-500 bei 500 und 300mA laden Entladestrom ~250mA

Hier https://www.vortexit.co.nz/ kann man auf der Seite eines Batterierecyclers sein eigenes Batterieportal anlegen, also im Grunde die eigene Datenbank statt als Excelliste direkt auf seiner Webseite führen.

Vielleicht wäre so eine Datenbank-Funktion auch für die Lili-Vorhersage etwas, Ihr könntet eine direkte Vorhersage anbieten, ohne dass die Daten 2x eingegeben werden müssen (in die private Excelliste und in Lili und dann noch zur Auswertung als Mail verschicken), und wir könnten euch (vielleicht, hoffentlich hätte es den Effekt) noch mehr Daten geben.

Hallo Andreas,

ich bin grade in der Anfangsphase was dieses Zellenrecycling angeht. Ich plane die im Moment aber eher für den Modellbau einzusetzen, da ich einfach nicht an viele Zellen rankommen bisher.

Hab mir aber gedacht, warum nicht die Daten an Lili spenden. Da mein y1035 noch im Zulauf ist, hab ich noch nicht alle Daten zusammen.

jetzt ein paar Fragen.

In der Datenspende Excel steht zweimal Widerstand, jetzt die Frage, welche Widerstände trägt man wo ein, soll eins der Felder der nominelle Widerstand sein, oder der aus dem Testgerät ?

Bei Volt vor dem Test, ist da der Messwert bei Ausbau gemeint, oder bevor man diesen Charge&Test gemacht hat ? Weil den Ausbauwert habe ich mir am Anfang nicht notiert. Bei Spannung nach x Tage das x dann durch die entsprechenden Tage ersetzten ?

Das wars auch schon, aktuell Teste ich grade ca. 40 Zellen, wobei ich die Zellen unter 2,5V besser direkt verwerfe.

Danke und schönen Gruß

Claas